Für Außenstehende: Die Rede ist im folgenden vom "Verband" , einer Spitzenorganisation der Antiquare, und von der "Genossenschaft", vulgo GIAQ, einem Arbeitsbündnis der Internetantiquare, beide in Deutschland
Die Interessen der unteren und mittleren Antiquare können nicht die der oberen sein.
Der mittlere Antiquar lebt im Schwerpunkt vom Verkauf gängiger Titel über die Bücherportale oder aus seinem Ladenbestand, er fertigt die eine oder andere Fachliste. Versteigerungsfähige Bücher im Wert über etwa 50 Euro geht eher selten durch seine Hände. Wenn er solche Spitzenware erhält und damit handeln kann, freut er sich, das bleibt aber die Ausnahme in seinem Alltag.
Gerade deshalb träumt er sich gern in eine Rolle hinein, die ihm nicht zusteht. Der überwiegende Teil unserer Kollegen im Verband setzt sich bei näherem Hinsehen aus mittleren Antiquaren zusammen, die aber gern Edelantiquare sein würden. Sie pflegen im Verband zu kuschen, da sie sehr wohl um ihre fragwürdigen Edelqualitäten wissen und froh sind, wenn sie im Verband sein und Höhenluft schnuppern dürfen - das ideale Stimmvieh also für die etwa 50 "echten" Spitzenantiquare, die folgerichtig ihre Interessen im Verband recht konsequent durchsetzen. Ein Blick auf die Arbeitsschwerpunkte des Verbands genügt schon, um das zu beweisen.
GIAQ, die "Internet-Antiquare" dagegen, diese Bezeichnung steckt in dem unsinnigen Kürzel der Genossenschaft, gehören typischerweise nicht zu den Spitzenleuten der Branche. Soweit sie höhere Ambitionen haben, können und sollen sie diese im Verband diskutieren und durchsetzen.
Wenn nun aber, wie uns das Börsenblatt in gewohnter Objektivität berichtet, als Ergebnis der jüngsten GIAQ-Strategiediskussion zum 10jährigen Jubiläum eine "Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Antiquare (als) besonders lohnenswertes Ziel (in Auge gefaßt wird)", dann ist das eine A b l e n k u n g von, ja eine Flucht vor den wirklichen Anliegen, die sich der Genossenschaft derzeit stellen. Wohlwollend könnte man das als inhaltsleere Fensterrede bezeichnen, ich sage, daß sich die Genossenschaft damit in die Tasche l ü g t.
Denn jeder der Antiquare, die das neue Ziel mit bestimmt hat, weiß ganz genau, wie unbeweglich und unbegabt sich der Verband in den letzten Jahren erwiesen hat, ein einziges Trauerspiel zeigt sich dem Blick, der dort nach Aktivitäten und Ideen sucht dort, wo nur "ehrenamtlich" getafelt, hohle Reden geschwungen und aufgeplusterte hehre "Ziele" deklamiert werden. Die Arbeit des Verbands ist unter seiner jetzigen Führung an einem denkwürdigen Tiefpunkt angelangt.
Abgesehen von dem halbtoten Zustand des Verbands sei nochmals betont, daß die Interessen der Genossenschaft, der mittleren Internetantiquare sich kaum mit denen der Edelantiquare decken. Wo bitte soll denn eine Zusammenarbeit möglich sein, wenn sich die Tätigkeits- (oder Untätigkeits-) Felder kaum irgendwo decken?
So lenkt man von der inneren Uneinigkeit, von der eigenen Tatenlosigkeit ab.
Die lebendige Momentaufnahme aus der Arbeitssitzung der GIAQ am vergangenen Samstag verdanken wir der Freien Waldorfschule am Kräherwald, die die Rechte daran besitzt

Wie sagte mir einst ein ehemaliges gaaanz hohes Tier des Verbandes am Telefon: Die Bezeichnung "Verband" ist eigentlich falsch. Es handelt sich nicht um einen Verband. Es handelt sich eigentlich um eine Bruderschaft.
AntwortenLöschenDie Bruderschaft ist qua Mitgliedschaft bereits von 22 "Eid"-Genossen der GIAQ infiltriert. Ausreichende Fraktionsstärke somit.
AntwortenLöschenEinerseits werden die sogenannten Genossen dem mittleren Preissegment-Segment zugeordnet, denen der Nimbus des "Erhabenen" abgesprochen wird, andererseits wird über sogenannte "Edelantiquare" populistisch ein negatives Urteil gefällt, das diese nicht verdient haben. Was denn nun? Ist Neid über den geschäftlichen Erfolg vieler Kollegen eine Triebfeder Ihrer zahlreichen Haßtiraden?
Konstruktive Vorschläge für die Jetztzeit, sind jederzeit willkommen, aber bitte ohne Polemik und Abwertungen. Die Aufzählung von Fehlern aus der Vergangenheit, gerade, wenn diese irreversibel sind, hat wenig Zweck.
Aus Fehlern, besonders aus vergangenen, kann man schon lernen, insoweit darf man sie aufzählen. Bei mir überwiegt eine tiefe Trauer über die verpaßten Chancen, Haßtiraden gegen Berufskollegen werden Sie hier nicht finden.
AntwortenLöschenIm Übrigen, Sie ersehen es aus den Datierungen der letzten Beiträge, "bin ich dann mal fort". Jedes Engagement, auch das hartnäckigste und fleißigste, findet seine Grenze am Desinteresse derer, um die man sich kümmern wollte.
Der von Ihnen erwähnte "geschäftliche Erfolg" ist mir schnuppe. Wollte ich Geld verdienen, würde ich Lebensversicherungen verkaufen oder Blödzeitungsartikel abliefern.