Posts mit dem Label Antiquariatsbündnis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Antiquariatsbündnis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 5. August 2011

Messe ade - es lebe die zentrale Dauerausstellung mit Webseitenbündnis!





1.
Auch wenn mich der werte Dresdener Kollege Pardun nicht verlinkt - man spielt doch nicht mit Freiburger Schmuddelgreisen -, stehe ich nicht an, seinen jüngsten Aufsatz zu kommentieren, mehr noch, ihm ein Gegenmodell vor die Nase zu setzen - und ihn zu verlinken, denn solches ist eine Selbstverständlichkeit, ist es nicht?

Aus meiner Schwarzwälder Obdachlosensiedlung blicke ich bewundernd auf die Lichterstadt an der Elbe, rücke meine imaginäre Krawatte zurecht und beginne:

Lieber Herr Pardun, Sie sind auf dem Holzweg mit Ihrer Messe-Idee. Die ist bei Ihnen schon zur Zwangsvorstellung geworden, Sie verrennen sich immer tiefer in einem Labyrinth, aus dem es keinen  vernünftigen Ausgang gibt.

Wie ist denn die Lage im Antiquariat?

Zunächst malen wir uns ein Bild, das verdeutlicht:

- rot: den Umsatzwert im Antiquariat heute
- blau: die Anzahl Antiquare, die schwerpunktmäßig diese Ware betreuen
- grün: das Erweiterungspotential, die Werbemöglichkeiten sowohl für die Aktivierung/ Erweiterung bestehender Kunden wie auch für die Gewinnung neuer Käufer

In orangenen Kreisen sind noch die Sonderfälle "Versteigerer", "Momox" und "Billigstketten" verzeichnet.

Die drei taktisch-technischen, also nicht thematischen Hauptfelder im Antiquariat sind blau bezeichnet:

- Edelware, die in Sammlerware übergeht bzw. mit ihr identisch sein kann
- Sammlerware im weitesten Sinn
- Gebrauchsware als Ersatz für teure neue Bücher oder sonst als Quelle billigen Allgemein- oder Fachlesestoffes außerhalb des Sammelns im engeren Sinn

Schwarz sind unten meine Thesen zu den Erweiterungspotentialen eingetragen.

2.
Ich denke, daß sich die Graphik ohne weitere Erklärungen erschließt. Es macht bei näherem Hinsehen tatsächlich wenig Sinn, weitere Kunden für  E d e l ware einzuwerben, da hier das Angebot und damit meist auch der Verkauf gesteuert wird von neu hereinkommender Ware. Soweit es sich um Kapitalanlage-Kunden handelt, würde eine weitere Einwerbung solcher Edelkäufer sogar kontraproduktiv sein, da sie unsere echten Sammler verscheucht und verärgert.

Der Absatz an  G e b r a u c h s ware (der Begriff geht nicht von "gebraucht" aus, sondern meint "Ware zum praktischen Nützlichkeitsgebrauch") ist nicht wesentlich zu erweitern. Breite Schichten der Bevölkerung halten es für ehrenrührig, unsauber oder gar für pervers, Bücher, die "man" doch nur jungfräulich aus der Buchhandlung holt, gebraucht zu kaufen. Hat der Vor-Leser etwa beim Blättern in der Nase gebohrt oder Schlimmeres? - Umsatzerweiterung ist dort zwar möglich über das Momox-Prinzip, aber das ist dann eigentlich Verdrängungswettbewerb. Ich bleibe dabei: Kein Erweiterungspotential für Gebrauchsbücher im Antiquariat.

Riesengroß, endlos aber ist die Möglichkeit, neue  S a m m e l gebiete zu schaffen und zu propagieren, alte Sammelbereiche auszubauen, zu erweitern. Das wird jedem Antiquar unmittelbar einleuchten.

3.
Eine  M e s s e  müßte also vor allem Werbung sein für neue oder erweiterte Sammelgebiete. Das ist eine sehr schwere Aufgabe - wo kommt das Material her, wie stelle ich es aus, wie biete ich es dar?

"Die Antiquare" (in persona) auszustellen - das ist meistens kontraproduktiv. Es gibt eher wenige leutselige, präsentable Kollegen unter uns, aber viele, die den Mund nicht aufbekommen und linkisch in der Gegend umherstehen. Ähnliches gilt für die Warenpräsentation auf Messen - nur die Großen unseres Gewerbes können das wirklich, die anderen stümpern verzweifelt zwischen Kisten und Raumteilern  und bieten ein Bild des gehobenen Jammers. Was soll das?

4.
Dagegen ist die Aufgabe, Sammelgebiete  i m  N e t z  zu präsentieren, in sie einzuführen, auf sie  L u s t  zu machen, mit weit geringerer Mühe zu leisten. Und ebenso ist das Hinzutreten an den schäbigen Stand mit linkischem Antiquar davor oder darin weitaus besser zu ersetzen durch eine kluge, mit vielen Fotos geschmückte Laden- oder Lager w e b seite des Kollegen.

Wobei wir, Sie merken es schon, mal wieder bei der Forderung nach einem Ausbau der RFMeyerschen Glanzidee, dem  W e b s e i t e n b ü n d n i s, angekommen sind. Wie kann das nun das funktionieren?

Mein Vorschlag: Die Antiquare basten zunächst eine

*zentrale Webpräsenz,

die nichts anderes ist als eine virtuelle Dauerausstellung, in der bestehende und neue Sammelgebiete illustriert und dargestellt werden. Nicht durch die üblichen hohlen Kultursprüche, sondern durch Bilder, Bilder und noch mehr Bilder.

Von dieser Dauerausstellung aus geht ein demokratisch-gleichberechtigt aufgebautes Rundwander- oder Linksystem zu den einzelnen (Laden-/ Lager-) Webseiten der Antiquare. Damit erhalten die "Präsenzen" der Kollegen freilich einen höheren Stellenwert als bisher und man ist eingeladen, die üblich gewordenen Schlampereien dort auszubessern, sich "betretbare" Webseiten zu konstruieren und überhaupt mit den Kunden im Web etwas liebevoller umzugehen.

Fazit: Eine gut illustrierte zentrale Dauerausstellung der Antiquare, mit  sauber geführten Einzelwebseiten aller Kollegen verlinkt - das ersetzt die mühevollen und ziemlich sinnlos gewordenen Messen.

Messe ade - es lebe die zentrale Dauerausstellung mit Webseitenbündnis!

Dienstag, 27. Oktober 2009

Regionale Darstellung von Antiquariaten: Wie es nicht geht!



.

.

.


Kooperationen: Antiquariate im Rhein-Main-Gebiet

(Kooperationen im Antiquariatsbuchhandel,Folge 2).




Das Börsenblatt stellt uns heute ein "Kooperations"-Projekt im Rhein-Main-Raum vor. Der Grundton ist wohlwollend-konstruktiv, ein Anlaß, genauer hinzusehen. Das Börsenblatt lobt bekanntlich jedes noch so törichte Projekt, wenn es nur dazu dient, die Antiquare ruhigzustellen, sie mit kindlichen Planspielen zu beschäftigen und sie von ihrer Hauptaufgabe abzulenken, sich von der Monopolkrake ZVAB endlich zu befreien.

Reden wir Tacheles: Das heute vorgestellte Unternehmen ist sowohl dumm als auch frech.

Frech ist es und unkollegial, weil es eine ganz selektive, grotesk lückenhafte Auswahl der Antiquariate im interessanten Bücherkreis rund im Frankfurt darstellt. Hier haben sich einige Kollegen zufällig gekannt. Das ist eine gute Motivation für den Start eines gemeinsamen Arbeitsvorhabens. Aber: Sozioal denkenden Antiquaren sträubt sich das Nackenhaar beim Gedanken, die kleineren Kollegen links liegen zu lassen, wenn es um regional eng begrenzte Arbeitsvorhaben geht. Oder ist das die neue soziale Kälte, Schwarzgelb läßt grüßen?

Dumm ist das dahingestümperte Webvorhaben in mehrfacher Hinsicht. Erstens deshalb, weil Bezeichnungs- oder besser Benennungs-Frechheit, die an Roßtäuscherei grenzt, von den Kunden mit Mißvergnügen registriert wird und keineswegs zu erhöhter Kaufbereitschaft führt. Formal stimmt natürlich alles, da nur von (einigen) Antiquariaten und nicht von "den" Antiquariaten die Rede ist. Psychologisch aber hören wir die Nachtigall trapsen.

Das Mindeste - mit Google Maps in einer Stunde herzustellen - wäre eine Karte des Rhein-Main-Gebiets mit Eintrag *aller* Antiquariate gewesen. Dann wäre immer noch die Möglichkeit geblieben, in die Datenbank Bestände nur ausgewählter, interessierter Kollegen aufzunehmen, das zu begründen und auch farblich hervorzuheben.

Sehen wir hier eine vernünftige Planung in absatzstrategischen Sinn? Das Vorhaben ist ganz fürchterlich in den Sand gesetzt worden. Welchen Nutzen soll denn, bitte, die regionale Verzeichnung solcher Datenbanktitel haben, die ich üblicherweise und mit gutem Erfolg übers Internet bestelle, mir als Päckchen schicken lasse?

Regionale Vernetzungen und Selbstdarstellungen sind *nur* sinnvoll, wenn die Bestände am Ort als Ganzes greifbar und durchschaubar sind, wenn ich als Kunde also kommen kann und soll zum Stöbern.

Wo aber Bücher nach Nummern stehen, wegen der erfolgten Katalogisierung streng geordnet stehen müssen, dort verliert das Stöbern, die persönliche Präsenz des Kunden, weitgehend allen Reiz. Das Stöbern in einem Versandantiquariat ist absolut nicht anregend, sondern eine nüchterne und gequälte Sache. Das weiß man doch.

Welcher Teufel der Blödheit reitet also das kleine Häuflein der also Auserwählten im Rhein-Main-Bereich?

Das unsympathische Selbstlob auf der Startseite links unten (beste niederrheinische Quack-Schule) stößt den sensibleren Käufer ab.

Das Datenbänklein selber macht, abgesehen von der im Börsenblatt bereits erwähnten Langsamkeit, auf den ersten Blick einen aufgeräumten Eindruck. Aber um solche Qualitäten geht es dort überhaupt nicht, wo eine Benutzung wegen völlig verfehlter Strategie so gut wie nicht erfolgen wird, nicht erfolgen kann.

Hier waltet eine wohltuende Gerechtigkeit: Das unsoziale eigensüchtige Verhalten der beteiligten Kollegen führte zu weitgehend sinnfreiem Tun. Selten wurden strategische Blödheit und unkollegiale Herzensarmut so prompt bestraft.

Dienstag, 25. August 2009

Deutsches Antiquariat




Erweiterung des Webseitenbündnisses - Erschließung neuer Käuferschichten

Zusammenfassung: Es wird angeregt, daß eine Gruppe interessierter Antiquare, aufbauend auf dem Webseitenbündnis von RFMeyer, gemeinsame Sachkatalogisierungen vornimmt. Die Bestände könnten dann nach detaillierten Sachgruppen sowohl quer durch die einzelnen Webseiten als auch in großen Sammelgebietskatalogen abrufbar sein. Die redaktionelle Arbeit an der Systematik, die Koordination usw. würde Redakteur Biester in einer von den Antiquariaten bezahlten verantwortlichen Nebentätigkeit wahrnehmen.


RF Meyers geniale Idee war es, unter einer Vielzahl sehr heterogener Antiquariatswebseiten durch einfache Versuchsanordnungen eine Auswahl zu treffen, in der stillen Erwartung, mit einer übersichtlichen Kollegenzahl sei besser zu arbeiten, ein Exklusivitätsgefühl könnte sich einstellen, die Kunden würden interessiert von Webseite zu Webseite wandern, sich in den virtuellen Läden des ausgewählten Kreises umsehen, man könne dann zu gemeinsamer Werbung gelangen und was dergleichen Erwartungen mehr waren.

Leider hat sich zunächst nur die eine Regel bestätig, daß Antiquare, die gruppenweise auftreten, schnell in gelinde Faulheit und Gedankenlosigkeit zu verfallen pflegen. Kollege RF Meyer hat sich zudem eine ausgeprägte Liberalität, ein freundliches Laisser-Faire auf die Fahnen geschrieben. Philosophen sind so.

Ist der Kern seiner Idee schon erkannt worden? Ich erinnere mich da an den Vorspruch zu Rühmanns Feuerzangenbowle (Prag 1944): "...ist ein Loblied auf die Schule. Aber es ist möglich, daß sie es nicht merkt". In ganz ähnlicher Weise scheint dem "Webseitenbündnis" noch gar nicht aufgegangen zu sein, was es Neues bringt und worin das Revolutionierende seiner Idee steckt.

Ich spreche von Auswahl, von

*Elitebildung.

Das ist ein leicht angestaubtes Prinzip, seit der Adenauerzeit und Herrn Stoiber aus der Mode gekommen und ich bin der erste, der "Elitebildung" mißtrauisch beäugt, wo immer sie auftritt. Aber hier, im berufsständischen Bereich, hat "Elitebildung" ihren guten Sinn. Nicht zuletzt deshalb, weil sich das neue Bündnis ja grundsätzlich als offen versteht innerhalb der Berufsgruppe. "Elite" kann hier einmal Vorbildfunktion meinen, dann aber auch ein Vorreiter-sein-wollen, den Einsatz als Wegebahner - auf welchem Pfad dann immer mehr interessierte Kollegen nachfolgen und auch teilhaben können und dürfen.

Nur wenn eine Elite aus ihrem eigenen Kreis ihnen vorangeht und sie motiviert - dann kann etwas in die Gänge kommen.

Was aber kann sich diese Elite denn vornehmen?

Wir erinnern uns, daß eine Erweiterung unserer Käuferschichten im Bereich der bibliophilen Ware eigentlich nicht notwendig ist. Hier lag ja auch der Denkfehler des Quack-Katalogs. Um den Absatz unserer bibliophilen Titel braucht uns nicht bange zu sein.

Was vielmehr im Absatz wegbricht, zum Teil ganz dramatisch, sind Millionen älterer, ordentlicher mittlerer und unterer Fach- und Sachgebietstitel.

Aber, leider, wir können unsere ältere Sammelgebietsliteratur nur dann an den Mann bringen, wenn wir sie - endlich - einheitlich gliedern. Diese Gliederung können wir nur selber vornehmen.

Wenn jeder Kollege seine Titel nach einheitlichen, vorher vereinbarten Kürzeln indiziert, dann können wir

*übersichtliche Fachkataloge als Gemeinschaftskataloge

fertigstellen. Sie könnten gedruckt vorgelegt werden, dazu unten mehr, lassen sich aber auch innerhalb des Webseitenbündnisses quer durch die Teilnehmerseiten aufrufen.

Um bei einem unserer Sorgenkinder, bei der Theologie, zu bleiben: Das alte Gesangbuch erhält seine Systematikziffer, ebenso das Buch zur Mariologie, zum Kirchenrecht, zur Geschichte der Reformation oder zur Theorie des Orgelspiels.

Mit Fachgliederungen und Fachlisten können wir innerhalb des Webseitenbündnisses ganz faszinierende, zum Sammeln anregende

*Sammelgebietskataloge

erstellen. Die einzige (harte) Bedingung dafür ist, daß jeder Kollege seinen Netzbestand nach den verabschiedeten Systematikkürzeln indiziert. Das ist nur wenig Schreib- aber sehr viel Kopfarbeit. Diese Sachindizierung ist der Schlüssel zur Gewinnung neuer Käuferschichten. Bitte glauben Sie mir - die bibliographischen Kenntnisse zur älteren Sachliteratur sind bei den Käufern äußerst gering - erst durch unsere Sacherschließung führen wir die Kunden zu neuen Kaufimpulsen.

Inhaltserfassung der älteren Titel ist fast so wichtig wie die Titelaufnahme.

Nur eine Auswahl unter den Antiquaren kann das fürs erste machen. Ich schlage vor, dieser Vorreitergruppe den Namen

"Deutsches Antiquariat"

zu geben.

Diese Webseiten-, Aktions-, Sacherschließungsgruppe, ie etwa 100 Antiquare umfassen sollte, braucht unbedingt ein festes Büro. Die dort tätige Kraft muß bezahlt werden. Denn wenn wir eines aus der Misere im Verbandswesen gelernt haben sollten, dann dies: Ohne Moos nix los, und Gott schütze uns vor den Ehrenamtlichen.


Um wirklich neue Käuferschichten zu gewinnen, sollten sehr schnell Sammelgebietskataloge herausgegeben werden. Dafür empfehle ich, zu der vor etwa 10 Jahren gut erprobten Methode der

*Zeitungskataloge

zurückzukehren, unsere großen Sammelgebietslisten also in sauberem Zeitungsdruck und im großen Zeitungsformat herzustellen.

Da sind wir nun bei Björn Biester - er wäre zur Verwaltung des Büros, zur Koordinierung der ieale Mann, wäre er nicht?

Und dann zügig an die Erweiterung des RFMeyerschen Bündnisses, hin zur Gruppe

"Deutsches Antiquariat".



Nachtrag:
Lieber Kollege Wimbauer,
die Sachgebietskürzel sind nur für den internen Gebrauch der Antiquare da. Es sei z.B.

27k VOLKSFRÖMMIGKEIT
27r GESANGBUCH
45k PFALZ
94e SCHÖNE EINBÄNDE DER BIEDERMEIERZEIT

Als Antiquar, der den Titel bearbeitet, gebe ich in ein "27k, 27r, 45k, 94e" und habe damit mein Gesangbuch nach Sammelgebieten "indiziert". Wenig Schreibarbeit, viel Denkleistung.

Der Kunde aber sieht von diesen Ziffern absolut gar nichts. Er hat nur die ausgeschriebenen Namen. Gibt er die als Suchworte ein oder - besser - klickt er sie aus der Sachgebiets-Gesamtliste an, dann ruft die Datenbank die Kürzel auf.

Wir Antiquare müssen die Sacherschließung für den Kunden leisten. Er hat das Buch eben nicht in der Hand, sondern wir. Diese Arbeit läßt sich überhaupt nicht delegieren. Sie muß aber unter den Kollegen abgesprochen und dann einheitlich durchgeführt werden.


Die schöne Aufnahme der Klosterbibliothek Admont verdanken wir wissenswerkstatt.net. Sie wird auf einfache Anforderung hin entfernt.

Freitag, 19. Juni 2009

Arbeitspapier zur Schaffung eines vernetzten doppelten Verkaufsportals





Liebe Kollegen, aus aktutem Zeitmangel habe ich diesen Text automatisch diktiert. Ins Mikrofon spricht man anders, als man schreibt. Bitte versuchen Sie, über sprachliches Ungeschick hinwegzusehen und halten Sie sich an den Inhalt, nicht an die Form. .

Wie immer das Modell unserer zukünftigen Zusammenarbeit auch aussehen mag, es kann nur von einem wirklich durchschlagenden Werbeargument getragen sein, nämlich von der aktiven Unterstützung nahezu aller Antiquare im deutschen Sprachgebiet. Das ist eine werbetechnische, werbepsychologische Frage.

Hier wurde schon öfter und durchaus zutreffend festgestellt, daß der Bau und Betrieb einer Bücherdatenbank in unseren Zeiten keine Hexenwerk mehr darstellt. Das kann im Grunde jeder machen der es möchte, ins Netz gestellt ist es dann auch schnell. Jede neue Bücherdatenbank muß aber gegen zwei große Einrichtungen angehen, ZVAB und abebooks/ Amazon. Dies betrifft nicht nur die allgemeine Kenntnis von der neuen Datenbanken im Netz, sondern weit mehr noch das Zutrauen, das Vertrauen in das neue Bücherportal.

Hier spielt neben einigen Sachargumenten das Image des Verkaufsportals eine zentrale Rolle. Sowohl als Sachargument wie auch im Bereich des gefühlsmäßigen Vertrauens ist die behauptete und nachweisbare Vielheit der beteiligten Antiquare von unschätzbaren Wert. Dabei interessiert den Kunden übrigens wenig, ob die Datenbank, das Verkaufsportal den Antiquaren wirklich gehört. Der Kunde will vielmehr wissen, wer hinter dem Verkaufsportal steht, wer es garantiert, wer seinen guten Ruf dafür in die Waagschale legt.

Wir dürfen nicht annehmen, daß der Kunde mit den internen Gewerbefehden, mit unseren absurden Verbands- und Vereinsstrukturen vertraut ist. Der Bücherkäufer will weder von Verbänden, noch von Arbeitsgemeinschaften hören - nur fest eingerichtete Größen wie etwa der Börsenverein könnten hier imagemäßig von Vorteil sein. Für den Kunden zählt einfach nur, daß und ob eine Mehrzahl, möglichst sogar eine überwältigende Mehrheit der Antiquare hinter dem Verkaufsportal steht.

Die Antiquare sind sich ihres exzellenten Rufs in der weiteren Öffentlichkeit oft nicht bewußt. Sie tun jedoch gut daran, ihre ungewöhnlich gutes Bild in der Öffentlichkeit einzusetzen, wenn es um die Einrichtung eines neuen gemeinsamen Portals geht.

Was das ZVAB und jede andere Datenbank dieser Art mit sehr hohen Summen an Werbung und anderen Maßnahmen ausgeben muß, kann sich das gemeinsame Gebilde der Antiquare sparen - es setzt seinen unbezahlbaren guten Ruf ein.

Um in den Genuß dieses psychologischen Vorteils zu kommen, muß der Name des Verkaufsportals zwingend den Sachverhalt kundtun. Das ist ganz selbstverständlich.

Die Antiquare müssen, auch aus psychologische Sicht, ihre Artillerie doppelt einsetzen. In ein und demselben Gebilde, vielfach untereinander vernetzt, treten die Buchantiquare sowohl als individuelle Betriebseinrichtungen von jeweils ganz besonderem Charakter auf, wie sie in ihrer Gesamtheit ein eindrucksvolles Portal all ihrer Bücher anbieten. In dieser parallelen Anordnung liegt das faszinierende neue RF Meyersche Konzept begründet.

Wie das Instrument, mit dem die einzelnen Kollegenseiten aufgefunden werden können, im einzelnen aussieht, scheint mir weniger wichtig. Hier können sachliche, aber auch geographische Kriterien angewendet werden. bedeutsam ist nur, daß der Kunde bis zur Einheit des einzelnen Antiquars herunter ohne Mühe sich durchfinden kann, andererseits blitzschnell zur Gesamtdatenbank aller Bücher wechseln kann - und wieder zurück zur einzelnen Web-Seite des teilnehmenden Antiquars.

Dies ist, ich wiederhole es, keineswegs nur eine technische Möglichkeit. Dies ist die Visualisierung des größten Kapitals, das das neue gemeinsame Verkaufsportal besitzt, nämlich seine Bildung aus sehr vielen, möglichst allen Antiquariaten im deutschen Sprachgebiet. Es läßt sich gar nicht überschätzen, wie sympathisch und vertrauenserweckend dies wirkt.

Die Mobilisierung aller rund 1000 Kollegen ist ungeheuer wichtig. Daß sie bisher noch nicht vorgenommen worden ist, gehört zu den großen Versäumnissen, ich zögerte nicht zu sagen zum Kapitel unserer Dummheit, ja der tragischen Bosheit in unserem Gewerbe. Da in den mittleren und unteren Bereichen des Antiquariats, insbesondere im Versandbereich, sehr wenig Kapital, oft sogar eine gewisse Armut zu finden ist, muß die Eintrittsschwelle so niedrig wie möglich gehalten sein. Hier gilt es, sich radikal abzuwenden von den Bräuchen und Vorstellungen in Börsenverein, in der Genossenschaft usw.

Niedrigschwellig, also preiswert für den einzelnen Teilnehmer schon deshalb, weil ja jeder Antiquar, unabhängig von seinem beigesteuerten Kapital, an sich schon einen Werbewert mitbringt, an dem alle teilhaben können. So gesehen sollte man selbst die Möglichkeit einer vorläufigen Gratismitgliedschaft ins Auge fassen. Lieber ein Kollege, der kostenlos teilnimmt, als einer, der fehlt.

Über die praktische Ausgestaltung der zwei Teile des Portals als Verkaufsorganisation der Deutschen Antiquare muß diskutiert werden. Meine persönliche Auffassung, daß Billiglösungen ins Auge zu fassen wären, muß nicht richtig sein. Eine gewisse Würde, ein selbst- und standesbewußtes Auftreten kann durchaus vorteilhaft sein. Ich neige dazu, solche Faktoren zu unterschätzen.

Wie die Vernetzung der Kollegenseiten technisch vor sich gehen kann, das läßt sich klären und es sollte auch im Auge behalten werden, daß uns immer noch einen lokales und überhaupt ein geografisches Nachschlageportal zum leichten schnellen Auffinden der Ladenantiquariate im deutschen Sprachgebiet fehlt. Das neue vernetzte Webseitenbündnis kann in seinen Webseitenteil solche Wünsche elegant erfüllen.

Man wird nun fragen, ob diese nicht besonders berauschenden Neuerungen ein eigenes Projekt rechtfertigen. Ich würde die Frage verneinen, wenn da nicht der eingangs erwähnte ungeheuer große und sehr wertvolle Werbeeffekt des gemeinsamen Verkaufsportals einer überwältigenden Mehrheit aller Antiquare als Tatsache in Raum stehen würde.

Ich wiederhole: das Bündnis der Web-Seiten muß zum Bündnis möglichst aller Buchantiquare im deutschen Sprachgebiet erweitert werden. Das neue Portal im Internet muß diesen riesengroßen Wettbewerbsvorteil rücksichtslos einsetzen, dann haben die Deutschen Antiquare praktisch kostenlos das doppelte Arbeitsinstrument, daß ihnen Unabhängigkeit, niedrigste Selbstkosten - und ihre Würde garantiert.

Der Weg dazu führt allein und ganz aus schließlich über die niedrigschwellige Erfassung möglichst aller 1000 Buchantiquare im deutschen Sprachgebiet. Nicht irgendwann, sondern jetzt.


Das Bild ist Eigentum der Webseite http://www.kolumbus und wird auf einfache Anforderung hin entfernt

Dienstag, 2. Juni 2009

Ein Generalplan zur Zukunft des Webseitenbündnisses





Für die folgenden Überlegungen beanspruche ich (damit die Juristen was zum Lachen haben) eine ganz neue Form des Rechtsschutzes: Den der Fairness unter Kollegen.

Ich hatte, fast auf den Tag genau gleichzeitig und parallel zu den amerikanischen Kollegen von Tomfolio den Genossenschaftsgedanken in Deutschland auf die Bücherdatenbanken angewandt und in der Hess-Runde vorgeschlagen. Ähnlich bitte ich nun auch die folgende neue Grundidee aufzufassen: Als öffentlich dargelegtes Generalprogramm.

Weil ich etwas verwirrt und müde auf die über 100 Postings in meinen eigenen zwei Antiquariatsblogs zurückblicke, die zu nichts nutze waren und offensichtlich keine Seele interessiert haben, fasse ich mich nun kurz. Ich begründe nicht jeden der nun folgenden Schritte. Für die Katz ist es ja sowieso, ist es nicht?

1.
Von den Kunden ausgehen: Das Sammelgebietsprinzip

Von den Sammlern des "seltenen und teuren Buchs" einmal abgesehen, sammelt fast jeder Antiquariatskunde im oberen Wertbereich oft, im mittleren und unteren Bereich fast ausnahmslos alte Bücher nach Sachgebieten, die sich bei näherem Hinsehen dann eher als Sammelgebiete entpuppen. Mitunter sind es auch mehrere; aber immer sucht der Kunde nach "seinen" Gebieten und läßt den ganzen Rest links liegen.

Diese Tendenz zeigt sich noch deutlicher bei den von uns so sehnlich herbeigewünschten neuen Käuferschichten, die ja fast nur vom Neubuch herüberkommen können und oft genug nur durch ihr besonderes Neubuch-Sammelgebiet zum Altbuchkauf verführt werden können.

2.
Der Kunde will anonym finden, aber persönlich kaufen

Das Faszinierende an der (von mir erst spät begriffenen) Bündnis-Idee ist die dadurch erreichte Aufhebung jener eiskalten Funktionalität und Neutralität, die die großen Bücherportale wie etwa das ZVAB auszeichnet - praktisch, aber vom Kunden her betrachtet viel zu ungemütlich. Der Altbuchsammler will zwar schnell sein Buch finden, aber dann will er von der Fundstelle in "sein" Antiquariat geführt werden. Das mag die große Datenbank nicht leisten, da sie allzu engen Kontakt des Kunden mit dem Antiquariat nicht wünschen kann - die Provisionen gehen im direkten Verkehr flöten.

Abgesehen davon wirkt die Sachgebietssuche in den Riesenportalen gerade auf ungeübtere neue Käuferschichten sehr abschreckend. Der Laie will eigentlich keine Datensatz-Bleiwüsten, sondern gemütliche Einkaufsräume bei persönlich zu kontaktierenden Antiquaren sehen.

Sind nun die Bündnisantiquare selbst die Besitzer der Datenbank, dann können sie die Provisionsfrage unter sich irgendwie anders lösen, sie haben die Möglichkeit, vom gefundenen Buch subito "in" das Antiquariat des einzelnen Kollegen umzuleiten.

3.
Antiquare haben unterschiedliche Gestaltungshöhen

Es gibt sehr verschiedene Begabungen, Interessen und Geldmittel unter den Antiquaren, die dazu verwendet werden können, um eigene Webseiten zu gestalten. Ich habe heute mehrere Stunden brainstorming an der idyllischen Dreisam gebraucht, bis mir die Lösung für dieses Grundproblem eingefallen ist: Wir brauchen eine gestaltete Datenbank, die zwei grundsätzliche Ebenen aufweist, einmal einen Teil mit hübsch illustrierten, aufbereiteten, gut kommentierten Webseitenteilen ambitionierter Kollegen - und dann das ganz simple alphabetische Datenbankfeld für die "einfacheren" Kollegen.

Alles natürlich nach den obligatorischen Sammelgebieten aufgedröselt.

Beispiel: Sachgruppe 44c = Landwirtschaft, Gartenbau

Drei oder mehr Kollegen können Ausschnitte aus ihren eigenen Webseiten bringen, graphisch aufbereitet, einige Fotos. Die bringen wir "oben", oder "links". Untendran oder rechts folgt dann die alphabetische Aufreihung jener Kollegentitel zur Sachgruppe 44c, die nur als Datensätze überspielt worden sind.


Das bedeutet, leider, daß jede Sachgruppe redaktionell betreut werden muß. Denn der erste, gestaltete Teil sollte graphisch hübsch aufbereitet werden, auch mit Wiki-Artikeln, gemeinfreien Fotos aus dem Sachgebiet, Holzstichen(!) des Sachgebiets usw.


4.
Das Geheimnis 1: Die Verlinkung zur Antiquariatsseite

Sowohl die gestaltete, man kann auch sagen die Eingangs-Fläche zum Sachgebietskatalog als auch jeder einzelne Katalogeintrag sind durch eine Vielzahl direkter Links vernetzt mit der jeweiligen Kollegenseite (die den Bildteil gestaltet bzw. den Titel eingegeben hat). Das Problem der Rück-Verlinkung bzw. des Rahmens zur Rückkehr muß sorgfältig gelöst werden.


5.
Das Geheimnis 2: Die Suggestion eines großen Antiquariats

Das ZVAB treibt es in seiner Google-Werbung seit Monaten unverschämt, es bezeichnet sich als "das größte Antiquariat", was wettbewerbsrechtlich natürlich höchst angreifbar ist und für die ehrwürdige Tante ZVAB verderblich werden könnte, so sie das nicht endlich ändert.

Aber ein Kern Wahrheit steckt drin, so wie Redaktor Biester nicht ganz Unrecht hat, wenn er das ZVAB heute via Twitter als bereits bestehendes "Haus der Bücher" der Antiquare "mit dezentraler Lagerung" bezeichnet...

Die Antiquare können und müssen der Öffentlichkeit gegenüber (auch) als großes Antiquariat auftreten. Natürlich gilt es, meinen alten Vorschlag aufzugreifen und das Gebilde "Deutsches Antiquariat" zu benennen (in der Hess-Runde endete die Diskussion darüber mit dem Vorwurf, ich würde durch Verwendung des Wortes "Deutsch" die Untaten der SS verteidigen und "Mein Kampf" anbieten, wer erinnert sich noch - Himmelkreuztürkennot...)

"Deutsches Antiquariat" ist sehr hilfreich, um Untergruppen zu postulieren.
Wir bilden, um es zu verdeutlichen, ja für unsere rd. 100 gemeinsam genau festgelegten Sammelgruppen alter Bücher entsprechende rd. 100 Portale. Und die nennen wir:

Deutsches Antiquariat für Buchwesen und Bibliographie
Deutsches Antiquariat für Studentica und Universitätswesen

Deutsches Antiquariat für Philosophie

Deutsches Antiquariat für Altertumskunde

Deutsches Antiquariat für die Geschichte und Kultur des Mittelalters und der Reformationszeit

....
Deutsches Antiquariat für Textil, Bekleidung, Mode

Deutsches Antiquariat für alte Handwerke

....
Deutsches Antiquariat für Sport und Spiel

....

Alle teilnehmenden Anitquariate sind jeweils Träger von allen rd. 100 Portalen.


6.
Also stehen die rd. 100 Sammelgebietsportale jedem Kollegen offen. Er zahlt irgendwie einen gerechten Gebührenanteil. Gebühren sind erstens die reinen Datenbankkosten. Und zweitens die Kosten für Redaktion des "schönen", gestalteten Teils und der angeschlossenen Fachdatenbank.

Das ist das Ding nämlich in den Augen der Öffentlichkeit. Ich kenne meine Pappenheimer, Werbewesen ist mein Hobby seit olims Zeiten. Das Wort "Fachdatenbank für Landwirtschaft und Gartenbau" wirkt auf alle, die mit diesem Sachgebiet zu tun haben, geradezu magisch. Und je mehr Zusatzinformatiion man hineinpackt, wie etwa Institutslisten, Holzstiche... desto überzeugender wirkt das.


Die hübsche Graphik gehört der Stadt Yuma - gar nicht so weit weg von den Vorplanungen zu Tomfolio.
It's a Long Way to Tipperary

Sonntag, 31. Mai 2009

Das Webseitenbündnis als kreative Denkmaschine




Die Idee unseres Oberkonsistorialrats RF Meyer, eine Vernetzung von Kollegenwebseiten herzustellen, könnte uns auf allen damit zusammenhängenden Gebieten zu neuen Ideen führen. Es sollte darum gehen, daß wir uns aus starren, allzu eingefahrenen Gleisen befreien und wieder frischweg nach neuen Ufern Ausschau halten.

Dabei gilt es, die neuen Möglichkeiten des Netzes mit zu berücksichtigen. Ich merke an mir selbst, wie schwierig es ist, etwa die universellen Einsatzfelder des Bilds (und des Films) aus den gelernten Vorstellungen "Bilder brauchen viel Platz und sind teuer" oder "Videofilme sind schwerfällig aufzurufen und mit vielen Mängeln behaftet" zu befreien im eigenen Kopf.

Das waren ein Jahrzehnt lang nützliche Planungshilfen, die sich fast immer auch als sinnvoll erwiesen hatten. "Fotos sind Luxus, sags lieber mit Worten". Heute gelten sie nicht mehr.

Ich hatte noch in der Hess-Gruppe in mehreren langen Beitragsfolgen eine "betretbare Datenbank" gefordert, aus virtuellen Räumen, in Fom von Netzzbildern, die je nach Verfeinerung der Suchbegriffe immer enger werden, bis wir schließlich einer symbolisch gestalteten Bücherwand mit erkennbaren, lesbaren "Buchrücken" gegenüberstehen. Den Farben der Rücken wollte ich noch besondere Bedeutung geben, grün = Handbücher, usw. Durch Anklicken des virtuellen Symbolbuchs sollte sich dann erst die Titelei öffnen und das Buch bestellt werden können. Man hätte von Raum zu Raum wandern können, virtuell.
Kurioserweise könnte man heute, viele Jahre später, manche meiner Überlegungen verwirklichen. Damals durfte ich davon nur träumen.

Im Zusammenhang mit der Webseiten-Vereinigung (wieder einmal stellt sich gebieterisch die Namensfrage - möge sie von den Antiquaren doch einmal gut gelöst werden) hätte ich folgende Idee:

Jedes Buch wird dreimal fotografiert, einmal die aufgeschlagene Außenseite (Einband mit Rücken und Spiegel), dann das Titelblatt und schließlich irgendeine interessante Doppelseite innen. Die drei Fotos werden automatisch in einen Standardrahmen aufgenommen. An Stelle der Fotos treten im Idealfall die weitaus schärferen Scans. Notiert wird das genaue Sachgebiet bzw. die Gebiete - also brauchen wir ein festzulegendes allgemein anerkanntes Standardschema der Sachgebiete im deutschsprachigen Antiquariuat. Dazu noch Preis und knappste Anmerkungen.

Der lichtgrüne Rahmen um den jeweiligen Drei-Foto-Block, jeder einzelne Block steht für einen lieferbaren Titel, läßt sich durch Anklicken vergrößern.

Das Vergrößerungs- und Verkleinerungsschema funktioniert wie bei Googles Landkarten bzw. Erdansichten. Eine Gesamtkarte enthält sozusagen alle xy Millionen Bücher, winzig klein sind einzelne Titel beim Heranzoomen etwa zum Sachgebiet "Technik" schon erkennbar. Nicht nur als Pixelchen, sondern schon als farblich unterschiedene Mini-Bücherrücken sind auszumachen die Titel des Gebiets "Verkehr". Die Rückenaufschriften der Untergruppe "Eisenbahn" sind für scharfe Augen schon lesbar. Die letzte Landkarte, von der ab es nicht mehr weiter geht, mag "Eisenbahnkursbücher" heißen und etwa einem kleinen Bücherschrank entsprechen.

Innerhalb dieses letzten Raums wird nun nicht mehr sortiert oder gegliedert. Die Titel stehen wie in Wilsbergs Antiquariat einfach nur noch nebeneinander. Die drei Fotos für jedes Buch sind als kleine Kästchen jetzt gut erkennbar, wer will, klickt sie sich groß und wandert so durch das ganze Feld "Einsenbahnkursbücher".

Nun scheint es mir reizvoll, sich auszudenken, wie man die einzelnen Antiquariate ihrerseits als betretbare virtuelle Räume darstellen könnte. Der Kunde kann hin- und herwechseln zwischen dem Fachgebietsraum aller vernetzten Antiquariate und dem Gesamtangebot des einzelnen Antiquars. Das wurde in letzter Zeit übrigens wieder von etlichen Kollegen gefordert: Ein Antiquariat übers Netz als betretbaren Raum darzustellen.

In diesem Zusammenhang, auch als Nachtrag zu meinem Verriß des Quack-Katalogs, die ganz dringende Mahnung - bitte vergeßt nicht, daß gut 90 % aller unserer Kunden nur an Büchern "ihres" Fachgebiets interessiert sind. Das müssen wir überall im Kopf haben! Wer sich, wie der Quack-Katalog, nur auf teure Zimelien, auf versteigerungsfähige Titel und ihre Kunden konzentrietrt, der vergißt leicht die fast absolute Fachgebiets-Bezogenheit aller anderen Bücherkäufer.

Ich breche hier ganz bewußt ab, denn Überlegungen dieser Art sollten wir nur "offen" angehen. Brainstorming ist angesagt. Zu allererst ist das Sache der jetzt schon beteiligten Kollegen.

Wobei ich selbstverständlich dazu rate, sich alle Kollegen als Teilnehmer vorzustellen - von Anfang an. Man muß Visionen haben!


Das Bild zeigt oben Erzvater RF Meyer bei Verkündigung der Webseitenbündnisidee. Ganz unten knurren zwei Antiquare aus dem Westen unserer Republik.

Betr. Europawahl: Beim Nennen des Worts "Webseitenbündnisidee" bricht jeder Franzosen in Verzweiflungsschreie aus. Er rächt sich dann durch Anwendung des doppelten Subjonctif.

Montag, 4. Mai 2009

Konsistorialdirigent RFMeyer predigt






Konsistorialdirigent Kollege RFMeyer erfreut uns wieder einmal mit einer Predigt in jenem philosophischen Ton, ohne den ers nicht tut - höret mir zu, ich verkündige euch Kulturkritisches, Bleibendes, erhebet die Köpfe und die Herzen hin zu meiner Kanzel, wohlan denn, lauschet dem Wort...

Und sie lauschen. Nur der Mulzer kanns nicht lassen, er knabbert Popcorn aus der großen Trommel, schaut unter dem Gebetbuch Pornoheftchen an und macht sich seine eigenen Gedanken.

Eingestimmt auf eine energische Replik bin ich schon, heute war nicht mein Tag. Die Kollegin von "moments books" hat das Kunststück fertiggebracht, mir den unfreundlichsten Text an den Kopf zu knallen, im Stürmer-Stil, den ich je bekommen habe - aufgepaßt am Niederrhein, da kann die Schäferei noch was lernen. Und das alles nur, um sich zu distanzieren vom Schmuddelkind PM. Sie war aber Manns genug, meine kurze Gegenantwort abzudrucken. Sie firmiert unter einem Bildausschnitt aus den "Blauen Engel", einem meiner Lieblingsfilme, man darf also auf längere Sicht hoffen. Freilich hatte ich mit Damen bisher wenig Glück im Gewerbe, weder die Kieler Hutnadel noch die Königin der Kaiserstühler Bücherhallen konnten mich so recht erfreuen.

Zurück zum geschätzten Montagsprediger aus Berlin. Ich zitiere:

"Damit sollte dem Gedanken einer einzigen, allgemeingültigen Plattform für alle Antiquare der Boden entzogen sein, sie müßte sich denn teilen und wäre dann mehrere."

Schreck laß nach!

Dröseln wir unser Glaubensbekenntnis hier noch einmal in Kurzfassung auf:

1.
Nur dann kann sich eine Plattform, ob alt oder neu, so oder anders konstruiert, am Markt durchsetzen, wenn sie einen hohen Bekanntheitsgrad im Netz bekommt. Das kann man, entgegen einem verbreiteten Vorurteil, rein technisch kaum beeinflussen - Kollege Hess im Bernbiet, der gute Geist der alten Hess-Runde, Vorgänger des Börsenblatt-Forums, Urvater von Redakteur Biester, tapferer Schutzpatron des unruhigen Mulzer auf der Wartburg (damals schon belagert vom Niedrrhein her, beschossen aus Berlin, torpediert aus Zürich), hat sich mit großem Ingenium technisch seit vielen Jahren an der Spitze so mancher Google-Abfrage zu "Antiquariat" gehalten - - ohne daß ihm das, so denke ich, allzuviel nutzen konnte (was ihm nützt: Er ist ein sehr guter Antiquar).

Denn der Bekanntheitsgrad, auf den allein es ankommt, ist die spontane Bereitschaft jetziger oder zukünftiger potentieller Altbuchkäufer, gerade diese Webadresse anzuwählen. Wie man dergestalt "bekannt" wird, das ist einer komplizierten Mischung aus Image- und aus Fragen des Rufs geschuldet. Am ehesten läßt es sich verstehen von der Institution des Feuilletons unserer großen Zeitungen und Zeitschriften her. Was dort benannt, behandelt, für wichtig gehalten wird, das glaubt und befolgt auch unser typischer Altbuchkäufer von heute und morgen.

Die komplizierte Mischung aus Ruf und Image ist in unserem Fall also eine journalistisch zu fassende. Sieht man das so, dann wird alles wieder einfach - denn wir müssen uns dann nur noch um den "Aufhänger" kümmern.

Dieser Aufmerksamkeitswert, vergessen Sie das modische Schwadronieren vom "Alleinstellungsmerkmal", muß da sein. Notfalls wird er geschaffen. Nur eben nicht formal herbeigetrickst mit Google-Verlinkungen, auch nicht mit rheinischem Qualitätsfimmel, auch nicht (merke auf, Berliner Oberpfarrer) durch Preissenkungen im Schnäppchen- oder Schwarzmarktgeist, schon gar nicht durch sympathische, aber wirkungslose Bündnisse.

2.
Am besten ist es immer, wenn man den Faktor Geld vergißt und sich überlegt, ob es nicht allein durch geschickte Planung, durch Energie aus den grauen Zellen zu machen wäre, gratis also, höchstens mit einigen Päckchen Dextro-Energen.

Wir sind uns einig, egal ob wirs gern zugeben, ob es dem Xing-Zuchthausaufseher und Urheberrechts-Nutzungsenteignungs-Mitwirkenden Weinbrenner paßt oder nicht - - daß es einfach ein Skandal ist, wenn wir Buchantiquare in fünf, und wenn Konsistorialrat Müllers Plan aufgeht, in sechs Berufsgruppen organisiert oder richtiger desorganisiert sind.

Fraglos erscheint mir auch, wie hurtig eine niedrigschwellige vereinsmäßige Organisation aller Buchantiquare, ausgerichtet auf die gemeinsame Bücherdatenbank, zu verwirklichen sein wird. Zehn Euro Beitrag im Jahr, demokratisches Mitbestimmungsrecht mit häufigen Polls übers Internet zu allen Detailfragen, das tut keinem weh.

In diesem Zusammenschluß liegt dann ein unbezahlbarer Werbewert. Der Ruf, das Image einer allgemeinen Datenbank aller Antiquare wäre vom Start an ganz großartig. Kein anderes Konzept könnte auch nur von fern das erreichen. Der Kampf mit dem ZVAB wird fürchterlich sein, aber durch den abgeschotteten Charakter des deutschsprachigen Altbuchmarkts kann er gewonnen werden.

3.
Zurück zur Berliner Montagspredigt. Kollege RFMeyer sollte nicht nebelhaft von neuen Angebotsformen sprechen, wenn er, was der Fall ist, die zugrundeliegenden Fakten sehr genau kennt:

- Eine gewisse Verlagerung von der Gebrauchsliteratur hin zur Sammel-Literatur wird stattfinden, vor allem wegen Googles Scan-Aktivitäten. Aber das geht weitaus langsamer, als wir glauben, und die Antiquare können sich gemächlich umstellen. Dieser Sammlermarkt wird etwas kleiner sein als das heutige Absatzfeld, man wird aber - auch durch höhere Preise - damit leben können.

- Zwar brauchen wir mehr gute Scans, die unsere Titelaufnahmen begleiten, aber das wars auch schon, was ich an Neuerungen sehe. Denn Google und jetzt auch Amazon bieten in zunehmendem Maß dem Kunden jene Inhaltsinformationen, die wir bislang zu liefern hatten (oder doch hätten liefern müssen). Das nimmt uns jetzt Google/ Amazon ab. Es bleibt bei der guten alten Titelaufnahme. Wenn es sich machen läßt, sogar mit aktiven Google-Books-Vernetzungen. Links sieht der Kunde das Google-Produkt, in der Mitte Worldcat, rechts unsere knappe Titelei mit Zustand und Preis.

Also wird sich formal n i c h t s verändern.

4.
Wir haben Hausaufgaben irgendwo ganz anders zu erledigen. Es gilt neue Käuferschichten heranzuführen an unser Internetangebot, Schichten, die bisher zwar Neubücher, aber noch keine antiquarischen Titel kaufen. Diese Verkaufsförderung können wir nun doch wirklich nur für unsere eigene Datenbank leisten. Wir müßten uns an den Kopf greifen und mit Adumbran zudröhnen, würden wir uns dabei ertappen, Rheinbabens Milchzentrale (die Kühe sind wir) zu fördern.

So wird die eigene Datenbank aller Antiquare zum Zentrum eines gigantischen Anschiebens unseres Altbuchabsatzes.



Das hübsche Foto, es zeigt Konsistorialdirigent RF Meyer in Aktion, verdanken wir kirchenfenster-bonus.de. Wird auf einfache Anforderung hin entfernt.

Samstag, 2. Mai 2009

Das "Bündnis" der Antiquare : Kollege RF Meyer auf der Schnitzeljagd




Heute ein empörender, teils auch belustigender Aufsatz unseres verehrten Berliner Kollegen in seinem Blog - tief steckt er in seinen Träumereien. Der einzige Blog, den er nicht verlinkt hat (meinen), enthält zwei Aufsätze, die ihn zur Besinnung bringen könnten, würde er nur logisch denken wollen.

Denken aber will er jetzt nicht. Bekanntlich untersuche ich in meinem bürgerlichen Leben das Verhalten pubertierender Jungen. So kommt es, daß mich mein altgedienter Berliner Kollege an jene romantischen Pfadfinder erinnert, die über Tage hinweg dramatische Indianerkämpfe inszenieren und dann staubbedeckt, sonnenverbrannt und mit glücklichen strahlenden Augen wieder auftauchen. Wer würde das nicht verstehen und aus unserer eigenen Erinnerung wissen wir: Nie waren wir glücklicher.

Bedenklich stimmt mich nur, daß Kollege RF Meyer keine 15, auch keine 18 Lenze zählt, sondern die ersten grauen Haare auf dem Kopf hat. Ziemt es ihm da, einfach loszustürmen, rein gefühlsgesteuert, und schöne Antiquariats-"Bündnisse" einzugehen? Ich sage: Ja, meine das auch ernst, füge aber hurtig hinzu: Nur unter der Bedingung, daß er sich auf sachliche, kritische Fragen gefaßt macht und sich ihnen stellt.

Das tut er nicht, weit gefehlt. Ich habe in seinem Blog heute allerlei nostalgischen Schmus zur ZVAB-Geschichte gelesen - aber nicht eine Zeile der Rechenschaft meinen Fragen gegenüber zu seinem Projekt.

Man braucht von mir nichts zu halten, von meinen Nacktbildchen noch weniger (dies war die Begründung des Puritaners RFMeyer, weshalb ich in seinem Blog nicht schreiben solle(!), aber jeder lesende Antiquar weiß aus zehn Jahren Mulzer-Querelen, daß man jedenfalls keinen Fehler macht, wenn man meine Kritik zur Kenntnis nimmt und sich ihr stellt. Ich pflege nämlich querzudenken, bin daher lästig, aber auch nützlich, etwa so wie die Ameisen oder die Geier.

In der Sache brauche ich mich ja nicht zu wiederholen, die letzten beiden Aufsätze hier enthalten im wesentlichen alle Kritikpunkte.

Indessen solls mir nicht drauf ankommen, mich als alter Bündischer mit RFMeyer ans Lagerfeuer zu setzen und mich einzufühlen in sein Tun. Weshalb kann ich seinem Indianerspiel so gar nichts abgewinnen?

Lieber Kollege am Lagerfeuer: Du versetzest dich nicht in den Gegner, der uns im nächtlichen Geländespiel gegenübersteht. Das ist der Käufer unserer alten Bücher. Kennen wir seine Möglichkeiten, seine Logistik, seine Wünsche? Durchaus! Das Internet haben wir studiert, können dieses Studium auch jederzeit wieder aufnehmen, indem wir in der Rolle des fiktiven Bücherkäufers ins Netz gehen und Schritt für Schritt sein Tun nachvollziehen.

Du aber hast das offenbar nicht getan. Sonst wüßtest du, daß du mit ZVAB und Abebooks/Amazon eine absolut erdrückende Internet-Macht vor dir hast, gegen die du nur mit allergrößter Mühe ankommen kannst. David gegen Goliath - ja, gut, auch das gehört zu deinem eigentlich sympathischen, jungenhaften Vorgehen, und in mir fändest du gerade da einen begeisterten Mitstreiter.

Aber um eine noch so kleine Chance zu haben, brauchen wir eine Gegenmacht. Das kann ein Trick sein, eine Finte - etwa meine Grundregel von der ungeheuren Werbemacht und vom Sympathie-Bonus, den eine Berufsvereingung der Antiquare haben würde - , egal, irgendetwas muß her.

Du gehst schon in der ersten Nacht deines Indianerspiels unter, weil du die Grundregel des Journalistischen, der Werbewirtschaft, des Internets mißachtest - du hast für euer "Bündnis" keinen "Aufmerksamkeitswert", keinen "Sympathiebonus", keinen "Skandal", keine flammende Anklage, keine zündende Idee, keinen fiesen Trick bereit, Du hast - nichts. Gar nichts.

Nicht einmal den niederrheinischen Qualitätsfimmel darfst du ins Feld führen, denn in deinem "Bündnis" sind neben bewährten Kollegen ganz unsägliche Neulinge. Lies dich mal ein in das Gestammel unseres großen Xing-Propheten, wenn er Zustände beschreiben soll.

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, einen ganz selbstlosen, der nur Dir zugute kommen sollte, dann wäre es dieser: Stelle dich den Kritikpunkten in meinen beiden letzten Aufsätzen und diskutiere sie mit dir selber durch. Willst du das schon nicht tun, dann erkläre dir (und uns allen) doch wenigstens, wie du irgendeine Aufmerksamkeit bei den Kunden zu erzielen gedenkst.

Es geht nicht! Wir werden morgen früh gefesselt und geknebelt vor dem Zelt liegen, unsere Abzeichen abgerissen, Schuhwichse im Gesicht, und um uns herum ein Kreis schallend lachender Gegner - ZVAB und Google, die deutschen Kunden alle.

Redakteur Biester wird uns derweil mit schönen Märlein aus Berlin trösten, vom wundervollen Frühling dort berichten und daß er unsere Aktion ja so sympathisch findet. Immer wenn kleine Antiquare was Putziges treiben, freut er sich, ob sie ein Lädchen eröffnen (und für die Miete schuften), hübsche Kataloge basteln (die ihre Portokosten nicht einbringen) oder "Webseitenbündnisse" schließen.

Die Pfadfinder müssen ja nett beschäftigt sein. Wären sie unbeschäftigt, kämen sie vielleicht auf g u t e Gedanken, und dann käme Herr Wuffka an und der Edelverband und die meschuggene AG und alle würden ihn anklagend fragen: Biester, warum hast du sie nicht hübsch beschäftigt - da, sieht nur her, was sie jetzt angerichtet haben - ihr eigenes ZVAB auf die Beine gestellt...


Dank für das Bildchen an die taz (Berlin). Wird auf einfache Aufforderung hin entfernt.

Mittwoch, 29. April 2009

RFMeyer : Holzwege im Grunewald


Vorsicht: Dieser Beitrag wurde inzwischen - Mitte 2011 - schon weitgehend von der Entwicklung überholt. Wie man sieht, hatte ich ferner die Bedeutung des "Webseitenbündnisses" zunächst gar nicht erkannt.




Die Idee unseres verehrter Kollegen RF Meyer ist

*egoistisch und unkollegial,

weil sie ein Grüppchen der Kollegen bevorzugt, heraushebt, ihnen Sonderbedingungen, eine Extrawurst bescheren will. Daran ändert auch nichts, daß Meyer gelobt, sich dem Zuzug weiterer Antiquare nicht zu verschließen.

In diesen Zeiten ist gemeinsames Handeln im Interesse aller Kollegen angesagt. Wenn die Schweinegrippe grassiert, richtet man nicht Hospitäler für einzelne Bevölkerungsgruppen ein, sondern für alle.

Seine Idee ist fernerhin

*dumm,

da sie die Grundregeln des Internet verkennt. Denn die gewählte Struktur des Verbunds von Webseiten wird viel zu langsam publik, sie ist nicht an ein großes Portal gebunden und hat keine zündende Spitzmarke. Die Sache geht, so organisiert wie jetzt, im Internet ganz einfach unter.

Seine Idee ist unprofessionell,

weil die Antiquare seit jeher wissen, daß Preissenkungen dieser Art von den Kunden kaum oder gar nicht angenommen werden. Sie verletzen eine Grundtatsache des antiquarischen Büchersammelns: Der Kunde sucht in aller Regel *bestimmte* Titel, für die er einen guten Preis dann auch zahlt. Biete ich ihm eine Vielzahl anderer Titel - die er eigentlich nicht so unbedingt will - preisermäßigt an, ist sein Interesse höchst gedämpft.

Seine Idee ist kurzsichtig,

weil sich diese Methode des Vorgehens nicht zu einem allgemeinen Absatz-Erweiterungsinstrument für das Antiquariat ausbauen läßt. Sie ist mithin kein Beitrag zu dem dringend notwendigen grundsätzlichen Renovieren der Absatzsituation im deutschen Antiquariat, sie entspringt vielmehr kurzatmigen und kurzsichtigem Insel- und Grüppchendenken und ist insgesamt nicht nur töricht, sondern schädlich.


Das hübsche Foto verdanken wir /www.psychotherapiepraxis.at. Wird auf formlose Anforderung hin entfernt.