<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890</id><updated>2012-01-18T07:02:08.725-08:00</updated><category term='Unter- und Oberschicht (im Antiquariat)'/><category term='AG Antiquariat im Börsenverein'/><category term='Annotierende Katalogisierung'/><category term='Kommunikation (berufsintern)'/><category term='Büchermichel'/><category term='Metadatenbank'/><category term='Monopol im Netzabsatz'/><category term='Citavi'/><category term='Kompetenzzentrum'/><category term='Kaufmann (Antiquar als)'/><category term='Webseitenkritik'/><category term='Fachgebietskatalog'/><category term='Börsenverein der Antiquare'/><category 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Eine Antiquarin trennt sich von 70.000 teilweise schon in Bücherdatenbanken eingespeisten Titeln, fordert sofortige Abholung ein (3 schwere Lastzüge erforderlich) und wird, wie ich vermute, nicht über 1000 Euronen dafür erlösen. Was ihr recht zu sein scheint, denn sie stellte mit "Startpreis 1 Euro" ein. Ihre Beschreibung des Materials ist sehr fair und eingehend, es handelt sich um häufige, untere Ware in offenbar recht gutem Zustand, wohl auch mit unfangreicheren MA-Blöcken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"KONVOLUT von ca. 70.000 Bücher"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Ebay-Titel zur Versteigerung weist zwar einen grammatischen Fehler auf, aber sonst ist uns die fleißige Antiquarin als tüchtige Fachkraft bekannt. Darauf deutet die Zahl der erfolgreichen Verkäufe (bei Ebay 29.100) ebenso hin wie die sehr gute Bewertung (99,8 % von 100). Und sie ist ehrlich, denn wer glatte "100 %" gute Kundenbeurteilungen hat bei tausenden von Verkäufen, der trickst mit Sicherheit. Ihre Scans sind ordentlich, diverse Blödheiten in der Buchbeschreibung dürften den "Buchfreund"-Standards zuzuschreiben sein. Der geneigte Leser gerät in Raserei, wenn er hundertmal über das Blödwort "Hardcover" stolpern muß, gemoppelt mit dem Ausdruck "Gebundene Ausgabe" wirkt jede Titelaufnahme meschugge und vollends in den Wachsaal der Psychiatrie gelangen wir mit der 10.000 mal wiederholten Formulierung "Bemerkungen: Das Buch befindet sich in einem ordentlich erhaltenen Zustand". Liebe verehrte Petra, was ist den ein so oder anders "e r h a l t e n e r&amp;nbsp; Z u s t a n d" ?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche Detailkritik, die auch auf das Buchfreund-System zurückzuführen sein könnte (dort kann man grundsätzlich kein Deutsch), ändert nichts daran, daß die Ebay-Einstellungen gut, in der Sache fehlerfrei und korrekt vorgenommen werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie wir es von ihm gewohnt sind, enthält sich Redakteur Biester jeder klaren Stellungnahme zu diesem Vorgang. Er bleibt hinter der Säule stehen, verbirgt seine Meinung (falls er denn eine hat), wirft uns den Knochen mit den Fakten hin und schaut dem Leser zu - soll er ihn doch abnagen (den Knochen). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich zitiere, "...die betriebswirtschaftliche Misere vieler Altbuchverkäufer" - "...Aber was lernt man daraus?" - "führt... die Situation des "Gebrauchtbuchhandels" vor Augen". Ende der Analyse. Ja, wenn es sich um Inkunabeln handeln würde oder um Pressendrucke aus der Lüneburger Heide, dann bekämen wir aus seiner Feder die schönsten Kommentare.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wobei ich bei der Wahrheit bleiben will: Ich mag das niedere Gebrauchtbuch-Antiquariat gefühlsmäßig auch nicht. Was uns schon im mittleren und oft noch im oberen Bereich nervt, nämlich die Routinearbeit, jenes seelenlose Abarbeiten, das konstante "Leseverbot" auch bei interessanten Titeln, der Zwang, mechanisch arbeiten zu müssen - das alles gestaltet das Massen-Gebrauchtbuchantiquariat zu einer wahren&amp;nbsp; H ö l l e&amp;nbsp; für jeden geistig interessierten Kollegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun hat uns Wölki, längst ein Stück Antiquariatgeschichte, schon vor einem Jahrzehnt vorgemacht, wie man Gebrauchtbuchantiquariat speditiv betreibt. Die&amp;nbsp; K o s t e n&amp;nbsp; müssen minimiert werden, und zwar durch schärfste Pfennigfuchserei auch in vermeintlichen Kleinigkeiten, das&amp;nbsp; P e r s o n a l&amp;nbsp; sollte ähnlich wie bei Schlecker oder Aldi auf Teilzeitbasis und je nach Geschäftslage frei abrufbar eingestellt werden, Titeleinträge, Verwendung von Scannern beim Titeltransfer und andere Tricks sind obligatorisch, besonders auch beim Versand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vernünftig lösen läßt sich das nur dann, wenn man exzellent organisieren kann. Ich habe mit verschiedenen Varianten meines "Grossohauses", in diesem Blog kann man das nachlesen, die Sache angedacht und kam zum Ergebnis, daß das nur als Gemeinschaftsleistung aller Antiquare sinnvoll durchgeführt werden kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß nun nicht im Einzelnen, wie sich die Kollegin organisiert hat. Ich vermute mal, daß sie auf der Personalseite gut vorankommt, daß es bei ihr aber in der&amp;nbsp; T e c h n i k&amp;nbsp; einige Lücken und Mängel gibt. Es ist gerade die Lagerungstechnik, die bei sehr vielen Kollegen im Argen liegt. Ich sehe unendlich viel ganz primitive Fehler in den Lagerräumen bei Kollegenbesuchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber worüber die Kollegin ganz bestimmt gestolpert ist: Sie bietet&amp;nbsp; E i n z e l t i t e l&amp;nbsp; aus den letzten 40 Jahren mit einer ganz rührenden Naivität und Selbstverständlichkeit an - wobei sie voraussetzt, daß der Kunde&amp;nbsp; w e i ß , welchen Titel er will, daß er den nötigen Überblick hat über sein Interessensgebiet, um nun gerade diesen Titel von 1975 zu&amp;nbsp; s u c h e n&amp;nbsp; und jenen von 1990 nicht. Das ist natürlich völliger Unfug! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kunde hat vielmehr "ungefähr" eine Vorstellung von einer "Art Buch", das er kaufen will. Die Datenbank aber fordert von ihm ein, daß er entweder einen genauen Titelwunsch haben möge oder aber, wenn ihm der fehlt, er sich durch ellenlange Listen zu quälen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer meine Beiträge der letzten Tage gelesen hat, weiß ja, was ich meine - das Angebot solcher Titel, wie sie Kollegin Petra anbietet, scheitert (auch bei bester Arbeitstechnik) am&amp;nbsp; a b s u r d e n&amp;nbsp; G r u n d f e h l e r&amp;nbsp; unserer Bücherdatenbanken - daß nämlich der Kunde keineswegs einen präzisen Titelwunsch hat, sondern diffus aus einem Sachgebiet, in einer ungefähren Preislage, etwas Ungefähres kaufen will. Und das kann ihm die Bücherdatenbank nicht bieten!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil, wir wissen es nun ja, von Ebay abgesehen gute 90 % unserer Altbuchportale in der Hand von Amazon sind - deshalb ist diese Grundmisere der Bücherportale zugleich der ideale Hebel, um das Amazon -Monopol abzuschütteln. Reform der Bücherdatenbanken, Rückkehr zu den Webseiten, auch Rückkehr zu großen zentralen L a d e n - Antiquariaten - alles sind Wege, die diskutiert werden müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: blue;"&gt;Die Kollegin aber mit ihren unglücklichen 70.000 Surplus-Titeln ist allein und nur das Opfer des&lt;/div&gt;&lt;div style="color: blue;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="color: blue;"&gt;*überstrapazierten Datenbank-Prinzips&lt;/div&gt;&lt;div style="color: blue;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;im Antiquariat geworden. Wir müssen in weiten Bereichen wieder vom unseligen Einzeltitelangebot wegkommen.&lt;/span&gt; Das ist jetzt unsere Aufgabe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Das Deckelbild gehört dem herausgebenden Reprint-Verlag &lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-5198330717038550458?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/5198330717038550458/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/ein-opfer-des-absurden-datenbank.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5198330717038550458'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5198330717038550458'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/ein-opfer-des-absurden-datenbank.html' title='Ein Opfer des absurden Datenbank-Prinzips im Antiquariat'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-5068460756673173335</id><published>2011-11-15T03:11:00.000-08:00</published><updated>2011-11-15T05:27:13.362-08:00</updated><title type='text'>GIAQ: Antiquariats-Genossenschaft verrät ihre Mitte</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.fkws.de/tl_files/Waldorfschule/Redaktion/News/Der-Luegner.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="486" src="http://www.fkws.de/tl_files/Waldorfschule/Redaktion/News/Der-Luegner.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Für Außenstehende: Die Rede ist im folgenden vom "Verband" , einer Spitzenorganisation der Antiquare, und von der "Genossenschaft", vulgo GIAQ, einem Arbeitsbündnis der Internetantiquare, beide in Deutschland&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: blue;"&gt;Die Interessen der unteren und mittleren Antiquare können nicht die der oberen sein.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Der mittlere Antiquar lebt im Schwerpunkt vom Verkauf gängiger Titel über die Bücherportale oder aus seinem Ladenbestand, er fertigt die eine oder andere Fachliste. Versteigerungsfähige Bücher im Wert über etwa 50 Euro geht eher selten durch seine Hände.&amp;nbsp; Wenn er solche Spitzenware erhält und damit handeln kann, freut er sich, das bleibt aber die Ausnahme in seinem Alltag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gerade deshalb träumt er sich gern in eine Rolle hinein, die ihm nicht zusteht. Der überwiegende Teil unserer Kollegen im &lt;i&gt;Verband&lt;/i&gt; setzt sich bei näherem Hinsehen aus mittleren Antiquaren zusammen, die aber gern Edelantiquare sein würden. Sie pflegen im Verband zu kuschen, da sie sehr wohl um ihre fragwürdigen Edelqualitäten wissen und froh sind, wenn sie im Verband sein und Höhenluft schnuppern dürfen - das ideale Stimmvieh also für die etwa 50 "echten" Spitzenantiquare, die folgerichtig ihre Interessen im Verband recht konsequent durchsetzen. Ein Blick auf die Arbeitsschwerpunkte des Verbands genügt schon, um das zu beweisen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;GIAQ&lt;/i&gt;, die "Internet-Antiquare" dagegen, diese Bezeichnung steckt in dem unsinnigen Kürzel der &lt;i&gt;Genossenschaft&lt;/i&gt;, gehören typischerweise nicht zu den Spitzenleuten der Branche. Soweit sie höhere Ambitionen haben, können und sollen sie diese im &lt;i&gt;Verband&lt;/i&gt; diskutieren und durchsetzen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn nun aber, &lt;a href="http://www.boersenblatt.net/462451/template/bb_tpl_antiquariat/"&gt;wie uns das Börsenblatt in gewohnter Objektivität berichtet&lt;/a&gt;, als Ergebnis der jüngsten GIAQ-Strategiediskussion zum 10jährigen Jubiläum eine "Zusammenarbeit mit dem &lt;i&gt;Verband&lt;/i&gt; Deutscher Antiquare (als) besonders lohnenswertes Ziel (in Auge gefaßt wird)", dann ist das eine&amp;nbsp; A b l e n k u n g&amp;nbsp; von, ja eine Flucht vor den wirklichen Anliegen, die sich der &lt;i&gt;Genossenschaft&lt;/i&gt; derzeit stellen. Wohlwollend könnte man das als inhaltsleere Fensterrede bezeichnen, ich sage, daß sich die Genossenschaft damit in die Tasche&amp;nbsp; l ü g t.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn jeder der Antiquare, die das neue Ziel mit bestimmt hat, weiß ganz genau, wie unbeweglich und unbegabt sich der &lt;i&gt;Verband&lt;/i&gt; in den letzten Jahren erwiesen hat, ein einziges Trauerspiel zeigt sich dem Blick, der dort nach Aktivitäten und Ideen sucht dort, wo nur "ehrenamtlich" getafelt, hohle Reden geschwungen und aufgeplusterte hehre "Ziele" deklamiert werden. Die Arbeit des Verbands ist unter seiner jetzigen Führung an einem denkwürdigen Tiefpunkt angelangt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abgesehen von dem halbtoten Zustand des &lt;i&gt;Verbands&lt;/i&gt; sei nochmals betont, daß die Interessen der &lt;i&gt;Genossenschaft&lt;/i&gt;, der mittleren Internetantiquare sich kaum mit denen der Edelantiquare decken. &lt;span style="color: blue;"&gt;Wo bitte soll denn eine Zusammenarbeit möglich sein, wenn sich die Tätigkeits- (oder Untätigkeits-) Felder kaum irgendwo decken?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So lenkt man von der inneren Uneinigkeit, von der eigenen Tatenlosigkeit ab. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Die lebendige Momentaufnahme aus der Arbeitssitzung der GIAQ am vergangenen Samstag verdanken wir der Freien Waldorfschule am Kräherwald, die die Rechte daran besitzt&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-5068460756673173335?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/5068460756673173335/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/giaq-antiquariats-genossenschaft-verrat.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5068460756673173335'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5068460756673173335'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/giaq-antiquariats-genossenschaft-verrat.html' title='GIAQ: Antiquariats-Genossenschaft verrät ihre Mitte'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-8889796439232816718</id><published>2011-11-14T07:52:00.000-08:00</published><updated>2011-11-14T07:58:19.130-08:00</updated><title type='text'>Bausteine zum Webseitenverbund im Antiquariat -1-</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.quermania.de/aktuelles/bilder/pisa3k.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="262" src="http://www.quermania.de/aktuelles/bilder/pisa3k.jpg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Wir sahen gestern, daß die Flucht vor dem Terror der Buchvereinzelung in den großen Bücherdatenbanken dem Antiquar nicht nur die Würde, sondern geradezu die berufliche Identität wieder zurückgibt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit sinnvolles Arbeiten im Antiquariat in Zukunft möglich wird, muß der durchschnittliche Kollege einen Teil seiner Arbeitstechnik ändern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Ankauf sollte wieder flächendeckend bei Privatleuten stattfinden. Nur so erhält der Antiquar jene echten Sammlerbestände, die jetzt wieder die Seele seines Geschäfts bilden. Der Zwischenhandel, das moderne Antiquariat, die Übernahme von Kollegenbeständen und der Ankauf von Posten bei Ebay und andere mehr oder minder problematische Quellen ersetzen nicht die Bearbeitung unberührter Nachlässe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir besinnen uns wieder auf unsere Rolle als Begleiter des Todes (und des Umzugs ins Altersheim, was oft das gleiche bedeutet). Zwischen Aasgeier und anderen Resteverwertern, immer nahe beim Antiquitätenhandel, aber auch dem Bestattungsunternehmer und Totengräber nicht unähnlich, verwerten wir das von anderen Angesammelte neu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf diese Weise erhalten wir mit etwas Glück nicht nur seltene Einzelstücke, sondern vor allem auch thematisch bestimmte Sachgebietsblöcke. Die Toten hatten ja ihre Interessen, ihre Sammelgebiete, ihre kleinen Fluchten und großen Leidenschaften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleich nach jedem Erwerb ordnen wir die Bücher im Antiquariat nach den rund hundert&amp;nbsp; S a c h g r u p p e n, die sich oft mit klassischen Sammelgebieten decken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sagte Ihnen schon, daß die zentrale Verlinkungstabelle der von mir möglichst neutral und vermittelnd festgelegten hundert Themenbereiche das H e r z&amp;nbsp; des neuen Webseitenverbunds sein wird. Wo überall in Ihren Webseiten etwas größere Posten oder aber beachtlichere Einzelstücke angeboten werden, verlinken wir zur Sachgebietstabelle hin. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das geschieht "aktiv", Sie brauchen sich darum nicht zu kümmern. Einem Spider nicht unähnlich krabbelt der Sachbearbeiter durch die Webseiten der Antiquariate, in regelmäßigen Abständen, über die noch diskutiert werden muß. Ab 5 - 10 Titeln zu einer Sachgruppe oder bei Einzelstücken über etwa 50 Euro wird verlinkt. Es versteht sich, daß die Bearbeiter Hinweise von Kollegen stets gern entgegennehmen und, wenn sie nur irgendwie ins System passen, solchen Verlinkungswünschen auch nachkommen werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine interessante Frage: Wie reagiert der Kunde auf die dann recht häufig vorkommenden "leider schon verkauft"-Meldungen, die das betreffende Antiquariat ihm mailen muß? Hier sollten wir eine Art der Antwort finden, die mit der "verkauft"-Meldung einen zusätzlichen Kundendienst verbindet. Der Antiquar muß die - vordergründig lästige - Verkauftmeldung als&amp;nbsp; C h a n c e&amp;nbsp; auffassen, mit dem Kunden in nähere Verbindung zu treten, ihm ergänzende, ähnliche Objekte anzubieten, um seine Desideratenliste zu bitten oder doch um Angabe seiner Sammelgebiete. Eine&amp;nbsp; k l u g&amp;nbsp; genutzte Verkauft-Meldung läßt sich als&amp;nbsp; Werbeinstrument nutzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abgesehen davon wird der Antiquar für recht fleißige Aktualisierung seiner Listen und Titel im Netz Sorge tragen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit die wichtigste Aufgabe, die wir zu lösen haben, ist eine pfiffige Internetdarstellung dergestalt, daß sich jeder verlinkte Titel / jede Titelgruppe tagesaktuell auch in&amp;nbsp; G o o g l e&amp;nbsp; befindet und dort beim Titelaufruf weit "oben" gefunden werden kann. Wie bringen wir es zuwege, daß &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*Google ein vollwertiger Ersatz für die bei uns ja fehlende Gesamtdatenbank wird?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sollten versuchen, unser Verlinkungssystem so anzulegen, daß wir bei Titeleingaben in Google mit, vielleicht sogar vor den Amazon-Datenbanken (Amazon, Abebooks, ZVAB) aufgerufen werden können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zur neuen Arbeitstechnik im Antiquariat. Nach der Sachgruppenzuordnung wird der Titel auch körperlich in die Regalstelle eingelegt, die der Sachgruppe entspricht - es werden also immer Sachgruppentitel&amp;nbsp; a n g e s a m m e l t. Erscheint uns die Anzahl der gesammelten Titel zu einer Gruppe im Antiquariat interessant genug, um eine kleine Liste zusammenzustellen, dann fertigen wir sie an. Sie werden bald sehen, wie viel ganzheitlicher und angenehmer die Bearbeitung / Erstellung einer Sachgruppenliste für den einzelnen Antiquar&amp;nbsp; ist als das bisherige, blödsinnig-stupide Einzeltiteleingeben nach Kraut und Rüben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soviel für heute. Sie erinnern sich: Wir wollen hier Bausteine zusammentragen, über die diskutiert werden soll. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&amp;nbsp;"Wie der Schiefe Turm in Pisa gerettet wird" - das hübsche Foto gehört der Webseite "Quermania"&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-8889796439232816718?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/8889796439232816718/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/bausteine-zum-webseitenverbund-im.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/8889796439232816718'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/8889796439232816718'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/bausteine-zum-webseitenverbund-im.html' title='Bausteine zum Webseitenverbund im Antiquariat -1-'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-3073702123528666359</id><published>2011-11-13T07:42:00.000-08:00</published><updated>2011-11-13T08:27:49.092-08:00</updated><title type='text'>Sonntagspredigt über Webseitenverbund und Antiquariatsmystik</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://gutenberg.spiegel.de/gutenb/collodi/pinochio/bilder/0121.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="332" src="http://gutenberg.spiegel.de/gutenb/collodi/pinochio/bilder/0121.jpg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Wir beschäftigen uns heute mit einigen Bausteinen, die wir zum Aufbau des kommenden Webseitenverbunds verwenden wollen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie kann der&amp;nbsp; M y t h o s&amp;nbsp; des Antiquariats neu belebt werden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"In einem weiteren Sinn bezeichnet Mythos auch Personen, Dinge oder Ereignisse von hoher symbolischer Bedeutung" (Wiki)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt im Antiquariat eine charismatische, geheimnisvoll wirkende, vom Kunden eingeforderte und vom Antiquar erfüllte Beziehung besonderer Art. Es ist ein Verhängnis, daß die deutschen Antiquariatskenner, von Wendt über Bender bis zu Biester, in den letzten Jahrzehnten mit einer himmelschreienden Nüchternheit begabt waren und sich fast nie mit der besonderen Seelenlage unseres Berufs befaßt hatten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Versäumnis liegt ganz nahe, es fällt dem unvoreingenommenen Betrachter sofort ins Auge. Wäre es in Frankfurt zu einem längeren Gespräch auf der Antiquariatsmesse zwischen Biester und mir gekommen, hätte ich ihn auf diesen Punkt festgenagelt und eine Art Privatinquisition im Café der schönen schnippischen Damen veranstaltet: Wie bringen Sie, verehrter Herr Doktor, es zuwege, sich beständig um den&amp;nbsp; K e r n&amp;nbsp; unseres Gewerbes herumzumogeln?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Derart provoziert hätten wir uns gut kennenlernen können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind hier auf schwierigem Gelände. Psychologische Sachverhalte sind sprachlich-begrifflich nie exakt zu fassen, sie müssen umschrieben und angedeutet werden. Immerhin, versuchen wirs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Antiquar ist für den Büchersammler eine Mischung aus &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Hohepriester und Wächter des Tempelschatzes,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Schacherjude mit schmuddeligen Geheimnissen und großem Schnappsack unbekannten Inhalts,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Seelenarzt, Hüter der verhehlten Lebensträume, der verpaßten Chancen,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Drogendealer, der dringendste Sammlerbedürfnisse stillen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Priester ist der Antiquar, weil er das&amp;nbsp; W i s s e n&amp;nbsp; der Menschheit verwaltet. Das gilt auch in Internetzeiten, denn nur im Buch haben wir die verdinglichten Wissensschätze. Zumindest unterbewußt ist nur etwas Greifbares, dessen wir uns mit eigenen Händen vergewissern können,&amp;nbsp; e c h t e s&amp;nbsp; Wissen. Vielleicht empfinden unsere Enkel das einmal anders. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schacherjuden sind wir im naiven, nicht allzu böse gemeinten Begriff des 19. Jahrhunderts, etwa in "Soll und Haben" bei Gustav Freytag, weil wir Schätze in der Hinterhand haben, die wir herausgeben können oder auch nicht, mit denen wir Wucher treiben. Von daher die wichtigen Berufsmythen des&amp;nbsp; L a g e r s, in das der Kunde nicht eintreten darf, oder doch nur in einen Teil, oder nur wenn er zum inneren Kreis der Auserwählten gehört - der&amp;nbsp; N e u e r w e r b u n g e n, die jungfräulich, mit einem Schamtuch überdeckt, der Deflorierung wiederum nur durch Auserwählte harren - der B i e t e r k o n k u r r e n z, wenn zwei oder mehr Sammler wie die läufigen Kater um eine begehrte Zimelie herumstreichen, während der Antiquar lächelnd dabeisitzt und die Situation genießt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seelenarzt ist der Antiquar, weil seine universellen Buchbestände für so viele unterschiedliche Kunden ein Reich unerfüllter Träume darstellen - der Handwerker, der Ingenieur werden wollte, der Chirurg, der lieber Priester geworden wäre, der Kaufmann, der sich als Architekt sieht, der Lehrer, der eigentlich hatte Universitätsprofessor werden wollen. Sie alle bauen sich aus unseren Beständen ihren Lebensersatz auf, der Gang zum Antiquar ist auch der magische Weg in jenes Leben, das sie eigentlich hatten führen wollen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Drogendealer&amp;nbsp; wird der Antiquar, wenn er den Kunden mit Erfolg angefixt hat. Wir brauchen dazu keinen Magister Tinius - jeder geistig interessierte Mensch, ja jeder Esel kann mit geschickten Techniken zum Büchersammler eines Spezialgebiets gemacht werden. Hier fordere ich seit Monaten die Überlegung und Planung neuer Absatztechniken, deshalb auch meine maßlose Enttäuschung über den in meinen Augen ganz törichten Bücher-Michel von ZVAB-Schwaneberger. Denn der "Katalog" sollte das Herzstück jeder Sammelleidenschaft sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun kommt der wichtigste Satz, der bisher in diesem Blog zu lesen war: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Absatz alter Bücher über eine Bücherdatenbank, ein Bücherportal&amp;nbsp; z e r s t ö r t&amp;nbsp; die Magie des Antiquars, wir werden durch die Altbuchportale&amp;nbsp; e n t m a n n t, unserer natürlichen Berufskräfte beraubt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Vereinzelung der Bücher im Portalabsatz - 600 Antiquare bieten, Stückchen für Stückchen, 12 Millionen alter Bücher an - war notwendig, sie stellte eine Übergangsphase dar, die nun beendet ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir können und müssen jetzt zurückkehren zum vorherigen Stand. Der Weg muß so beschaffen sein, daß wir unsere alten, natürlichen mythischen Berufskräfte wieder gewinnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Faktoren helfen uns dabei. Zum einen ist das der seltsame Zustand, daß Amazon im Alleinbesitz von gut 90 % unserer Internet-Absatzwege ist (vom Sonderfall Ebay abgesehen) und die Kartellbehörde dagegen nicht einschreitet. Warum ist das so wichtig?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir werden sehen, daß uns mein Projekt beständig in eine gefährliche Nähe zu verschiedenen Klippen des Wettbewerbsrechts bringt. Während die Kartellbehörde zur Zeit offenbar durch irgendwelche Winkelzüge lahmgelegt ist, kann aber der Richter in einem Wettbewerbsverfahren diese ganz unglaubliche Monopolsituation&amp;nbsp; f r e i&amp;nbsp; b e w e r t e n. Um es einfacher zu sagen: Wer einem solchen Monopolzwang ausgesetzt ist wie unser Berufsstand, der darf sich&amp;nbsp; w e h r e n, dem sind besondere wirtschaftliche Abwehrmaßnahmen gestattet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der andere Faktor, auf den wir bauen können, ist die sehr komfortable Internetsituation, die wir zur Zeit genießen. Webspace ist spottbillig, auch sehr gute Seitenmodelle sind preiswert, sogar gratis zu erhalten, die Verbindungen laufen schnell, fast jeder Kunde hat nicht nur Internetzugang, sondern weiß auch damit recht gut umzugehen. Vor zwei, drei Jahren wäre das alles wesentlich teurer und wegen der Überalterung unserer Kunden auch problematisch gewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit leisem Kopfschütteln gegenüber manchen Plänen, die uns Wattig in rascher Folge vorlegt, muß ich darauf bestehen, daß wir vor allen ultramodernen Vernetzungsspielchen die Möglichkeiten unserer traditionellen, fast schon altbackenen Darstellung im klassischen Internet, in der einfach strukturierten Webseite, besser nutzen. Ich spreche von der Webseite des einzelnen Antiquars und von der Vernetzung aller Webseiten in einem gigantischen Verbund auf mehreren Ebenen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sagten: Die Fragmentierung seiner Bestände in der Millionen-Datenbank entmannt den Antiquar, sie beraubt ihn seiner natürlichen mythischen Kräfte und Fähigkeiten. Notabene sprechen wir heute nicht vom Verlust an wirtschaftlicher Macht, nicht davon, daß der Antiquar durch das Datenbankverfahren zum Hampelmann beherrschender Datensysteme wird. Sondern davon, daß Kräfte, die der Absatzförderung zugute kommen könnten und sollten, auf diese Weise geopfert werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Hilfe eines geschickt organisierten Verbundsystems, das alle Kollegenwebseiten auf mehreren Ebenen vernetzt, können große Teile der verlorengegangenen mythischen Rolle und Bedeutung des Antiquars zurückgewonnen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu müssen wir eine Reihe von Regeln aufstellen, die dem Antiquar beim Bau einer guten Webseite helfen. Das wird uns in nächster Zeit noch ausführlich beschäftigen, ich bitte Sie an dieser Stelle einfach, sich eine beliebig herausgegriffene Frankfurter Webseite anzusehen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.orbanundstreu.de/index.html"&gt;http://www.orbanundstreu.de/index.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie weist zwar eine Vielzahl von Einzelschwächen auf, ist aber in der Gesamtwertung "gut bis sehr gut" und wenn es jedem Kollegen möglich wäre, sich so oder ähnlich im Netz darzustellen, würden fürs erste alle Voraussetzungen für eine sofortige Vernetzung auf mehreren Ebenen erfüllt sein. Bei dieser Gelegenheit: Kompliment an die Frankfurter Kollegen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einer tieferen Anstrengung wird es dann darauf ankommen, die&amp;nbsp; d i r e k t e&amp;nbsp; Beziehung zwischen Antiquar und Sammler durch technische Mittel zu verstärken. Der Kunde soll sich bei einer Reihe von Kollegen&amp;nbsp; z u h a u s e&amp;nbsp; fühlen, regelmäßig&amp;nbsp; v o r b e i s c h a u e n&amp;nbsp; und&amp;nbsp; Vertrauen gewinnen. Das wird nicht gehen ohne&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Sprechstunden im Netz / am Telefon&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;zu bestimmten Zeiten, in denen der Antiquar Auskunft gibt, Wünsche bearbeitet, einfach nur jene wenigen Sätze wechselt, die dem Kunden das Gefühl vermitteln, daß da ein&amp;nbsp; M e n s c h&amp;nbsp; zwischen den Bücherregalen sitzt, mit dem man reden, auf den man zählen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Klammern müssen wir uns immer wieder fragen, ob denn meine These, daß die meisten Kunden nicht einzelne Titel suchen, sondern "ungefähr" Bücher einer bestimmten Art aus bestimmten Sachbereichen erwerben wollen, stimmt. Ich bin davon überzeugt, aber das muß diskutiert weden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die großen Bücherdatenbanken gibt es keine schlimmere Gefahr als die, daß sich der einzelne Antiquar wieder seiner natürlichen Kräfte besinnt, daß er selbständig dem Kunden gegenübertritt und zum Stammantiquar, zum guten Bekannten einer Reihe von Büchersammlern wird. Für die Großportale ist unser Webseitenverbund der absolute Alptraum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gehe hier gleich noch einen Schritt weiter. Auf der Grenze des Wettbewerbsrechts wandelnd können wir doch versuchen, als Abwehrmaßnahme gegen die Monopolsituation eine&amp;nbsp; A b s p r a c h e&amp;nbsp; hinzubekommen der Art, daß die Antiquare des Webseitenverbunds ihre Titel bei Direktbestellung 10 % billiger liefern. Das wäre die eine Maßnahme, eine andere könnte sein, daß wir einen Teil unserer Titel n u r&amp;nbsp; über den Webseitenverbund liefern...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wünsche Ihnen noch einen guten Sonntag, Ihr&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Peter Mulzer in Freiburg&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Das Bild verdanken wir gutenberg.spiegel.de . Es zeigt eine Schlange, die am Amazonas zuhause ist, und den deutschen Antiquar&amp;nbsp; Mustermann&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-3073702123528666359?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/3073702123528666359/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/sonntagspredigt-uber-webseitenverbund.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/3073702123528666359'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/3073702123528666359'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/sonntagspredigt-uber-webseitenverbund.html' title='Sonntagspredigt über Webseitenverbund und Antiquariatsmystik'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-8405003974768744529</id><published>2011-11-10T14:23:00.000-08:00</published><updated>2011-11-10T14:52:13.248-08:00</updated><title type='text'>GIAQ-Tagung: Portal einstellen, Webseitenverbund  für alle Antiquare gründen, mit Amazon verhandeln</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/68/Anton_Romako_001.jpg/468px-Anton_Romako_001.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="640" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/68/Anton_Romako_001.jpg/468px-Anton_Romako_001.jpg" width="500" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Der eine oder andere Teilnehmer an der Jubiläumsveranstaltung jener Genossenschaft der Internet-Antiquare, die am 12. in Berlin stattfindet, wird sich in diesen Blog verirren. Ich will ihm in Gestalt einiger Zeilen Wegzehrung mit auf den Weg geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.&lt;br /&gt;Zunächst ein Geständnis. Ich hatte den Genossenschaftsgedanken vor rund 12 Jahren in der Hess-Runde entwickelt aus einer recht unklaren Grundvorstellung heraus, man müsse sich in einer Berufsgruppe ähnlich solidarisch organisieren, wie es Pfadfinder oder Flüchtlinge aus Ostpreußen, Anhänger des Bischofs Lefèvre oder Briefmarkensammler tun: Begeistert, ohne persönliche Interessen, auf ein gemeinsames Ziel hin, freundlich und fröhlich. Meine DDR-Zeit war mir noch deutlich in Erinnerung und sozialistische Motive spukten mir wohl auch im Kopf herum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses unklare, aber interessante Konglomerat von Vorstellungen und Plänen bestand die Probe vor dem Realitätssinn der meisten Kollegen nicht. Im Rückblick hätte ich das schon wissen sollen, was mir erst Jahre später langsam und schmerzhaft klar wurde: Die Antiquare sind in ihrer Mehrheit weder romantisch noch gelehrt, auch nicht weltfremd - sondern unbeschreiblich und ganz besonders&amp;nbsp; n ü c h t e r n, sachbezogen und phantasielos. Was ich zuviel hatte, Phantasie nämlich, besaßen sie zu wenig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So wurden meine schönen Genossenschaftspläne, die ich seitenweise beschrieben hatte in jenem Rundsendedienst aus Bern, der wirklich alle Kollegen täglich erreicht hatte, gnadenlos zusammen- und niedergebügelt zu einem Z w e c k v e r b a n d&amp;nbsp; mit dem nahezu einzigen konkreten Ziel, dem Kauf des ZVAB, der damals absolut marktbeherrschenden Bücherdatenbank mit Verkaufsportal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir schwante von dem Augenblick an Schlimmes, als man mich aus der vorbereitenden Diskussionsgruppe ausschloß. Bei der Gründungsversammlung vor 10 Jahren in Berlin, an der ich teilnahm, wurde zementiert, was ich sofort als entscheidenden Sargnagel der Genossenschaft erkannte - auf eine weite Öffnung hin zu möglichst&amp;nbsp; a l l e n&amp;nbsp; Antiquaren wurde verzichtet zugunsten einer rigorosen Festlegung auf hohe Eintrittsgebühren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich gewollt und gefordert hatte, eine&amp;nbsp; a l l g e m e i n e&amp;nbsp; breite Organisation der Antiquare im deutschen Sprachgebiet, war verworfen worden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Der Kauf des ZVAB scheiterte unter Umständen, die bis heute nicht ganz geklärt sind und auch nicht erörtert werden müssen, denn in der Rückschau war Kollege Müller wohl wirklich nicht der ideale Finanzier und die&amp;nbsp; l a h m e, langsame, unbewegliche Struktur der Genossenschaft konnte die Probleme nicht so rasch, wie es erforderlich gewesen wäre, in den Griff bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich will nicht auf olle Kamellen hinaus, sehe vielmehr seit dem letzten Webseiten-Teiltest in ganz neuem Licht, welches Unglück das Portal, das die Genossenschaft schließlich selbst auf die Beine gestellt hatte, verfolgt bis zum heutigen Tag. Ich hatte begleitend über die Jahre hinweg der Genossenschafts-Datenbank zwar die Leviten gelesen, aber auch das Positive benannt. Vor allem die frühzeitige und großzügige Verwendung von&amp;nbsp; S c a n s als Bilderfolgen&amp;nbsp; und die (wenn auch dem Kunden zum Teil leider unaufrichtig verkaufte) sehr gut ausgedachte Idee selbständiger Antiquariatswebseiten, die anstelle eigener Leistungen "einfach" einen Datenbankausschnitt präsentierten - das waren Meilensteine.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Leider überwog aber eine ungeschickte Datenbankpolitik, verbunden mit jahrelang aufrechterhaltenen törichten, blöden und in unsäglichem Schülerdeutsch verfaßten Begleittexten, auch mit schweren Fehlern in Typographie und Usability des Portals. Man mag das als Äußerlichkeiten ansehen; versetze ich mich in die Rolle des Portalnutzers, dann stößt mich das - vor allem in der Rückschau - buchstäblich ab, es läßt mich Ekel empfinden vor einer Datenbank, die weder Deutsch schreiben noch sich in Augen und Finger des Benutzers hineinversetzen konnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute ist das besser geworden, aber nun hat sich beim letzten Test herausgestellt, daß die Ergebnisseiten, das Herzstück der Datenbank, auf die Dauer fast unlesbar sind. Der Nutzer aber will und muß&amp;nbsp; q u e r l e s e n&amp;nbsp; können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch wenn die Begleittexte verdaubar geworden sind, zeigt sich die Empfangsseite (die ich vor einigen Monaten mit mäßigen Notenergebnissen getestet hatte) nach wie vor derart&amp;nbsp; t r i s t, in den Formulierungen oft derart&amp;nbsp; seltsam, in den Feldaufteilungen so einfallslos und absurd, daß ich zu einem klaren Ergebnis komme - die Datenbank "Antiquariat.de", derzeit und seit langem mit weit unter 10 % Marktanteil dahindümpelnd, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*kann nicht gerettet, nicht verbessert werden - sie ist wegzuwerfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder Pfennig, jede Stunde Arbeitszeit dafür würde vergeudet sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.&lt;br /&gt;Nun bitte ich Sie, mit mir ein Stück wirtschaftlicher Strategie zu bedenken. Wir wissen, daß (vom Sonderfall Ebay abgesehen) Amazon zu gut 90 % den Internet-Absatz unserer alten Bücher kontrolliert. Amazon liegt im Weltkrieg mit den Buchhändlern, seit Neuestem auch mit den Verlegern. Was immer Amazon auch dazu bewogen hat, Abebooks und dann ZVAB zu kaufen, wir können es nur vermuten. Am nächsten liegt die Annahme, daß das Antiquariat einen weitaus besseren Ruf hat, als wir es von uns selber glauben, daß es also ein guter Imageträger ist und die Eroberung des deutschen Neubuchmarktes ideal sekundieren und verstärken kann. Dann wären wir Antiquare hilflose Manövriermasse im Milliardengeschäft der Neubücher. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schäme mich gar nicht daran zu erinnern, daß ich seit Jahren - gut mitzuverfolgen im Börsenblatt - den Weiterverkauf des ZVAB vorausgesagt hatte, immer wieder neu - ich wurde nur ausgelacht. Heute lacht von den damaligen Mulzer-Kritikern keiner mehr. Ich empfinde meine Voraussagen von damals, wenn ich sie heute nachlese, als geradezu gespenstisch zutreffend. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil ich damals Recht hatte, sollte man mir auch heute in ähnlichen Fragen gut zuhören. Ich will nämlich nicht schon wieder zutreffende Voraussagen machen, mir reicht die letzte...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nun zur Strategie. Es spielt für Amazon-Abebooks.-ZVAB finanziell überhaupt keine Rolle, ob die genossenschaftliche Antiquariat.de-Datenbank eingestellt wird oder nicht. Diese 5-7 Prozent am Gesamtkuchen des Absatzes antiquarischer Bücher übers Internet spürt sie kaum in den Bilanzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wohl aber wäre die Einstellung von Antiquariat.de strategisch-planerisch für Amazon ein ganz herber Schlag ins Kontor. Denn um weiterhin die deutschen Kartellbehörden ruhigzustellen, muß sie wenigstens einen halbwegs herzeigbaren Gegenpart nachweisen können - und genau diese hochwichtige Rolle erfüllt bis zur Stunde Antiquariat.de. Ohne es zu wollen, ja ohne es zu wissen ist also Antiquariat.de ein zentraler Stützpfeiler der gewagten, ja tollkühnen Strategie von Amazon in Sachen Kartellbehörde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch deshalb sollte Antiquariat.de vollständig eingestellt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4.&lt;br /&gt;Was wäre dann das Aufgabenfeld der Genossenschaft? Erstens muß sie sich zum&amp;nbsp; a l l g e m e i n e n&amp;nbsp; B e r u f s v e r e i n&amp;nbsp; erweitern. Was mit der AG im Börsenverein noch zu machen ist oder vielmehr was nicht, haben wir auf der Versammlung in Frankfurt gesehen - ein einziges Trauerspiel. Über den Verband sage ich hier nichts Negatives, denn w o&amp;nbsp; er arbeitet, tut er das ganz vernünftig. Nur denkt er nicht im Traum daran, die beruflichen Interessen der Antiquare ernsthaft zu lösen. Also muß die Genossenschaft in diese Rolle eintreten - sie&amp;nbsp; m u ß, oder sie geht ein und unter. Aquis submersus...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das rechtliche Instrument dazu wäre zum Beispiel ein assoziierter Berufsverein. Gescheiter scheint mir die Umgründung der Genossenschaft mit niedrigster Eintrittsschwelle zu sein, für alle Kollegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist Antiquariat.de eingestellt, dann wird die Genossenschaft&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*zum wichtigsten Verhandlungspartner mit Amazon-Abebooks-ZVAB.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie kann dann Bedingungen aushandeln, sie wird wie eine&amp;nbsp; "G e w e r k s c h a f t&amp;nbsp; der Antiquare" dem Unternehmer Amazon gegenübertreten. Sie würde zu einem Machtfaktor. Innere demokratische Strukturen der umgegründeten Genossenschaft setze ich voraus, auch schnellere Entscheidungs- und Handlungskompetenzen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das zweite große Betätigungsfeld sehe ich in einer ganz wesentlich verbesserten Konzeption des Webseitenverbands. Würde sich die Genossenschaft dieses Ziel setzen, dann wären meine diesbezüglichen Entwürfe hinfällig, diese Zusicherung kann ich geben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Gemeinschaftskatalog sage ich an dieser Stelle nichts. Wenn es den verantwortlichen Kollegen Spaß macht und es sich wirklich&amp;nbsp; r e c h n e t, dann bin ich der letzte, der dieses seltsame, groteske Katalogbuchgebilde kritisieren möchte. Man kann es weitermachen, kanns aber auch bleibenlassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5.&lt;br /&gt;Zusammenfassung meiner Empfehlungen für die Jubiläumstagung in Berlin:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Das Portal Antiquariat.de sofort und ersatzlos einstellen&lt;br /&gt;- Umorganisation zur allgemeinen Berufsvertretung, Berufs g e w e r k s c h a f t, Aufnahme von Verhandlungen mit Amazon-Abebooks-ZVAB&lt;br /&gt;- Den großen deutschen Webseitenverbund auf ganz breiter Grundlage sofort angehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nun tagt mal schön.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-8405003974768744529?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/8405003974768744529/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/giaq-rezeptbuch-portal-einstellen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/8405003974768744529'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/8405003974768744529'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/giaq-rezeptbuch-portal-einstellen.html' title='GIAQ-Tagung: Portal einstellen, Webseitenverbund  für alle Antiquare gründen, mit Amazon verhandeln'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-5269158900802636281</id><published>2011-11-08T11:20:00.000-08:00</published><updated>2011-11-08T11:23:31.284-08:00</updated><title type='text'>Zwischenruf: Lieber Kollege Pardun!</title><content type='html'>Lieber Kollege Pardun,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;mit Interesse verfolge ich &lt;a href="http://der-solo-antiquar.de/antiquariat-und-beruf/92-beruf/513-antiquariat-neuer-marketingclub-des-mittelstandes?start=2"&gt;Ihren heutigen Beitrag im "Soloantiquar"&lt;/a&gt;, muß aber gleich vermelden, daß ich mich weniger denn ja anfreunden kann mit Ihren Thesen, ja - buchstäblich alle Ihre heute formulierten Analysen mitsamt der daraus sich ergebenden Schlußfolgerungen halte ich für unzutreffend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kann sich nicht handeln um eine verbesserte Kommunikation unter den Kollegen. Was sollte die bringen? Die meisten Antiquare haben weder Zeit noch Lust, die Probleme ihres Berufs jenseits der Mauern ihres Lagers bzw. ihres Ladengeschäfts zu durchdenken. Muß man ihnen das übelnehmen? Ich denke nicht. Wenn ich nur so nebenbei gelegentlich einmal nachsinnen kann über mein Gewerbe, dann ergeben sich Meinungen, Vermutungen, Haltungen - aber doch keine verwertbaren, keine nützlichen Analysen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein schweres Stück Knochenarbeit, Berufsfragen auch nur ansatzweise systematisch zu erfassen. Mit der eigentlich doch ganz simplen Frage, was mit einer Direktverlinkung von einer Zentralseite aus alles zu machen sei, wo die Hindernisse liegen, welche Chancen das bieten könnte, war ich wochenlang schwanger. Dazu hat man gewöhnlich im Berufsleben keine Zeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Immer wenn man im Lauf der Jahre Kollegen von der Genossenschaft auf Unzulänglichkeiten ansprach, hatten sie geantwortet, daß sie ihre Arbeit für Datenbank und GIAQ schließlich nur ehrenamtlich, in ihrer Freizeit, erledigen könnten und man nachsichtig mit ihnen umzugehen habe. Das stimmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie sprechen, werter Kollege, hoffnungsfroh von der Aufgabe und Tätigkeit eines "Moderators". Das ist deshalb ein düsterer Gedanke, weil es, mit Verlaub, bei den Antiquaren nichts gibt, was Sie moderieren könnten. Wir haben Meinungen, Zufallsergebnisse, Haltungen - das wars dann schon. Ab und zu rappelt sich ein Einzelkämpfer auf, läßt aber in der Regel nach kurzer Zeit wieder alles fallen. Den brauchen Sie auch nicht zu moderieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Einzelheiten Ihres Beitrags stimmen eher - nicht. So ist die fachliche Qualifikation der meisten mittleren Antiquare sehr ordentlich, bei den oberen mit wenigen Ausnahmen ohnehin ausgezeichnet. Folgerichtig ist das Image der Antiquare in der Öffentlichkeit sehr positiv, oft unverdient überhöht, es könnte kaum besser sein. Allerdings gibt es Wirtschafts- und Bankfachleute, die tiefer blicken und die fast durchgreifende Unterkapitalisierung und finanzielle Ertragsarmseligkeit vieler Antiquariate durchschauen. Solches war aber schon immer so, ist gar keine Neuigkeit und beeinträchtigt unser Image in der Öffentlichkeit nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt auch keine ernsthafte Notwendigkeit, die Antiquare zu schulen, zu veredeln oder ihnen ein Elitebewußtsein zu vermitteln. Natürlich wären Fortschritte in technischen und kaufmännischen Dingen löblich, sehr wünschbar wäre eine Grundausbildung in Webgestaltung und die regula de tri der Titelaufnahme müßte gelernt werden. Das stimmt alles, ist aber nicht mehr als nützliches Beiwerk, auf das man notfalls verzichten kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was wir brauchen, ist zunächst und vor allem&amp;nbsp; n u r&amp;nbsp; eine durchgreifende&amp;nbsp; A b s a t z f ö r d e r u n g&amp;nbsp; . J e d e r&amp;nbsp; von uns soll eine bessere, schnellere, selbständige, ertragssichere Verkaufschance für seine Bücher haben, ungestört auch durch Heuschrecken jeder Art, die sich an uns klammern und durch "nützliche Dienste" aussaugen wollen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Absatzförderung aber bedarf neuer&amp;nbsp; I d e e n. Die müssen unmittelbar zu erproben sein, erweisen sie sich als tragfähig, dann sind sie mit aller Kraft durchzusetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein System der Sammelgruppen-Verlinkung, der Sachgebietserschließung von einer Zentralseite, von einem Medium aus ist solch eine Idee zur Absatzförderung. Eine von mehreren, die denkbar sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein kommendes Medium sollte sozusagen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*selber denken&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;in dem Sinn, daß die Redakteure nicht moderieren, sondern konkrete Projekte entwickeln und sie, wie heißt es so schön, zur Anwendungsreife führen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf Erträgnisse aus dem Sammeln vager, schnell hingetuschter Kollegenmeinungen würde ich mich nicht verlassen wollen. Man kann nicht "nichts" moderieren. Moderiertes Nichts bleibt weiterhin - - nichts. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Sinn freundlich Ihr&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Peter Mulzer&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-5269158900802636281?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/5269158900802636281/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/zwischenruf-lieber-kollege-pardun.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5269158900802636281'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5269158900802636281'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/zwischenruf-lieber-kollege-pardun.html' title='Zwischenruf: Lieber Kollege Pardun!'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-3278647697525927165</id><published>2011-11-08T07:28:00.000-08:00</published><updated>2011-11-08T09:09:44.414-08:00</updated><title type='text'>Antiquariat 2 - Neue Kontakte zwischen Händler und Kunden</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.lilith-forum.de/upload/breitschmal.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="640" src="http://www.lilith-forum.de/upload/breitschmal.jpg" width="520" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Wir planen zur Zeit ein neues Medium für die Antiquare im deutschen Sprachraum und für ihre Kunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin nicht befugt, hier öffentlich Vermutungen anzustellen darüber, welche Kollegen sich fest zur Mitarbeit verpflichten werden, Interessenten dafür gibt es. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn mehrere Mitarbeiter an einem Werk unter einen Hut gebracht werden sollen, empfielt es sich, in Bausteinen zu planen. Die kann man dann nach Wunsch zusammensetzen. Zwei Bausteine stelle ich Ihnen heute vor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der eine ist schnell abgehandelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wollen unseren alten Börsenblatt-Netzdienst, wie er unter Biester verwirklicht worden war, wiederhaben!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Leitmedium, das Börsenblatt mit seinem Netzdienst, vernachlässigt seit einiger Zeit Diskussion und Meinungsaustausch im Bereich "Antiquariat" schmählich. Da ich Biester als interessierten und fairen Redakteur einschätze, kann ich nur vermuten: Er darf nicht, er soll nicht. Der nicht immer mit glücklicher Hand gesegnete "MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH" dürfte dafür ebenso&amp;nbsp; verantwortlich sein wie der Chefredakteur des Börsenblatts, Casimir, der sich in den vergangenen Jahren nicht gerade als Freund der Antiquare profiliert hat und sehr gut, aber erzkonservativ und für meine Auffassung allzu kalt zu schreiben pflegt. Der ideale Funktionär für einen Börsenverein, den wir&amp;nbsp; s o&amp;nbsp; nicht lieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer will es Biester, gewiß derzeit der mit Abstand beste Kenner des deutschen Antiquariats, verargen, wenn er sein ganzes Herz dem von ihm fast schon wissenschaftlich redigierten Fachblatt "Aus dem Antiquariat" schenkt - und die Antiquariatssparte des Börsenblatt-Netzdienstes so kühl-knapp und emotionslos abhandelt, wie es von oben gewünscht wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der andere Baustein des kommenden Antiquariatsmediums ist ziemlich neu. Er hat nur lose Gedankenverbindungen mit dem Webseiten-Kreis, den Kollege RF Meyer-Berlin vor längerer Zeit einmal angedacht hatte, dann in Ansätzen zu verwirklichen versuchte, bis ihn die beglückten Kollegen, wenn ich recht berichtet bin, schmählich im Stich ließen, sich jede Weiterentwicklung verbaten und ihn also im Regen stehen ließen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch lockerer sind die Anklänge des neuen Plans an jenes Gebilde, das Kollege Höfs schon vor Jahren ins Netz gestellt hat und das mich seither dauerhaft ärgert - ein Auswahlverzeichnis von Antiquariaten, suboptimal durchgeführt (seither haben wir Google Maps, verehrter Herr Höfs) und als teils kostenpflichtiger Dienst nicht immer korrekt ausgewiesen. Verzeihen Sie meine harte Sprache, aber der Kollege hat nie auf meine mehrfachen Anregungen reagiert, beliebt mich überhaupt als Luft zu behandeln, warum sollte ich da mit Katzenpfötchen anfassen, was er ins Netz stellt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz massiv ist die Idee aber in einer Linie zu sehen mit meinem Kampf gegen das 90 %-Monopol des Amazon-Konzerns und seiner ihm gehörigen Töchter Abebooks und ZVAB (Ebay wie immer als Sonderfall nicht berücksichtigt). Wie kann es uns gelingen, dem Würgegriff eines Weltkonzerns zu entkommen, der sich, aus welchen Gründen auch immer, das deutsche Antiquariat als Plattform ausgesucht hat, von der aus er den Neubuchmarkt in Deutschland erobern will? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die neue Planung muß also ausgehen vom Grundsatz: "Was kann der Amazon-ZVAB-Abebooks-Verbund nicht nachmachen, selbst wenn er es wollte? Wo sind ihm die Hände gebunden, was muß er sich gefallen lassen, wo kann er keine Gegenreaktionen starten, was kann er uns nicht wegnehmen?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Lösung liegt auf der Hand. ZVAB und Abebooks (=Amazon) wollen, wie jedes Verkaufsportal, das Bücher im Auftrag, als Dienstleistung für Dritte anbietet, ihre Provisionen auch wirklich erhalten. Es fürchtet wie die Pest vor allem eines - daß der&amp;nbsp; d i r e k t e&amp;nbsp; Kontakt zwischen Kaufinteressenten und Händler hergestellt werden kann. Dieses Unterbinden des Direktkontakts, meist gekoppelt an eine Verhehlung des Antiquariatsnamens, wurde wiederholt versucht, mußte aber in der Vergangenheit wegen energischer Proteste der Antiquare wieder aufgegeben werden (Tomfolio verdankt seine Entstehung mittelbar solchen frühen Versuchen). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Verkaufsportalen setzt man auf ein Herausstellen der&amp;nbsp; e i n f a c h e n,&amp;nbsp; s c h n e l l e n&amp;nbsp; Kaufmöglichkeit per Warenkorb und Mausklick. Mindestens einen Pferdefuß hat dieses Konzept: Der Kunde will sehr oft eben gerade nicht nur ein b e s t i m m t e s&amp;nbsp; Buch, sondern er sucht ein Buch dieser Art, mit diesem Thema, aus dieser Sachgruppe, zu diesem und jenem Sammelgebiet. Viel lieber wäre ihm eine Auswahl mehrerer, wenn nicht vieler Titel zum Thema.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es hat sich gezeigt, daß die Verkaufsportale nicht mit all ihren Stichwort- und Schlagwortsystemen, auch nicht durch künstliche Katalogbildungen, dieses Bedürfnis des Kunden nach&amp;nbsp; F r e i h e i t&amp;nbsp; der Wahl, nach einer größeren&amp;nbsp; A u s w a h l, bedienen können. Das ist systembedingt, es wäre händisches Bearbeiten notwendig, wollte man das Grundproblem lösen, das aber ist nicht bezahlbar. Also&amp;nbsp; t u t&amp;nbsp; man so, als würden die Wünsche der Antiquariatskunden mit einem Wust von&amp;nbsp; E i n z e l titeln erfüllt, was aber nur vereinzelt der Fall ist. Ich stelle die These auf, daß ein Gutteil der Absatzschwierigkeiten im älteren Antiquariat an dieser (von den Portalen natürlich liebevoll verschwiegenen) Misere liegt: Der Kunde will eben nicht einen&amp;nbsp; E i n z e l titel kaufen, er will ein virtuelles Bücherbrett gezeigt erhalten, zur Auswahl angeboten bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den anderen, vielleicht noch wichtigeren Punkt, in dem den Portalen die Hände gebunden sind, sehe ich in dem Wunsch vieler Kunden, gerade der besseren(!), in Kontakt zu treten, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen zu/mit einem oder mehreren Antiquaren. Wie oft höre ich den Satz von Kunden "kann man zu Ihnen ins Lager kommen, können Sie mich beraten, rufen Sie wenigstens heute Abend zurück, damit wir plaudern können über meine Desiderata...".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Bedürfnis ist für jedes Verkaufsportal natürlich eine unglückliche Sache - das darf nicht sein! Um den Herzenswunsch vieler besserer Kunden zu kaschieren, lügen sich die Portale um die Ecke, indem sie gerade zum Trotz einzelne Antiquariate "vorstellen", mit Bild und mehr oder minder gescheiten Aufsätzen oder Interwiews des Kollegen. Wer unter den Antiquaren ist so doof, daß er die Taktik nicht durchschaut?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir müssen diesen zweiten Punkt, den die Verkaufsportale zu fürchten haben, also in zwei Teile gliedern. Erstens geht es um den direkten Kontakt des Käufers mit den Titellisten, mit dem Lager, sogar mit Vormerk- und Suchlisten des einzelnen Antiquars. Und zum anderen geht es um das persönliche, das Vertrauensverhältnis oder zumindest um ein virtuelles Kennenlernen des Antiquariats und seines Leiters. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das seien nun alles Selbstverständlichkeiten... mag sein, irgendwie "wissen" wir Antiquare das alles. Aber, wenn ich fragen darf, warum wenden wir dieses Wissen bisher nicht an? Wie sehr es den Antiquaren an praktischer Organisationsbegabung fehlt, konnte ich seit den ersten Schritten der Genossenschaftsplanung immer wieder mit Kummer und Verwunderung beobachten. Das scheint berufstypisch zu sein - Antiquare haben kein Talent zur Selbstorganisation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil das so ist, muß ich eine weitere Überlegung in mein Konzept einbauen, schweren Herzens, wie ich gestehe, aber es geht nicht anders: Jeder Schritt, jedes Planungselement soll auch ohne Zustimmung, ohne Mitwirkung der Antiquare durchführbar sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß, es tut weh, das so offen sagen zu müssen, aber was hilfts?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fassen wir kurz zusammen: Die Einzeltitelbestellung muß überwunden werden, der direkte Kontakt zwischen Käufer und Antiquar soll hergestellt werden, das alles auch ohne Mitwirkung des einzelnen Antiquars durchführbar sein. Und, notabene, ein Aktualitätsfaktor muß zwingend eingebaut sein, jeder Nutzer sollte jeden Tag neu im Medium "nachsehen" wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Baustein des kommenden Mediums hat zwei Ausgangsseiten, die einfach, aber übersichtlich gestaltet sind mit anklickbaren, unterschiedlich farbig markierten Feldern. Da ist zunächst der&amp;nbsp; K e r n&amp;nbsp; der ganzen Sache: Das nach etwa 80 Hauptthemen gegliederte Übersichtsfeld aller denkbaren, irgendwie eingeführten, bisher üblich gewesenen Sammelgebiete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von diesem zentralen Themenfeld, auch Feld der&amp;nbsp; S a m m e l gebiete genannt, gehen nun jeweils Links ab&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;a) zu den Fachantiquariaten&lt;br /&gt;b) zu solchen Kollegen, die zu dem Gebiet schon kleinere Bestände angesammelt haben oder das in naher Zukunft tun wollen,&lt;br /&gt;c) zu allen (auch sehr kleinen) Fachlisten, auch wenn sie nur teilweise Material zu dem fraglichen Sammelgebiet enthalten,&lt;br /&gt;d) zu besonders schönen, teuren Einzelstücken des Themengebiets&lt;br /&gt;e) zu scharfen, lesbaren R e g a l f o t o s&amp;nbsp; solcher Ladenantiquare, die mindestens eine Brettlänge zum Thema im Laden haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenso wichtig sind mir,als Dienstleistung für Kunden und Händler einige sachliche und bibliographische Links&amp;nbsp; zum jeweiligen Sammelthema. Schon in Vorbereitung sind Parallel-Reihen scharfer Scans aus Meyer und Brockhaus, die sich auf das Gebiet beziehen, vor allem um der erschreckenden bibliographische Unbedarftheit vieler Kunden mit älterer Literatur vor 1945 abzuhelfen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Wust von Verlinkungen, nichts anderes stellt das Projekt dar, ist auch ohne Zustimmung der Kollegen zu erstellen. Ich sehe aber, weil von Hause aus optimistisch,&amp;nbsp; nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung folgendes Vorgehen der Antiquare vor:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie stellen auch kleine Listen- und Katalogteile entsprechend meiner Klassifikation&amp;nbsp; s e p a r a t&amp;nbsp; in eine der praktischen kostenlosen Google-Seiten ein, ebenso ihre teuren Einzelstücke zum Sammelgebiet. Dann kann ich ganz elegant direkt auf diese Googleseite verlinken. Von der Google-Einzelseite führt natürlich aus jeder einzelnen Google-Seite ein Rücklink zur gesamten Geschäfts-Webseite des Antiquariats.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich darf nach der Rechtslage nicht mit Frames arbeiten und will das auch gar nicht. Ich habe getestet, daß inzwischen fast alle Nutzer mit der "Zurück"-Taste sehr gut umgehen können und bei Interesse jederzeit zu meinem Block zurückfinden. Frames können wir uns schenken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kontakte erhält der Antiquar gratis, es gibt da ohnehin nichts abzurechnen. Er erhält sie sogar "gegen seinen Willen", aber ich hoffe zuversichtlich, daß wir damit die Rechtsprechung nicht bereichern müssen. Natürlich achtet das Medium darauf, keinerlei Zusammenhang zwischen den verlinkten Händlern und dem Medium zu behaupten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen weiteren Punkt spreche ich deutlich und entschieden an. Ich halte nämlich das Warenkorbsystem im Bereich des Buchantiquariats heute wieder für entbehrlich. Jeder gebildete Mensch kann mit Lagernummer, Verfasser, Kurztitel, Jahr und Preis schnell und elegant bestellen, er braucht die Krücke des "einfachen" Warenkorbs nicht mehr. Das ist wieder nur Propaganda der Verkaufsportale, die das Warenkorbsystem unbedingt beibehalten müssen. Noch zu klären ist, wie wir zu jedem Link und jeder Seite ein einfaches Bestellformular bereitstellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Zahlungsmoral im Antiquariat ist nach wilden Zwischenzeiten heute wieder gut bis sehr gut, vom untersten Billigbereich einmal abgesehen. Auf die unwürdige Vorauszahlung kann verzichtet werden. Ich habe überhaupt kein Verständnis für jene Kollegen, die stur auf Vorausbezahlung bei "uns unbekannten Kunden" bestehen. Das wirkt schofel, lächerlich und kleinkariert. Höfs soll uns weiter seine schwarzen Listen schicken, dann sind die Übeltäter herausgefiltert, der Rest erhält die Ware auf Rechnung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich hofft der Konstrukteur eines solchen Gebildes darauf, daß die werten Kollegen ihre eigenen Geschäftsseiten im Web pflegen und ausbauen werden. Der persönliche Kontakt zwischen Sammler und Händler wird ja durch das neue System in ganz ungeahnter Weise aktiviert. Da ist es wichtig, Fotos ins Netz zu stellen, zu erklären, zu schildern. Es wird wesentlich mehr Telefonate geben als bisher, auch wird sich die Zahl der Einzelbestellungen verringern, Konvolutbestellungen werden zunehmen. Es entsteht ein neuer&amp;nbsp; G e i s t&amp;nbsp; im Antiquariat. Vertrauen und Persönlichkeit, durch das Portalunwesen weitgehend beiseitegestellt, wenn nicht sogar beschädigt, werden neu aktiviert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soweit die Schilderung meines Bausteins.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-3278647697525927165?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/3278647697525927165/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/antiquariat-2-neue-kontakte-zwischen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/3278647697525927165'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/3278647697525927165'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/antiquariat-2-neue-kontakte-zwischen.html' title='Antiquariat 2 - Neue Kontakte zwischen Händler und Kunden'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-8541084392487448289</id><published>2011-11-07T13:19:00.000-08:00</published><updated>2011-11-08T01:45:13.513-08:00</updated><title type='text'>Portaltest "Antiquariat.de" - Wie verärgere ich den Nutzer?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-Aq-r0iQC0JE/TrhK35B-LzI/AAAAAAAAW80/P6Nl92Wy9lk/s1600/Antiquariat+antiquariat.de_1320695072801.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="392" src="http://3.bp.blogspot.com/-Aq-r0iQC0JE/TrhK35B-LzI/AAAAAAAAW80/P6Nl92Wy9lk/s640/Antiquariat+antiquariat.de_1320695072801.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;i&gt;Dieser Test gibt persönliche Eindrücke wieder, die nach bestem Wissen begründet werden. Der Referent steht in keinem Konkurrenzverhältnis zum Betreiber des Testgegenstands. - Bitte rufen Sie zum Nachprüfen meiner Ergebnisse die Originalseite "Antiquariat.de" auf (nicht das obige Bild), tragen Sie die Suchworte "Rosenberg Mythus" oder etwas Intelligenteres ein und urteilen Sie direkt anhand der Original-Webseite.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den vorherigen Datenbanktests hatte ich mich zu lang bei den Portalseiten aufgehalten und die eigentliche Leistung jeder Bücherdatenbank, die Titelverzeichnung, die Auflistung der Bucheinträge, zu wenig beachtet. Diesen Tadel, den ich mir vor allem aus dem Umkreis der Genossenschaft zuzog, habe ich verdient. Ich bin daher heute gern bereit, "antiquariat.de", das Verkaufsportal unserer Genossenschaft, einem weiteren Test zu unterwerfen. Diesmal geht es nur um das zentrale Werkzeug, das jedes Bücherportal bereitstellt - um die Ergebnisseite der ausgewählten Titel. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abfragestichworte wie immer "Rosenberg Mythus", das blödeste mir bekannte Buch. Im Bild sehen Sie die aufgerufenen Titel - oder vielmehr die ersten&amp;nbsp; dreieinhalb davon, denn mehr dürfen wir aufs mal nicht lesen. Die Antiquariat.de-Leute wollen es so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Schrifttypen sind unglücklich gewählt, am gefälligsten erscheint noch die fettgedruckte Haupttitelschrift. Sehr ungut ist aber die nach dem Haupttitel verwendete, eckige, in den Oberlängen auffallend niedrige, zu breit laufende Schrift, ein vernünftiger Lesefluß läßt sich nicht erzielen. Die Unterschneidungen sind uneinheitlich, Abstände stimmen nicht immer, nur ein Beispiel für dieses Unglück von Schrift: Vergleichen Sie das breite große "S" mit dem eng aneinandergeklatschten "lt". Diese Schrift wurde aus einem miesen Font ausgewählt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich will die Ästhetik nicht übertreiben - aber halten Sie bitte beim ersten Titelbeispiel die seltsam kantige Schrift "Bojara &amp;amp; Bojara-Kellinghaus OHG" der&amp;nbsp; Fettdruckschrift "Protestantische Rompilger" gegenüber. Das sind zwei verschiedene Schrifttypen, im Gesamtbild mit der schon erwähnten unglücklichen kleinen Schrift ergibt das ein&amp;nbsp; C h a o s&amp;nbsp; von drei Schriftarten in einer Titelaufnahme. Nicht genug damit: Wir werden, auch das in einer einzigen Titelaufnahme, mit 3 verschiedenen Schrift g r ö ß e n&amp;nbsp; beglückt und, das Tollhaus muß komplett werden, mit 2 verschiedenen Farben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist nicht lustig, sondern peinlich, zumal die Farben in ihrem Unterscheidungscharakter inkonsequent angewendet werden. Löblich mag es sein, den Verfasser farbig zu setzen - aber dann darf ich nicht den Namen des Antiquariats in der gleichen Farben halten. Den Irrsinn, ausgerechnet das Feld "AGB / Widerrufsbelehrung " auch noch braun hervorzuheben -&amp;nbsp; w e r&amp;nbsp; bitte will das wirklich lesen? - hatte ich schon vor Jahresfrist moniert, natürlich wurde das nicht geändert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Keineswegs klar wird die in der Praxis ja doch&amp;nbsp; hochwichtige Möglichkeit, den jeweiligen Katalog des anbietenden Antiquariats (hier "Geschichte") anklicken zu können. Links muß man auch darstellen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz dunkel bleibt dem Nutzer, auch dem fortgeschrittenen, die tiefere Natur der scheußlichen Pünktchen unter einzelnen Worten. Erst nach vielen Monaten wurde mir klar, daß diese extrem irritierenden punktförmigen Unterstreichungen - - die angewandten Suchwörter markieren sollen. Ja, bitte, wer will denn das wissen? Und dann noch so störend prominent hervorgehoben?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis hierhin bewegen wir uns im Bereich der läßlichen Sünden. &lt;i&gt;Mein Gott, wenn die Unglückswürmer sich eben keine klare, ordentliche Typographie zulegen können, sondern kindische, hinderliche Spielchen treiben zu müssen glauben, sollen sie ihren Spaß haben.&lt;/i&gt; An der&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Typographie-Note 5 (ungenügend)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;werden sie nicht zugrunde gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt aber springen wir ins kalte Wasser, und es geht nun nicht mehr um Kleinigkeiten: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Anordnung der Linien, das Verhältnis des freien Raums zu den Texten, die Art der Trennung und Darstellung der Titelaufnahmen im gesamten Lesefeld ist so unmöglich, daß mir die Worte fehlen. Wo soll ich anfangen? Erstens sind die Zeilen zu breit. So lange Zeilen liest man nur unter Augen- und Gehirnqualen. Zweitens springt das Auge nur ungern über leere hohe Zwischenräume zwischen den zu langen Zeilen. Titelaufnahmen sind keine Manuskripte, die für den Setzer und Korrektor&amp;nbsp; g e s p e r r t&amp;nbsp; eingereicht werden müssen. Was für ein Mißverständnis!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Datenbankmacher haben die Unlesbarkeit ihrer Titelaufnahmen offenbar dumpf geahnt, sonst wären sie nicht auf die Idee gekommen, aufdringliche Trennlinien zwischen jeder Titelaufnahme quer über den Bildschirm zu ziehen. Das ist ganz grauenhaft und zerstört auch noch den letzten Rest an Lesefluß, der etwa noch verblieben sein könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Rande sei gesagt:&amp;nbsp; "Artikel merken" ist mißverständlich formuliert. Das muß man anders sagen. Die Funktion "Weiterempfehlen" ist, ich verwette meinen Winterhut, seit Bestehen der Datenbank in dieser blöden Form noch nie genutzt worden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ganz einfach&amp;nbsp; u n m ö g l i c h, eine Datenbank-Ergebnisseite noch entsetzlicher anzurichten, als es hier geschehen ist (ausgenommen jene ewig unvergessene SFB-Eurobuchseite mit arteriellem Blutrot, dito anthropogenem peinlichem Gelb und sehr verdächtigem Braun... dicht gefolgt von der gleichfalls aus Wien stammenden Meisterleistung, die Ergebnisseiten in scheußlichem blassem Badezimmergrün hinzuhauchen - aber lassen wir diese Alpträume ruhen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer da meint, ich urteile zu esoterisch, der möge einfach die Nagelprobe machen und sich durch mehrere Ergebnisseiten von Antiquariat.de lesend hindurchscrollen. Er wird mir aufatmend zustimmen, wenn ich hier die&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Usability-Note&amp;nbsp; 5 (ungenügend)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;vergebe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun habe ich mich über diesen Müll schon wieder so aufgeregt, muß mich mit einem Kaffee laben. Bis gleich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ereifert euch nicht gleich wieder über die Schärfe meiner Formulierungen. Wer eine Datenbank ins Netz stellt, der muß doch wissen, daß er es bei den Benutzern seines Instruments mit&amp;nbsp; M e n s c h e n&amp;nbsp; zu tun hat, mit lebendigen, die sehen, hören, fühlen, Schmerzen empfinden, sich ärgern und sich freuen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Würdest Du Unglückswurm, der du diese Ergebnisseiten verbrochen&amp;nbsp; hast, wildfremden Menschen ins Gesicht schlagen? Niemals! Aber im Netz, wo alles anonymer zugeht, da glaubst du deinen Nutzern Schmerzen zufügen zu dürfen?&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Du darfst schon, aber der genervte Leser, dessen Gehirn wegen&amp;nbsp; D i r&amp;nbsp; und deiner Blödheit malträtiert wird, hundertfach jeden Tag, der darf sich wehren. Ich tue das als Testperson hiermit und bezichtige dich der&amp;nbsp; K ö r p e r v e r l e t z u n g&amp;nbsp; im Netz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Du darfst eine solche verunglückte Ergebnisseite nicht ins Netz stellen. Nein, du&amp;nbsp; d a r f s t&amp;nbsp; nicht. Man soll seine Mitmenschen nicht quälen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die genossenschaftliche Datenbank gehört, was ihr Herz, die Auflistung der Titel, angeht, nach meiner persönlichen Einschätzung ins Raritätenkabinett des Schreckens. Dieses Portal konnte keinen Erfolg haben, weil sich der Nutzer nach kurzer Lesezeit angewidert, genervt, enttäuscht abwenden mußte. &lt;i&gt;Nur die Masochisten unter uns bleiben dieser Ergebnisseite als Nutzer erhalten, quäl mich schön mit deiner Ergebnisseite, jaa, bitte, schööön...&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie erholsam ist es, von "Antiquariat.de" zurückzukehren zum lesefreundlichen, exzellenten Abebooks, notfalls sogar zum höchst mittelmäßigen ZVAB. Alles, alles ist besser - - als die verhunzten Ergebnisseiten unserer genossenschaftlichen Datenbank.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit, wobei ich wieder meine persönliche Einschätzung betone: Wer immer diese Datenbank konstruiert hat - ich weiß es nicht und wills auch gar nicht wissen -, wer immer für ihre Supervision, ihre Fortentwicklung zuständig war, hat Stück- und Flickwerk geleistet. &lt;span style="background-color: white;"&gt;Dieses Bücherportal ist in seinem Herzen, der Ergebnisseite, schon nach kurzer Zeit&amp;nbsp; nur unter Qualen für den Nutzer lesbar.&lt;/span&gt; Nach fünf Minuten einer raschen Büchersuche unter mehreren Stichworten flimmern die Augen, wehrt sich das Gehirn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Querlesen ist eine wunderbare Möglichkeit, unverzichtbar für jeden Bücherliebhaber. Mit dieser Typographie, diesen Zeilenabständen, diesen Scroll-Orgien wird Querlesen zur Selbstquälerei.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-8541084392487448289?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/8541084392487448289/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/portaltest-antiquariatde-wo-der-nutzer.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/8541084392487448289'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/8541084392487448289'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/portaltest-antiquariatde-wo-der-nutzer.html' title='Portaltest &quot;Antiquariat.de&quot; - Wie verärgere ich den Nutzer?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-Aq-r0iQC0JE/TrhK35B-LzI/AAAAAAAAW80/P6Nl92Wy9lk/s72-c/Antiquariat+antiquariat.de_1320695072801.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-3877568460621106831</id><published>2011-11-07T06:37:00.000-08:00</published><updated>2011-11-07T07:13:55.197-08:00</updated><title type='text'>Abenteuer im  V e r s a n d . Anhang: Geld vernichten mit Amazon</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/kommunikation/post/img/portrait_post_postkutsche_g.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="472" src="http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/kommunikation/post/img/portrait_post_postkutsche_g.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Das Thema ist etwas sperrig. Für Antiquare wie auch für ihre Kunden wird es aber umso wichtiger, je mehr der Internetverkauf systematisch bevorzugt wird, je mehr&amp;nbsp; E i n z e l titel der Sammler gezielt sucht. Eine im Internet zusammengekaufte Bibliothek kann ein preiswertes und vom Jagdfieber beflügeltes Objekt der Begierde sein, besonders wenn man sich in Ebay hineinkniet oder in noch abenteuerlichere Quellen - aber der Anteil der Portogebühren macht dann immer einen erstaunlich hohen Teil der Anschaffungskosten aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein Fehler, wenn der Händler die Transportkosten als zu vernachlässigende Größe ansieht nach dem Motto "der Käufer zahlt das ja". Gerade Sammler, die im Buchankauf sehr großzügig agieren, pflegen von Hause aus ein genaues Rechnungswesen, sie können mit Geld umgehen. Die Binsenwahrheit, daß vom Kunden Kleinbeträge ebenso gründlich wahrgenommen und überprüft werden wie große danebenstehende Summen, bewahrheitet sich immer wieder. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe in den letzten Jahren rund 5000 Versandvorgänge eigenhändig erledigt. Meine Kunden gehören dem Mittelfeld und dem unteren Luxus-Standard der Büchersammler an, ich habe weder ganz unten im Taschenbuchbereich noch im Feld der hohen Versteigerungsware Besteller. Das ist eine sehr typische Klientel im Antiquariat. Welche Regeln konnte ich beobachten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst eine Formalie zur Verpackung. Es ist an der Zeit, von den Luftpolster-Versandtaschen endgültig wegzukommen. Sie schonen die Bücher nicht ausreichend, wirken durch ihre weiche Oberfläche bei der Ankunft unordentlich, immer etwas krumpelig, unschön abgestempelt, sie sind zu leicht zu öffnen, wirken beim Kunden "billig". Dagegen sind Verpackungen aus P a p p e, entweder als&amp;nbsp; Drehkreuz- oder als Papptaschenlösung, stabiler und schöner, sie wirken "teuer", sind es aber nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verpackungen aus Pappe sind nur wenige Cents teurer als die scheußlichen Kunststofftaschen, wenn der Antiquar sie über den Hersteller&amp;nbsp; d i r e k t&amp;nbsp; bezieht. Das ist unerläßlich. Die vermeintlich günstigen Großhändler im allgemeinen Bürobedarfsbereich verkaufen Papplösungen stets relativ teuer. Diese Ware verträgt offenbar keinen Zwischenhandel. Ein preiswerter Pappenhersteller mit Deutschlandversand, möglicherweise der größte, ist Bähr in Bremen. Ich bin mit dieser Firma außerordentlich zufrieden, schnelle Lieferung, perfekte Verpackung in riesigen Fabrikkartons.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann eine erstaunliche statistische Feststellung: Bei einfachen Büchersendungen im Inland geht je 1000 Versandvorgängen nur 1 (eine) verloren. Diese Versendungsform wird von der Post inzwischen sehr sorgfältig behandelt, ich vermute, daß es an einem einfachen posttechnischen Vorgang liegt: Normale und größere Büchersendungen werden je nach Betriebslage inzwischen von den Paketwägen mit zugestellt. Die Paketfahrer aber sind durch die hohen Versicherungssummen, die auf ihrer gewöhnlichen Ware, den Paketen, liegen, ein sehr genaues, präzises Arbeiten gewohnt. Wie auch immer, Büchersendungen sind nach Jahren der Turbulenzen (Büchersendungen in Berlin vor 15 Jahren, man erinnert sich...) inzwischen wieder zu einer sehr sicheren, empfehlenswerten Versandform geworden! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Unterschiede in der Versandqualität der verschiedenen Paketdienstleister, einst ein beliebtes Thema unter Antiquaren, sind inzwischen fast gegenstandslos geworden, was an den hohen Versicherungswerten liegt, die alle anwenden. Natürlich sieht eine Zustellung durch kleine Freizeitlieferanten, typisch ist da Hermes, anders aus als die beim nahezu beamteten DHL-Fahrer, aber Hermes ist mir aufgefallen, weil sich die kleinen Krauter oft rührende Mühe geben und ihr Terrain sehr gut kennen - während die hochgelobte DHL oft ganz zynisch Benachrichtigungskarten in Serie in die Briefkästen steckt, Abholung bitte im nächsten Postamt. Unterschiede in den Lieferzeiten reduzieren sich auf die Grundfrage "1 oder 2 Tage", mehr ist da nicht zu berichten. Wohl aber von der Technik der Buchung her: Hermes ermöglicht ein sehr komfortables Ausfüllen der Adreßzettel im Internet, schnell und elegant auszudrucken, Bezahlung erst in der Annahmestelle in Bar - DHL treibt dagegen mit einem ausgeklügelten, unendlich komplizierten und mißtrauischen Inkassoverfahren den Nutzer zur Weißglut, bis der Adreßzettel ausgedruckt ist - oder auch nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Preisen gilt es vor allem, die Mehrwertsteuer zu beachten - ist sie schon enthalten, oder kommt sie hinzu? Wir Antiquare können sie ja in aller Regel voll absetzen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den Versand unter 1000 Gramm kommt, jedenfalls bei Buchwert unter etwa 50 Euro, immer nur die gewöhnliche Büchersendung der gelben Post in Frage, 500-1000 gr 1.40 Euro. Will ich unbedingt eine "Versicherung" haben, dann sende ich nicht etwa per Brief und Einschreiben, sondern ich benutze das Hermes-Paket. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Merke: Hermes-Pakete ersetzen die Einschreibsendung für den Antiquar im Inland&amp;nbsp; i m m e r, im Ausland meistens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während ich bei Verlust einer Einschreibesendung nur einen nominellen sehr geringen Betrag erhalte, gewährt der Paketversand Erstattung des wirklichen, vollen Warenwerts. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Päckchen der gelben Post erhalte ich bei Verlust - nichts. Auch von der Portostruktur her ist das Postpäckchen (maximal 2 kg) eine absurde Konstruktion, es kostet nur 10 cents weniger als ein vollversichertes Hermes-Paket der unteren Größe, die bis 24 Kilo und 50 cm Umfang (längste + kürzeste Kante) reicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich füge hier keine Portotabelle der verschiedenen Paketdienste an, das läßt sich nicht unter einigen Stunden angestrengter Arbeit leisten. Die Antwort ist generell ganz einfach - unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer, also vom Standpunkt des Antiquars aus gerechnet, ist&amp;nbsp; H e r m e s&amp;nbsp; für jede Sendung über 1000 gr im Inland die billigste Wahl. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für Sonderfälle ab 5 Kilo, die im Antiquariat nicht oft auftreten, und vor allem im Auslandsversand lohnt es sich, die Tabellen aller Firmen durchzusehen. Im Fall "Schweiz" kommen wir sogar auf ein mittelalterliches Versandinstrument zurück - den&amp;nbsp; S a c k&amp;nbsp; mit angehängter Schleife. Unterhaltsam, skurril - und bis zu 15 Euro gespart. Größere Sendungen in die USA transportiert dagegen DHL seit Jahren unschlagbar billig und schnell. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Randbemerkung 1)&lt;br /&gt;Der Börsenblatt-Netzdienst beglückt uns heute mit folgender frohen Botschaft:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Bei Amazon können Händler Paketmarken erwerben:)&lt;br /&gt;"Das Angebot... gilt zunächst nur für eine begrenzte Zahl von Amazon Marketplace-Verkäufern, später sollen es alle Verkäufer nutzen können. Ein unversichertes Päckchen kostet 3,90 Euro, ein versichertes Paket bis 2 kg Gewicht 4,90 Euro (bis zu 10 kg Gewicht 5,90 Euro)."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wissen aber: Bei Hermes erhalte ich das bis 500 Euro vollversicherte Paket - nach Abrechnung der Umsatzsteuer - für 3,30 Euro, Gewicht bis 24 kg. Antiquar kann also mit Amazon beim "Päckchen" 60 Cents wegwerfen und erhält dafür&amp;nbsp; k e i n e&amp;nbsp; Versicherung; beim Paket werfen Sie bitte mit Amazon mindestens 1,60 Euro weg, höchstens 2,60 Euro.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was sich Amazon dabei denkt, weiß ich nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Randbemerkung 2)&lt;br /&gt;Hermes hat seit 1.11. nun auch ein "Päckchen" im Angebot, 20 Cents billiger, versichert mit 50 Euro - Gewichtsgrenze 24 kg, aber das eher lustige Kantenmaß beträgt 37 cm. Trotzdem die ideale Ergänzung für den Antiquar - eine Art "Büchersendung&amp;nbsp; ü b e r&amp;nbsp; 1000 gr mit einer vereinfachten Versicherung", wie ich das seit Jahren hier gefordert hatte. Kostet den Händler netto&amp;nbsp; 3&amp;nbsp; E u r o&amp;nbsp; und 10 cents - absolut ideal.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-3877568460621106831?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/3877568460621106831/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/abenteuer-im-v-e-r-s-n-d-anhang-geld.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/3877568460621106831'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/3877568460621106831'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/abenteuer-im-v-e-r-s-n-d-anhang-geld.html' title='Abenteuer im  V e r s a n d . Anhang: Geld vernichten mit Amazon'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-2156580802148640636</id><published>2011-11-06T08:30:00.000-08:00</published><updated>2011-11-06T09:16:17.788-08:00</updated><title type='text'>Ein neues Medium für Buchantiquare und ihre Kunden?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/--IFgq-JPwu4/Tra13FLcUYI/AAAAAAAAW8c/L4zEq3CwyD8/s1600/Setzersaal.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="480" src="http://3.bp.blogspot.com/--IFgq-JPwu4/Tra13FLcUYI/AAAAAAAAW8c/L4zEq3CwyD8/s640/Setzersaal.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zehnjähriges Jubiläum der GIAQ! Unser verehrter Kollege Pardun hat einen &lt;a href="http://der-solo-antiquar.de/antiquariat-und-internet/142-internetantiquar/510-giaq-3-schlummernde-potenziale-nutzen"&gt;dreiteiligen Lagebericht&lt;/a&gt; abgeliefert zum gegenwärtigen Zustand der Genossenschaft der (Internet-) Antiquare, vor allem aber hat er sich Gedanken gemacht über eine mögliche Zukunftsplanung. Ich bin nicht immer seiner Meinung, glaube aber, daß er in der Hauptsache richtig liegt - es muß ein neues&amp;nbsp; M e d i u m&amp;nbsp; her für die gesamte Antiquariatsbranche, sonst bewegt sich gar nichts.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ehe wir uns ans Arbeiten machen, sollte die Werkstatt ein wenig aufgeräumt werden. In den letzten Tagen haben sich einige Unklarheiten aufgebaut, die kurz besprochen werden müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist mir sehr ernst mit dem Kampf gegen das Amazon-Abebooks-ZVAB-Monopol im Internetabsatz antiquarischer Bücher. Vom Sonderfall Ebay abgesehen gute 90 % der Marktbeherrschung - das ist ein Skandal und eine ganz böse Gefahr. Ich habe bisher die Strategie gehabt, auf eine Klage von Amazon wegen Geschäftsschädigung, übler Nachtrede oder der Teufel weiß was zu warten - leider vergeblich. Dazu sind sie zu klug. Das wäre der ideale Weg gewesen, um eine Öffentlichkeit für unser Anliegen herzustellen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sehe, daß das nicht gelingen kann, wozu auch beiträgt, daß ich - als Tester muß ich unbestechlich sein - Abebooks mit weitem Abstand für das beste Verkaufsportal im deutschen Markt halte. Auch die Mängel beim ZVAB sind eher ästhetischer und taktischer Natur, in technischer Hinsicht ist das ZVAB durchaus gut. Also bin ich insbesondere Abebooks gegenüber in einer verzweifelten Situation: ich wünsche jedem Antiquar gerade diese Datenbank, die als Portal fast die Traumnote "1" bekommen kann in meiner eigenen Nomenklatur - zugleich finde ich den Würgemechanismus des Amazon-Monopolisten verabscheuenswert und bedrohlich. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich warte nun nicht länger auf eine Klage der Amazon-Anwälte, will vielmehr die nächsten Tage eine stille Privatissime-Klausur zum Thema "Monopolrecht" in der Uni abhalten. Erfreulicherweise liegen die juristischen und die volkswirtschaftlichen Seminarbibliotheken nebeneinander, ich kann zwischen beiden munter hin- und herwechseln. Es m u ß&amp;nbsp; einen Weg geben, das Bundeskartellamt zur Rechenschaftslegung über diese Monopolsituation zu&amp;nbsp; z w i n g e n, aber ich bin weder in diesem besonderen Zweig des Verwaltungsrechts noch im Wirtschaftsrecht zuhause. Wir hatten mal einen Monopolfachmann als Ordinarius, die Literatur wird also da sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter anderen Verhältnissen würde ich die Rechtsabteilung beim Börsenverein um Hilfe bitten, aber die schicken zum Sicherheitsdienst, ehe ich mein Greisenhaupt auch nur an der Pförtnerloge vorbeibewege. Manchmal bringen Besuche etwas: Auf meiner Agenda steht ein Besuch in&amp;nbsp; S t r a ß b u r g&amp;nbsp; in der Amazon-Abebooks-ZVAB-Sache auf der Kulturebene, und ansonsten gibt es vielleicht in&amp;nbsp; B o n n&amp;nbsp; beim Monopolamt eine gute Cafeteria? Es gibt Fälle, in denen eine persönliche Vorsprache Wunder wirkt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im hohen Alter wird man wieder kindisch, bei mir äußert sich das gelegentlich in einem Spieltrieb, den ich nicht unterdrücken kann. So bitte ich meinen letzten Beitrag zu verstehen, in dem ich dem geschätzten Börsenblatt-Netzdienst eine Kungelei mit dem ZVAB unterstellt hatte. Natürlich hat es "ein Geschmäckle", wenn das ZVAB, ich zitiere, "in K o o p e r a t i o n" mit der Fachschule des Buchhandels in Frankfurt Lehrkurse abhält. Das ist nicht gut, um mit Biester zu sprechen. Aber ich weiß natürlich schon, daß der gerügte Passus aus Gedankenlosigkeit stehengeblieben ist und keine echten Beeinflussungen stattfinden. Da war Biester (dem ich zum besseren Schreiben des Doktors beraube, es ist zu umständlich) wesentlich näher an Interessenskonflikten, als in Tutzing in fröhlicher Runde Wein getrunken und Lehrkurse beim ZVAB abgehalten wurden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur hat die Sache System von Abebooks her. Unvergessen ist die Frechheit, mit der Abebooks die unbedarfte, etwas naive Leipziger Verwaltung der Deutschen Bibliothek, die ich weiterhin so nenne, eingespannt hatte zu plumper PR-Arbeit. Das muß nicht einmal böse Absicht sein - aus dem US-Management schwappt solche Unsitte zu uns herüber. Ob die Deutsche Bibliothek, ob die Fachschule der Buchhändler - immer munter drauflos, einspannen, werben, vom Image profitieren... Nach deutschem Verständnis ist es ausgesprochen schofel und schmierig, von der Gesamtheit aller Bürger oder sonst gemeinschaftlich bezahlte Institutionen für PR- und Imagearbeit einzuspannen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich wußte ich, daß die Buchhändlerschule mir nicht ein Sterbenswörtchen antworten würde. Biester hätte sich in besseren Zeiten einen ironischen Kurzkommentar abgerungen, aber inzwischen scheint unter Casimirs düsterem Regiment der Antiquariatsteil des Börsenblatt-Netzdienstes völlig kastriert zu werden. "Lasset uns Fakten berichten". Meinungen kommen zu kurz, und tatsächlich kommt mir Biester inzwischen vor wie eingesperrt in eine Hundehütte, zwei Ketten am Hals, an der einen das Schild "MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH ", was natürlich nur neudeutscher Schmonzes ist, in Wahrheit ist das der Börsenverein und gar nichts sonst - an der anderen ein Foto, in dem Biester auf der Jahresversammlung der AG auf meine Zumutung, e r&amp;nbsp; möge doch den neuen Wendt schreiben, derart entgeistert und angeekelt dreinblickte, als hätte ich ihn aufgefordert, er solle Kippen im Hof aufsammeln. Diesen Augenblick vergesse ich nie - Biester interessiert sich nicht für die Niederungen unseres Gewerbes, nicht persönlich jedenfalls. Mein Bild von den Edelantiquaren, die allein in seinem Herzen wohnen dürfen, war so falsch nicht über die Jahre hinweg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine kurze Bemerkung zu meiner eigenen Person gehört auch zum sonntäglichen Aufräumen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In monatelanger Arbeit habe ich eine Lösung für meine besonderen Absatzprobleme im Antiquariat gefunden. Wer wie ich nur Titel vor 1945 führt, der hat andere Sorgen als die meisten Kollegen. Ich hatte über die Jahre hinweg ganz vergessen, daß wir heute in der Lage sind, Bücher, die bei der "Sammlung deutscher Drucke" und bei den Schwerpunktbibliotheken (IuD, Forschungsgemeinschaft, MPI...) f e h l e n, gezielt anzubieten. Noch vor zwei, drei Jahren war das wegen unendlicher, ich zitiere, "unvollständiger Aufnahme unserer älteren Titel im OPAC" oft nicht möglich. Heute geht es mit ganz geringfügigen Ausnahmen - heureka!&amp;nbsp; Sollte Kollegen die Materie interessieren, stelle ich das gern mal dar. Für mich ist das eine Lösung, die zwar hochkonzentriertes Datenbankarbeiten erfordert, aber den&amp;nbsp; Z e i t aufwand verringert. Stichwort "aktives Anbieten" antiquarischer Bücher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe nun endlich mehr freie Zeit. Das müssen Sie büßen, denn es gibt wieder mehr zu lesen aus meiner Feder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Und nun zurück zu Pardun, seinem "Soloantiquar" und den Vorschlägen für eine Reform der GIAQ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch hier sind erst einmal einige Restbestände aufzuräumen. Kollege Pardun muß, auch wenn ich nicht weiß, wie er das anstellen könnte, seinen Webseitennamen loswerden. "Soloantiquar" ist eine typische Schnapsidee, geboren nach langem Hin- und Hersinnen, wenn zuviel gedacht worden ist, anstatt spontan vorzugehen. Der Name ist völlig unmöglich, ganz grotesk und auch peinlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe mit meinen Vorschlägen zu Namensfragen, mit denen ich über die Jahre hinweg immer Recht behalten hatte, nie Erfolg gehabt. Ich bin es einigermaßen müde, mir sagen zu müssen, "es hilft ja doch nichts". Ich fasse mich deshalb kurz und bringe ihm einfach die spontanen Assoziationen des gebüldeten Greises Mulzer (merke, unsere Kunden sind oft solche):&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- Velosolex&lt;br /&gt;- Solipsismus&lt;br /&gt;- alte Sohlen zu kaufen&lt;br /&gt;- soso, soso, aha&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;S o l o&amp;nbsp; ist fast immer&amp;nbsp; n e g a t i v&amp;nbsp; besetzt. Ein Soloantiquar ist einer, der es mit seine Kollegen nicht kann, das Mauerblümchen in der Ecke, der einsame Rufer in der Wüste, Säulenheiliger auf seiner Wüstensäule (auf dem Boden um die Solosäule herum die Restzeugnisse menschlicher Bedürfnisse), Solo ist einer, dem die Frau und/ oder der Freund fehlt, "ich bin solo".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Name muß sofort, unter allen Umständen weg!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleiches gilt für die GIAQ. Ich habe vor rund zehn Jahren gegen diesen Namen angekämpft und tue es immer noch - grotesk, peinlich, schädlich! Kein Mensch kann ihn sich merken, das "Q" ist im Deutschen fast immer schlecht, schräg, macht den Leser mißtrauisch. Und überhaupt ist inzwischen, das konnte man damals nicht wissen, der ausgeschriebene Name auch sinnlos geworden, denn ganz ohne Internet arbeitet heute kein Antiquar mehr, das wäre Selbstmord. Wir sind alle "Internet-Antiquare" (übrigens ist auch dieser Begriff hirnrissig formuliert, mißverständlich, kurzum&amp;nbsp; s a u b l ö d). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Antiquariat.de" für das Portal ist eine ähnlich schädliche Namenswahl. Kein Mensch kann sich den Unterschied zum Antiquariat als Gattungsbegriff merken, überdies - ach, ich bin es so leid, mich da immer zu wiederholen - ist die Bezeichnung nicht rechtssicher. Der erste übelwollende Konkurrent kippt ihn mit Leichtigkeit. Leute, es ist so, irgendwo in diesem Blog habe ich das seitenweise begründet. Das wäre die absolute Katastrophe, wäre es nicht?&amp;nbsp; Da euch nur Mitbewerber verklagen können und Amazon-Abebooks-ZVAB an eurem Erhalt als Alibi und Schamtüchlein interessiert sind, nicht aber an eurem Untergang, klagen sie nicht. "Antbo", unser lieber Entenpopo, sowieso nicht. "Buchfreund" klingt schrecklich auf seine Weise...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"&lt;i&gt;Wirklich gebraucht wird ein branchenbasiertes „Antiquariatsjournal“ samt Redaktion und redaktionellem Beirat. Zum Einen, um hier eine klaffende journalistische Marktlücke aus dem Antiquariat zu füllen&lt;/i&gt;."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hat Pardun richtig gesagt. Ich habe bis zur Messe in Frankfurt immer gedacht, man könnte Biester dazu bringen, seinen Börsenblatt-Netzdienst auszubauen oder wenigstens wieder zu dem zu machen, was er vor Jahren doch immerhin einmal war. Seit ich den waidwunden Blick vor Augen habe, mit dem er die Zumutung, das neue Antiquariatshandbuch schreiben zu sollen, von sich wies, weiß ich, das das nicht läuft. Du kannst den Hund nicht zum Jagen tragen! Biester will nicht, und er darf wohl auch nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich auch in Frankfurt gelernt habe: Die Antiquare, auch im Edelbereich, kochen nur mit Wasser und sind in der Regel hochgebildete, aber seltsame und verschrobene Zeitgenossen. Sie können sich schon von ihrer vorherrschenden Mentalität her &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*nicht gut organisieren, sich auch nicht verteidigen, nicht ihre Rechte wahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe die Antiquare generell überschätzt, was ihr Sozialverhalten angeht. Ich hätte nicht von mir ausgehen dürfen - ich kann sozusagen gar nicht existieren, ohne sofort virtuell ins soziologische Seminar zurückzukehren, lang ist es her, und&amp;nbsp; S t r u k t u r e n&amp;nbsp; der Organisation, Pläne, Verbesserungen, Neuerungen zu untersuchen und mir auszudenken. Ich brauche nur drei Leute an einem Tisch sehen - schon möchte ich sie zu einem Aktionsbündnis zusammenschließen. Ob meine einst geliebte Pfadfinderei mir da einen späten Streich spielt?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie auch immer - die Antiquare sind nur ganz schwer sozial zu integrieren. Und ihr finanzielles Potential ist nicht hoch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies bedeutet, daß sich ein Medium, welches sich nur an Antiquare wendet, nicht selber tragen kann. Das geht nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Königsweg, um den Antiquaren doch zu einem Medium zu verhelfen,&amp;nbsp; ist eine (Netz-) Zeitschrift sowohl für die Antiquare als auch für ihre Kunden einzurichten! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Interessantesten, das mir in letzter Zeit untergekommen ist, gehören die Versuche der Portale, sich mit "Zusatzdiensten" ihren Kunden anzuschmusen. Die Krönung war jene von einer Praktikantin(?) erstellte Kulturbegleitseite, die das alte ZVAB noch in Tutzing auf die Beine gestellt hatte - in linkischem, fehlerhaftem Deutsch noch blödsinnigere, plattere "Kulturereignisse" heruntergeschrieben. Ich sage als Leser schweizerischer Kriminalromane in solchen hoffnungslosen Fällen "Matto regiert". Jedes weitere Wort zu jenen Blödigkeiten wäre vergeudet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie man es gewohnt ist, sind hingegen die Zusatzdienste von Abebooks in Formulierung und Inhalt ganz ausgezeichnet - da sind eben Könner am Werk! Und ebenso gewöhnlich glänzt der neue Begleittext von "Antiquariat.de" durch in schrecklichem Deutsch hingesetzte Plattigkeiten erster Güte. Die anderen Datenbänklein lasset uns mit Schweigen übergehen. Notabene: Abebooks ist weitaus besser in den Begleittexten als Amazon, das ein ordentlicheas Mittelmaß einhält.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Diese begleitenden, zusätzlichen Dienste der Portale lassen sich weitaus besser darstellen&lt;/i&gt; und - Dr. Biester, aufgemerkt nun also - sie müssen unbedingt zum Edelantiquariat hin und damit für den Edelkunden ausgebaut und ergänzt werden. Das bedeutet nicht, daß man wie jene britische Webseite ganze bibliographische Apparate ins Netz stellt, wohl aber muß eine Art Grundstock, ein amüsant zu lesendes Lehrwerk für den "besseren" Kunden gebracht werden. Mir scheint, daß "Aus dem Antiquariat" etwas zu hoch liegt im Anspruch, aber in diese Richtung sollte es schon gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ich nicht weiß, inwieweit sich die Genossenschaft noch einmal aufrappelt, melde ich für ein selbständiges Antiquariatsmedium gleich einmal eine ausgedehnte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*Plantage von Sachgebietsverlinkungen für Kollegenwebseiten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;an. Ich bin dem werten Kollegen RFMeyer wirklich böse, daß er seine so gut angedachte Webseitenverlinkung nicht weiter ausgebaut hat. Ein Antiquariatsmedium wird ihm die Idee einfach wegen Untätigkeit enteignen und sie selber übernehmen. Halten zu Gnaden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Vorschläge zu einer Reorganisation der Genossenschaft kann man unten nachlesen. Heute ging es mir darum, Kollegen Pardun in seiner Forderung nach einem neuen Antiquariatsmedium zu unterstützen. Die Namensfrage - darüber wird noch nachzudenken sein. Über die Gestaltung auch; ich finde die "Soloantiquar"-Seite, um es milde auszudrücken, technisch und taktisch gar nicht gut. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Das Foto aus dem Setzersaal zeigt drei Redakteure des neuen Antiquariatsmediums bei der Arbeit - links Dr. Biester. Die Rechte am Bild besitzt http://www.blog.druckerey.de/&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-2156580802148640636?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/2156580802148640636/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/ein-neues-medium-fur-buchantiquare-und.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/2156580802148640636'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/2156580802148640636'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/ein-neues-medium-fur-buchantiquare-und.html' title='Ein neues Medium für Buchantiquare und ihre Kunden?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/--IFgq-JPwu4/Tra13FLcUYI/AAAAAAAAW8c/L4zEq3CwyD8/s72-c/Setzersaal.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-1305440099680059301</id><published>2011-11-02T05:40:00.000-07:00</published><updated>2011-11-02T07:03:37.570-07:00</updated><title type='text'>Unterwandert Amazon den Mediacampus Frankfurt?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.preussen-chronik.de/bilder/186_Die_Unterrichtung_der_Kinder.jpeg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="499" src="http://www.preussen-chronik.de/bilder/186_Die_Unterrichtung_der_Kinder.jpeg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"&lt;span style="color: red;"&gt;Das Seminar findet in Kooperation mit dem Zentralen Verzeichnis Antiquarischer Bücher ZVAB statt&lt;/span&gt;."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zitat aus der Beschreibung des Kurses "Grundwissen Antiquariatsbuchhandel", den die Fachschule der Buchhändler, neudeutsch aufgemotzt heute als "mediacampus Frankfurt" zu bezeichnen, nun schon wiederholt abhält. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sehen an einem konkreten Beispiel mit Erstaunen, wie bedenklich es mit der Neutralität der Fachschule bestellt ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht daß "ZVAB" und der Umgang mit dieser Bücherdatenbank nicht gelehrt werden sollte, im Gegenteil würde ich mir, wie die Dinge nun einmal stehen, auch eine Einführung in den komplexen Umgang mit Amazon und die stellenweise absurd-grotesken Abrechnungs- und Klassifizierungssysteme bei Abebooks wünschen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie jeder Buchantiquar - nicht aber das Bundeskartellamt - weiß, sind gute 90 % des Internetabsatzes der deutschen Antiquare (ohne den Sonderfall Ebay) unter einer Fuchtel, der des Alleinbesitzers Amazon, vereinigt, ZVAB - Abebooks - Amazon. Also muß der Umgang mit den diesen drei wichtigsten Absatzportalen gelehrt werden, wertfrei und ohne Groll. Lehre soll nicht Stellung beziehen (oder soll sie doch - ein weites Feld).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Folgerichtig wird auch im neuen Fortgeschrittenenkurs, für den Hasso Bräuer verantwortlich zeichnet, unter anderem in die Benutzung von Ebay eingeführt - ein so schwieriges Thema, daß es mich in den Füßen juckt, einen seiner Kurse zu belegen, nur um zu sehen, wie Bräuer das macht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn es also selbstverständliche Pflichtübung ist, in die Datenbanken und Portale, wie sie nun einmal sind, einzuführen - - so halte ich es für eine Ungeheuerlichkeit, wenn der vorgeblich neutrale Börsenverein mit dem ZVAB &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;in K o o p e r a t i o n&amp;nbsp;&amp;nbsp; unterrichtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man weiß nun doch, daß jeder Unterricht, jede Schule sich hüten muß wie der Teufel vor dem Weihwasser, auch nur mögliche Beeinflussungen durch Institutionen, Parteien, Interessengruppen und Firmen zuzulassen. Die Tätigkeit der Oberschulämter besteht zu einem gewissen Teil darin, jedes Kräutlein einer möglichen Beeinflussung in den ihm unterstellten Schulen auszujäten. Immer wieder versuchen Firmen, Parteien, Gruppen Einfluß auf das Schulwesen zu nehmen, und ebenso&amp;nbsp; beständig jagt sie die Kultusverwaltung aus dem Tempel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist gut so, denn anders läßt sich Unterricht nicht machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angesichts der sattsam bekannten Situation, daß - im Keller läuft die Bartaufwickelmaschine - Amazon, unter Außerachtlassung der Ebay-Problematik, gut 90 % des Internetabsatzes der deutschen Antiquare kontrolliert, also Amazon eine ganz scheußliche Monopolsituation zu Schaden eines ganzen Berufsstands innehat, daß ferner Amazon der Hauptfeind nicht nur der deutschen Buchhändler, sondern auch bald der Verleger ist - - ist es da zu verantworten, den Unterricht für die Antiquare in&amp;nbsp; K o o p e r a t i o n&amp;nbsp; mit einer hundertprozentigen Amazon-Tochter abzuhalten?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muß gelegentlich auch Forderungen formulieren, sonst bleibt alles im Nebel. Ich fordere daher den Börsenverein auf, seine Schule anzuweisen, die Kooperation mit Amazon-ZVAB sofort einzustellen und vor allem bitte ich die Schulleitung, den anstößigen Passus aus ihrer Webseite zu streichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe mitunter die Neutralität des Börsenvereins ins Lächerliche gezogen, tatsächlich aber ist sie eine große Leistung über anderthalb Jahrhunderte hinweg. Das verpflichtet! Ich würde mich besonders freuen, wenn Dr.Biester die Leitung der Schule zu einer Stellungnahme in seinem Börsenblatt-Teil veranlassen könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei dieser Gelegenheit könnte Dr. Biester als Geschäftsführer der AG Stellung dazu beziehen, ob die AG noch irgendeine Zusammenarbeit mit dem ZVAB-Programm "Antiquaria", das jeder Neubuchhändler kennt, aufrechterhält. "Antiquaria" dient zumindest werbe- und imagemäßig dem ZVAB und damit direkt seinem Alleinbesitzer,&amp;nbsp; A m a z o n. Damit kann "Antiquaria" nicht mehr vom Börsenverein oder einer seiner Gliederungen neutral empfohlen werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich ersuche ganz schlicht und ergreifend um&amp;nbsp; N e u t r a l i t ä t&amp;nbsp; des Börsenvereins in allen seinen Gliederungen gegenüber Amazon und seinen macht- und hilflosen Trabanten(*), als da sind Abebooks und ZVAB.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;(*) (sinngemäße Zitate von der Messe) "Wir wissen nicht, wie Amazon entscheidet. Wir gehen davon aus, daß Abebooks selbständig bleibt. Es kann aber schon nächstes Jahr alles anders sein, ja, das kann man so sehen. Amazon bestimmt das in der Zentrale. Wir wissen jedenfalls nichts Näheres."&amp;nbsp; "ZVAB soll selbständig bleiben. Aber Amazon plant selbständig, wir haben da keinen Einblick. (Auf scharfe Kritik gegenüber dem jetzigen, nach meiner Einschätzung etwas altbackenen ZVAB-Standard) "Wir wollen ZVAB selbständig halten. Amazon entscheidet alles"&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-1305440099680059301?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/1305440099680059301/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/unterwandert-amazon-den-mediacampus.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/1305440099680059301'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/1305440099680059301'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/unterwandert-amazon-den-mediacampus.html' title='Unterwandert Amazon den Mediacampus Frankfurt?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-3698136252596065954</id><published>2011-11-01T10:01:00.000-07:00</published><updated>2011-11-01T10:20:54.348-07:00</updated><title type='text'>Sehr geehrter Herr Dr. Biester!</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.nt-nv.fh-koeln.de/mcaachen/mp3s/Leibziger_Allerlei_2007/2007_MC_CD_LeipzigerAllerlei_F.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" src="http://www.nt-nv.fh-koeln.de/mcaachen/mp3s/Leibziger_Allerlei_2007/2007_MC_CD_LeipzigerAllerlei_F.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Sehr geehrter Herr Dr. Biester,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.&lt;br /&gt;gestatten Sie eine &lt;a href="http://www.boersenblatt.net/461088/template/bb_tpl_antiquariat/"&gt;kritische Randbemerkung&lt;/a&gt;: Es ist nicht schön, wenn Sie feierlich um Stellungnahmen zu einer - aktuellen, wichtigen - Frage&amp;nbsp; bitten, mit Namensnennung des Einsenders, dann aber unter der Begründung "Auf die Boersenblatt.net-GIAQ-Umfrage von letzter Woche gab es leider kaum Resonanz, bei weitem zu wenig für eine Veröffentlichung" die mühsam erstellten kurzen und längeren Antworten in den Papierkorb der Redaktion befördern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da würde man sich etwas mehr Achtung vor der Lesermitarbeit wünschen. Oder hatten Sie doch eher eine "repräsentative Abstimmung" im Auge, die nur bei hoher Beteiligung Sinn gemacht haben würde? Dann formulieren Sie bitte in Zukunft präziser. Das schüttere Pflänzchen der Lesermitarbeit sollte man begießen und hegen, nicht zertrampeln. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Börsenblatt, Abteilung Antiquariat, gilt bei den Kollegen ohnehin nicht gerade als leserfreundlich, seitdem dort die Kommentarfunktion abgeschaltet worden ist. In Frankfurt konnte ich, leicht erstaunt, vernehmen, daran seid vor allen Dingen ich schuld. Aber: ein Wort an meine Adresse würde genügt haben, um mich zu einem freiwilligen Schreibverbot zu bewegen in einem Medium, das meine Beteiligung nicht wünscht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht so zaghaft, lieber Dr. Biester!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Sie stellen uns eine ganz ausgezeichnete &lt;a href="http://www.boersenblatt.net/446186/"&gt;Bestandsaufnahme und Zukunftsvorhersage&lt;/a&gt; ad oculos, die für den&amp;nbsp; N e u buchhandel erstellt worden ist. Ich schließe mich Ihrer Beurteilung an, hier wurde solide gearbeitet, man ahnt die Materialfülle, die in langer Arbeit zusammengetragen wurde, um dann zu komprimierten klaren Sätzen destilliert zu werden. Es macht Freude, das zu lesen, auch wenn man sich den Vorhersagen nicht immer anschließen mag.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Freilich scheint es mir unfair und nicht sachgerecht, wenn Sie uns Antiquaren eine ähnliche Bestandsaufnahme wünschen und sie als Voraussetzung für weitere Arbeit einfordern. Denn bei uns&amp;nbsp; A l t buchhändlern geht es nicht nur wie bei den Zigeunern im grünen Wagen zu (um mit der Leitung des Börsenvereins zu sprechen), sondern es ist tatsächlich alles viel komplizierter als bei den Kollegen der Neubuchbranche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Viele Neubuchhändler würden jämmerlich scheitern, wenn sie ein Antiquariat führen müßten. Aber nicht nur die erforderliche lexikalische Durchbildung macht unseren Beruf so kompliziert, auch nicht das Sichmerken und in Beziehung setzen von Tausenden von Buchpreisen, sondern vor allem das Vorkommen mehrerer, grundlegend unterschiedener&amp;nbsp; S c h i c h t e n, besser Arten im Antiquariat. Nicht nur "Betriebsformen", sondern tiefgehend ganz unterschiedliche Arten von "Antiquariat" mit sehr divergierenden Lebens- und Arbeitsformen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Analyse der Situation, eine Bestandsaufnahme im Antiquariat setzt voraus, daß wir 5 (fünf) Schichten bzw. Arten des Antiquariats unter 4 (vier) Betriebsformen untersuchen. Die einzelnen Felder gehen natürlich ineinander über, viele Antiquare vereinigen mehrere Arten und Betriebsformen unter ihrem Dach. Ich setze meine Schätzungen zur Anzahl der Betriebsformen dahinter, die Summe ergibt wegen Mehrfachnennungen jeweils mehr als die 800 realistisch anzunehmenden Antiquariate in D, CH, A&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seltenheitsantiquariat (versteigerungsfähige Titel über etwa 50 Euro)&amp;nbsp; ...50&lt;br /&gt;Gehobenes Allgemeinantiquariat (mit Internet- und Handbuch-Bearbeitung ganzer Bibliotheken, themenuniversell und überzeitlich)&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...150&lt;br /&gt;Fachantiquariat&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...50&lt;br /&gt;Einfaches Antiquariat (auch Nachlässe, aber ohne systematische Internet-, auch ohne Handbuch-Bearbeitung, meist billigere Ware)&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...300&lt;br /&gt;Billigantiquariat (einfache Läden, "Kistenschieber", Flohmarkt, kleine Messen, Universitäts-Stände, MA im unteren Preisbereich)&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...400&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Betriebsformen sind:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Internet- und Katalogantiquariat (tatsächlich heute fast untrennbar verbunden)&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...500&lt;br /&gt;Ladenantiquariat&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...200&lt;br /&gt;Billigversand (Ebay- und Amazongrundlage, meist gebrauchte moderne Titel)&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...300&lt;br /&gt;Flohmarkt- und Kleinmessen-Händler&amp;nbsp;&amp;nbsp; ...200&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sehen, daß eine Bestandsaufnahme im Antiquariat&amp;nbsp; tatsächlich&amp;nbsp; Unfug&amp;nbsp; wäre, da man sich aus den Gemeinplätzen nicht mehr herausretten könnte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es würde uns aber gut anstehen, zu&amp;nbsp; E i n z e l aspekten im Antiquariat Analysen und Prognosen durchzudenken und in Thesenform zur Diskussion zu stellen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.&lt;br /&gt;Ich habe die Genossenschaft zehn Jahre hindurch so erbarmungslos (mitunter auch stillos) kritisiert, daß man mir zuhören darf, wenn ich die Skepsis von Dr. Biester in diesem Punkt nicht teile - der Genossenschaftsgedanke ist aktuell,&amp;nbsp; t r a g f ä h i g&amp;nbsp; und auch unbedingt notwendig in der jetzigen Lage unseres Gewerbes, wenn er nur &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- mit den Stützpfählen einer a l l g e m e i n e n&amp;nbsp; Berufsvertretung&amp;nbsp; ("Berufsverein")&amp;nbsp; unterfangen wird und dadurch&lt;br /&gt;- über ein schnell handelndes, demokratisch gestaltetes Diskussions- und Entscheidungsgremium verfügt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genossenschaft und Berufsverein&amp;nbsp; können Hand in Hand alle Probleme unseres Gewerbes lösen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;i&gt;Das Bild gehört dem heraugebenden Musikverlag&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-3698136252596065954?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/3698136252596065954/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/sehr-geehrter-herr-dr-biester.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/3698136252596065954'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/3698136252596065954'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/11/sehr-geehrter-herr-dr-biester.html' title='Sehr geehrter Herr Dr. Biester!'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-850350188095277794</id><published>2011-10-30T05:10:00.000-07:00</published><updated>2011-10-30T05:20:38.913-07:00</updated><title type='text'>Mit Ebay-Technik gegen Amazon - das Auktionsportal der Antiquare</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.diamonds-showcompany.de/shows/diamonds/diamonds_fotos/Geburtstagsstaendchen_800px.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="640" src="http://www.diamonds-showcompany.de/shows/diamonds/diamonds_fotos/Geburtstagsstaendchen_800px.jpg" width="576" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;b&gt;&lt;br /&gt;Auch ein Geschenk zum Jubiläum der GIAQ&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst ein aktueller Nachtrag zu meinem ILAB-Beitrag, der unwirsch aufgenommen worden ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurzer &lt;a href="http://www.ilab.org/search_form.php"&gt;Besuch bei der ILAB-Datenbank&lt;/a&gt; - unbeschreibliches Elend. Es werden in einer Art Metasuche überwiegend Feld-, Wald- und Wiesentitel, nach düsteren Kriterien ausgewählt, in einer unbeschreiblich miesen, primitiven, ganz verhunzten graphischen und benutzungstaktischen Weise angeboten, mit schweren Anfängerfehlern, peinlich eingefaßten Kästchen, störenden Randangeboten, unglücklicher Schrift, paradoxer Gliederung, grauenhafter Farbgebung und noch häßlicherer, absurderer Zumüllung des oberen Seitenviertels - - meine Herren, diese Büchersuche entspricht genau dem Bild, das ich von der ILAB habe. Werfen Sie mal meine Standardsuche "Hitler Kampf" an, und wenn Sie nach der dritten Seite nicht schreiend und fluchend abbrechen, dann können Sie als Krankenpfleger in einer Irrenanstalt arbeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solang die ILAB ihr Verkaufsportal durch Praktikanten aus der Unterprima gestalten läßt, soll sie nicht in Weimar Kulturtheater abhüpfen und einen auf Verbrüderung machen (während sich die Großen der Branche in Wahrheit spinnefeind sind und sich die Kunden abjagen). Erst die Hausaufgaben erledigen, dann dürfen die Knaben auf den Fußballplatz. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sagt den Leuten das niemand? Die eigenen Webseiten der illustren Teilnehmer in Weimar, das ergeben Stichproben schnell, sind exzellent gestaltet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Versprochen ist versprochen, nun bekommt die Genossenschaft ihr Jubiläumsgeschenk.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fasse mich im heutigen Beitrag ungewohnt kurz, um über vermeintliche Kleinigkeiten, an deren Bemeisterung aber der halbe Erfolg des Projekts gebunden ist, nicht zu viel zu verraten. Das Vorhaben ist im Kern durch Außenstehende der Branche nicht gut nachzuahmen, denn es baut auf dem&amp;nbsp; beruflichen, internen&amp;nbsp; V e r t r a u e n&amp;nbsp; der Antiquare und ihrer&amp;nbsp; K u n d e n&amp;nbsp; zu dem Projekt und seinen Gestaltern auf. Es kann vermutlich überhaupt nur aus der Branche heraus verwirklicht werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir erinnern uns alle an jenen an sich hochinteressanten Versuch aus Hamburg, eine Datenbank, ein Verkaufsportal nur für&amp;nbsp; h o c h preisige Ware einzurichten. Im Börsenblatt, das damals noch Diskussionen zuließ - goldene Zeiten, wohin seid ihr entschwunden - wurde das Brisante daran im Kollegenkreis sofort erkannt. Mir ist jene Auseinandersetzung noch in Erinnerung, weil ich die große Linie genial fand, mich dann an Einzelheiten aufhängte und als das Unternehmen schon am Einschlafen war, wurde es mir wieder sympathisch. Wer sich mehrfach irrt in einer Einschätzung, der vergißt das nicht so schnell.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seither bestehe ich bei allen Webprojekten darauf, zuerst und vor allem die vermeintlich kleineren Fehler aufzugreifen und sie zu tadeln. Denn wer im Kleinen nicht seriös arbeitet, der schafft auch die Generallinie nicht. An jenem Hamburger Webportal war alles, aber auch wirklich alles verkehrt, schief und falsch aufgefaßt worden. Das Deutsch fürchterlich, die Argumentationen unbeholfen, die Administrativa grotesk, die Arbeitsgrundlage absurd, die Vorarbeiten hingeschlampt - irgendeine Jurastudentin hatte das mit einem Hamburger Antiquariat (verzeihen Sie:) zusammen hingerotzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese zurecht schnell wieder eingegangene Blume im Hausgarten der Antiquare hatte aber einen sehr wichtigen und guten Ausgangspunkt, der durch die törichte Ausführung zu Unrecht diskreditiert worden ist. Wir müssen dort weiterarbeiten und es diesmal besser machen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;E b a y&amp;nbsp; ist ja nun das schwierigste, komplizierteste Gebilde im Bereich des Altbuchabsatzes. Ich bin, wie Sie vielleicht wissen, ganz zufällig zu einem der wenigen Antiquare geworden, die sich auf Gedeih und Verderb an Ebay gehängt haben. Meine Ebay-Geschichte gehört hier nicht her, sie ist tragikomischer Natur und läßt sich ganz grob so zusammenfassen: Meinen älteren Titeln tut es ausgesprochen gut, wenn ich sie mit mehreren sehr großen und scharfen Scans darstellen kann. Dies war jahrelang eigentlich nur mit Ebay möglich. Die Erstellung von Ebay-Einträgen, auch mit Turbo-Lister, ist so absurd schwierig und langwierig, daß ich mir einen "Sport" daraus machte, die Ebay-Nüsse zu knacken - und nachdem das eines Tages saß, wollte ich die unendlichen gehabten Mühen, mein schweres Lehrgeld, dann auch einsetzen und nutzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebay-Verkäufer aus Trotz und Eigensinn also - das trifft es genau. Absatz und Kasse stimmen auch. Das gilt aber nur für meine etwas seltsame alte Ware. Ungeübten Kollegen mit eher durchschnittlichen Titeln rate ich strikt ab von Ebay. Dort kaufen: immer -&amp;nbsp; dort anbieten: lassen Sie es bleiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich bei Ebay am eigenen Leibe erfahren konnte, war zweierlei: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1. &lt;br /&gt;Die Sammler alter Bücher lieben das Versteigern, die&amp;nbsp; A u k t i o n&amp;nbsp; ungemein, nichts gehört auf einer merkwürdigen Gefühlsebene enger zum Horten seltenerer Bücher als das Versteigerungserlebnis. Könnte was mit "Jäger und Sammler" zu tun haben, aber auch mit "Vorspiel und Orgasmus" - lassen wir das.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil den Messen das Versteigerungserlebnis fehlt, sind sie so öde und langweilig, so peinlich und armselig. Der Antiquar soll nicht im Ställchen sitzen und Bücher anbieten - er soll sie&amp;nbsp; v e r s t e i g e r n. Das ist Leben, das ist&amp;nbsp; L u s t...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Die Darstellung vor allem älterer und ganz alter Bücher im scharfen Foto, in der Regel also im&amp;nbsp; S c a n , ist ungeheuer hilfreich für den Umgang mit alten Büchern, nur müssen es fast immer mehrere Fotos, soll es eine Foto s t r e c k e&amp;nbsp; sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun gerate ich schon in Gefahr, Details auszubreiten. Für den Kollegen, an den ich mich wende, ist der Gedankengang nachvollziehbar, wenn ich unter Auslassungen gleich zum Kern des Projekts springe:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Genossenschaft richtet in ganz enger Verbindung mit ihrer "gewöhnlichen" Datenbank ein Versteigerungsportal für Titel im oberen Mittel- und im Spitzenbereich ein. Zwar sollten engste technische Koppelungsmöglichkeiten vorgesehen werden - keine Details ausplaudern, Mulzer - , aber als Imageträger muß das neue Versteigerungsportal&amp;nbsp; a u c h&amp;nbsp; unabhängig wahrnehmbar sein für den Kunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Forderungen an das Image, die Vertrauenswürdigkeit eines Versteigerungsportals im oberen Mittel- und im Spitzenbereich sind ungleich höher, als das bei einer Bücherdatenbank üblichen Zuschnitts vorauszusetzen wäre. Bei dieser empfindlichen Ware und den noch empfindlicheren Kunden sollte jeder Schritt auf seine Außenwirkung überprüft werden - wirkt das&amp;nbsp; s e r i ö s&amp;nbsp; oder eher nicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es läßt sich nicht vermeiden, daß die Versteigerungshäuser dadurch etwas ramponiert werden. Es soll ihnen zur Zeit sehr gut gehen, ich denke, die Antiquare könnten dieser Sondergruppe ihres Gewerbes einige Opfer, etwas Streß abverlangen. Schwer betroffen würde das Messewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Versteigerungsportal, soweit gehe ich nun doch ins Detail, muß ein Klon von Ebay sein. Ebay ist auf seine umständliche Weise gut bis sehr gut, die Konkurrenten, die es anders machen wollten als Ebay, zeigen sich als jämmerliche, mehr oder minder mißglückte Unternehmungen. Also fast überall Ebay-Standard anwenden, nur muß und soll das natürlich ganz anders aussehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Das ist eine Sache, die uns Amazon-Abebooks-ZVAB vermutlich nicht nachmachen können. Der Imageträger nämlich, die Antiquare im deutschen Sprachbereich, bürgt für fachmännisches Vorgehen in diesem Feld, von dem beide, Einlieferer wie Käufer , sehr genau wissen, wie sehr es&amp;nbsp; V e r t r a u e n s s a c h e&amp;nbsp; ist. Natürlich stellt sich, gerade für dieses Projekt, die Genossenschaft neu auf und/ oder nimmt eine allgemeine Berufsvertretung als Verein hinzu. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sehe strategisch schon mittelfristig einen ungeheuer starken&amp;nbsp; A n s c h u b&amp;nbsp; für das angeschlossene Portal gewöhnlicher Bücher, das ja leider konkurrenzrechtlich angreifbar immer noch unter dem Namen "Antiquariat" firmiert. Es ist eine eiserne Voraussetzung, daß die&amp;nbsp; k u l t u r e l l e&amp;nbsp;&amp;nbsp; Karte für das neue Versteigerungsportal eingesetzt und hoch gespielt wird. Ich liefere den Verantwortlichen auf Wunsch jede Menge Gesülze, auch hochtrabendes, kulturelles Geschmuse - hier hat es seinen Platz, um die vom Antiquariat weniger, von ihrer Kulturmission aber umsomehr überzeugten Kulturredakteure der Medien zu beeindrucken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und im Kern ist der Gedanke ja nicht falsch: Eine Experten g r u p p e&amp;nbsp; leitet und kontrolliert das weißgott nicht anspruchslose Unterfangen, Titel ab etwa 50 Euro kontinuierlich im Netz zu versteigern. Womit schon die vielleicht wichtigste Parallele mit Ebay und der entscheidende Unterschied zu den Versteigerungshäusern benannt ist: Jedes Wochenende zum Sonntagabend hin eine Versteigerungssitzung im Netz. Immer, kontunierlich. Wie Herr Jauch mit der Ratestunde. Man freut sich jede Woche darauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So werden Auktionsportal, gewöhnliches Bücherverkaufsportal, Genossenschaft und allgemeiner Berufsverein zu einer Waffe, mit der wir uns vielleicht noch aus der Umklammerung Amazon-Abebooks-ZVAB befreien können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht vergessen - es geht dabei zentral um den&amp;nbsp; I m a g e t r a n s f e r&amp;nbsp; vom neuen Versteigerungsportal zur Bücherdatenbank. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;i&gt;Das Urheberrecht am Bild besitzt die diamonds-showcompany, der wir für die Ausleihe danken&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-850350188095277794?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/850350188095277794/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/mit-ebay-technik-gegen-amazon-das.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/850350188095277794'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/850350188095277794'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/mit-ebay-technik-gegen-amazon-das.html' title='Mit Ebay-Technik gegen Amazon - das Auktionsportal der Antiquare'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-6007994665955912752</id><published>2011-10-27T05:14:00.000-07:00</published><updated>2011-10-28T02:44:22.650-07:00</updated><title type='text'>ILAB in Weimar - alles nur Schäferspiele ?</title><content type='html'>&lt;a href="http://www.ilab.org/eng/ilab/congress/Weimar.html"&gt;All about the League ... and Goethe&lt;/a&gt; - The ILAB Presidents’ Meeting in Weimar 2011&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist der ILAB hier gelungen, in gut zweihundert Zeilen&amp;nbsp; n i c h t s&amp;nbsp; mitzuteilen. Ich weiß nicht, ob der Verfasserin, Frau van Benthem, klargeworden ist, daß sich ihr Bericht auf dem Niveau gelackter, widerlicher Meeting-Firlefanzereien vom Rotary- oder Malteserritter-Typ bewegt. In meiner Journalistenzeit hatten wir Hochglanzartikel dieser (Un-)art kommentarlos und sehr schnell dorthin befördert, wo sie hingehören - in den Papierkorb.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn uns die ILAB zu ihren Diskussionen, Problemen und Projekten nichts sagen will, schön. Dann soll sie anständig genug sein und&amp;nbsp; g a r&amp;nbsp; n i c h t s&amp;nbsp; schreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angesichts der umfassenden weltweiten Probleme unseres Berufsstands&amp;nbsp;&amp;nbsp; empfinde ich leere Null-Texte dieser Art als&amp;nbsp; p e i n l i c h. Den Kollegen und der Presse gegenüber ist das unaufrichtig und unverschämt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf solche gelackten Verbergungen und Verhehlungen, im süßlichsten Kulturschmuse-Ton vorgetragen, kann man nur grob reagieren, halten zu Gnaden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der oben verlinkte Text ist angesichts der Sachlage eine Ungeheuerlichkeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Form von Frühstücks-Berichterstattung möchte ich mir im Namen der deutschen Antiquare hierdurch&amp;nbsp; v e r b e t e n&amp;nbsp; haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Peter Mulzer, Antiquar in Freiburg&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachtrag, etwas abgekühlt drei Stunden später:&lt;br /&gt;Blogschreiben kann spontan sein. Ich nehme mir die Freiheit, mich aufzuregen, wenn ich dazu Veranlassung zu haben meine. "Therapeutisches Brüllen" - ja bitte. Nur so erfahren Verfasser und Auftraggeber bei der ILAB,&amp;nbsp; was ich wirklich empfinde, eine Mischung aus Ärger und Enttäuschung nämlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ILAB-Seite wendet sich ja nicht nur an die große Welt. Sie ist Schaufenster vor allem zum Beruf hin, hat auch internen Charakter. Es ist nicht das erste Mal, daß wir uns über die ILAB ärgern. Ticken Antiquare in anderen Ländern anders? Nein, im Gegenteil! Sie nehmen ihren Beruf auch gesellschaftlich oft ernster als wir versponnenen deutschen Kollegen. Bei Tomfolio zum Beispiel wurde und wird seriös&amp;nbsp; g e d a c h t.&lt;br /&gt;Weiß der Teufel, weshalb die Herren bei der ILAB immer einen auf&amp;nbsp; g e m ü t l i c h, ruhig und problemfrei machen müssen. Ich kann, wenn ich sowas lesen soll, in Rage kommen. Dagegen sind unsere Apostel vom Dienst, die das Mottto "Was wollt Ihr denn, bei mir läuft alles bestens, jeder Antiquar, der sich bemüht, hat sein gutes Auskommen, ich bin o.k., du bist o.k., wir alle sind o.k., nur der neurotische Mulzer muß mal wieder unsere Idylle stören, noch Anfänger und Waisenkinder. Bei der ILAB kann man wirklich heucheln - Anerkennung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich spreche ich nicht für "die deutschen Antiquare", da sei Gott vor, und so bitte ich auch die Schlußbemerkung im Text oben zu verstehen. Ich habe nur leider ein gutes Gedächtnis und mein Elefantenhirn speichert so viele Gespräche mit Kollegen in der letzten Zeit, die Angst, Unsicherheit, Verärgerung und Ratlosigkeit mit sich herumtragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angesichts der Debakel in Serie, die sich die ILAB geleistet hat und noch leistet, der nicht eingelösten Chancen, der abgewürgten Diskussionen, ist mir jedenfalls das heuchlerische Schönwetter- und Gemütlichtun zuwider. Brüllen befreit! Problieren Sie es ruhig mal aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachtrag 2:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darf man sich selbst zitieren? Ich unternehme es und bringe ein Zitat aus einem privaten Schreiben von heute früh:&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Allerdings habe ich seit Jahren den Eindruck, daß die ILAB nicht einmal  eine - geheime oder intern eingestandene - Strategie hat, sondern wie  ein Schifflein ohne Ruder dahintreibt im Weltmeer. Auch sind die  Freundlichkeiten, die man sich dort austauscht, durchaus ernst gemeint  und insoweit aufrichtig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwie hat mich der Text gestern spontan genervt, solche ersten  Eindrücke sind ja meistens richtig - da war eine üble  Schönwetterschreiberin am Werk. Aber die ILAB mitsamt ihren ewigen  unglücklichen Datenbankprojekten eignet sich, eben mangels Strategie,  nicht recht als Buhmann. Es scheint mir eine Frage der "verpaßten  Chancen" zu sein.&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-6007994665955912752?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/6007994665955912752/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/wie-die-ilab-verhehlt-schmust-verbirgt.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6007994665955912752'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6007994665955912752'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/wie-die-ilab-verhehlt-schmust-verbirgt.html' title='ILAB in Weimar - alles nur Schäferspiele ?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-8726451608106724146</id><published>2011-10-27T03:57:00.000-07:00</published><updated>2011-10-27T03:57:02.910-07:00</updated><title type='text'>10 Jahre GIAQ-Genossenschaft im Antiquariat: Die unterdrückte Jubiläumsrede</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.niederelbe.de/osten/bre1.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="230" src="http://www.niederelbe.de/osten/bre1.jpg" width="320" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Zum bevorstehenden zehnjährigen Jubiläum der Genossenschaft GIAQ steht es mir wohl an, ein Grußwort zu schreiben. Ich will es unpolemisch halten, alte Sünden übergehen und überhaupt der milde Gründungsvater sein, wie er im Bilde steht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So beschränke ich mich auch auf zwei persönliche Bemerkungen, die wir gleich zu Beginn abhandeln wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin tatsächlich derjenige, der sich in der Runde des Berner Kollegen Hess erstmals und ausführlich für die Gründung einer Genossenschaft im deutschen Sprachraum eingesetzt hat. Vor 12 Jahren erhielten etwa 250 Kollegen meine ausführlichen Vorschläge und Papiere dazu. Entscheidende Hinweise hatte uns Plurabelle (Cambridge) gegeben, Tomfolio, die US-Genossenschaft der Antiquare, begann zeitgleich mit ihren Gründungsvorbereitungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum anderen: meine Vorschläge sind nicht aus der Luft gegriffen. Ich habe zwar nichts Wissenschaftliches veröffentlicht, saß aber viele Jahre zu Füßen der alma mater und sollte von meinen Haupt- und Nebenfächern, Soziologie und Jura, immerhin etwas im Gedächtnis behalten haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun übergehen wir die etwas seltsame Gründungsversammlung in Berlin, meine gleichfalls seltsame hastige Verabschiedung von der Genossenschaft, das noch seltsamere Taktieren des Kollegen Müller, meine vergeblichen verzweifelten Versuche, die Genossenschaft wie auch die Datenbank vor Peinlichkeiten in Namensgebung und Struktur zu bewahren. Alles vorbei, Schall und Rauch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nun zum Thema.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ehe mich die Gründungsgruppe von ihrem Forum ausgeschlossen hatte, zeichnete sich schon ab, daß das deutsche Genossenschaftsrecht zu einer unübersteigbaren Hürde werden könnte für jeden Fortschritt, jede Weiterentwicklung unserer besonderen Antiquariatsgenossenschaft.&amp;nbsp; Der Gesetzgeber hatte es gut gemeint vor über hundert Jahren mit dem Raiffeisengedanken und der Selbstorganisation in Handwerk und Landwirtschaft - tatsächlich aber steht heute der Tausendseiten-Kommentarband zum deutschen Genossenschaftsrecht als Felsblock im Wege, den man geduldig mit schmalspurigen Zahnradbahnen umfahren muß. Schnellbahn - kein Gedanke!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diverse kleinere Ungeschicklichkeiten der GIAQ und ihrer Datenbank dienten mir seither als Quälball, das war ungerecht und ich möchte das nicht rechtfertigen. Erst Anfang diesen Jahres begann ich positiv zu denken und kam zu einem neuen Modell, mit dem wir der Genossenschaft auf die Beine helfen können. Mit Zückerchen und geduldigem Streicheln kommt der müde Gaul aber nicht wieder auf die Füße - da müssen schon Seilwinden her.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Organisationsmodell, bei dem wie erwähnt Soziologie und Jura zusammenwirken, sieht die Gründung eines&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;allgemeinen Berufsvereins&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;vor, der Entscheidungsträger der Genossenschaft wird. Wie man das im einzelnen sauber konstruiert, muß man noch zurechtfeilen, denn die bisherigen Anteilseigner der Genossenschaft behalten ja ihre Rechte und ein Verein kann, soweit ich das überblicke, grundsätzlich nicht&amp;nbsp; Träger einer Genossenschaft sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darum soll es primär aber nicht gehen. Viel wichtiger ist, daß eine&amp;nbsp; a l l g e m e i n e&amp;nbsp;&amp;nbsp; Berufsvertretung entsteht, die&amp;nbsp; d e m o k r a t i s c h&amp;nbsp; organisiert und geleitet wird und die den entscheidenden&amp;nbsp; E i n f l u ß&amp;nbsp; auf die Genossenschaft ausübt. Was in der Praxis heißt: auf die Datenbank, auf das Verkaufsportal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur eine wirklich demokratisch abstimmende Berufsvertretung kann dem drohenden Monopol der Amazon-Satrapen Abebooks und ZVAB noch Paroli bieten - indem sie die genossenschaftliche Datenbank zum Portal der eigenen Berufsvertretung&amp;nbsp; a l l e r&amp;nbsp; Antiquare macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das setzt voraus, daß sich unsere Berufsgruppe endlich nach formal parlamentarischen Regeln organisiert. Ein Medium ähnlich der alten Hess-Runde (ich mach das nicht, dem Börsenverein stünde es gut an, Dr. Biester an die Front - oder der Buchreport oder sonstwer) muß einen tragfähigen Rahmen aufbauen. Dann wird wie im Schweizer Parlament, das sich hervorragend für solche Prozeduren eignet und sogar von Tomfolio als Beispiel herangezogen worden war, mit Vernehmlassungen, Motionen, Beschlüssen gearbeitet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da das alterprobte Mechanismen sind, breite ich sie hier nicht aus, stelle nur den Kern dar.&amp;nbsp; Wer eine Meinung, eine Ansicht, einen Weg, einen Vorschlag zu machen hat, formuliert seine Gedanken in einem kurzen Posting, das jeder Kollege automatisch in den Briefkasten bekommt. Man kann solche Vorschläge bündeln, wie auch immer, nach festgelegter Diskussionszeit, werden auch die Für- und Gegenstimmen, Erläuterungen und Ergänzungen elektronisch allen Kollegen zugestellt, dann wird auf genau formulierte Fragen hin abgestimmt (Poll-Funktion).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ähnlich geht es zu bei der Wahl von Personalvertretungen, der Datenbankgestaltung usw. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während man bei der allgemeinen, umfassenden Demokratie eine skeptische Grundhaltung haben kann und nicht viel Sinn erkennt darin, seine Stimme mit Millionen anderer abgeben zu sollen, ist die demokratische Abstimmung innerhalb einer&amp;nbsp; B e r u f s g r u p p e&amp;nbsp; ein ungeheuer nützliches Instrument! Es müssen nur die parlamentasrischen Grundregeln getreulich eingehalten werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit diesem Gedanken möchte ich meine Jubiläumsrede schließen: Stärkt die Genossenschaft mit einer beigeordneten allgemeinen Berufsvertretung aller Antiquare - dann wird sie zu einem wundervollen Instrument, gerade heute in der Stunde äußerster Gefahr, in der uns das Bundeskartellamt im Regen stehen läßt und Abebooks, mit weitem Abstand, zur Zeit die beste Verkaufsdatenbank ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i style="color: black;"&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Das Foto gehört &lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;span style="font-family: Verdana;"&gt;&lt;b&gt;&lt;span style="color: #cc0000;"&gt;&lt;i style="color: black;"&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Johann Bremmenkamp, dem wir für die Ausleihe danken&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-8726451608106724146?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/8726451608106724146/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/10-jahre-giaq-genossenschaft-im.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/8726451608106724146'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/8726451608106724146'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/10-jahre-giaq-genossenschaft-im.html' title='10 Jahre GIAQ-Genossenschaft im Antiquariat: Die unterdrückte Jubiläumsrede'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-3293407744927340459</id><published>2011-10-26T13:31:00.000-07:00</published><updated>2011-10-26T13:58:56.833-07:00</updated><title type='text'>Warum Buchhändler und Antiquare Amazon-Abebooks-ZVAB in ihr Herz geschlossen haben</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://blogs.taz.de/prinzenbad/files/2010/06/liebeserkl%C3%A4rung1.gif" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="307" src="http://blogs.taz.de/prinzenbad/files/2010/06/liebeserkl%C3%A4rung1.gif" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amazon verdankt seine weltweit überragenden Verkaufsraten in Büchern und anderen Artikeln neben niedrigen Preisen vor allem einem ausgeklügelten System an Kundenwissen, an Informationen über Bedürfnisse und Wünsche seiner Käufer, aber auch aller, die sich nur dort informieren, die Amazon als - übrigens vorzügliche - Informationsquelle, als Lexikon, Wiki und bibliographisches Hilfsmittel&amp;nbsp; nutzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus diesem Netz von individuellen, aber auch gruppen-, länder- und schichtenspezifischen Netzwerken teils intimster Natur generiert Amazon allgemeine Trends, ebenso ein umfassendes Personenwissen. Während alles von Googles Informationshunger spricht, lag bisher die Sammelwut von Amazon im Halbschatten. Erst in jüngster Zeit wacht die Blogosphäre auf und beginnt, Amazon auf die Finger zu schauen. Von gewöhnlich sehr gut informierten Bloggern und Insidern wird das sensible, intime Wissen von Amazon - Literatur ist eben eine besondere Ware - inzwischen als weitaus gefährlicher eingeschätzt als das von Tante Google, für den einzelnen Nutzer wie für die Gesellschaft insgesamt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der brave unabhängige Ladenbuchhändler mag zwar seinen Kunden kennen und ihm aus diesem Wissen heraus manchen Titel empfehlen, wenn er ihn im Laden sieht und begrüßt. Dieses berufliche Vorwissen bleibt aber immer auf seine Buchhandlung und den betreffenden Kunden beschränkt. Er vernetzt sein intimes Wissen nicht, er zieht keine Querlinien und füttert damit nicht Datenbanken, Marktforschungsinstrumente und Verlagsplanungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer&amp;nbsp; sich Amazon bedient, sei es daß er bei Amazon kauft oder sich nur dort informiert, der muß wissen, daß er einen Rattenschwanz von Wissen über sich selbst mitliefert. Er gibt nicht nur sein Geld, sondern seine Seele Amazon in die Hand. Ist der Begriff "Seele" übertrieben? Wer seine Bedürfnisse, Wünsche, Ablehungen/ Abstinenzen, seine Korrelationen ("hat auch gekauft"), gar seine Urteile und Wertungen ("Besprechungen, Foren") zu Amazon trägt, und sei es nur dadurch, daß sein Kaufverhalten über Jahre hinweg registriert wird - der fördert die riesige Konzernkrake.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darüber kann man nicht gut diskutieren, das ist einfach so. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das gilt natürlich auch für die Ableger des Konzerns, deren Zusammenhang mit der allesbeherrschenden Mutter möglichst verhehlt wird. Wir sprechen vom ZVAB und von Abebooks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich möchte nicht mißverstanden werden: Die Informationsbeschaffung, die Amazon betreibt, mag für deutsche Gemüter etwas sehr amerikanisch und großzügig aussehen, aber sie ist&amp;nbsp; l e g a l. Es handelt sich um legal erworbene Datenmengen und Datennetze, um legal beschaffte Profile und rechtmäßig erworbene Gefühlsschattierungen. Bei Amazon sitzen die besten Verkaufsstrategen der Welt, die führenden Marketingpsychologen, ganze Batterien von psychoanalytisch und verhaltenspsychologisch geschulten Universitätsabsolventen, um die Datenmengen auszuwerten und der Planung zuzuführen. Würde Amazon anders handeln, müßte man den Konzern "dumm" nennen. Er ist aber sehr klug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun zappelt der Buchkäufer im Netz, das Amazon mit List und Tücke ausgespannt hat, und es ist ihm - egal. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amazon hat aber natürliche Feinde. Aus recht unterschiedlichen Gründen hassen und fürchten die unabhängigen Ladenbuchhändler und die Buchantiquare Amazon. Bauen sie eine gemeinsame Kampffront auf? Da sei Gott und der Börsenverein vor, denn Gott hat uns die freie Marktwirtschaft beschert, hat er nicht, und der Börsenverein ist zur Neutralität verpflichtet - Amazon sitzt auch im Börsenverein!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bedeutet das nun, daß die selbständigen Ladenbuchhändler taten- und aktionslos zusehen müssen, wie sie von Amazon langsam abgewürgt werden? Sie verhalten sich so, aber weder Gott noch die Marktwirtschaft wollen das. Im Gegenteil, nach den Regeln der Marktwirtschaft&amp;nbsp; s o l l , ja&amp;nbsp; m u ß&amp;nbsp; sich das Opfer von Konzentrationen und Monopolbestrebungen&amp;nbsp; w e h r e n. Rennt das Mäuslein nicht aufgeregt hin und her, bis es die Katze wieder in die Krallen nimmt, dann ist die Natur auf den Kopf gestellt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe gestern aufgezeigt, daß Abebooks und ZVAB in den Abwehrkampf der Buchhändler gegen Amazon einbezogen werden müssen. Es geht nicht an, daß diese beiden Buchverkaufsportale - zum Beispiel über Antiquaria - Scheinallianzen und Kooperationen mit den Buchhändlern eingehen und die Neubuchhändler ihren Untergang noch durch eigene Dummheit befördern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn wer hindert ZVAB und Abebooks daran, ihre legal erworbenen Datengebirge dem Amazon-Weltkonzern zu unterbreiten, sie zuzuliefern? Auch wenn sie jetzt tausend Schwüre ablegen würden, dies nicht tun zu wollen (ich hab noch nichts davon gehört), dann können beide Töchter, zu 100 Prozent im Amazon-Besitz, dies jederzeit nachholen. Es geht nicht so sehr um konkrete Verkaufsdaten, die wird ZVAB nicht weitergeben, da es unter deutschem Recht steht, es geht um die sensiblen Zusammenhänge, um Bedürfnisse, Sehnsüchte, Motive. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Buchhändler, der direkt oder indirekt ZVAB und/ oder Abebooks fördert, mit ihnen zusammenarbeitet, der gräbt sich sein eigenes Amazon-Grab. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für die Buchantiquare, soweit sie denken können, stellt sich die Frage längst nicht mehr. Sie haben inzwischen alle verstanden, daß es zum großen Abwehrkampf gegen den Monopolisten kommen muß, sonst ist ihre wirtschaftliche Freiheit besiegelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Amazon-Abebooks-ZVAB sind zum Teil selber schuld an der kommenden Zuspitzung der Lage. Wie konnte Amazon so, verzeihen Sie meine persönliche Einschätzung,&amp;nbsp; f r e c h&amp;nbsp; sein, ohne irgendein Schamtüchlein ganz nackt und brutal Abebooks und ZVAB hundertprozentig aufzukaufen? Nicht einmal die strategisch nützliche Beteiligung Dritter, ein kleines Manöver, um ihr Quasimonopol im Portalabsatz der deutschen Antiquare zu bemänteln, war ihnen die Sache wert. Ich möchte das als&amp;nbsp; z y n i s c h&amp;nbsp; einschätzen. Zynismus pur, querbeet über alle Blumengärtchen und Felder gebrettert, die Kartellbehörden offenbar so wirksam kaltgestellt, daß irgendeine Rücksichtnahme unnötig erscheinen konnte - drauflos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Untätigsein der Kartellbehörde wird wohl erst in einem Gerichtsverfahren aufgedeckt werden können, ich sehe keinen anderen Weg, um diesem Skandal auf den Grund zu kommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kernfrage stellt sich so: Dürfen wir, sollen wir zum Boykott von Amazon und seinen Satrapen aufrufen?&amp;nbsp; N e i n ! Das dürfen wir nicht, und wir wollen es auch nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht vielmehr um zweierlei. Einmal müssen Sachverhalte, die Amazon offenbar unter der Decke halten will,&amp;nbsp; p u b l i k&amp;nbsp; gemacht werden. Da sich kein Netzdienst, keine Zeitung, kein Fachblatt mit einem Konzern anlegen will, der direkt oder über seine Satrapen schöne, fette Inseratengelder im Beutel hat,&amp;nbsp; müssen einige unabhängige Kollegen vom Buchhandel und aus dem Antiquariat diese Publizität besorgen. Ich bin einer von ihnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber auch ich boykottiere nicht. Es gilt, nun in unmittelbarer Zukunft folgenden Weg einzuschlagen: Nach der schonungslosen Aufklärung, nach der Aufdeckung der Bedingungen und Hintergründe des Schweigens des Kartellamts, aber auch ganz einfach nach der stetigen Wiederholung dessen,&amp;nbsp; w a s&amp;nbsp; A m a z o n&amp;nbsp; offenbar&amp;nbsp; v e r h e h l e n&amp;nbsp; will (daß Abebooks Amazon gehört, daß ZVAB Amazon gehört) - - soll die Schaffung von Ersatzstrukturen in Angriff genommen werden, die Amazon und seinen beiden Satrapen&amp;nbsp; P a r o l i&amp;nbsp; bieten können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Buchhandel muß hier seine Hausarbeiten erledigen, die Antiquare die ihrigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also nicht Boykott, sondern Aufklärung und dann Gegenplanung, darum geht es jetzt. Wer noch nicht gekauft worden ist, der möge sich einreihen in die Abwehrfront gegen Verhehlung und Marktmißbrauch, gegen Monopolplanung jeder Art.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn wir Antiquare einmal begriffen haben, daß wir von Amazon-Abebooks-ZVAB als Stoßtrupp zur Eroberung des deutschen Neubuchhandels mißbraucht werden sollen, dies ist meine persönliche Einschätzung - - dann ist schon viel erreicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;i&gt;Die touché-Folge gehört dem Künstler und der taz, (Anmerkung des Sätzers: ...die uns die Verwendung zu diesem Blogtext bestimmt nicht übel nehmen wird&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-3293407744927340459?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/3293407744927340459/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/warum-buchhandler-und-antiquare-amazon.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/3293407744927340459'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/3293407744927340459'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/warum-buchhandler-und-antiquare-amazon.html' title='Warum Buchhändler und Antiquare Amazon-Abebooks-ZVAB in ihr Herz geschlossen haben'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-5345517268710354595</id><published>2011-10-25T06:14:00.000-07:00</published><updated>2011-10-25T06:51:10.240-07:00</updated><title type='text'>Antiquaria - der Ladenbuchhandel alimentiert seinen Henker</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.stadtmuseum-erfurt.de/sonderausstellungen/bilder/galgen_rad_und_scheiterhaufen_01.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="272" src="http://www.stadtmuseum-erfurt.de/sonderausstellungen/bilder/galgen_rad_und_scheiterhaufen_01.jpg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Im Börsenblatt-Netzdienst &lt;a href="http://www.blogger.com/%20http://www.boersenblatt.net/460425/template/bb_tpl_antiquariat/"&gt;wird zur Zeit diskutiert &lt;/a&gt;über die Frage, ob "die Beziehungen zwischen Sortiments- und Antiquariatsbuchhandel (...) ausbaufähig seien". Eine Warntafel hierzu muß gleich am Anfang des Weges aufgestellt werden. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fakten sind betrüblich für die Antiquare und es dürfte sich inzwischen unter ihnen herumgesprochen haben: Die beiden größten Verkaufsportale für deutschsprachige alte Bücher im Netz,&amp;nbsp; ZVAB und Abebooks, gehören seit diesem Frühjahr zu 100 % wem - richtig,&amp;nbsp;&amp;nbsp; A m a z o n.&amp;nbsp; Der internationale Weltkonzern, der sein Scherflein beigetragen hat zum Untergang des selbständigen Buchhandels, hat beide gekauft. Er beherrscht die elektronischen Absatzwege des Buchantiquariats im deutschen Sprachraum über Portale je nach Interpretation zu 80 - 90 %. Die Antiquare zittern, ihnen ist nicht wohl dabei, hilflos sehen sie zu, wie ihre wirtschaftliche Freiheit bedroht wird. Manche von ihnen sehen sich schon als Franchisenehmer des Amazon-Konzerns, warte nur balde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über diese Tragödie, der das Bundeskartellamt mit den Händen im Schoß untätig zusieht, ist wenig in die breitere Öffentlichkeit gelangt. Von gelegentlichen Randnotizen abgesehen haben auch die Medien des Neubuchhandels keine Notiz davon genommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war mit Sicherheit ein Fehler. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für jeden Buchhändler - im Folgenden sprechen wir jetzt nur noch vom N e u - Buchhändler - ist "Amazon" ein Reizwort, es löst in ihm Angst aus - zurecht. Durch seine schiere Marktbeherrschung sägt der Konzern, ohne besonders böse zu sein, mit viel Geschick und bisher unaufhaltbar an den Absatzmargen des stationären Buchhandels. Amazon hat es nicht nötig, unangenehm aufzufallen, das besorgen die Gesetze des Marktes. Über der Frankfurter Buchmesse schwebte Amazon, einem düsteren Riesenvogel gleich, und seine Fittiche überschatteten die Gemüter der Buchhändler, besonders der kleinen und unabhängigen, die überleben wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es muß wiederholt werden: Abebooks und&amp;nbsp; Z V A B&amp;nbsp; sind beide zu hundert Prozent im Besitz von Amazon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jeder Cent, der ZVAB zugewendet wird, stärkt Amazon, jeder Werbeimpuls für ZVAB kommt Amazon zugute. Und auch dies sei wiederholt, daß ich Amazon keine bösen Absichten unterstelle, vielmehr&amp;nbsp; i s t&amp;nbsp; Amazon einfach die riesige Maschine, die den unabhängigen kleineren Buchhändler erdrücken&amp;nbsp; m u ß, nolens volens. Die Gesetze des Marktes...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nun dem Todeskandidaten ziemlich egal, wer ihn morgen aufhängen wird und warum er das tut. Für das Opfer zählt nur die vorhersehbare Hinrichtung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir kennen aus den düstersten Tagen Deutschlands jene Rechnungen für die "Kosten der Hinrichtung", die eine entmenschte Justiz den Verwandten jedes Hingerichteten zuzustellen pflegte. Man möchte meinen, das sei der Gipfel des Zynismus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber es gibt noch eine absurdere, zynischere Situation: Man male sich aus, der Todeskandidat alimentiere&amp;nbsp; f r e i w i l l i g&amp;nbsp; und vor seiner Exekution den Henker. Außer in Sadomaso-Zirkeln ist so etwas undenkbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meinen Sie? Genau das findet täglich einige hundert Mal immer dann statt, wenn ein Buchhändler über das Antiquaria-Programm bei ZVAB antiquarische Bücher bestellt. Er nährt damit beständig seinen marktwirtschaftlichen Henker - Amazon. Henker - als technischer Begriff ist das zulässig, als moralische Qualifikation möchte ich das Wort aber nicht verstanden wissen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muß natürlich näher hinsehen. ZVAB bietet den Antiquaria-Dienst "kostenlos für den Buchhändler" an. Das bedeutet freilich nicht, daß er ganz kostenlos für den Antiquar sei, von dem die Bücher kommen. Vor allem aber stellt jede Bestellung einen nicht hoch genug einzuschätzenden&amp;nbsp; W e r b e -&amp;nbsp; und&amp;nbsp; I m a g e w e r t&amp;nbsp; für das ZVAB und seinen Alleinbesitzer Amazon dar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wissen spätestens seit den Google-Milliardengewinnen, daß der Werbewert und der Imagenutzen oft weit höher sein können als eine "Gebühr". Und wirklich sponsert jeder Buchhändler, der über Antiquaria bei ZVAB antiquarische Bücher ordert, seinen marktwirtschaftlichen Henker, A m a z o n.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das sei nun alles nur indirekt und über sieben Suppenteller? So tickt der Markt nicht. Erstens wissen auch Insider nicht, ob das ZVAB, ja - ob auch Abebooks nicht diesen Herbst, nächstes oder erst übernächstes Jahr auch technisch voll integriert werden soll in das Amazon-Portal. Es wird für sehr wahrscheinlich gehalten. Zweitens erhält Amazon das gesammelte Herrschaftswissen der beiden Konzernteile.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Andeutungen mögen genügen, um dem Buchhändler klarzumachen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*Mit jeder Antiquaria-Bestellung sponsert er seinen marktwirtschaftlichen Henker, Amazon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß es auch noch andere Henker gibt, die ihm zu Leibe rücken, tröstet den kleineren unabhängigen Buchhändler nicht. Amazon ist allemal der gefährlichste. Ist es nicht auch eine Sache der&amp;nbsp; W ü r d e&amp;nbsp; des bedrohten Buchhändlers, seinen marktwirtschaftliche Henker nicht auch noch vorher zu alimentieren?&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Für das Foto danken wir dem Stadtmuseum Erfurt, das die Rechte daran besitzt&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-5345517268710354595?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/5345517268710354595/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/antiquaria-der-ladenbuchhandel.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5345517268710354595'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5345517268710354595'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/antiquaria-der-ladenbuchhandel.html' title='Antiquaria - der Ladenbuchhandel alimentiert seinen Henker'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-8614431904350981910</id><published>2011-10-24T06:09:00.000-07:00</published><updated>2011-10-24T06:09:14.614-07:00</updated><title type='text'>Wie sich das Antiquariat aus dem Internet verabschiedet</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://shop.strato.de/WebRoot/Store14/Shops/61390111/46B6/D355/EF4C/13E0/D6DD/C0A8/28BD/6282/Abschied-vom-Gestern_cover.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="625" src="http://shop.strato.de/WebRoot/Store14/Shops/61390111/46B6/D355/EF4C/13E0/D6DD/C0A8/28BD/6282/Abschied-vom-Gestern_cover.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;- Nachtrag zum Aufsatz Nr. 200 -&amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist wie der Erwachen aus einem bösen Traum, wenn ich mich in diesen Tagen frage: Wie um alles in der Welt konnte ich mich derart unsinnig verbeißen in die großen Datenbankprobleme? Warum habe ich mich niemals gefragt, ob denn das Anbieten alter Bücher im Internet nicht in Wahrheit unzureichend, mühsam, unzweckmäßig, geradezu blödsinnig sei, ob wir uns nicht alle auf einem schauerlichen Trip befänden, der für uns wie auch unsere Arbeitsobjekte entwürdigend, ja beleidigend ist?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im letzen Aufsatz mit der Nummer 200&amp;nbsp; habe ich angedeutet, daß die Titelaufnahme für Bücher unterhalb des Versteigerungsniveaus, in jedem Fall aber unter etwa 50 Euro Mittelwert nicht sinnvoll ist. Zwei Ausnahmen hatten wir gelten lassen, solche Ware, die für hochspezialisierte Fachkataloge geeignet erscheint und dann hochpreisige Ware jeder Art. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle anderen Bücher können schon in einer kleineren Großstadt ab etwa 100.000 Einwohnern, in größeren Orten sowieso, ihre Käufer finden, sofern sie in einem Laden angeboten werden, der gut bekannt ist. Wir sprachen von dem ganz unabschätzbar hohen Werbewert, den die Bildung eines&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Hauses der Bücher"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;mit sich bringt, erwähnten den Anmutungscharakter einer Einrichtung dieser Art, luden eine Neubuchhandlung im Erdgeschoß zur Beteiligung ein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe heute einige Testgespräche mit Kollegen und Kunden geführt und werte die Ergebnisse gleich aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.&lt;br /&gt;Es ist nicht möglich, das Modell in kleineren Orten durchzuziehen. Die Kernthese ist ja, daß sich für fast alle Arten alter Bücher sehr wohl eine ausreichende Ladenkundschaft finden läßt. Erfahrungsgemäß brauchen wir dazu aber die Bevölkerungsstruktur und Menschenmenge einer Großstadt. Ich sehe ohnehin nicht ein, weshalb Antiquariate in kleineren Orten bestehen sollen - dem Kollegen ist zuzumuten, in seinen Stadtladen zu pendeln, wenn er im Umkreis eines größeren Orts wohnt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Das Modell hat nur Sinn, wenn der Antiquar regelmäßig neue Titel, neues Futter querbeet durch alle Sachgebiete nachliefern kann. Deshalb ist&amp;nbsp; eine flächendeckende Ankaufstätigkeit durch den Kollegen notwendig. Früher war das selbstverständlich und es schadet den Antiquaren, auch den darin ungeübten, gar nichts, wieder Hausbesuche zu machen und zu inserieren. Ankäufe bei Privat an der Quelle lohnen sich immer, auf eine gewisse Zeit hin betrachtet und ausgewertet. Viele Kollegen sind in dieser Beziehung heute stinkfaul.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.&lt;br /&gt;Es ist gut möglich und sogar wahrscheinlich, daß sich für teure Titel ab etwa 50 Euro am Ort keine Käufer finden. Dort - aber nur dort - ist das Einstellen in eine überörtliche Verkaufsdatenbank oder das Einliefern bei einem Versteigerungshaus notwendig und sinnvoll. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4.&lt;br /&gt;Mit den modernen elektronischen Mitteln ist es gut möglich, das eine oder andere Antiquariat stundenweise ohne Personal&amp;nbsp; zu lassen. Die Einrichtung des "Hauses der Bücher" sollte so sein, daß das stockwerkmäßig unterste der Antiquariate ständig besetzt ist und zeitweise eine Abschrankung vorgesehen ist. Der Kollege kassiert dann die Titel der Kollegen, die ihren Laden "oberhalb" nicht besetzt haben, mit ab. Natürlich muß dann jedes Buch mit einem kleinen Eignerzeichen des Antiquariats versehen sein. Radierungen wird der Kunde dann nicht vornehmen, wenn die elektronische Videoüberwachung im ganzen Haus lückenlos erfolgt - eigentlich eine Selbstverständlichkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5.&lt;br /&gt;Die Preise unter 30 Euro können und sollen nach Gefühl festgesetzt werden. Der Kunde akzeptiert in einem vernünftigen Rahmen individuelle Preisgestaltungen im unteren Buchbereich durchaus. Wird vor der Preisauszeichnung und dem Einstellen ins Regal jeder zweite Titel im Netz nachgesehen, "was er denn kostet", dann wird mein Modell ad absurdum geführt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6.&lt;br /&gt;Wir brauchen eine sehr gute Sachgliederung der Bestände im Laden. Da besteht großer Nachholbedarf! Die Schilder müssen groß, leserlich und geschickt angebracht sein. Es ist unsäglich, wie die meisten Ladenantiquariate derzeit noch zusammengestümpert werden vom Technischen her. Ich bin gern bereit, solche Fragen hier in extenso durchzusprechen und Rat zu geben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die drei Ziele&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- radikale Senkung der Miete&lt;br /&gt;- Minderung der Personalkosten&lt;br /&gt;- großer Selbstwerbeeffekt durch Konstituierung des "Bücherhauses"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;dürfen nie aus dem Auge verloren werden. Nur dann ist die Rückkehr zum Ladenantiquariat als Normalverkaufsform möglich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ergänzende, flankierende Maßnahmen durch Webpräsenzen, Webverbünde usw.- sind möglich, bei Durchführung meines Modells aber im Grunde nicht notwendig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wird es richtig durchgeführt, läuft es von selber.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gegenrechnung an Zeit und Kosten ist weitaus günstiger als der Vertrieb durch jede Art Datenbank. Ein ganzheitlicheres Arbeiten ist möglich, der Antiquar wird überhaupt erst wieder zum M e n s c h e n, wenn er nicht mehr Fron ableisten muß durch das scheußliche Titelaufnehmen und die nicht minder widerliche Einzelstück-Versendung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-8614431904350981910?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/8614431904350981910/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/wie-sich-das-antiquariat-aus-dem.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/8614431904350981910'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/8614431904350981910'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/wie-sich-das-antiquariat-aus-dem.html' title='Wie sich das Antiquariat aus dem Internet verabschiedet'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-5119041496546952469</id><published>2011-10-21T12:46:00.000-07:00</published><updated>2011-10-21T13:55:50.948-07:00</updated><title type='text'>Das "Haus der Bücher" -  Trick 7 im Antiquariat</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.anjas-puppenstube.de/images/ver01.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="564" src="http://www.anjas-puppenstube.de/images/ver01.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;(Zur Feier des Blogbeitrags Nr. 200) &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt Texte, die nicht jeder schreiben darf. Wenn ich mich heute zur Generalabrechnung mit dem Anbieten und dem Verkauf unserer alten Bücher im Internet anschicke, dann geschieht das vor dem Hintergrund meiner bisher 199 Blogbeiträge, die sich um die Mittelpunkte Antiquariat und Internet gruppieren, mit allen Detailfragen, unter vielen Gesichtspunkten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zunächst gilt es, vom Scheitern zu berichten, von Mißerfolgen und Hindernissen, die zu überwinden sich als unmöglich erwiesen hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.&lt;br /&gt;Das retrospektive Bibliographieren, die Information über Bücherarten und Buchinhalte im Internet ist für die meisten Menschen zu schwierig. Es ist auch nicht möglich, ihnen das notwendige Handwerkszeug bereitzustellen, finden sich doch selbst ausgewiesene Universitätslehrkräfte oft nicht zurecht zwischen KVK, Google Books, Fachdokumentationen und Wiki.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Die Versuche, retrospektives Buchwissen über unsere Datenbanken/ Verkaufsportale oder gar in den Antiquariatswebseiten zur Verfügung zu stellen, sind bisher kläglich gescheitert und haben auch in Zukunft keine Chance verwirklicht zu werden, weil hier jeweils händische Arbeit, anspruchsvolle retrobibliographische Leistung angesagt ist, die niemand bezahlen kann und will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.&lt;br /&gt;Automatisierte Stichworteinteilungen und Schlagwortlisten sind für historische Buchabfragen, die über Verfasser- und Titelnachfragen hinausgehen, immer nur ganz unzureichendes Stückwerk. Es gibt im Grunde keine echten "Fachkataloge", die automatisch generiert werden können. Der beste Weg wäre noch das von Amazon und in Ansätzen auch von Abebooks verwirklichte Netzwerk mit "...hat auch gekauft..." und diverse Besprechungsdienste, aber hier dauert es, anders als bei noch lieferbaren und sonst neuesten Titeln, viel zu lang, bis Derartiges retrobibliographisch nutzbar würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4.&lt;br /&gt;Die rücklaufende bibliographische Titel-Kenntnis ist bescheiden - am besten sind noch Hobbygebiete und Hochpreistitel bei potentiellen Käufern bekannt -, noch kläglicher ist es um das Wissen der tatsächlichen Buchinhalte bestellt und völlige Unwissenheit breitet sich aus bei Fragen der sachlichen Bewertung und Brauchbarkeit älterer Titel. Dem wäre abzuhelfen nur durch den großen, von mir angedachten und unlängst neu hier dargestellten "Bücher-Michel", den aber niemand finanzieren kann und dessen Erstellung Jahre beanspruchen würde.&amp;nbsp; Ich sehe noch das Entsetzen des Schwaneberger-Chefs vor mir, als ich vergangene Woche bei der Jahrestagung der AG im Börsenverein&amp;nbsp; in Frankfurt davon sprach, daß der "Bücher-Michel" als Nachschlagewerk echte redaktionelle Arbeit fordern würde, er sei automatisch nicht zu erstellen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;Wenn ich einen Titel nicht kenne, dann kaufe ich ihn auch nicht&lt;/span&gt;. Habe ich mich bis zum Titel und zu ein, zwei Inhaltsstichworten durchgearbeitet, weiß ich immer noch nichts über die Brauchbarkeit und Wünschbarkeit des Buchs gerade für meine eigenen Zwecke. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Theoretisch könnte man mit Google-Scans und sogar mit Google-"Snippets" näheres Wissen zum Inhalt erlangen. Die dazu notwendigen Internet-Techniken sind aber ungemein schwierig und lassen sich auch kaum vereinfachen. Wer je seinem Kunden versucht hat, solche elementaren Zugangstechniken zu vermitteln, der weiß, wie und warum das für 95 % unserer Altbuchkunden nicht zu machen ist. Sie können es nicht, und wenn sie es können, dann wollen sie es nicht. Sinnlos, über diesen Punkt weiter nachzudenken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Halten wir hier inne und fassen wir zusammen: &lt;span style="color: blue;"&gt;Praktisch alle unserer möglichen Kunden haben nur äußerst bescheidene oder gar keine Kenntnis von der Ware, die wir für sie bereithalten und verkaufen wollen. Wir bieten eine Ware feil, über die die angedachten Abnehmer viel zu wenig, oft fast gar nichts, schon gar nichts Wesentliches wissen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;***&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir werden später sehen, daß diese Regeln für drei Buchgattungen im Antiquariat nicht oder doch nur beschränkt gelten, für die seltenen Bücher vom unteren Versteigerungsbereich an aufwärts, für die typischen Fachkatalog-Titel bei strenger Auslegung des Begriffs und für neueste Bücher aus den letzten zehn bis zwanzig Jahren.&lt;br /&gt;&lt;div style="color: black;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Alle anderen Titel im Antiquariat, (also etwa 70-80 % unserer Ware) sind im Netz nur unzulänglich abzusetzen, der Netzverkauf ist für sie eine ungeschickte Krücke, eine Notlösung.&lt;/span&gt; Was aber dann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor etwa zehn Jahren hatte ich in der Hess-Runde den daran beteiligten 250 Antiquaren sehr ausführlich ein Modell vorgestellt, das wenig später im Wirbel um den Erwerb des ZVAB untergegangen ist. Ein Freiburger Kollege, den ich unlängst antraf, erinnerte sich nach den langen Jahren präzise an alle Einzelheiten. Er schloß mit der Bemerkung, daß er sich daran aus der Rückschau gern beteiligt hätte. Das gab mir zu denken: So schlecht konnte mein Entwurf also doch nicht gewesen sein. Es handelt sich um die erste Fassung meines&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;H a u s e s&amp;nbsp; d e r&amp;nbsp; B ü c h e r.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gehe davon aus, heute mehr denn je, daß in der räumlichen Zusammenführung, allein schon durch örtliche Konzentration, ein gar nicht hoch genug zu bewertender Imagegewinn (ein Werbewert, eine Erinnerungskraft) liegt, ohne Inserategebühren, gratis als Nebenprodukt einer vernünftigen Überlegung vom Kunden aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kunde nämlich sagt sich (dies ist der Kern meiner Idee), daß er lange Wege nicht zu machen gewillt ist, daß er keine Zeit verlieren möchte, daß er vergleichen will und Abwechslung schätzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das "Haus der Bücher" vereinigt mehrere Antiquariate und eine Neubuchhandlung in einem Innenstadt-Haus. Die Miete ist nach Stockwerken gestaffelt, das Erdgeschoß kommt recht teuer, nach oben hin wird das Mietgeld progressiv niedriger. &lt;br /&gt;&lt;div style="background-color: white;"&gt;&lt;span style="background-color: #134f5c;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt; &lt;/div&gt;&lt;div style="background-color: #ffd966;"&gt;Ist der Kunde, der überhaupt, um mit Wattig zu reden "was mit Büchern macht", erst einmal im Haus, wird er der Versuchung nur selten widerstehen, auch die anderen Altbuchgeschäfte zu besuchen; als Antiquariatskunde wird er seine Bestellungen auf Neubücher der Buchhandlung im Erdgeschoß zuwenden - es ist so praktisch! Dieses Modell ist mit "Synergieeffekt" nur unzureichend zu beschreiben, es findet eine "Anmutung" statt, ein (heiliger oder unheiliger)&amp;nbsp; G e i s t&amp;nbsp; wird geschaffen, auch dies einfach durch die Ansammlung, die Kumulierung von Büchern und von Antiquaren (und Buchhändlern).&amp;nbsp;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Man kann den Grundgedanken nun nach gusto ausbauen. Gesellige Naturen, wie ich eine bin, würden versuchen, das Abenteuer&amp;nbsp; e i n e s&amp;nbsp; großen Antiquariats mit gleichgeordneten Beständen und separater Preisauszeichung&amp;nbsp; a l l e r&amp;nbsp; teilnehmenden Kollegen zu verwirklichen, in der Regel aber möchte jeder Antiquar und der Buchhändler sowieso sein eigenes Ding haben, Stockwerk, sogar Stockwerkshälfte. Dann geht der Kunde von Geschäft zu Geschäft, trockenen Fußes im gleichen Haus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Hindernis des Treppensteigens betrifft uns Antiquare eher weniger. Unsere Kunden sind ganz überwiegend ältere und alte Männer, die in der Regel erstaunlich gut zu Fuß sind und zwecks religiöser Selbstkasteiung, Disziplin oder zur Pflege ihres Altersmasochismus ganz gern die Mühsal des Treppensteigens auf sich nehmen - Frauen würden das nie tun. - Mit viel Hingabe wird man die Chance nutzen, Personal einzusparen durch gemeinsame Überwachung und zentrales Kassieren im Antiquariatsbereich, wie denn die Personaleinsparung größer sein kann als der Effekt einer billigeren Miete. Ganz vorn beim Nutzen sehe ich aber immer den Werbewert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;***&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die im ersten Teil dieses Aufsatzes formulierten Hypothesen zutreffen, und keiner wird das Gegenteil behaupten wollen, dann ist der Absatz unserer älteren und alten Bücher über die großen Verkaufsdatenbanken&amp;nbsp; ein Notbehelf, eine Krücke mit vielen Mängeln. Diese Mängel sind so gravierend, daß der Rückgang im Verkauf antiquarischer Bücher vermutlich nur und allein darauf zurückzuführen ist. Und was läge denn auch näher: &lt;span style="background-color: #ffe599;"&gt;Ein Buch, das ich im vordergründigen wie im tieferen Sinn nicht&amp;nbsp; k e n n e, das kaufe ich nicht!&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wurde monatelang in unseren Medien gesprochen von der "Haptik" des Buchs im Ladenantiquariat, ich gestehe, ebensowenig aus der Zwickmühle des Denkens herausgekommen zu sein. Waren wir denn blind? Die Lösung liegt irgendwo anders - wenn ich ein Buch zur Hand nehmen kann, es anblättere, das Inhaltvsverzeichnis überfliege, zwei Sätze aus dem Vorwort und eine halbe Seite irgendwo im Innern lese - dann weiß ich in etwa, was das Buch ist, sein kann, bedeuten mag für mich. Will ich Näheres wissen, dann kann ich mich tiefer hineinlesen, erinnere ich mich an dieses oder ein ähnliches Buch, kürze ich das Verfahren auf Sekunden ab. Ich habe als Kunde die&amp;nbsp; F r e i h e i t, mich so zu informieren über jedes Buch, wie ich es brauche, wie ich es will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;D a s&amp;nbsp; ist&amp;nbsp; L a d e n a n t i q u a r i a t, darum geht es - Information in Freiheit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und natürlich schnell, und billig. Ich kann wiederkommen, weitere Titel kaufen, die ich mir schon vorgemerkt habe im Geiste. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Schnelligkeitsaspekt unterschätzt man gern - wie mühsam ist für die meisten älteren Menschein eine Netzbestellung. Und die Kosten für jeden Einzelversand, Arbeitszeit für den Antiquar hinzu, wer das auf den jeweiligen übers Netz verkauften Titel umrechnet, wird sich wundern...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Präsent dagegen ist jedem Kollegen die unsägliche Mühe der Titelaufnahme, denn zu dieser Zeit muß ja die der "dauernd unverkauften" Titel addiert werden, bei mir war das immer mindestens x 5, sodaß aus einer schnellen Titelaufnahme von 3 Minuten je tatsächlich verkauftem Buch 18 Minuten werden, eine grauenhafte Vernutzung der Lebenszeit. Werte Kollegen, ich meine es genau so - Lebenszeitvernutzung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anmerkung zur Ladenarbeit: Ladentitel unter etwa 30 Euro sehen wir nicht im Internet nach - Preis nach Gefühl. Sie werden erstaunt sein, wieviele Kunden das akzeptieren und wie selten im Billigbereich durch den Käufer im Laden "Vergleiche" mit dem Internet angestellt werden.&amp;nbsp; Viel wichtiger als Preisfuchserei ist das Einstellen nach vernünftigen, detaillierten Sachgebieten!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht nur der Kunde orientiert sich gefühlsmäßig schnell und gern innerhalb der Sachgebiete im Laden, auch der Antiquar selbst zieht daraus viel Gewinn. In meinem ersten Hinterhof-Laden, ein wahres Ikea-Sten-Museum, wußte ich nach einigen Jahren wie im Traum, wo welche Bücher standen, und das bei 12.000 Titeln. Man liebt als Buchantiquar wieder die Bücher, wenn man sie nicht zum Versand bereithalten muß, sondern in und mit ihnen leben darf. Es ist ein ganz anderes Arbeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;***&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nun zum Kern des Plans. So wie der Antiquar räumlich im Ankauf sein Gebiet erfaßt und abdeckt, so richtet er sich auch räumlich ein im Absatz:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Einzugsgebiet seines Ladens wird er zum Milchladen, zur T a n k s t e l l e&amp;nbsp; im Bereich der alten Bücher. Man muß das erlebt haben, wie viel einfacher, schneller und erfreulicher es für den Kunden geht, wenn er sein altes Buch vor dem Kauf sehen, durchblättern, aus mehreren auswählen, den Zustand prüfen, sein Budget austarieren kann, Alternativtitel findet, an die er nicht gedacht, von denen er vorher gar nichts gewußt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="background-color: #ffe599;"&gt;Diejenigen Kunden, die partout ein bestimmtes Buch und&amp;nbsp; n u r&amp;nbsp; dieses suchen, sind viel seltener, als es uns die Portale weis machen wollen. Wir bedienen die meisten Kunden viel besser, wenn wir ihnen eine&amp;nbsp; A u s w a h l&amp;nbsp; ihres Interessen g e b i e t s&amp;nbsp; bieten können - ad oculos, zur Hand.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Dies alles scheitert aber kläglich und jämmerlich, wenn dabei nicht der "Trick 7" angewendet wird. Der besteht nun einmal in jenem uralten Mulzer-Modell vom gemeinsamen "Haus der Bücher". Nur so ist das heute machbar - keine Illusionen bitte! MIt voller Miete und ohne den Synergie- und Werbe-Zusatzwert des Modells kann sich ein Einzelantiquar in der Innenstadt kaum mehr halten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit die Antiquare nicht in alte Denkschienen zurückfallen, liste ich den Nutzen des Modells noch einmal mit Prozentzahlen der Wichtigkeit auf:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1) fast gratis zu habender Werbewert am Ort&amp;nbsp; 40%&lt;br /&gt;2) Miet- und Personaleinsparung&amp;nbsp; 30 %&lt;br /&gt;3) freundnachbarlicher Austausch unter den Mietern, nicht "allein"&amp;nbsp; 10 %&lt;br /&gt;4) Hin- und Herschieben von Beständen, Sachgebieten, Kunden&amp;nbsp; 10 %&lt;br /&gt;5) Imageaufwertung (für die Antiquare durch den beteiligten Neubuchhändler im Erdgeschoß, für den Neubuchhändler durch die Antiquariate) 10 %&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schätze den örtlichen Bekanntheitsschub ("ja, die Antiquariate und eine Buchhandlung, die sind im "Haus der Bücher" in der Lortzingstraße, davon habe ich gehört") noch höher ein als die doch sehr beträchtliche Mieteinsparung - ich weiß warum. Sie vermissen vielleicht den Nutzen-Ansatz eines internen Mehrverkaufs, aber diese Chance bietet das "Haus der Bücher" eher nicht, denn die Konkurrenz sitzt ja Tür an Tür und das hebt sich dann gegenseitig auf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;***&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von versteigerungsfähigen Titeln und von typischen Fachkatalog-Beständen abgesehen bedeutet das neue Modell &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;das&amp;nbsp; E n d e&amp;nbsp; des Verkaufs über die&amp;nbsp; P o r t a l e.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit ist auch die leidige - und gefährliche - Amazon-Abebooks-ZVAB-Frage vom Tisch. Die Datenbanken werden in kurzer Zeit ganz ausgetrocknet. Der Umsatz, die Kosten, der Zeitaufwand&amp;nbsp; s p r i c h t, und bald werden wir uns an die Verkaufsportale nur noch mit stiller Rührung erinnern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der gesamtdeutsche Absatz mit seiner elenden Konkurrenz und der würgenden Abhängigkeit wird ersetzt durch die regionale Bearbeitung, den regionalen Kundenkontakt. Der Antiquar wird wieder das, was er einmal war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil man Wichtiges wiederholen soll, sage ich zum Schluß ein drittes Mal, daß es nicht mit Bücherdörfern, nicht mit ländlichen Standorten, schon gar nicht mit billigen Einzelläden in Vororten oder teuren Geschäften in der Innenstadt geht, sondern&amp;nbsp; n u r&amp;nbsp; so:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- unabhängige kleinere Buchhandlung als Partner im EG,&lt;br /&gt;- mehrere Antiquariate (mindestens 2) in den oberen Stockwerken&lt;br /&gt;- breites Allgemeinsortiment&lt;br /&gt;- Preise bis 30 Euro ohne Rücksicht auf Internet&lt;br /&gt;- sehr gute und klare Sachgebietseinteilung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und das Grundgefühl, zusammen mit Kollegen oder allein Sachwalter der Büchersammler jeder Couleur in einer&amp;nbsp; R e g i o n&amp;nbsp; zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schluß mit der drögen Webseitenarbeit für untere und mittlere Titel, Schluß mit dem Versenden kleinerer Titel via Bücherportale, Austrocknen der Portale durch Ladenverkauf, gute Innenstadtlage -&amp;nbsp; im "Haus der Bücher". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;i&gt;Wir danken Anjas-Puppenstube für die Ausleihe des schönen Fotos&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-5119041496546952469?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/5119041496546952469/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/das-haus-der-bucher-trick-7-im.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5119041496546952469'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5119041496546952469'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/das-haus-der-bucher-trick-7-im.html' title='Das &quot;Haus der Bücher&quot; -  Trick 7 im Antiquariat'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-5529149864022163385</id><published>2011-10-18T12:31:00.000-07:00</published><updated>2011-10-18T12:39:34.009-07:00</updated><title type='text'>Antiquarische und neue Titel nebeneinander im Regal - auf zur Doppelbuchhandlung?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.aleki.uni-koeln.de/lesebar/bilder/gr/doppeltes_lottchen_1950" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="640" src="http://www.aleki.uni-koeln.de/lesebar/bilder/gr/doppeltes_lottchen_1950" width="452" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;Das Ladenantiquariat ist nicht "tot" - es kann heute seine strahlende Wiederauferstehung erleben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit verbunden ist allerdings ein tragischer Aspekt - wir vom Antiquariat werden dann zu Totengräbern des Neubuchhandels, wir gesellen uns zu den Hyänen und Schakalen, die den braven Schafen vom kleineren unabhängigen Neubuchhandel an die Wolle gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich lade Sie ein, sich zurückzulehnen, die Augen zu schließen und sich dieses Bild vorzustellen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine klassische Buchhandlung, etwas lockerer vielleicht und ganz sicher optisch anregender und vielfältiger, in der - - alte und neue, noch lieferbare und hundert Jahre alte Bücher, hübsch nach Sachgruppen geordnet, in bunter Reihe&amp;nbsp; n e b e n e i n a n d e r&amp;nbsp; stehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sehen also unter "Goetheana" unmittelbar Rücken an Rücken und Buchdeckel an Buchdeckel, den neuesten Taschenbuchtitel über Frau vom Stein, die Tischbein-Monographie von 1880 und das Propaganda-Gesülze der Reichskulturkammer zur Goethefeier 1940. Es finden sich die notorisch unterschätzten, weil gut edierten Bong-Klassikerausgaben in 5 oder 15 Bänden neben Hanser-Editionen neuesten Datums. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei einem guten, reichhaltigen Sortiment wird so das neue Zwittermodell von Antiquariat und Neubuchhandlung zu einer wahren Schatzkammer. Ich bekomme neben der neuesten Tagesinformation direkt danebenstehend, in bunter Reihe sachlich und verfasseralphabetisch eingeordnet die gesamte retrospektive Fachinformation in jeweils allen Buchgattungen, vom volkstümlichen Büchlein bis zum anspruchsvollen wissenschaftlichen Titel. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Hauptproblem dabei sehe ich als alter Praktiker in der Manie, heutzutage neue Bücher in jungfräulicher Frische erwerben zu wollen. Wer die bunte Reihe alter und neuer Bücher durchsieht, wird nach und nach dunkelgraue Finger bekommen und nach kurzer Zeit sehen die lieferbaren Bücher eingestaubt aus. Das Gegenmittel könnte darin bestehen, jedem alte Buch eine Kunststoffhülle zu verpassen und seinen oberen Schnitt sorgfältig zu entstauben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir tun uns bisher in Deutschland sehr schwer mit dem Einsatz von transparenten "Schutzhüllen", vor allem wegen&amp;nbsp; ihres unverschämt hohen Preises. Aber das ist, dank den fleißigen Chinesen, inzwischen Geschichte - nur hat es noch keiner gemerkt. In Frankreich, wo es eine alte Antiquariatstradition der Schutzumschläge gibt, sind im Großhandel tadellose Klarsicht-Buchhüllen direkt aus China, unter dem Sachbegriff "Heftschoner", mit zwei Einsteckstreifen, nach Größen sortiert, zu 5 Cents zu erwerben. Das ist nun kalkulierbar geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die dreckigen Hände des Benutzers kommen nämlich weit weniger vom Durchblättern des Buchinneren alter Bücher, sondern vom Anfassen der Buchdeckel/ des Buchrückens und vom Buchschnitt her. Weitere Maßnahmen und Tricks sind möglich, wie auch immer: Das Staubproblem, das beim Miteinander alter und neuer Bücher entsteht, ist lösbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Modell kann wohl nur von Buchantiquaren verwirklicht werden. Es scheint mir auch immun gegen Buchhandelsketten zu sein. Die Bearbeitung der alten Bücher ist nämlich&amp;nbsp;&amp;nbsp; v i e l&amp;nbsp; schwieriger als das über weite Strecken recht stupide und normierte Verwalten neuer Bücher (Neubuchhändler bitte weghören). Tatsächlich ist der Umgang mit verlagsneuen Titeln für einen Antiquar schneller erlernbar als umgekehrt der Umgang mit antiquarischen Büchern für den Neubuchhändler.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Gedanke hat ziemlich viel Dynamit unter der Haube, seine Durchführung erscheint nicht ungefährlich. Neu ist er nicht, im Gegenteil, noch in meiner Jugendzeit gab es vielerorts echte Doppelmodelle der geschilderten Art. Das Interessante aber scheint zu sein, wie perfekt diese Betriebsform nun&amp;nbsp; w i e d e r&amp;nbsp; in die neueste Gegenwart passen könnte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Modell sollte von allen Seiten diskutiert werden, nicht zuletzt von den bedrängeten unabhängigen Buchhandlungen, denn sie würden das erste Opfer sein, wenn Antiquare anfangen, das Projekt zu verwirklichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;i&gt;Das Urheberrecht am Buchdeckel gehört dem herausgebenden Buchverlag, dem wir für die Ausleihe danken&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-5529149864022163385?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/5529149864022163385/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/antiquarische-und-neue-titel.html#comment-form' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5529149864022163385'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5529149864022163385'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/antiquarische-und-neue-titel.html' title='Antiquarische und neue Titel nebeneinander im Regal - auf zur Doppelbuchhandlung?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-5065442033767322630</id><published>2011-10-18T02:48:00.000-07:00</published><updated>2011-10-18T03:05:15.347-07:00</updated><title type='text'>Sind alle Antiquare sozial depressiv?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_npTuiQqQuss/TDKXuarQ8NI/AAAAAAAAAWs/YkktyCt7mTM/s1600/Freud%27s+couch.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="620" src="http://2.bp.blogspot.com/_npTuiQqQuss/TDKXuarQ8NI/AAAAAAAAAWs/YkktyCt7mTM/s640/Freud%27s+couch.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Sind alle Antiquare sozial depressiv?&lt;br /&gt;Frankfurter Erfahrungen - des Pudels Kern oder: Freud in der Absatzförderung&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man mißtraut zurecht theoretischen Erörterungen, denen praktische Berufserfahrung oder unmittelbare Anschauung als Unterbau fehlt. Dagegen ist es immer reizvoll, vom Angeschauten und Beobachteten hochzuklettern in eine Theorie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So geht es nun mir. Die menschlichen und sachlichen Erlebnisse eines langen Tages in Frankfurt gilt es in mein bisheriges Modell des Antiquariatswesens einzubauen und, wo dies nicht gelingt, muß das Gebäude im Kopf&amp;nbsp; umgebaut oder eingerissen werden. In jedem Fall hat die praktische Anschauung Vorfahrt, müssen Wolkenschiebereien nachgeprüft werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.&lt;br /&gt;Das soziale Ungeschick der Antiquare&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wird behauptet, die meisten Antiquare seien angelernte Autodidakten, ihre Fachkenntnisse mit wenigen Ausnahmen bescheiden, vor allem aber unwissenschaftlich. Das hört man oft von formal ausgebildeten Akademikern, bei Bibliothekaren, Juristen, Historikern ist wenig Gutes zu vernehmen über Exponenten unseres Gewerbes. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Vorurteil habe ich schon immer für ungerecht gehalten. Ich kann, auch gestützt durch Gespräche in Frankfurt mit mir bisher unbekannt gewesenen Kollegen, als Tatsache feststellen: Das&amp;nbsp; F a c h w i s s e n&amp;nbsp; auf ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet ist bei den allermeisten Antiquaren der Messeebene ganz vorzüglich, weitaus besser als erwartet und über jede schnöselige Kritik erhaben. Ich halte manche Bibliothekare für erheblich dümmer als die zugehörigen Fachantiquare. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht ganz gilt dies für die menschlichen Eigenschaften. Jedem Besucher muß auffallen, daß gerade die besten Antiquare auf "Edelniveau" eine recht sonderbare Auswahl darstellen. Natürlich kann man aus Physiognomien - Lavater, steh mir bei - nur begrenzt Schlüsse ziehen, aber die Erfahrung des Alters hilft mir da schon, und wenige Sätze mit einem Kollegen zu wechseln ist noch lehrreicher. Wie auch immer, mir scheint eine leise Wehmut, ein Hang zum&amp;nbsp; D e p r e s s i v e n&amp;nbsp; vorherrschend zu sein. Die Kollegen können sich nicht recht herausstellen, Lebensangst wird deutlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind das nur Vorurteile? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich mir unter dem Eindruck des vergangenen Jahrzehnts die Reihe der Ereignisse, der stattgehabten und noch mehr der unterlassenen Reaktionen seitens der Kollegen als Filmband vorführe und ablaufen lasse im Kopfkino, decken sich die Frankfurter Beobachtungen mit der jüngsten Antiquariatsgeschichte. Der Kern meiner Theorie in knappen Worten:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Antiquare im Spitzenbereich und im oberen Mittelfeld sind, bei herausragenden Fachkenntnissen, sozial vorwiegend&amp;nbsp; d e p r e s s i v,&amp;nbsp; h a n d l u n g s g e h e m m t&amp;nbsp; und&amp;nbsp; s o z i a l&amp;nbsp; m u t l o s.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man darf sich da nicht stören lassen durch jenes fröhliche Treiben, wie es uns Biester dankenswerterweise von der ILAB-Ebene her vorgeführt hat (lustig und entlarvend die kleine Kappelei zwischen Biester und Köstler unlängst wegen der Weimarer Völlereien). Im kleinen Kreis sind Antiquare, das kennen wir auch von der Ortsebene, durchaus jovial, gelöst und heiter. Was nicht gelingt, ist das Wirken, Handeln, Planen in etwas größeren sozialen Zusammenhängen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind Antiquare also sozial Handlungsunfähige? In einem tieferen Begriff ganz unbedingt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Die schäbige Selbstdarstellung der Antiquare&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich werden sich jene Kollegen am Niederrhein und neuerdings leider auch in Berlin, die mich besonders ins Herz geschlossen haben, einschießen auf meine Feststellung von der schäbigen Armseligkeit des Messewesens im Antiquariat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich höre das schon: Anmaßend der, wie heißt er doch gleich, ach ja, Melzer oder Müller oder so, dümmlich und oberflächlich, aus Zürich oder Basel oder auf dem Feldberg oben, von Tuten und Blasen keine Ahnung, soll der es doch besser machen, kleine Klitsche, Hirngespinste, schon altersblind, grüner Star, Maul halten...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber da hilft alles nichts - ein neutraler Beobachter wird mir bestätigen, wenn ich Punkt für Punkt erst die äußeren Eindrücke, dann aber vor allem das Gesamtbild der Messeauftritts der Antiquare als&amp;nbsp; v e r h e e r e n d&amp;nbsp; bezeichne. Ein inzwischen leider, wenn mich mein Eindruck nicht täuscht, in Sachen Antiquariat recht mutlos gewordener, die rauhe Luft unter uns Antiquaren nicht gewohnter, grundgescheiter Mensch, Pardun (Soloantiquar) hat diesen Punkt instinktiv erfaßt und sofort die&amp;nbsp; Linie vom katastrophalen Messeauftritt alter Art zum gesamten sozialen Erscheinungsbild und - notabene - zur Absatzmisere im Antiquariat gezogen. Ich habe ihn da nicht verstanden und sein Festbeißen in dieses Thema als manisch abqualifiziert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute weiß ich, daß er Recht hat! Mehr noch, von dem erbärmlich-peinlichen Messeauftritt der besten Antiquare, die wir haben, kann und muß man rückschließen auf die Krankheiten unseres Gewerbes. Logischerweise müssen dort dann auch die Hinweise zur Heilung liegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fragen wir uns nämlich, welche Schicht der Gesamtgesellschaft diese unsere erbärmliche, schäbige Selbstdarstellung am wenigsten verstehen, am heftigsten tadeln würde, dann kommen wir zu den kapitalkräftigen Schicki-Micki-Leuten. Eine nicht sehr sympathische Klientel, zugegeben. Aber die allein kann uns aus der Absatzkrise retten. Das gilt für Titel aus dem unteren Spitzenfeld bis tief ins allgemeine Mittelfeld hinein - die neuen Käuferschichten, auf die wir warten und die wir brauchen, werden durch unsere dümmlich-ärmliche Selbstdarstellung verscheucht, wo nicht sogar angeekelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie verstehen mich nicht? Das ist fürs erste auch so beabsichtigt, denn dieses Thema werden wir in den nächsten Tagen hier ausführlich erörtern. Ich glaube den Stein der Weisen gefunden zu haben in Frankfurt, der unser Gewerbe aus dem Elend führt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Frankfurter Beobachtungen erklären vieles - weshalb wir zum völlig hilf- und wehrlosen Spielball eines Weltunternehmens wie Amazon werden konnten, weshalb der Verband und die Genossenschaft so sind, wie sie sind, weshalb Biester nicht verstehen kann, daß die&amp;nbsp; a l t e&amp;nbsp; Schicht der kundigen Büchersammler einer&amp;nbsp; n e u e n, viel wichtigeren Käuferschicht im Weg steht, weshalb es im tiefsten Sinn um die&amp;nbsp; W ü r d e&amp;nbsp; jedes einzelnen Antiquars geht - - und weshalb sich die Antiquare nicht etwa wundern über ihre Hilflosigkeit, ihr Gebeuteltwerden, ihre immer dürftigeren Reserven im gesamten Mittelfeld, sondern das im Grunde als gerechte Strafe, als passsendes Schicksal ansehen für ihre depressive Seele...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gegen kollektive und einzelne Depressionen gibt es bewährte Hausmittel. Die wollen wir in den nächsten Tagen anwenden. Von Abebooks über Büchermichel, vom Börsenverein bis zur Genossenschaft, alle müssen jetzt auf die Couch. "Freud und die Marktwirtschaft" - warum nicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Das schöne Foto von Freuds Couch ist möglicherweise geschützt, ich weiß es nicht.&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-5065442033767322630?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/5065442033767322630/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/sind-alle-antiquare-sozial-depressiv.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5065442033767322630'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5065442033767322630'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/sind-alle-antiquare-sozial-depressiv.html' title='Sind alle Antiquare sozial depressiv?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_npTuiQqQuss/TDKXuarQ8NI/AAAAAAAAAWs/YkktyCt7mTM/s72-c/Freud%27s+couch.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-4188490434076145602</id><published>2011-10-17T02:30:00.000-07:00</published><updated>2011-10-17T02:35:42.260-07:00</updated><title type='text'>Imagewandel und Imagearbeit - Antiquare und unabhängige Neubuchhändler vor ähnlichen Problemen</title><content type='html'>Eine interessante Erfahrung aus Frankfurt möchte ich nachtragen, weil sie uns Antiquare ebenso betrifft wie einen anderen Nebenzweig im Börsenverein, die kleineren unabhängigen Neubuchhändler. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir ist bei Unterhaltungen am Rand der Buchmesse und beim Querlesen des "Buchreport" gestern Nacht aufgefallen, daß sich Antiquariat und kleinerer, unabhängiger Neubuchhandel formal gesehen in einer vergleichbaren Situation befinden. Sie müssen beide zu einem radikalen Imagewandel kommen, neue Wege ausfindig machen, ihre ziemlich schlechte Lage durchdenken und dann Handlungsvorschläge auf den Tisch legen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir Antiquare brauchen ganz dringend eine Aufwertung unseres schäbigen Images. Ich war ja am Anfang von der ausgezeichneten, guten Ware und den sachkundigen Kollegen auf der Antiquariatsmesse sehr beeindruckt - bis sich in der Rückschau das wahre Bild herauskristallisiert hat - eine unendliche&amp;nbsp; f o r m a l&amp;nbsp; gesehen äußere Schäbigkeit und Billigkeit der ganzen Veranstaltung in der Audi-Muschel. Man kann das hier unten nachlesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da muß tatsächlich ein&amp;nbsp; I m a g e w a n d e l&amp;nbsp; her, wie er radikal und neu genug gar nicht vorstellbar ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ebenso Grundlegendes muß bei den unabhängigen kleineren örtlichen Neubuchhandlungen ausgedacht und umgesetzt werden. Wir sehen dort zur Zeit alle Mischungen von sterilen, ungemütlichen, kalten oder - ebenso schlimm - pseudowarmen, aufgesetzt "herzlichen" Buchhandlungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das alles kann in gar keiner Weise ausreichen, um diese Buchhandlungsart vor ihrem bevorstehenden Untergang (der langsam und qualvoll sein würde) zu bewahren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich könnte mir denken, daß bei ähnlichen grundlegenden Problemen eines - notwendigen - I m a g e w a n d e l s&amp;nbsp; eine Beteiligung interessierter Antiquare an den Diskussionen der unabhängigen kleineren Neubuchhändler sehr ertragreich sein könnte. Das müßte freilich in einem&amp;nbsp; M e d i u m&amp;nbsp; geschehen. Es gibt ja genug Vereine und Arbeitskreise (die bisherige Diskussion der unabhängigen kleineren Neubuchhändler überzeugt mich ebensowenig wie die Summe der bemerkenswert törichten Vorschläge des MVB zuhanden des kleinen Neubuchhandels), aber ohne Diskussionskreis, Diskussionsforum geht das nicht. Vielleicht hilft "Buchreport" da, oder wie könnte das organisiert werden? Gibt es das schon? Dann sollte man die Antiquare zur Beteiligung auffordern.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-4188490434076145602?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/4188490434076145602/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/imagewandel-und-imagearbeit-antiquare.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/4188490434076145602'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/4188490434076145602'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/imagewandel-und-imagearbeit-antiquare.html' title='Imagewandel und Imagearbeit - Antiquare und unabhängige Neubuchhändler vor ähnlichen Problemen'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-6760035937182288849</id><published>2011-10-16T06:55:00.001-07:00</published><updated>2011-10-16T07:30:23.086-07:00</updated><title type='text'>Frankfurter Impressionen - der peinliche Teil</title><content type='html'>1.&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Moderater Anfang mit einem Quisquilium&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Im Alter kommt es auf die inneren Werte an" - dieser Werbespruch stand auf der kleinen Werbekarte, neudeutsch Flyer, die mir Biester mit dem neuesten "Aus dem Antiquariat"-Heft in die Hand drückte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hoffe zuversichtlich, daß er für diesen Werbespruch nicht verantwortlich zeichnet. Die Praktikantin, die sich den Satz ausgedacht hat, sollte zur Strafe zwei Wochen keinen Nachtisch in der Kantine erhalten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erstens will das "Alter" nicht daran erinnert werden, auch nicht indirekt - v o r&amp;nbsp; a l l e m&amp;nbsp; nicht indirekt - , daß es alt ist. Die Assoziationsbrücke, die hier zwischen "altem Buch" und "altem Menschen" hergestellt wird, ist brandgefährlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Die inneren Werte" haben längst einen leicht ironischen Zug erhalten im täglichen Sprachgebrauch. Neutral darf man sie nicht mehr verwenden . Hier geschieht das, der Leser wird verunsichert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum dritten ist der Satz in der Sache nicht nur schief, sondern falsch. Denn es geht ja gerade nicht um die "inneren Werte" - alle, nahezu alle&amp;nbsp; T e x t e&amp;nbsp; bekommen wir heute über das Netz zu lesen, es geht beim antiquarischen Buch (der oberen Ränge, von denen hier gesprochen wird) gerade um die&amp;nbsp; F o r m, den alten Druck, den Erstdruck, das historische Dokument formal - aber doch nur selten noch um die aktive Nutzung des Inhalts. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum zweiten ist dieser Werbespruch im Antiquariat geradezu verhältnisblödsinnig, weil der Einband, die äußere Gestalt, die Erhaltung untrennbar verbunden sind mit dem Gesamtcharakter des Buchs. Deshalb betreiben wir ja Antiquariat!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich breche hier ab. Wer immer diesen Werbespruch entwickelt hat, war ein Dummkopf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Rückseite der Werbekarte ist, ähnlich wie der Untertitel "Neues aus der Welt der alten Bücher", im Grundtenor&amp;nbsp; u n w a h r. "Aus dem Antiquariat" berichtet nur wenig über die Aktualitäten der Branche (und tut auch gut daran). Es ist im besten Sinn ein fast buchhistorisch-buchwissenschaftlich angelegtes, exzellentes Fachblatt - die Lektüre auf der Heimfahrt hat mir eine angeregte und schöne Stunde geschenkt. Besser geht es nicht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber der Versuch, hier "Neues" oder gar "Aktuelles" hereinzubringen, muß scheitern, solang nicht eine völlig neue Zeitschrift konzipiert wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit: Diese Werbekarte ist absurd,&amp;nbsp; s c h ä d l i c h&amp;nbsp; und blöde. Biester, seien Sie so nett und veranlassen Sie beim MVB, daß diese törichte Praktikantenarbeit zurückgezogen wird, besser heute als morgen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man darf eine exzellente Fachzeitschrift nicht mit dummen und falschen Werbetricks im Absatz aufmöbeln wollen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Rabiates Fortissimo in der Hauptsache&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soll ich es sagen oder besser nicht? - Nur immer hinein ins kalte Wasser, Mulzer, was ist von Ihnen auch anderes zu erwarten als schiere Provokation. - Bitte sehr, bitte gleich, Kellner kommt schon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Gesamteindruck unseres besonderen Messeraumes, der Antiquariatsmesse überhaupt war von himmelschreiender Armseligkeit und Ärmlichkeit. Welch verheerendes Gesamtimage für unser Gewerbe, das doch seine besten Vertreter hierher delegiert hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für einen mit den bisherigen Messen nicht vertrauten, neuen Kunden mit mittleren Ansprüchen mußte diese Messe wirken wie ein Treffen von Altersheiminsassen, die sich zum Verein "wir handeln mit alten Büchern" zusammengeschlossen haben, weil es zur Bereicherung ihres Alters, zum Kampf gegen den Alzheimer und zum Besten igendwelcher Heidenkinder sinnvoll erschien. Sie fanden dann aus Ungeschicklichkeit nur eine alte Abstellkammer neben der Herrentoilette, und weil sie wenig Geld hatten, montierten sie abgelegte Ikea-Regale der billigsten Sorte zu einer Art wackeligen Abenteuerspielplatz-Kistenfeldern mit lustigen Nischen und wackeligen Stühlchen auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles oberpeinlich, aber es war ja für einen guten Zweck, nichtwahr?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und in dieser Weise werden von hochgebildeten Spitzenleuten unseres Gewerbes exzellente Qualitätsbücher angeboten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist&amp;nbsp; u n w ü r d i g,&amp;nbsp; o b e r p e i n l i c h&amp;nbsp; und schadet dem Image des Antiquariats mehr, als daß es nützt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Kaninchenzüchterverein würde sich schämen, derart&amp;nbsp; s c h ä b i g, billig und zusammengeschustert, zusammengedrängt seine Ausstellung tragender Muttertiere abzuhalten. Leute, das ist&amp;nbsp; oberpeinlich!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich rede nicht von den einzelnen Gestaltungsfehlern, bin auch überzeugt, daß Thursch aus ungünstigen Verhältnissen das Beste gemacht hat. Aber im Ergebnis ist das ganz unmöglich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein erster Eindruck war der, daß sich hier - ein wenig überalterte - Pfadfinder eine "Messeausstellung" zurechtgebastelt hatten. Insbesondere war auch der Kontrast zum splendiden Luxus der Neubuchmesse ganz fürchterlich. Unsere hervorragenden Titel werden durch einen solchen Rahmen herabgewürdigt -&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mona Lisa auf dem Schrottplatz in Berlin-Kreuzberg ausgestellt... Was bitte soll das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schäbige Billigschränkchen, wie sie meine Schwester, die nur Oberstudienrätin ist, hohnlachend der Heilsarmee schenken würde, enthalten Drucke im fünf-, ja sechstelligen Bereich. Werte Kollegen, denken Sie denn, unsere Kunden fänden die miese, peinlich-billige Erscheinung der Antiquariatsmesse putzig, oder rührend, oder niedlich, oder passend? nein - sie finden das&amp;nbsp;&amp;nbsp; s c h ä b i g.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weiß der Teufel, wie es die Antiquare geschafft haben, ihrem Messewesen das &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;***Image eines Russenbasars &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;zu geben - es&amp;nbsp; i s t&amp;nbsp; aber so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schuld daran hat vor allem die Hochzüchtung des Messewesens überhaupt. Ob Kaminfeger oder Chemielaboranten: Tagungen und Messen haben heute einen sehr hohen formalen Stand. Wir Antiquare können und wollen uns das nicht leisten, es kostet viel - sehr viel, ich war geschockt bei einigen herkömmlichen Zahlen für kleine Messen. Aber wenn wir das nicht können, ist es dann richtig, auf schäbigstem Padfinderniveau &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;***mickrige Abfallkistchen-Messen &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;abzuhalten, in der Hoffnung, daß die Kunden den Antiquaren einen "Chaoten- und Armeleutebonus" geben? Nein, das tun gerade die Käufer im höherpreisigen Niveau nicht, sie lächeln gequält - und kommen nicht wieder.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kernfrage ist doch - brauchen wir die Schicki-Micki-Kundschaft? Da gibt es nur eine Antwort - j a, um Himmelswillen ja! Ohne diese wenig sachkundige und meist auch reichlich unsympathische Kundschaft, die heute das Geld hat und nicht weiß wohin damit, geht es nicht aufwärts im Antiquariat!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Durch derart schäbige, kümmerliche, armselige Messegestaltung verbauen wir uns den Weg zu diesen Leuten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich will noch gar nicht von den besonderen Umständen reden, die Thursch wohl experimentell erproben wollte, was an sich nicht dumm war. Und doch... nach der unendlich kitschigen, peinlichen Weihehandlung für die neuesten Audi-Modelle in einem wahrhaft&amp;nbsp; p e r v e r s&amp;nbsp; religiösen Zeremonien nachempfundenen&amp;nbsp; D o m&amp;nbsp; des Luxus und der Sitten .- - - dann der Eintritt durch zwei enge Torflächen, wo junge hübsche Messedamen standen und Edles versprachen - bis dann das Entenhausener zusammengestoppelte Regal-, Schränkchen- und Kistenreich begann, schlecht entlüftet und mit Antiquaren bestückt, deren Kleiderordnung hätte energischer besprochen werden sollen. Die Standbeschriftungen, nur durch Querlegen des Kopfes lesbar, waren im Mißverhältnis zu den Gebilden, auf die sie geklebt waren, das Licht grotesk diffus und/oder so peinlich wie in einem Russenflohmarkt auf dem Lahrer alten Militärflughaften - alles&amp;nbsp;&amp;nbsp; s c h r e c k l i c h&amp;nbsp; a r m, ganz&amp;nbsp; b i l l i g, völlig unwürdig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese ganz überwiegend wunderschönen, hochwichtigen Bücher hätten den "Dom" verdient, den Audis wäre der Muffelkeller zuzumuten gewesen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit: Man muß das Messewesen im Antiquariat grundlegend reformieren - Kollege Thursch an die Front!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Bange Frage des Mulzer an sich selbst: Hättest du den intimen Teil deiner Notizen nicht besser für Dich behalten sollen?)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-6760035937182288849?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/6760035937182288849/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/frankfurter-impressionen-der-peinliche.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6760035937182288849'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6760035937182288849'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/frankfurter-impressionen-der-peinliche.html' title='Frankfurter Impressionen - der peinliche Teil'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-1574703818260790528</id><published>2011-10-16T05:30:00.001-07:00</published><updated>2011-10-16T05:50:22.139-07:00</updated><title type='text'>Frankfurter Impressionen 2 - das intime Notizbuch</title><content type='html'>Seit meinem Frankfurter Aufenthalt am Freitag hatte ich nicht eine Stunde freie Zeit zum Nachdenken. Interessanter Selbstversuch gestern den Samstag über: Wenn man einen Tag hindurch, wie es mir gestern geschehen ist, im Ausland reisen und sich dort ausschließlich in einer Fremdsprache verständigen muß, dann bewahrt das Gedächtnis die Ereignisse des davorliegenden Tages ganz frisch. Offenbar kann der Mensch in einer Art Kopfkühlschrank Erinnerungen auslagern, wenn ihn äußere Umstände dazu zwingen. Wobei die Haltbarkeitsdauer im Kühlschrank nicht lang sein dürfte - machen wir uns also gleich an den vertraulicheren Teil meiner Frankfurter Impressionen, ungeordnet, wie sie abrufbar sind im Gedächtnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kollege Harteveld kenne ich bisher über seine exzellenten Seltenheiten und, wie ich frei bemerken darf, über recht hohe Preisvorstellungen im mittleren Buchbereich, in welchen er sich mitunter begibt, wobei es sich wohl um übriggebliebene alte ZVAB-Bewertungen aus besseren Zeiten handeln dürfte. Wie auch immer, sein Name steht, neben aufrichtiger Hochachtung für seine Arbeit im Edelbereich, auch für öfteres "heftiges Schütteln des Kopfes" meinerseits, der ich im finsteren Mitteldeck des Antiquariatsschiffes zu malochen pflege.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Worum es mir aber heute geht: Seine joviale Art der Meinungsäußerung in Gruppengesprächen macht eine geordnete Diskussion schwer. Man mag ihn wegen der sympathischen Form seiner Poltereien nicht angreifen, auch der Schweizer Dialekt - ich bin selber Viertelschweizer - ist Schuld, denn Harteveld bewegt sich in einer Art Fremdsprache, wenn er Hochdeutsch diskutiert. Ich würde das Phänomen "Harteveld" abhaken mit der Notiz "ein ungewöhnlich sympathischer, sehr sachkundiger Kollege, der Gruppengespräche aber schwierig machen kann" - wäre da nicht meine Beobachtung, daß erstaunlich viele des in Frankfurt vertretenen Typs der Spitzenantiquare im Gegensatz zu ihm sehr still, nahezu scheu, zurückgenommen, oft auch (ich sags im Schweizer Dialekt) "verscheucht", sogar etwas "verschupft" wirken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie ich mit echter Freude feststellen konnte, ist das Bündel meiner Vorurteile gegen die Edelantiquare unberechtigt und dumm gewesen. Tatsächlich sind diese Leute erstaunlich gebildet, human, freundlich und sensibel. Offenbar war ich früher meist nur auf schwierige Vertreter des Spitzenantiquariats gestoßen und habe mir unsinnige Feindbilder aufgebaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was aber ganz sicher stimmt: Die Antiquare bilden eine &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*äußerst schwierige Berufsgruppe, was ihre Diskussionskultur, ihre&amp;nbsp; M e i n u n g s b i l d u n g&amp;nbsp; betrifft, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und so mag sich auch die verquere Struktur zwischen Verband, AG, Genossenschaft usw. erklären. Ein funktionierendes gruppendynamisches Modell sich vorzustellen, in dem alle Teilnehmer in Frankfurt sich gleichmäßig und gleichgewichtig äußern und auch durchsetzen könnten, ist sehr schwierig. Ich bringe diese umständlichen Formulierungen, weil ich beim Schreiben hier auch zu denken versuche: Wie bitte kann und muß eine neue Organisationsform im Antiquariat aussehen, in der es zur echten&amp;nbsp; M e i n u n g s b i l d u n g&amp;nbsp; kommen kann, weniger "demokratisch" (das Antiquariat ist per se elitär und ganz undemokratisch, aber darüber müßte man gesondert sprechen) als vielmehr um mehrere Diskussionskerne geschart Schwerpunkte bildend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gestehe, daß mich Detlef Thursch sehr beeindruckt hat - ein präzise denkender, exzellent formulierender, gelegentlich auch zum Diktatorischen neigender Antiquar und Organisator. Man registriert im ungeschriebenen Notizbuch unwillkürlich (und etwas altmodisch) zu seiner Person: "ein&amp;nbsp; p a t e n t e r&amp;nbsp; Kollege", dem man sich ohne Zögern&amp;nbsp; anvertrauen kann. Solche Menschen sind sehr selten, wo man sie trifft, muß man versuchen sie festzuhalten, denn man findet sie so schnell nicht wieder. Thursch könnte ich mir als Leitperson denken, die das Antiquariat in seiner jetzigen schwierigen Lage souverän, (nicht zu) liebenswürdig, in der Sache knallhart, in der Form aber kooperativ weiterbringen und, man verzeihe mir, f ü h r e n&amp;nbsp; könnte. Ich habe das kurze Dreiergespräch, in das wir durch Zufall geraten waren, sehr aufmerksam registriert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jörg Mewes ist nicht jünger geworden im Lauf der Jahre und kam mir recht desillusioniert vor. Was ihn grundsätzlich enttäuscht haben mag, ihm seine Blütenträume geraubt hat, weiß ich nicht, aber selten habe ich so das Bedürfnis empfunden, jemandem zuzurufen: "Mann, draußen scheint die Sonne, man kann noch Pläne machen - wo bleibt Ihr Spaß an der Sache, was kann ich nur tun, um Ihnen neuen Mut zu machen?".&amp;nbsp; Ich kenne sein Geheimnis nicht, er hat eines, das ihn quält, das ist spürbar. Oder er ist nur einfach aller Illusionen beraubt, wie auch immer - möge er wieder fröhlich werden!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sich mit einem Menschen bald ein Jahrzehnt hindurch virtuell zu bekriegen, ohne ihm je persönlich begegnet zu sein, das ist eine skurrile Situation, die in der Dichtung schon öfter behandelt worden ist - Biester und ich, wir sind ein literarischer Topos. Ich habe vorgestern schon etwas dazu geschrieben. Ergänzend vielleicht noch die Feststellung, daß das erzkonservative, bis auf den Millimeter korrekte äußere Auftreten Biesters (ich klaue ihm im internen Notizbuch einfachheitshalber den Doktor) , daß dieses "Aufbrezeln" nach Art eines hanseatischen Kaufmanns ihm nicht nur nicht steht, sondern seine Außenwirkung auf eine Ebene schiebt, die ihm nicht recht sein kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er sieht sich, si je ne me trompe pas, als Buchwissenschaftler, genauer gesagt als der große Chronist des Antiquariatsbuchhandels nicht nur in Deutschland, sondern weltweit (freilich lyrisch und begeistert wird er nur, wenn die Rede auf englisch-amerikanische Kollegen und Betriebe kommt - ob er das weiß?) - - und das&amp;nbsp; i s t&amp;nbsp; er auch. Aber Näheres weiß man nicht - arbeitet er aus dem Zettelkasten oder trägt er, wie es zum Beispiel bei mir der Fall ist, sein Wissen eher im Kopf spazieren? Er&amp;nbsp; w i r k t&amp;nbsp; als Zettelkastenmensch und vermittelt diesen Eindruck durch sein perfektes Auftreten im Stil "Ein Hamburgischer Kaufmann", tatsächlich aber scheint er mir ein echter, tiefbegeisterter Grundlagenkenner des Antiquariats aus dem Kopf, wo nicht aus der Seele zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Worauf sich meine Hauptkritik denn auch konzentriert - er hat sich irgendwann das jetzige Image zugelegt und kommt nun nicht mehr heraus. Das ist fatal, denn ich weiß aus einigen Einschätzungen seiner Person durch solche Kollegen, auf deren Urteil ich viel gebe,&amp;nbsp; daß ihm oft Unrecht geschieht. Er wird prompt so eingeschätzt, wie er uns seine äußere Rolle vorführt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich halte ich ihn für einen Universitätsmenschen, einen Forscher und Lehrer, akademischer Oberbau im besten Sinn, Stil britisches&amp;nbsp; C o l l e g e. Hier forscht er und arbeitet zugleich kooperativ mit seinen Studenten und mit jenem sympathischen Netzwerk interessierter Fachgenossen, das uns das angelsächsisch Campusleben so angenehm macht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies also ist seine wirkliche Welt. Welches Unglück hat ihn betroffen, daß er seinen Typ verleugnen und nun als verhinderter, geknebelter und auf tausend diplomatische Fallgruben Rücksicht nehmender gehobener Kaufmann daherkommen muß? Sein wahres Image kennzeichnet zum Beispiel eine lockere, britische Salz- und Pfeffer-Tweedjacke im britischen Universitätsstil, leicht vergammelt, jederzeit eine alte Pfeife aus einer der vielen ausgebeulten Taschen ziehend (nota: die Jacke war sehr teuer, dieser Stil ist nicht etwa "billig"), seine Brille ist eine freundliche braungelbe Hornbrille. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann gibt sich auch jenes formale Korrektseinwollen, das manche Kollegen äußerst befremdet bei ihm. Unser Gewerbe ist auf allen Ebenen, man kann es drehen und wenden wie man will, gemäßigt chaotisch, es bedarf einiger kreativer Phantasie. Harter und präziser Realtätssinn nach Schema Thursch verträgt sich (interessanterweise) mit diesem Künstlerischen sehr gut im Antiquariat, ganz gewiß aber nicht die "Ein Hamburger Kaufmann"-Pingeligkeit, die sich Biester zum Image erkiest hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überlegungen solcher Art, die beliebig fortgesetzt werden könnten, sind sehr wichtig. Wer in einem Gewerbe, das noch keine festen allgemeinen Organisationsstrukturen hat, Leitungsfunktionen ausübt, den sieht man sich mit Vorteil näher an. Ich bin davon überzeugt, daß Menschen wie Biester sich durch das Finden ihres wahren äußeren Stils ,ihres echten Images zu ungeahnten Aufschwüngen, Ideen und Einsichten durchringen können. Eine britische Tweedjacke ist mehr als nur einfach eine Jacke...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;(ein dritter Teil der Frankfurter Erinnerungen folgt)&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-1574703818260790528?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/1574703818260790528/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/frankfurter-impressionen-2-das-intime.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/1574703818260790528'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/1574703818260790528'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/frankfurter-impressionen-2-das-intime.html' title='Frankfurter Impressionen 2 - das intime Notizbuch'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-7557066128530269435</id><published>2011-10-14T17:09:00.000-07:00</published><updated>2011-10-14T17:09:39.656-07:00</updated><title type='text'>Frankfurter Impressionen - ein Kurzbericht</title><content type='html'>Diese Zeilen schreibe ich in der Nacht von Freitag auf Samstag. Die Zugfahrt mit dem letzten IC aus Frankfurt gestaltete sich dramatisch, von Berlin her 40 Minuten verspätet, die Reisenden verzweifelt ob ihrer verlorenen nächtlichen Anschlüsse. - Morgen früh muß ich gleich weiterreisen in den tiefen Süden, aber ohne eine Notiz von meinem Besuch auf der Antiquariatsmesse möchte ich mich nicht aufs Ohr legen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Buchmesse, in deren größeren Rahmen die Antiquariatsmesse ja eingebettet ist, hat mir den langen Tag über herzliche Begegnungen mit (sehr) hübschen jungen und etwas verwirrten, aber sympathischen älteren Damen gebracht - ist die Buchmesse ein alljährliches Kontaktforum für musische anschlußsuchende Damen? Buchhändlerinnen vor allem sind in Frankfurt euphorisch gestimmt, es steht Frauen gut, wenn sie kulturell arbeiten! Die kulturvollen Männer wirken da schon eher etwas konfus und unordentlich, es sei denn, sie gehören der Verlagsbranche an und wuseln schwarzgekleidet und arrogant durch die Gänge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie auch immer, ich habe mich schon lang nicht mehr so gut unterhalten einen langen Messetag hindurch, von 10 Uhr bis lang nach 19 Uhr. Mein Rat für nächstes Jahr: Wer sich einsam fühlt, wer hübsche und doch auch kluge, sensitive Frauen mag - auf nach Frankfurt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soviel zur Buchmesse. Die vielen Stätten zum Kaffeetrinken, das Schlendern von Stand zu Stand, die Sitzbereiche im Freien bei strahlender Herbstsonne, und hinter jeder Biegung wieder eine reizende Frau: So wollen wirs immer haben...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Antiquariatsmesse im besonderen war diesmal in jener großen Betonmuschel untergebracht, die der Audi-Konzern gesponsert hat. An einer reichlich wilden, aber nicht unästhetischen Riesenhalle, in der den Automobilen dieser Marke buchstäblich ein Weihegottesdienst zelebriert wird, drückt man sich vorbei, um dann in einen bunkerhaft niedrigen, zugleich aber urgemütlichen Bereich zu gelangen, in dem die Antiquare ihre Waben einrichten durften. Farben und Standanordnung fand ich sehr gelungen, über eine unendlich geschmacklose Café-Empore mit in Schönheit erstarrten, dummfrechen jungen weiblichen Schnöseln mußte man hinwegsehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte diesmal einen sehr positiven Eindruck von der Stimmung der Antiquare untereinander, einige kurze Gespräche gestalteten sich herzlich - nur scheint mir der Umsatz nicht befriedigend gewesen zu sein bei einigen Kollegen. Das tat mir leid; die meisten Antiquare sind nicht fähig, mit strahlendem Lächeln über nicht recht gelungene Geschäfte hinwegzutäuschen. Dies ehrt die Antiquare, sie sind menschlich, ehrlich und noch keine Geschäftsroboter geworden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach längerem Aufenthalt, auch auf dem neoweiß-kitschigen Caféaltar, schlägt die&amp;nbsp; B u n k e r - Stimmung des Gebäudes doch aufs Gemüt, überdies stimmt die Klimatisierung in der Muschel nicht, es riecht penetrant nach Beton-Muff und übelster Klimaanlage, so roch es in der "neuen" Freiburger Beton-Universitätsbibliothek, die jetzt gerade abgerissen wird, weil es niemand darin aushalten konnte. Der Audi-Muschel wird es vermutlich nicht besser gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir tun die Kollegen leid, die es im Führerbunker ja tagelang aushalten mußten. Ich bin zweimal daraus geflüchtet und habe, der Sauna entronnen, erst einmal tief aufgeatmet in der Herbstluft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus einiger Ferne herbeigeeilt war ich wegen der Jahrestagung der AG mit Vortrag über den ZVAB-Büchermichel (Ende Vormittag) und der Werbeveranstaltung des Amazon-Abebooks-ZVAB-Konzerns, die auf den frühen Abend angesetzt war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Versammlung der AG war nicht nur schlecht besucht, sie wurde zu einer Abstimmung der Antiquare - die ja in der Halle nebenan präsent waren - mit den Füßen, wie sie grausamer nicht hätte ausfallen können. Dr. Biester hatte mit herzlichen Worten auch Gäste eingeladen, indessen es half nichts. Als hätte Biester uns vor Augen führen wollen, daß die AG in ihrer gegenwärtigen Form nahezu "tot" ist und bei den Antiquaren absolut keinen Zuspruch findet, saß ein winziges, verlorenes Grüppchen rund um das große Tischviereck - gespenstisch, eine Geisterveranstaltung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es kam durch die echte, warmherzige Freundlichkeit des Vorsitzenden der AG und die tapfere Sachlichkeit Dr. Biesters, ihres Geschäftsführers, trotzdem zu einer kurzen, aber guten und aus meiner Sicht ertragreichen, vernünftigen Diskussion einiger aktueller Anliegen der AG. Als Gast bin ich zu näheren Ausführungen nicht befugt, das lesen Sie bitte in börsenblatt.net nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin Dr. Biester heute zum erstenmal persönlich begegnet. Hinter seiner Hamburger Korrektheit und vermeintlichen Kühle verbirgt sich ein kluges und durchaus zu bewegendes Herz. Ich sage das, obgleich wir uns außerhalb der AG-Versammlung wie Katz und Hund aus dem Weg gegangen sind, ich, weil ich ihn nicht dadurch kompromittieren wollte, mit mir schwarzem Schaf gesehen zu werden, er, weil er mich wohl für arrogant und kontaktscheu halten mußte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beides war nicht der Fall und beim nächsten Mal in Frankfurt werden wir uns, so denke ich, an einen Tisch setzen und miteinander diskutieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die anschließende Vorstellung des ZVAB-Büchermichel, die der Chef des recht bedeutenden Schwaneberger-Verlags selbst hielt, war aus seiner Sicht instruktiv. Aus Sicht des praktischen Antiquars aber mußte das Urteil über den Büchermichel weiterhin vernichtend ausfallen, und wirklich hatte auch bisher keiner der anwesenden Kollegen längere Zeit mit dem fehlgeplanten Gebilde arbeiten wollen - außer meiner Wenigkeit, der ich einen halben Tag lang im Juli gelitten, gebrüllt und gelacht hatte, als ich diese Mißgeburt testen mußte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir tun die Schwaneberger-Leute leid. Sie haben es versäumt, mit praktisch arbeitenden Kollegen des Mittelfelds Tests zu veranstalten, von ihnen Erfahrungen einzuholen. Ein ganzer Rattenschwanz von Faktoren wurde falsch, schief, unglücklich übertragen oder auch - schlimmer - nicht übertragen zwischen der Philatelie und dem Antiquariat, vor allem wurde die Bildung eindeutiger, blitzschnell zu erkennender typischer Mittelpreise unter Zugrundelegung vordefinierter mittlerer Zustände versäumt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Ding ist schauerlich mißraten und muß völlig neu aufgebaut werden. In der jetzigen Form ist es eine Totgeburt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Abendveranstaltung der vereinigten Amazonknechte war - vordergründig in herzlicher Stimmung - durchaus gelungen, bei näherem Hinsehen aber eine groteske Farce. Das lag schon an der Planung. Die auf der Antiquariatsmesse anwesenden Antiquare sind allesamt nicht sonderlich interessiert&amp;nbsp; am Absatz über Bücherportale. Der große Vorsitzende Köstler hatte das ja schon bei dem Umfrage von "Buchreport" lakonisch festgestellt: Die Mitglieder des Verbands würden nur wenig berührt von der ZVAB-Frage.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß also dieses Meeting, an dem 950 der 1000 Antiquare in Deutschland brennend interessiert gewesen wären, ausgerechnet unter den 50 abgehalten wurde, die es nur höchst sekundär bewegt, ist ein peinlicher Mißgriff gewesen. Ähnlich schauerlich war die Idee, zunächst einen, dann mehrere lockere Stehkonvente abzuhalten, bei denen Wesentliches in unbeschreiblichem Sprachgewirr untergehen mußte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war dann doch sehr dankbar für ein langes, wenn auch im Stehen und unter akustischer Quälerei geführtes Gespräch mit einem der Verantwortlichen. Dazu schreibe ich nichts weiter zu dieser späten Stunde. Nur soviel: Ich habe ihm den offenen Kampf der an Amazon verkauften Antiquare für die nächste Zeit angesagt - und er hat bis zum Schluß nicht begriffen, was die 950 Kollegen an der Amazon-Konzentration stört und welche Gefahren sie auf sich zukommen sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während die Abebooks-Verantwortlichen, besonders der Herr, mit dem ich sprach, einen sehr kompetenten, außerordentlich klugen und wohlunterrichteten Eindruck machten, ist mein langjähriger Zweifel an Herrn Heinisch durch die erstmalige, wenn auch nur zuhörende Begegnung aus kurzer Distanz leider voll bestärkt worden. Dazu nichts weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nun verabschiede ich mich. Dieser Tag hat mir die Kollegen aus dem Spitzenbereich unserer Branche doch nähergebracht, ich konnte erkennen, daß sie sympathisch sind, ferner habe ich jetzt einen persönlichen Eindruck von Dr. Biester. Das war die Reise wert.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-7557066128530269435?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/7557066128530269435/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/frankfurter-impressionen-ein.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/7557066128530269435'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/7557066128530269435'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/frankfurter-impressionen-ein.html' title='Frankfurter Impressionen - ein Kurzbericht'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-9163845556240204137</id><published>2011-10-13T04:46:00.000-07:00</published><updated>2011-10-13T04:53:25.039-07:00</updated><title type='text'>Thesenpapier zur Interessenvertretung der Antiquare durch die AG im Börsenverein</title><content type='html'>"Diskutiert werden soll außerdem die Frage, wie effektivere Interessenvertretung für den Antiquariatsbuchhandel gelingen kann"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hierzu ein T h e s e n p a p i e r&amp;nbsp;&amp;nbsp; als Gastbeitrag&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;mit der Bitte um Kopie und Auslage. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach alter Tradition haben Gäste kein Rederecht. Sie legen deshalb externe Arbeitspapiere vor, die in die Diskussion einfließen können - falls einer der Teilnehmer sie gelesen hat, was nicht selbstverständlich ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unser Gewerbe zerfällt in drei sehr deutlich voneinander unterschiedene Bereiche. Interessen, Arbeitsmethoden, Kapitalausstattung, Selbstbild und Kundenbeurteilung sind zwischen diesen drei Schichten sehr unterschiedlich, oft übrigens auch die Charaktere (aber lassen wir das).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(1) Das Edelantiquariat&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Halten zu Gnaden, ich habe für diesen Begriff auch nach anderthalb Jahrzehnten der Diskussion einfach keinen Ersatz finden können.&amp;nbsp; Er trifft das Image dieser Kollegen genau. Wenn ich die Liste der Messeteilnehmer durchgehe, haben wir da eine perfekte Musterkarte des deutschen Edelantiquariats.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: #073763;"&gt;Die Interessen, Sorgen, Bedürfnisse der etwa 50 Edelantiquariate im deutschen Sprachbereich werden durch die - freilich bescheidene und nach meiner Einschätzung streckenweise ineffektive - Vertretung durch den&amp;nbsp; V e r b a n d&amp;nbsp; hinreichend abgedeckt&lt;/span&gt;. Ich sehe da keinen Handlungsbedarf durch eine Parallelorganisation.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine notwendige Anmerkung: Der Verband umfaßt neben den echten Edelantiquaren, die ich wie bemerkt auf rd. 50 beziffere, noch das Mehrfache solcher Kollegen, &lt;span style="color: red;"&gt;die gern Edelantiquare sein würden, es aber nicht sind. Diese "unechte" Gruppe, etwa 200-300 Antiquare, bedarf einer Interessenvertretung am dringendsten:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: red;"&gt;(2) Die Antiquare des Mittelfelds&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Eine Auswahl von ihnen treffen wir auf Messen, hochpreisige Ware ist ihnen nicht fremd, nimmt aber im Wertschränkchen eher eine Ausnahmestellung ein. Ihr Arbeitsfeld ist entweder ein gutes Allgemeinsortiment im Laden, mit enger regionaler Kunden- und Ankaufsbindung, oder sie betreiben emsig Internetverkauf mit oft überraschen hohen katalogisierten Buchmengen. Hinzu kommen die echten Fachantiquare, auch sie&amp;nbsp; rechne ich der Mittelschicht zu, freilich mit der Überzeugung, daß Fachantiquare immer ihr eigenes Süppchen kochen (müssen) und gut daran tun, sich separat zu vernetzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den Kollegen des Mittelfelds beginnen schon ganz deutlich die akuten Sorgen und Probleme unseres Berufsstands. Eine ganz typische Scham, die der "verschämten Armut" des früheren Mittelstands verzweifelt ähnlich ist, hindert sie daran, ihre Anliegen deutlich zu formulieren. Sie sind die treuesten Verbandsmitglieder, denn es ist für sie eine Ehrensache, nominell zum Edelantiquariat zu gehören. &lt;span style="color: #38761d;"&gt;Nur im direkten Gespräch bringt man sie dazu zuzugeben, wie lächerlich gering ihre Kapitaldecke ist, wie unzureichend ihre Einkünfte sind, wie sie unter dem Zwang zu nervtötender Titeleingabe bis spät in die Nacht schier zugrundegehen und daß die ganze Organisation ihres Berufsstandes bisher für sie eher ein lächerlicher, peinlicher&amp;nbsp; P o p a n z&amp;nbsp; ist denn eine Hilfe.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Kollegen, die ich aufgrund älterer, freilich von mir hausgemachter statistischer Versuche auf etwa 200-300 schätze, schleppen einen Rattenschwanz ungelöster Probleme mit sich herum. Ich wiederhole mich: Erst bei intensiveren Gesprächen geben sie ihre problematische Lage zu. Tatsächlich leiden viele Antiquare dieser Schicht - um nur ein Beispiel zu nennen - wie die Hunde unter jener vom Verband abgesegneten Abkassiererei durch gebührenpflichtige Preisdatenbanken, ebenso ärgerlich wie etwa die Jahresgebühren der Handelskammer. Freilich - hat sich je einer über die vom Verband verordneten Preisdatenbanken öffentlich beschwert? Das würde ja bedeuten, seine Geldknappheit zuzugeben, und was denken die Kollegen dann im Verband? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(3) Antiquare am Rand und im Keller&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die restlichen&amp;nbsp; 500-600 Antiquare sind mehr oder minder armselige Malocher. Hier reicht die Bandbreite vom Ebay-Sklaven bis zum Flohmarkt- und Mensakistenverkäufer. Was man diesen Leuten, fast immer im Grenzbereich zur Sozialhilfe, Gutes tun kann, sollte man machen - auch wenn höllisch aufgepaßt werden muß, um die beiden gefährlichen Feinde unseres Berufsstandes, Momox und die "Geschenkt"-Ketten nach Schweizer Vorbild, unter ihnen zu erkennen und ihnen bei jeder Gelegenheit auf die Finger zu hauen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese "Rand- und Kellerantiquare" sind in der Regel nicht in der Lage und auch nicht willens, die Probleme ihres Berufsstands zu erkennen. In ihren Foren beißen sie sich in Einzelheiten und Nebensächlichkeiten fest, aus langjähriger Erfahrung wissen wir, daß es völlig sinnlos wäre, die Unterschicht des Antiquariats zu organisieren. Das soll nicht hart klingen, es ist einfach Fakt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;+++++++++++++++++++++++&lt;br /&gt;&lt;div style="color: #741b47;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;span style="color: #741b47;"&gt;Also geht es, so meine These, bei der Frage "wie effektivere Interessenvertretung für den Antiquariatsbuchhandel gelingen kann" um eine Organisation des Mittelfelds unseres Gewerbes. &lt;/span&gt;Wir sollten nur im Sinn haben, daß unter der "Oberschicht" wirklich nur die echten 50 Antiquare zu verstehen sind bei diesem Modell. Alle anderen gehören ins Mittelfeld, sie haben dort sehr&amp;nbsp; t y p i s c h e&amp;nbsp; Interessen, Anliegen und Sorgen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über die Problematik der Genossenschaft breiten wir heute gnädig den Mantel des Schweigens. Ich höre in jüngster Zeit nichts Gutes von dort, die Kollegen sind in einer kritischen Phase.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie organisiert die AG also die 200-300 Antiquare des Mittelfelds?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hoffe, daß die anwesenden und zur Rede autorisierten Mitglieder der AG im Börsenverein unter sich eine rege Diskussion dieser Kernfrage führen werden. Als schweigender Gast deute ich nur meinen Lösungsvorschlag an:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;A.&lt;br /&gt;&lt;span style="color: lime;"&gt;Es sollte eine neue, sozusagen eine " L i g h t -"Form der Mitgliedschaft&amp;nbsp; in der AG geschaffen werden.&lt;/span&gt; Damit die Satzung nicht geändert werden muß, kann man sowas auch durch&amp;nbsp; Zusatz&amp;nbsp; zur Satzung regeln. Die "Light-Mitglieder" brauchen durch ihre Teilnahme auch keine Mitglieder im Börsenverein zu werden, man hat da großen organisatorischen Spielraum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;B.&lt;br /&gt;Ausgehend von Björn Biesters doch recht gutem Adressenmaterial sollte der&amp;nbsp; g a n z e&amp;nbsp; Kreis der 200-300 Antiquare des Mittelfelds zur Teilnahme aufgefordert und eingeworben werden. Nach den bisherigen Erfahrungen ist eine Mailingliste kombiniert mit einer Art Yahoo-Forum die beste Lösung. Nur wenn der Antiquar die täglichen Beiträge und Meldungen im Briefkasten hat, wird er zur Kenntnisnahme und Beteiligung angestoßen. Es gibt im Grunde bis heute keinen Ersatz für das Procedere der guten alten Hess-Runde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;C.&lt;br /&gt;Wenn diese erweiterte AG zur Interessenvertretung werden soll, dann müssen demokratische Abstimmungs- und Entscheidungsformen gefunden werden. Eine berufliche Interessenvertretung ist nichts anderes als ein&amp;nbsp; P a r l a m e n t&amp;nbsp; im Kleinen. Abstimmungen sind heute elektronisch in ausgefeilter Form möglich, Diskussionen und Resolutionen können gesteuert und eingegrenzt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In anderen Berufsgruppen ist das alles selbstverständlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Behalten Sie bitte im Auge, daß meine Vorschläge sich untereinander bedingen. Verwirklicht man nur einen Teil, können die restlichen Faktoren beschädigt oder verunmöglicht werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Peter Mulzer&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-9163845556240204137?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/9163845556240204137/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/thesenpapier-zur-interessenvertretung.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/9163845556240204137'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/9163845556240204137'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/thesenpapier-zur-interessenvertretung.html' title='Thesenpapier zur Interessenvertretung der Antiquare durch die AG im Börsenverein'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-5060786632126141547</id><published>2011-10-12T18:33:00.000-07:00</published><updated>2011-10-12T18:45:20.904-07:00</updated><title type='text'>Offener Brief an die deutschen Antiquare - und an ihre Freunde</title><content type='html'>aus Anlaß der Informationsveranstaltung von Abebooks und ZVAB auf der Buchmesse am Freitag, 14.10. 2011, ab 17.30 Uhr im Cafebereich der Frankfurter Antiquariatsmesse (Open Space AGORA, Ebene 0)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Buchantiquare in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, wehrt Euch! Klärt die Öffentlichkeit auf über einen vertuschten, vernebelten, verhehlten Tatbestand, der eure Freiheit und eure Ehre bedroht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Antiquare sind je nach Betriebsform ganz überwiegend abhängig vom Verkauf ihrer Bücher über das Internet. Inzwischen stellt der Ladenverkauf, bezogen auf die meisten der 1000 Kollegen, eher die Ausnahme dar, auch gedruckte Fachkataloge und Fachlisten ermöglichen immer weniger ein hinreichendes Auskommen. Die Buchantiquare hängen inzwischen auf Gedeih und Verderb am Internetvertrieb, ohne den Absatz über Internetplattformen sind sie in aller Regel nicht lebensfähig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Verkaufsplattformen verheimlichen zwar ihre Umsatzanteile, es gilt aber unter Antiquaren als gesichert, daß ZVAB und Abebooks zusammen mit Amazon mindestens 80, wenn nicht sogar 90 % des Internetabsatzes im deutschen Antiquariat kontrollieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt praktisch keine Alternativen mehr zu diesen drei Portalen. Die bunte Vielfalt der anderen Verkaufsportale erreicht insgesamt nicht mehr als 10 - 15 % des Umsatzes. Dies gilt besonders auch für das genossenschaftliche Verkaufsportal Antiquariat.de, das trotz guter Ansätze marginalisiert bleibt. Vorhandene Metaportale wie Eurobuch sind in Wahrheit nur Zubringer der großen Portale, von denen sie Umsatzanteile erhalten. Ebay, die einzige reale Alternative, ist wegen zeitraubender Einstellprozeduren und aus einer Vielzahl anderer Gründe für die Antiquare nicht wirklich brauchbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die im Verband der Antiquare zusammengeschlossenen führenden Antiquare kommen mit ihrer eigenen internationalen Verkaufsdatenbank, Trägerschaft durch die&amp;nbsp; ILAB, auf keinen grünen Zweig, hier ist der Absatz völlig unbedeutend. Ein Ausweichen auf andere internationale Portale ist den Antiquaren im deutschen Sprach- und Lesebereich verwehrt, weil deutsche Titel außerhalb des Sprachbereichs kaum bestellt und so gut wie nicht gelesen werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der deutschsprachige Absatzmarkt im Antiquariat ist völlig abgeschottet vom Rest der Welt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer hier ein Monopol erreicht, der kann nicht mehr gestoppt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach verschiedenen sehr verwickelten, zumindest beim ZVAB-Verkauf auch bewußt verschleierten Vorgängen ist die Lage seit einem halben Jahr nun so: A m a z o n&amp;nbsp; hat schon vor längerer Zeit das international und regional tätige große Antiquariatsportal A b e b o o k s&amp;nbsp; gekauft. Abebooks seinerseits hat das&amp;nbsp; Z V A B&amp;nbsp; gekauft. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit besitzt und kontrolliert&amp;nbsp; A m a z o n mindestens 80, vermutlich aber rund 90 % aller Absatzwege der deutschen Antiquare im Internet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt an diesen Zahlen keine ernsthaften Zweifel. Die Schätzungen stützen sich auf durchgesickerte Daten der Medienfirma w+h, deren Software fast die Hälfte aller Antiquare versorgt und ihre Titelaufnahmen Amazon / Abebooks / ZVAB zuleitet, aber auch Umfragen und Zuschriften deutscher Antiquare aus allen Schichten belegen das dramatische Zahlenbild. Fast jeder Kollege aus den unteren und mittleren Bereichen des Gewerbes wird meine Zahlen aus eigener Erfahrung bestätigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies bedeutet, daß ein sehr deutlich definiertes, nach eigenen Regeln arbeitendes und in sich ganz geschlossenes Berufsfeld, das Buchantiquariat, seine unverzichtbaren Absatzwege im Netz zu mindestens 80, wahrscheinlich aber schon zu 90 % im Besitz und unter der Kontrolle des Megakonzerns&amp;nbsp; A m a z o n&amp;nbsp; weiß. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies ist nicht nur eine Situation, die nach einer Untersuchung durch das Kartellamt ruft, es ist geradezu&amp;nbsp; d i e&amp;nbsp; typische Monopolsituation, das Musterbeispiel eines hochgefährlichen Monopols. Trotzdem scheint es Amazon gelungen zu sein, das Kartellamt durch seine Anwälte lahmzulegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die brandgefährliche Struktur dieses Monopols im Bereich des Antiquariats ist unter anderem gekennzeichnet dadurch, daß es hier geht um&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- eine besondere, hochspezialisierte Dienstleistung, nämlich den Betrieb eines Verkaufsweges, zu dem es für die Betroffenen keine Alternative gibt,&lt;br /&gt;- einen ungemein mächtigen, finanzkräftigen und im Neubuchbereich bisher nicht durch zarte Durchsetzungstaktiken und subtile Rücksichtnahme aufgefallenen Weltkonzern,&lt;br /&gt;- einen in mehrere Schichten und Betriebstypen gegliederten Berufsbereich, dessen Mitglieder vertikal kaum kooperieren, sondern seit langen Jahren in tragikomischer Weise sich in mehrere Organisationen zersplittern und insgesamt fast handlungsunfähig und dadurch wehrlos sind,&lt;br /&gt;- einen Vorsprung der Bekanntheit der drei Portale mit entsprechenden Verkaufs- und Durchsetzungschancen, der im Netz in gar keiner Weise einzuholen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich sind die Antiquare in ihrer überwiegenden Mehrzahl dem Monopol gegenüber&amp;nbsp; h i l f l o s.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Bundeskartellamt hat die Antiquare in dieser erdrückenden, quälenden Situation alleingelassen, es hat sie nach meiner Einschätzung&amp;nbsp; v e r r a t e n.&amp;nbsp; Vermutlich hält Amazon die Fiktion aufrecht, die drei Absatzportale würden selbständig agieren und unabhängig voneinander geführt. Tatsächlich wäre eine solche Behauptung absurd, denn es handelt sich jeweils um einen 100%igen Besitz. ZVAB und Abebooks sind de facto machtlose Ausführende der Amazon-Zentrale. Wer 100 % der Anteile einer Firma besitzt, der bestimmt oder kann doch jederzeit bestimmen, besonders dann, wenn es sich um einen US-Konzern handelt, den noch niemand als zimperlich eingeschätzt hat. Abebooks und ZVAB gehören vollständig, mit Haut und Haaren&amp;nbsp; A m a z o n.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß nicht, wie es Amazon geschafft hat, seine Eroberung und Knebelung des deutschen Antiquariats bisher aus den Medien herauszuhalten. Die Öffentlichkeit weiß davon nichts, im Internet wurde und wird das sorgfältig verschwiegen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Antiquar aus Freiburg hat das Thema in seinem Blog eher beiläufig behandelt und einen Teil der Berufskollegen aufgescheucht. Nicht zuletzt deshalb lädt Amazon /Abebooks /ZVAB jetzt im Rahmen der Buchmesse zu der oben erwähnten Informationsveranstaltung ein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bitte die Antiquare und vielleicht auch den einen oder anderen solidarischen Neubuchhändler, zu bedenken, daß es sich nicht nur etwa um mit Sicherheit kommende finanzielle Ausnützungen der Monopolsituation handelt. Die Tendenz aller Datenbanken, die sich in anderen Ländern um ähnliche Monopolisierung der Absatzwege bemüht hatten, ging stets dahin, den Antiquaren ihre Individualität zu nehmen, sie bei der Verkaufsvermittlung nach Kräften zu anonymisieren, sie in den Augen des Kunden und Käufers zum Angestellten, zum a n o n y m e n&amp;nbsp; Zulieferer der Datenbank zu machen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es handelt sich hier um eine interessante, besonders grausame Variante des Amazon-Vorgehens: Es wird hier nicht wie beim Neubuchhandel auf allerlei Wegen ein Teil des Umsatzes weggenommen, vielmehr wird an der Stelle, an der jeder Internetantiquar am&amp;nbsp; v e r l e t z l i c h s t e n&amp;nbsp; ist, nämlich bei der Absatzvermittlung Antiquar-Kunde, ein Würgemonopol eingerichtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich handelt es sich nicht nur um die Identität eines ganzen Berufszweigs, nicht nur um die drohende Degradierung eines knappen Tausend selbständiger Kleinkaufleute zu Franchise-Nehmern , es geht darüber hinaus um die berufliche&amp;nbsp; W ü r d e.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn sich die Antiquare im deutschen Sprachraum zu machtlosen, monopolgebundenen Hampelmännern des Amazon-Weltkonzerns machen lassen, dann können sie sich selbst nicht mehr im Spiegel anschauen, ohne sich zu schämen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Darum soll es am Freitag gehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;br /&gt;Presserechtliche Verantwortung für den Inhalt dieses Aufrufs: Peter Mulzer, Antiquar, Freiburg, Guntramstr. 46&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-5060786632126141547?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/5060786632126141547/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/offener-brief-die-deutschen-antiquare.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5060786632126141547'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5060786632126141547'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/offener-brief-die-deutschen-antiquare.html' title='Offener Brief an die deutschen Antiquare - und an ihre Freunde'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-1197548784475589776</id><published>2011-10-12T02:59:00.000-07:00</published><updated>2011-10-12T02:59:04.621-07:00</updated><title type='text'>Das Projekt ZVAB-Büchermichel, zum zweiten</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.fordogtrainers.de/images/large/Rottweiler-Nappa-gepolsterte-Hund-Maulkorb_LRG.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="579" src="http://www.fordogtrainers.de/images/large/Rottweiler-Nappa-gepolsterte-Hund-Maulkorb_LRG.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://schriftman.files.wordpress.com/2010/07/slaverymoralprogress.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Darstellung der Chancen und Probleme des "Büchermichel" wird durch diesen ergänzenden Beitrag nicht übersichtlicher und auch nicht unterhaltsamer. Ich bitte diejenigen Kollegen, die sich für Bibliographie nicht interessieren, auch den heutigen Text nicht zur Kenntnis zu nehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann bibliographische Neigungen nicht herbeiquälen - entweder hat man sie, oder sie bleiben aus. Ich habe zu meinem Erstaunen immer wieder feststellen müssen, daß die meisten Buchantiquare - neben den Bibliothekaren eigentlich doch die Hauptapostel der retrospektiven Bibliographie - ostentativ zu gähnen beginnen, wenn man das Thema auch nur ankündigt. Da werden jahrzehntelang mehr oder minder gute Buchbeschreibungen abgeliefert, mit der Geduld und Zuversicht einer wiederkäuenden Kuh auf der Wiese, aber was da eigentlich "stattfindet", darüber denken die meisten Akteure nicht gern nach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sprachen im vorhergehenden Blogbeitrag darüber, daß die einzelne, für sich genommene, isolierte Buchpreisbestimmung viel weniger wert ist als die Übersicht über ein ganzes thematisches Bücherfeld mit den dazugehörigen typischen Mittelpreisen bei vordefinierten mittleren Erhaltungszuständen - daß der ZVAB-Büchermichel also die Grundidee des Schwaneberger-Briefmarkenkatalogs jämmerlich verrät und in den Sand setzt. Wir forderten gestern, es müsse dem Büchersammler in Auswahl ermöglicht werden, sein Sammelgebiet feld- und listenmäßig "optisch" zu erfassen auf ganzen Katalogseiten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dr.Biesters Katalogsammlung&lt;br /&gt;Beim Börsenverein in Frankfurt steht eine liebevoll gepflegte Sammlung der allermeisten Antiquariatskataloge seit olims Zeiten, relativ vollständig ab etwa 1950, wenn ich recht unterrichtet bin. Welchen Wert dieses Material darstellt, konnte ich vor einem Jahrzehnt selber feststellen, als ich mir mit einigem Portoaufwand eine aktuelle Sammlung von etwa 300 Kollegenkatalogen zurechtgesammelt hatte, sie nach Fachgebieten ordnete und an die nähere Untersuchung der enthaltenen bibliographischen Schätze ging. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Verwertbarkeit her kann man das französische geflügelte Wort bemühen "les extrèmes se touchent". Neben ganz ausgezeichneten, ja erstaunlichen Katalogen stehen jämmerlich hingeschluderte Machwerke. Insgesamt waren die Ergebnisse aber sehr positiv. Das mag sich seither geändert haben, ZVAB steckte damals noch in den Kinderschuhen und wurde von Heinisch mühsam hochgepäppelt. Wie auch immer, in den Antiquariatskatalogen seit 1950 ist bibliographisch ungemein Wertvolles und Nutzbares verborgen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur war die Auswertung bis vor wenigen Monaten nicht möglich. Erst jetzt haben wir preiswert nutzbare Instrumente, mit denen wir vom ersten Scannen (oft schwache Schreibmaschinentypen) bis zur blitzschnellen Ordnung und Auswertung von Millionen unterschiedlich angesetzter Titelerfassungen vernünftig arbeiten können, wenn wir uns vornehmen, Dr. Biesters Katalogmaterial als riesige durchsuchbare Datenbank darzustellen und zu benutzen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist eine der Voraussetzungen für&amp;nbsp; d e n&amp;nbsp; Büchermichel, den wir Antiquare schaffen wollen. Einige Detailfragen sind noch zu diskutieren, prinzipiell aber lösbar, so müssen Gleitklauseln für die&amp;nbsp; P r e i s e n t w i c k l u n g&amp;nbsp; im Antiquariat von 1950 bis zur Gegenwart festgelegt und angewendet werden und man muß sich Regeln für die ein-eindeutige Identifikation und Zusammenführung aller Titel ausdenken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine interessante Frage übrigens, mit der wir alle instinktiv schon längst umgehen, wenn wir etwa im ZVAB einen bestimmten Titel suchen und diejenigen Stichworte eingeben, von denen wir uns das eindeutige Auffinden unseres gesuchten Buchs erhoffen - möglichst wenige Verfasser-, Titel- Orts- und Verlagsworte, die tunlich "selten" sein sollten. Oft reichen schon drei Worte hin: "Jimmerthal - Ochsen - Zolltarif" oder "Goethe - Kröner - 1943" führen, wie man hoffen darf, direkt zum gesuchten Buch. Auf die gleiche Weise würde die Datenbank der&amp;nbsp; e i n deutigen Titel aus den Antiquariatskatalogen zusammengeführt, im Prinzip.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch eine Anmerkung zum Urheberrecht, die kurz und deutlich ausfallen muß, weil eine Reihe ehrenwerter Kollegen notorisch (und kindisch) auf dem vermeintlichen Recht "ihrer" Titelaufnahmen beharrt. Dieses Urheberrecht gibt es nicht, überhaupt nicht, gar nicht daran zu denken, weder auf die Titelei noch auf die Preisfestsetzung, allenfalls auf längere Kommentierungen, um die es uns ja nicht geht. Wenn ich (a) die Zusammenstellung der Titel in den Listen nicht übernehme, sondern die Antiquariatskataloge quasi wieder auseinandermontiere in ihre Einzeltitel, und wenn (b) kein direktes Wettbewerbsverhältnis von mir zum Antiquar besteht, dann darf ich mit den einzelnen Titelaufnahmen der Kollegen machen, was ich will. Weitere Erörterungen dazu sind einfach Zeitverschwendung. Das ZVAB und Schwaneberger führen diese Diskussion mit Rücksicht auf die zarten Seelchen der betreffenden Kollegen - sie müßten es juristisch absolut nicht tun.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zusammenarbeit mit den Fachbibliotheken und Fachantiquaren&lt;br /&gt;Wenn wir uns vornehmen, für alle Sachgebiete einen&amp;nbsp; K a n o n&amp;nbsp; der wichtigeren Titel seit 1500 aufzustellen, dürfen wir auf die Hilfe der Fachbibliothekare in Spezialbibliotheken und der Fachreferenten großer allgemeiner Büchereien rechnen. Von dort würde ein solches Vorhaben mit Interesse verfolgt. Bereits das Studium der dortigen unterschiedlichen Sachgliederungen ist für die Rubrizierung des "Büchermichel" wichtig und immer ertragreich. Es gibt nichts Besseres als eine aus langer Praxis hervorgegangene Bibliotheksgliederung, die von Fachleuten des jeweiligen Sammel- und Studienbereichs gepflegt und benutzt wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Bereich der bei den Antiquaren ja ganz brachliegenden und wahrhaft notleidenden Theologie zum Beispiel würde eine Neuaufstellung von Rubriken wie "religiöse Volkskunde", "Wunder und religiöse Paramedizin", "Klöster und Orden" oder auch nur "Jesuiten" ganze Impulsschübe bewirken - weil der potentielle Sammler und Käufer ja dadurch oft erst entdeckt, was da alles angeboten wird von uns. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Einbindung der Fachkollegen im Antiquariat stellt eines der ganz ungelösten Probleme dar. Natürlich würde ein Kollege wie etwa von Matt oder Nonnenmacher die Aufstellung eines Kanons, die Rubrizierung und überhaupt jeden Schritt bei der Bearbeitung des Gebiets "Theologie" wertvoll, interessant und bestimmt auch innovativ gestalten. Was wären die Naturwissenschaften ohne Gruber, was die Volkswirtschaft ohne Hohmann? Und doch habe ich gerade hier meine Zweifel, ob es zu solcher Zusammenarbeit wird kommen können. Der Büchermichel würde mit Namensnennung im Katalog und großzügigen Werbeangeboten beim jeweiligen Fachgebiet Dienstleistungen natürlich nach Kräften indirekt honorieren, aber das reicht nicht aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum Schluß noch der Hinweis, daß Titel, die zwar in den Kanon aufgenommen&amp;nbsp; worden sind, für die sich aber keinerlei Preisangabe hat finden lassen, nach guter Michel-Tradition mit " - - " bewertet werden sollten. Wie bei den Briefmarken sind solche Nummern immer besonders interessant. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Diesen zweiten Teil denke ich mir als Anhang zum ersten und würde mich freuen, wenn auch er zur "Büchermichel"-Diskussion am Freitag in Kopie vorläge.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Unterschrift des Fotos: "Vorahnungen / Einstimmungen zur Buchmesse, Abteilung Antiquariat"&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-1197548784475589776?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/1197548784475589776/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/das-projekt-zvab-buchermichel-zum.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/1197548784475589776'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/1197548784475589776'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/das-projekt-zvab-buchermichel-zum.html' title='Das Projekt ZVAB-Büchermichel, zum zweiten'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-4375878504191703331</id><published>2011-10-11T13:48:00.000-07:00</published><updated>2011-10-11T14:47:15.687-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Büchermichel'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='ZVAB'/><title type='text'>Was der ZVAB-Büchermichel nicht leistet</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-reYHbvjjRqU/TpR92dlXRWI/AAAAAAAAWtM/3MCpRDzL0us/s640/Samoa004.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="446" src="http://3.bp.blogspot.com/-reYHbvjjRqU/TpR92dlXRWI/AAAAAAAAWtM/3MCpRDzL0us/s640/Samoa004.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/-UCqMJILWlWw/TpR90odzDDI/AAAAAAAAWtI/_lQQVgloa0U/s640/Samoa003.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="460" src="http://1.bp.blogspot.com/-UCqMJILWlWw/TpR90odzDDI/AAAAAAAAWtI/_lQQVgloa0U/s640/Samoa003.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Das Thema ist auf den ersten Blick ebenso kompliziert wie ernüchternd. Niemand nimmt sich begeistert solcher Fragen an, sowas läßt sich auch beim besten Willen nicht unterhaltsam darstellen. Bei näherem Hinsehen werden aber - ganz unvermutet - Querverbindungen zu einigen zentralen Anliegen unseres Gewerbes sichtbar. Vielleicht bringe ich in schlichten Worten die Fakten zu meinem Bücher-Michel, um eine Diskussion der Unterschiede zum Schwaneberger-ZVAB-Modell zu ermöglichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die wichtigste Aufgabe meines "Bücher-Michel" ist die Gesamtdarstellung jedes Sammelgebiets, jedes Sachbereichs im Antiquariat, so wie das der "Michel-Katalog" für den Markensammler leistet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Büchersammler, Händler, Bibliothekar, Wissenschaftler, jeder, der ein Gebiet mehr oder weniger systematisch bearbeiten, sich in ihm zurechtfinden will, hat in seiner Vorstellung die Bücherwelt als eine Art&amp;nbsp; L a n d s c h a f t. Berge, Städte, Burgen, bemerkenswerte Bäume, Räuberhöhlen, stürmische Meere markieren einzelne Bücher oder ganze Reihen und Sachgruppen. Wer die Musiklandschaften bei Heimeran - schon lang nicht mehr lieferbar - gesehen hat, kennt das System von den Komponisten und Musikarten her. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bücherwelt eines Sachgebiets wird also nicht durch Aneinanderreihen von Einzeltiteln "gemerkt" und erinnert, sondern topographisch als eine Art Gedächtnislandschaft. Das Gehirn arbeitet sehr vernünftig, denn nur so lassen sich vielfältige Querverbindungen ziehen, können Bücher ungefähr eingeordnet, annähernd bewertet werden. Die Mnemotechnik, ein leider derzeit fast vergessenes Gebiet der Psychologie, hat dazu schon viel erarbeitet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere Bücherdatenbanken können nur Einzeltitel anbieten, sie sind so angelegt, so funktionieren sie. Ich habe schon öfter Zweifel angemeldet, ob wir nicht vom Anbieten der Einzeltitel wegkommen und mehr und mehr Lose, Konvolute, Sachgebietszusammenstellungen als Ganzes verkaufen sollten. Denn die meisten Kunden kennen keine Einzeltitel oder aber - noch schlimmer - sie suchen Einzeltitel aus der Verlegenheit eines pars pro toto-Wissens heraus, vom Hörensagen vielleicht oder durch zufällige Literaturangaben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: blue;"&gt;Wie bitte sollen wir denn unsere älteren Bestände verkaufen, wenn die Kunden nur einzelne alte Titel kennen oder gar keine? Ist es nicht unsere erste, natürliche Aufgabe, die retrospektive Literaturkenntnis der Bücherkäufer zu befördern, sie überhaupt erst möglich zu machen?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Hier liegt der Kern meines "Bücher-Michel". Ich hatte von Anfang an gefordert, &lt;span style="color: purple;"&gt;die&amp;nbsp; P r e i s l i s t e&amp;nbsp; zu kombinieren mit einer retrospektiven, also rückwärtsgewandten bibliographischen&amp;nbsp; Ü b e r s i c h t&amp;nbsp; jedes unserer Sachgebiete im Antiquariat.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nichts anderes macht ja der klassische Briefmarkenkatalog. Auch er geht davon aus, daß man dem Sammler erst einmal die Marken des Gebiets auflisten, vorstellen muß. - Schon sehr früh haben die Markenkataloge, trotz der damit verbundenen unendlich mühsamen Herstellung vieler kleiner Klischees, das Visuelle genutzt, in der richtigen Erkenntnis, daß die bildmäßige Erinnerung des Sammlers jene topographische Feldorientierung befördert, die der Sammler besitzen muß, wenn er sein Gebiet im Kopf haben will.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine weitere selbstverständliche Methode schon der ältesten Markenkataloge war die Bildung von Mittelpreisen, von typischen Durchschnittsbewertungen jeder Marke, oft ergänzt mit Erklärungen zu wertsteigernden oder wertmindernden Faktoren, bezogen auf die individuelle Marke oder auf das ganze Sammelgebiet. Hier ist die Parallele zu den Büchersammelgebieten perfekt, denn nicht anders wird man bei so unterschiedlichen Erhaltungs- und Bewertungsgebieten wie etwa "Baedeker" und "Abenteuerroman" vorgehen. &lt;span style="color: purple;"&gt;Dieser Mittelpreis, den ich lieber den&amp;nbsp; t y p i s c h e n&amp;nbsp; Preis nennen möchte&lt;/span&gt;, wurde schon immer als genaue, festgesetzte Mittelzahl angegeben. Es ist dem Gedächtnis nicht förderlich, wenn man umständliche "von - bis"-Notierungen im Kopf behalten soll - eine klare Mittelzahl, die in der Art ihrer Festsetzung durch den ganzen Katalog gleichmäßig durchgeführt wird, nützt viel mehr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Reihung der Titel jedes Sachgebiets folgt in meinem Büchermichel im Prinzip einer Zeitschiene. Aber es kann, wie bei den Briefmarkenkatalogen auch, sinnvoll sein, eine Mehrzahl von Neben-, Rand- und Sondergebieten je nach Eigenart des Sachgebiets einzuführen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nehmen wir als Beispiel das Sammelgebiet "Geographie, Reisen, Übersee". Neben "Reiseführern nach Reihen" wird man "Landkarten" gesondert aufführen, Zeitschriften wie etwa "Petermanns Mitteilungen" würde man als gesonderte Blöcke bringen mitsamt ihren vielen Sonder- und Beiheften. Man wird das Sammelgebiet aufteilen und jeden Kontinent gesondert bringen, allen vorangestellt drei Abteilungen "Allgemeine Geographie", "Weltreise" und "Schulbücher".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So etwa dürften die ersten groben Einteilungen laufen. Jedes dieser Untergebiete wird dann chronologisch ausgefüllt, wobei man bedeutende, bekannte, wichtige Werke in Rot drucken wird. Auch die Ausstattung mit Daumennagelbildern wird nach Bedeutung und Verbreitung des jeweiligen Titels vorzunehmen sein. Im Übrigen tritt die Kunst des&amp;nbsp; W e g l a s s e n s&amp;nbsp; in ihr Recht. &lt;span style="color: #38761d;"&gt;&lt;span style="color: #351c75;"&gt;Man kann Gebiete wie "Afrika" recht gut mit zwei- bis dreihundert Titeln durchführen, das gibt schon ein brauchbares topographisches Bild für den Büchersammler und Nutzer&lt;/span&gt;.&lt;/span&gt; Der Büchermichel nimmt natürlich nur&amp;nbsp; d e u t s c h sprachige Titel auf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie beim Briefmarkenkatalog lassen sich dann kleine Teilausgaben mit großen Gesamtkatalogen kombinieren. Ein schmales Heft, Teil des Bücher-Michel, der auf etwa 100 Seiten A4 das Sammelgebiet "Übersee" enthält, würde durchaus zu einer Bibel des Sammlers alter Reiseliteratur werden können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht nur weil die Qualität unserer Titelaufnahmen stark schwankt, sondern aus wichtigen erinnerungstechnischen Erwägungen darf man nicht daran denken, vollständige Titelaufnahmen zu bringen. Was Verfasser und&amp;nbsp; K u r z t i t e l &amp;nbsp; leisten können, das haben uns schon die uralten Monatsverzeichnisse des Buchhandels, Hinrichs und andere, im 19. Jahrhundert vorgemacht. Der Leser des Bücher-Michel nach meinem System benutzt die Kataloge nicht als Hilfsmittel zur exakten Titelaufnahme, auch nicht zur Detailbestimmung der Seitenzahlen, Tafeln und Karten. Dazu gibt es inzwischen andere Hilfsmittel in Masse, immer wichtiger übrigens hier der Karlsruhe Katalog KIT/KVK, ungeachtet aller Detailmängel bei den öffentlichen Titelaufnahmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz selbstverständlich erfolgt aus der Philatelie die Übernahme festgelegter, vereinbarter und soweit möglich definierter&amp;nbsp; N o r m a l z u s t ä n d e&amp;nbsp; bei der Festsetzung der Mittelpreise. Wie im Briefmarkenbereich muß das je nach Sachgebiet individuell vereinbart sein, es wird am Kopf jedes Sachgebiets vermerkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit ist das Pflichtenheft für den "Büchermichel" in etwa geschildert. Vernünftig wird sein, den Anfang der ISBN-Nummerung als Ende der Aufnahmezeit festzulegen, auch wenn im Einzelfall Titel nach 1970 recht interessant sein könnten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch ein Wort zur Arbeitstechnik: Es ist ein Trugschluß anzunehmen, die Erstellung eines Bücherkatalogs nach meinem System sei besonders zeitaufwendig. Man nutzt bis zur letzten Stufe, in der "händisch" gedacht und geschrieben werden muß, alle Hilfsmittel der Elektronik. Erst dann beginnt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;a) die Auswahl der aufzunehmenden Titel&lt;br /&gt;b) die Festlegung des Kurztitels&lt;br /&gt;c) die Ermittlung des typischen Mittelpreises (unter Beachtung der vereinbarten Zustandskriterien der "mittleren Erhaltung".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit etwas Routine geht das flott wie's Brötchenbacken, es ist eher schneller und eleganter zu leisten als z.B. die Ermittlung der Briefmarkenpreise.&lt;br /&gt;&lt;div style="color: red;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;Der "Büchermichel" macht dem Büchersammler&amp;nbsp; A p p e t i t, er informiert ihn über sein Gesamtgebiet&lt;/span&gt;, in vielen Fällen konstituiert er ein Sammelgebiet erst (übrigens eine spannende Frage, aber lassen wir das für den Augenblick unerörtert).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun noch einen Ausblick auf den erwarteten Synergieeffekt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist im Prinzip möglich, einzelne Teile des Büchermichel zur Erstellung von Fachkatalogen zu nutzen in der Form, daß der Antiquar vorhandene Titel farblich markiert, mit seinen eigenen Preisen versieht, seine Werbung und/oder seine Listen an einen Auszug des Büchermichel anhängt. Hier muß eine sehr liberale Verlagspolitik vorgesehen werden, ist doch der Büchermichel ein Werbeinstrument, eine neue Verkaufsmaschine für das Antiquariat überhaupt, sozusagen mit gemeinnützigem Charakter. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einer weiteren Stufe sorgt die&amp;nbsp; B e n u m m e r u n g&amp;nbsp; aller Titel jedes Sachgebiets dafür, daß man sich in Zukunft schon durch genaue Nummernangabe über Bestände, Angebote, Desiderata verständigen kann, nicht anders als das bei jedem Briefmarkenkatalog der Fall ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht findet sich eine gute Seele, die diesen - bewußt unpolemisch gehaltenen - Text zur Diskussion in der Buchmesse am Freitag mitbringt und durch die AG verteilen läßt, wenn Schwaneberger&amp;nbsp; s e i n e n&amp;nbsp; Büchermichel vorstellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin dazu nicht befugt. Freuen würde ich mich, wenn sich die Diskussion nicht nur auf die Frage beschränken würde: "Welche Auswirkung hat die Kodifizierung typischer Mittelpreise auf die zukünftige An- und Verkaufspolitik im Antiquariat?". Wir Antiquare dürfen bei solchen taktischen Fragen nicht stehenbleiben, es geht um Absatzförderung. Alles, was dazu nützt, ist gut, was sie hindert, ist schädlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;i&gt;Der guten Ordnung halber: Der Begriff "Michelkatalog" gehört als Markenzeichen dem Schwaneberger-Verlag, auch "Büchermichel" ist nicht frei.&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-4375878504191703331?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/4375878504191703331/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/was-der-zvab-buchermichel-nicht-leistet.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/4375878504191703331'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/4375878504191703331'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/was-der-zvab-buchermichel-nicht-leistet.html' title='Was der ZVAB-Büchermichel nicht leistet'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-reYHbvjjRqU/TpR92dlXRWI/AAAAAAAAWtM/3MCpRDzL0us/s72-c/Samoa004.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-4808337082610844593</id><published>2011-10-10T13:13:00.000-07:00</published><updated>2011-10-10T13:22:25.071-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Büchermichel'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='AG Antiquariat im Börsenverein'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><title type='text'>Freitag in Frankfurt - schöne Aussichten</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.neuropool.com/newimages/2009/Tiere%20vor%20Gericht.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="451" src="http://www.neuropool.com/newimages/2009/Tiere%20vor%20Gericht.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.&lt;br /&gt;Die Gefesselten oder: Sie könnten so vieles bewirken, aber man läßt sie nicht...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soll ich mir das antun? Am Freitag lädt die AG Antiquariat im Börsenverein zu ihrer Jahresversammlung ein, 12 bis 14 Uhr. Wie sowas läuft, das haben wir noch unter dem leutseligen Kollegen Hohmann kennengelernt, in Karlsruhe. Zunächst werden mit ernstaunlicher Ernsthaftigkeit die unbedeutenden Geschäftsordnungspunkte abgearbeitet, während welcher Kaninchenvereinsroutine die Kollegen je nach Temperament gähnen oder Interesse heucheln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann beginnt es zu knistern, ein Thema fesselt das schüttere Häuflein der Antiquare, auch Mulzer wacht auf und freut sich auf eine angeregte Diskussion. Zwei Kollegen spinnen lange Monologe aus, der Faden geht verloren, die Zeit drängt, eine Regelung der Redezeit, eine Planung der Traktanden wurde im Vorfeld nicht ausgearbeitet, das Grüppchen setzt sich ungeschickter ins Benehmen als eine Unterprima, alles versandet, nichts wird beschlossen, geklärt ist auch nichts, die Zeit drängt, freundliche Verabschiedung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun sind Dr. Biester und die Kollegen Mewes und Thursch Leute, denen man einiges zutrauen kann. Vielleicht haben sie diesmal ein Arbeitsprogramm ausgearbeitet, ein&amp;nbsp; T h e s e n p a p i e r&amp;nbsp; aufgestellt, über das man aus dem Stand sachlich diskutieren wird?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ausgangslage ist nicht einfach. Wir wissen alle, welche faszinierenden Möglichkeiten die Antiquare unter dem Dach des Börsenvereins haben könnten, wie gut gerade dem Antiquariat, diesem disparaten Zweig des Buchhandels, ein Nacheifern des Vorbilds der Neubuchhändler bekommen würde. Vor einer Reihe von Jahren zeichneten sich in der Diskussion Horizonte ab, von denen wir heute nur noch wehmütig träumen können -&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- gemeinnützige Führung des Verkaufsportals der Antiquare durch eine Dienstleistungsgesellschaft beim Börsenverein,&lt;br /&gt;- Schaffung eines radikal ermäßigten Mitglied-Sondertarifs für Buchantiquare, quasi als "kleiner Börsenverein",&lt;br /&gt;- Imagetransfer, Organisationshilfe, Beratung bei Ausschüssen und Ausbildungsgängen durch den großen Börsenverein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor gut zehn Jahren hatte Hohmann lange&amp;nbsp; zu leiden unter meinem Spott, warf ich ihm doch beständig sein eisernes Schweigen, seine Tatenlosigkeit vor. Heute wissen wir, daß er gar nicht anders handeln konnte - weil die Unlust der Neubuchhändler, die Blockierung durch den Börsenverein uns antiquarischen&amp;nbsp; C h a o t e n&amp;nbsp; gegenüber schon damals allzu offenkundig war. Unübersteigbare Hindernisse! Man hat uns nie getraut von den Höhen des Vereins herab, nur wurde das nicht öffentlich gesagt. Jenes vorsorgliche Hausverbot, mit dem man mich in Karlsruhe bedacht hatte, war nur die Spitze eines Eisbergs an Unlust und Unbehagen der Neubuchhändler, sich mehr als unbedingt notwendig mit den Antiquaren zu befassen oder gar einzulassen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Spiel nicht mit den Schmuddelkindern...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn aber doch, dann säuberlich eingegrenzt auf die Antiquare, denen die immens hohen Mitgliedsbeiträge beim Börsenverein erträglich erschienen. Mit dieser Hürde stellte man mühelos 800 der 1000 deutschen Buchantiquare vor die Tür, konnte sich noch den Bauch halten mit der jovialen Ausruf: Was wollt Ihr denn, jeder darf in den Börsenverein, wenn er nur zahlt...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Hindernis besteht immer noch, es hat an Dramatik nichts verloren. Die Herren beim Börsenverein haben doch ihre Syndici, die nur beim Institut der deutschen Wirtschaft oder bei den Kreditschutzvereinen anzufragen bräuchten, um das zu hören, was jeder Kollege weiß: Die Antiquare gehören mit gut 80 % ihrer Betriebe zu den kapitalmäßig ganz unterversorgten, chronisch ertragsschwachen, meist von Anfang an gefährdeten Berufsgruppen. Gute Kenntnisse, schöne Kataloge, saubere Läden ändern daran gar nichts. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fasse meine Thesen für die AG zusammen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die AG im Börsenverein ist nach wie vor jene Organisationsform, die für das deutsche Antiquariat bei weitem den größten Nutzen bringen könnte, ihm zum Segen sein würde gerade angesichts der aktuellen Nöte der Branche, wenn die heillose&amp;nbsp; F e s s e l u n g&amp;nbsp; der AG an die Bedingung der hohen Mitgliedsbeiträge wegfallen könnte und Sondertarife für einen "kleinen Börsenverein" der Antiquare eingeführt würden. Solang das nicht geschieht, ist die AG zur Alibi-Übung degradiert und zur Unwirksamkeit verurteilt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An eine Reform der Genossenschaft ist ebensowenig zu denken wie an ein Erwachen des Verbands aus seinem Tiefschlaf. Das wagt kein Kollege öffentlich auszusprechen, aber alle denken es. Die jüngsten Urteile über die Genossenschaft, die mir zugetragen worden sind, fallen derart vernichtend aus, daß ich in die kuriose Lage gekommen bin, die Genossenschaft zu verteidigen. Ihr Image unter den Kollegen ist derzeit im Tiefkeller. Ich sehe da durchaus noch Chancen und Potential, aber erst auf längere Zeit hin. Diese Zeit haben wir aber nicht! Deshalb sollte sich die AG nun auf breiter Ebene neu auftstellen. Was sagt Dr. Biester dazu? Mewes, der alte Kämpfer, muß halt mal den Mund aufmachen, von Thursch als Praktiker vom Dienst erwarten wir Taten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß im zweiten Teil der Veranstaltung das ZVAB und der Schwaneberger-Verlag seine retrospektive Preisdatenbank vorstellen dürfen, entbehrt nicht einer leisen Komik - dieses Thema hätte ich eher bei der Häppchen-Veranstaltung, siehe unten, eingeordnet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Kritik an diversen kleineren Ungeschicklichkeiten dieses Gebildes sollte man eher tiefer hängen - wichtig war und ist mir immer nur die verpaßte Chance, anstatt isolierten Preishäppchen die große, übersichtlich gestaltete umfassende Altbuch-Datenbank ins Netz zu stellen. Es entbehrt nicht der Tragikomik, wenn ausgerechnet Schwaneberger, nach Senf der Urvater der Idee des&amp;nbsp; G e s a m t k a t a l o g s, mein Grundkonzept verrät und stattdessen einzeln aufrufbare Titel- und Preishäppchen serviert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was soll ich tun - mir ein Schild umhängen und mich in Frankfurt vor den Stand postieren mit dem Nachweis, daß ich vor einigen Jahren die Idee des "Bücher-Michel" entwickelt hatte, viel umfassender und geschickter als die Schwaneberger es nun hingestümpert haben, mir zum Hohn... Ach, lassen wir das. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Die Verkauften oder: Es ist so schön am Amazonas&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Formulierung las sich bei Dr. Biester etwas doppeldeutig. Da ich ihm noch nie begegnet bin - und also in Frankfurt hübsch anonym bleiben kann - , weiß ich nicht, ob er nicht doch gegrinst hat, als er schrieb, ich zitiere "...stehen für Gespräche zur Verfügung und beantworten, wie es in einer Mitteilung aus Düsseldorf heißt, "Fragen zu den nächsten Schritten der beiden Plattformen".... Die Veranstaltung "mit Wein und Häppchen"..." &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soll also diskutiert werden, darf man debattieren, wird offiziell oder wenigstens sub rosa etwas mitgeteilt - oder werden einzelne Kollegen in vertraulichen Gesprächen aufgeklärt, ihrer Sorgen enthoben, mit Häppchen gefüttert?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Sache her ist das Abendunternehmen in der Buchmesse mutig. In der Tür steht Amazon wie die boshafte Ehefrau mit den Nudelholz in der Hand, bereit, jeden Abweichler unter den fünf Herren über den Kopf zu hauen. Amazon wagt man dort nicht zu benennen, ist es doch der Ur- und Erzfeind aller Buchhändler, das drohende Gespenst, das über der ganzen Buchmesse schwebt. Keine beneidenswerte Ausgangslage für die tapferen Schwaben aus dem Rheinland. Heinisch dürfte sich nicht glücklich fühlen, denn gegenüber Abebooks ist das ZVAB von der Optik und der Taktik her inzwischen schier unerträglich, man kann das ja unten in meinem Blog irgendwo nachlesen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie das Kartellamt eingewickelt worden ist, das möchte man gern hören, mit oder ohne Häppchen. Und wenn zum Thema "Amazon" wieder nicht mehr zu hören ist, als daß dort autonom entschieden werde und man nix genaues nicht wisse, dann bleiben dem Besucher die Häppchen im Halse stecken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sags ganz deutlich, habe dafür von Kollegen auch schon Prügel einstecken müssen: Abebooks ist zur Zeit die mit großem Abstand&amp;nbsp; b e s t e&amp;nbsp; Verkaufsdatenbank für deutsche Bücher. Mein diesbezüglicher Test zur Optik und Usability war nur eine Teilbetrachtung, denn die Querverbindungen, die angeschlossenen Beurteilungsforen usw. bei Abebooks sind womöglich noch genialer. Abebooks ist ein regelrechtes Netzwerk bei näherem Hinsehen - ganz ausgezeichnet bis hin zu vielen guten Kleinigkeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun kommen die Häppchenspender aber gerade dadurch vom Regen in die Traufe. Weil sie so gut sind bei Abebooks, und beim ZVAB so&amp;nbsp; schlecht - eben deshalb glaubnt keiner die Märchen vom parallelen Weiterbestehen. Ganz zu schweigen von der nicht geplanten Zusammenlegung mit Amazon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Würgemonopol im deutschen Altbuchmarkt ist ausweglos, alternativlos. Weil sie&amp;nbsp; g u t&amp;nbsp; sind, unsere Erdrossler. Daran bitte ich zu denken beim Verzehr der Häppchen. Keine Häppchen der Welt werden so teuer bezahlt sein wie diese, denn die Freiheit unserer Absatzwege ist nur noch ein schöner Traum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soll ich nach Frankfurt fahren? Es kostet Eintritt, der Intercity von Zürich fährt auch nicht gerade gratis, freundlich geht sowieso niemand mit mir um, weil ich jedem auf den Schlips getreten bin, spätestens beim dritten Häppchen sehe ich mich des Saales verwiesen. Schöne Aussichten!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Das Foto zeigt den Verfasser am Portal der Buchmesse, oder auch nicht&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-4808337082610844593?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/4808337082610844593/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/freitag-in-frankfurt-schone-aussichten.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/4808337082610844593'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/4808337082610844593'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/10/freitag-in-frankfurt-schone-aussichten.html' title='Freitag in Frankfurt - schöne Aussichten'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-4844557728406095045</id><published>2011-09-09T12:33:00.000-07:00</published><updated>2011-09-09T12:43:03.970-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Momox'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Unser neues Portal'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gesamtorganisation (der Antiquare)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vernetzung/ Kommentare (Datenbank)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='GIAQ'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Antiquariat.de (Portal)'/><title type='text'>Jagdszenen aus dem Antiquariat</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.sonofthesouth.net/leefoundation/attock-on-fredericksburg.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="640" src="http://www.sonofthesouth.net/leefoundation/attock-on-fredericksburg.jpg" width="534" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Werte Kollegen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir begeben uns heute auf eine mittlere Parforcetour.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ausgangslage ist bekannt. Unser Buchabsatz im unteren und mittleren Bereich geht beständig zurück, die besseren Segmente stagnieren auf hohem Niveau. Zwei völlig berufsfremde Kräfte werden von Tag zu Tag mächtiger und bedrohen uns. Amazon-Abebooks-ZVAB kontrollieren, vom Sonderfall Ebay abgesehen, gut 90 % des Internetabsatzes der Antiquare in Deutschland, von daher sind Gebührenerhöhungen, fortschreitende Verluste an Selbständigkeit und Gestaltungsfreiheit zwangsläufig vorprogrammiert. Momox und die Nachahmer haben bereits weit über 10 %&amp;nbsp; des Antiquariats in Deutschland verdrängt und vernichtet, mit extrem galoppierender Zuwachserwartung in der allernächsten Zeit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu kommt die bekannte Verlagerung des Leseinteresses zum Internet hin und nicht zuletzt auch die Problematik der Fraktur bei unseren älteren Titeln. Was die Google-Scans der Bücher vor 1900 betrifft, haben wir noch eine Gnadenfrist, weil die Benutzung und vor allem das Ausdrucken gescannter Bücher noch kompliziert erscheint. Das wird sich in wenigen Jahren, vielleicht schon in Monaten ändern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sage nicht, daß man gegen die vielen negativen Faktoren nichts unternehmen könne - dieser Blog ist angefüllt mit mehr oder minder untauglichen Vorschlägen und Ideen dazu. Am weitaus dringendsten aber ist das Doppelproblem der Monopolisierung unseres Internetabsatzes durch Amazon-Abebooks-ZVAB und des Wegbrechens der Titel, die Momox schon zu Millionen Stück kauft und über Tarnfirmen, wie ich das persönlich werten möchte, ins deutsche Verkaufsnetz schiebt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die halbe Stadt anfängt zu brennen, dann wird man dort löschen, wo es am dringlichsten erscheint, im Kern der Innenstadt vielleicht und im Petroleumhafen. Wenn wir uns darauf einigen, daß Amazon und Momox zur Stunde die Hauptfeinde des deutschen Antiquariats sind, dann haben wir schon viel gewonnen. Amazon durch Monopolisierung und drohende Franchise-Unfreiheit, Momox durch Wegziehen des Teppichs unter unseren Füßen.&amp;nbsp; Um es deutlich, aber unzulässig verkürzt zu sagen: V e r s k l a v u n g&amp;nbsp; durch Amazon und&amp;nbsp; B e r a u b u n g&amp;nbsp; durch Momox -&amp;nbsp; natürlich nicht so ungeschützt zu formulieren, sondern immer nur unter der Voraussetzung, daß man die "wenn" und "aber" kennt, die hinter diesen harschen Worten stehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beides ist ein Vernichtungskampf. Ich bin wegen meiner militärischen Dramatik getadelt worden - aber ist nicht das Geschehen am Markt ein Kampf? Die Vernichtung ergibt sich aus den Mechanismen, es geht alles ganz logisch zu. Gegen Momox' exponentielles Wachstum ist gar nichts zu machen, Momox&amp;nbsp; m u ß&amp;nbsp; wachsen, ob es will oder nicht, wie überhaupt die Kräfte im Wirtschaftsmarkt selten Böses&amp;nbsp; w o l l e n. Sie sind wie naive Kinder, die im Sand spielen. Ihre Kunden müssen sie am Leben lassen, sonst kaufen und verbrauchen die ja nichts - wir Antiquare aber als&amp;nbsp; M i t b e w e r b e r&amp;nbsp; am Markt "müssen" nach den Regeln vernichtet werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist es den Setzern, den Stenotypistinnen, den Lokomotivheizern, den Tankwarten etwa anders ergangen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es geht also nicht um Feindbilder, auch nicht um unzulässige Dramatisierung - ich stelle ganz einfach fest, daß wir mit Amazon ein langsam wachsendes, mit Momox ein agressiv schnelles Krebsgeschwür in unserem Körper haben. Amazon muß uns langsam ersticken durch Anonymisierung und andere Unfreiheits- und Gebührenschrauben; Momox muß uns austrocknen und ganz eliminieren. Beide sind im Wirtschaftsgefüge so positioniert, sie funktionieren nach diesen Regeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben uns nun die Frage zu stellen, wie wir diese beiden Krebse in unserem Körper bekämpfen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Nun ein kurzes Wort zur Frage des Genossenschaftsgedankens im Antiquariat. Ich hatte ihn vor mehr als zehn Jahren eingeführt für den Altbuchhandel, weil er juristisch wie auch soziologisch genau das abdeckt, was getan werden muß - wir haben Geld in die Hand zu nehmen und mit diesem Geld eine Leistung für alle zu erbringen. Wobei "für alle" auf unser Gewerbe beschränkt bleibt, auch wenn die Dienstleistung der größeren Allgemeinheit zu gute kommt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lange Zeit waren Kräfte in der Genossenschaft am Werk, die sich wacker geschlagen hatten, aber durch&amp;nbsp; e i n e&amp;nbsp; strategische Fehlentscheidung von Anfang an gelähmt waren. Ich hatte das in jenen wenigen Minuten Redezeit, die mir damals in Berlin eingeräumt worden war, klar gesagt: Nur wenn sich die Genossenschaft als weit offene, allgemeine Berufsorganisation für&amp;nbsp; a l l e&amp;nbsp; versteht, kann sie die richtigen Weg gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum mußte ich Recht behalten mit meiner stotternd vorgetragenen, völlig unbeachteten Einwendung? Weil&amp;nbsp; der&amp;nbsp; W e r b e w e r t&amp;nbsp; einer Genossenschaft verloren geht, wenn sie sich nicht als allgemein und weit offen versteht. Genossenschaften, die nur kleine Grüppchen des Gewerbes oder gar - schrecklich zu denken - nur bestimmte Schichten umfassen, können am Markt nicht frei und wirksam mit dem speziellen Genossenschafts - I m a g e&amp;nbsp; auftreten. Sie können dann nicht sagen " W i r&amp;nbsp; A n t i q u a r e". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau da liegt aber jene Zauberformel, mit deren Hilfe sich die Datenbank gegen alle Widerstände werbetechnisch, in Sachen Kredit und imagemäßig hätte durchsetzen lassen. Ich sage das, weil ich weniger vom "gehobenen Antiquariatsbereich" als vielmehr vom allgemeinen Kulturbetrieb in den Medien eine gute Kenntnis habe. Die ticken so - das Goodwill für eine echte, allgemeine Genossenschaft im Kulturwesen ist unschätzbar - die Verachtung für Grüppchenbildung dagegen grenzenlos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der andere einzigartige Vorteil einer allgemeinen Genossenschaft ist eher interner Natur: Die Genossenschaftler werden fast nie eine Entscheidung gegen die Interessen ihrer Kollegen treffen. Wenn nur die richtigen demokratischen Regeln durchexerziert werden - sie wurden und werden schmählich vernachlässigt -, dann geht es in einer breiten Berufsgenossenschaft zu wie in einem Parlament - Anträge, Motionen,. Diskussionen, Vor- und Endabstimmungen begleiten den Alltag der genossenschaftlichen Arbeit. Dann, aber nur dann wird die Genossenschaft zu einem heilsamen demokratischen Instrument zum Wohl aller, auch gerade der schwachen Kollegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese beiden Punkte gilt es im Sinn zu behalten. Es geht primär also nicht darum, daß wir eine Wirtschaftsgemeinschaft zum Betrieb der Datenbank bildern, sondern es geht um einen unvergleichlichen, unbezahlbaren Imagewert im Kulturbetrieb - und um gerechte, demokratische Entscheidungen in der stürmischen See der Gegenwart, mit zwei Haifischen darin, durch die unserem Gewerbe heil hindurchkommen soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Ich setze voraus, daß eine umgegründete Genossenschaft und ihre Vorstufe, ein allgemeiner Berufs v e r e i n&amp;nbsp; ohne jede Verpflichtung, virtuell von Anfang an bestehen sollen. Es hat nämlich keinen Sinn, die folgenden Pläne als Werk einer Schicht, eines Grüppchens interessierter Kollegen oder gar als Gemisch aus drei verunglückten Berufsvereinigungen herzustellen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Werbewert, die Imagestrategie geht weitgehend verloren, wenn die Planung nicht von Anfang an auf ganz breiter Grundlage stattfindet. Es darf keinen Antiquar welcher Art auch immer geben in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, der nicht von unserer Planung weiß, regelmäßig darüber unterrichtet ist und zu den Abstimmungen eingeladen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erste Vorbedingung ist also ein allgemeines Berufsregister. Das muß man auf Ortsebene recherchieren, Björn Biesters Listen sind eine Hilfe, aber ohne gründliche Adreßbuch- und Telefonlistenrecherche geht das nicht. Ich erlebe regelmäßig bei Stichproben, etwa in Basel oder in Hamburg, ein wahres Chaos an Veränderungen. Man muß da die babylonische - aus dem Amerikanischen kommende - Sprachverwirrung zwischen "Antiquitätenhändler" und "Buchantiquar" ebenso in Rechnung stellen wie die Scheu mancher, durchaus bedeutender, Internethändler, sich adressenmäßig zu offenbaren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Verkaufsportal, die Datenbank ist im Augenblick unsere einzige Waffe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sage das nicht gern, denn nach wie vor ist jenes "Haus der alten Bücher" in der Version, die&amp;nbsp; e i n&amp;nbsp; zental gelegenes Mietshaus für alle Antiquare einer Stadt vorsieht, das genossenschaftliche Instrumentarium par excellence. Nur durch solche vom Keller bis unters Dach durch indivuduelle Antiquariate besetzte Innenstadtanwesen können die Kollegen ihren bescheidenen Werbeetat bündeln. "Wo sind die Antiquare? - In ihrem Haus auf der Kaiserstraße".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf mittlere Sicht wäre so auch ein geregelter Sofortankauf im Momox-Abwehrkampf möglich - denn die Bücher unter den Arm zu nehmen und direkt gutes Geld zu bekommen, in einem weithin örtlich bekannten "Haus der Antiquare" in der Innenstadt, wo mehrere Möglichkeiten des Verkaufs bestehen, das wäre einer der Stiche, die Momox ins Herz treffen könnten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber solche Genossenschaftsprojekte brauchen Zeit - wenn auch fast kein Geld, was sie sympathisch macht. Es muß "nur" organisiert werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zeit ist aber nicht da. Die Kartellbehörde läßt uns im Regen stehen, Momox vernichtet allmonatlich rechnerisch einen weiteren Antiquar - es darf nur schnell Wirksames geplant werden. Alles andere wäre Luxus in der Stunde der Gefahr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Die genossenschaftliche Datenbank läuft eigentlich ganz gut. Es gibt dort Schönheitsfehler, die schnell ausgebügelt sind. Vor allem sollten alle Features, die Amazon und Abebooks bieten, übernommen werden, insbesondere eine gute Verlinkung vieler Titel ins Netz, zu Bibliographien, zu Google. Hier muß gnadenlos abgekupfert werden, soweit es das Wettbewerbsrecht zuläßt - nur keine falsche Scham! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die wichtigsten Hausaufgaben liegen auf einem anderen Feld, wohin uns Amazon-Abebooks nicht folgen kann (von dem armen schlichten ZVAB sprechen wir nicht - das gibts bald nicht mehr) - einer ganz engen, konsequenten Vernetzung der genossenschaftlichen Datenbank mit den Webseiten - mit&amp;nbsp; a l l e n - Webseiten aller Kollegen (nicht etwa nur denen der Genossenschaftsmitglieder).&lt;i&gt;&lt;span style="color: black;"&gt; Wir müssen in Windeseile und in echter Gemeinschaftsarbeit ein Gehäuse errichten, vor dem Amazon-Abebooks neidvoll stehen wird und in das es uns&amp;nbsp; n i c h t folgen kann, weil sie nicht die goldene Freiheit eines genossenschaftlichen Portals genießen.&lt;/span&gt;&lt;br style="color: black;" /&gt;&lt;br style="color: black;" /&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Webseitenverbund - aber ja, bitte!&lt;/span&gt;&lt;/i&gt; Und möglichst von Anfang an auch einen breitgefächerten Auskunfts- und Kompetenzdienst. Und natürlich billigere Preise von dem Tag an, an dem... Kurzum:&amp;nbsp; Das ganze Instrumentarium an Folterwerkzeugen, die Amazon-Abebooks-ZVAB wehtun können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Am wirksamsten dabei ist aber unser Einbruch in Gewissen und&amp;nbsp; S y m p a t h i e&amp;nbsp; der Kulturwelt. Sie kauft unsere Bücher oder könnte sie doch kaufen. Die Schiene, auf der der Sympathiezug läuft, hat in goldenen Lettern eingraviert: DIES IST DIE DATENBANK DER ANTIQUARE. Sie "gehört" nicht nur ihnen (das wäre nicht einmal notwendig), nein - IN IHR ARBEITEN DIE ANTIQUARE, in ihr kannst Du alle Geschäfte, alle Fachleute, alle Kollegen ansprechen, im Foto direkt verlinkt sehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist kein Wunderwerk. Wenn es richtig geplant wird, läuft es fast selbsttätig, denn es macht Spaß, sich als Firma, im Portrait, mit seinen Interessen und Lagerräumen, seinen Listen und Katalogen wiederzufinden in jenem großen Gehäus aller Antiquare...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Nun noch was zur Namensfrage - ach je. Einfach ist das nicht, zumal nach dem Sündenfall, der uns "Antiquariat" als Bezeichnung geschenkt hat. Mir sollte da was einfallen, sollte es nicht? Ich braue mir inzwischen einen Kaffee, und dann wird nachgedacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Name muß die neuen Grundideen im Abwehrkampf gegen das Amazon-Monopol verdeutlichen und möglichst gleich auch noch das Momox-Thema rüberbringen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hoppla, eben fällt mir ein, daß dies so ziemlich das einzige Geheimnis ist, das man bewahren muß bei der Planung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ansonsten, frisch ans Werk!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-4844557728406095045?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/4844557728406095045/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/jagdszenen-aus-dem-antiquariat.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/4844557728406095045'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/4844557728406095045'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/jagdszenen-aus-dem-antiquariat.html' title='Jagdszenen aus dem Antiquariat'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-5669054480364020841</id><published>2011-09-08T15:00:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:19:12.964-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Momox'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Haus der alten Bücher'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><title type='text'>Wir basteln uns ein Momox!</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.tugendhat.de/resources/Donaldhandbuch.png" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="640" src="http://www.tugendhat.de/resources/Donaldhandbuch.png" width="446" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Bauanleitung mit mehreren Modellbögen&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man nehme eine Silberschüssel - pardon, das Thema ist zu ernst für Scherze.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt notwendige Mitwirkende, ohne die alles gar nicht funktionieren kann. Sortieren wir die mal auseinander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;A.&lt;br /&gt;Zunächst benötigen wir eine perfekte, preiswerte und allgemein akzeptierte Buch-Verteilstruktur. Was bis vor wenigen Jahren noch umständlich, recht teuer im Verhältnis und nicht allgemein akzeptiert war, ist der schnelle, preiswerte, problemlos zu ordernde und einfach zu bezahlende&amp;nbsp; V e r s a n d.&amp;nbsp; Nur wir alten Semester können uns überhaupt noch vorstellen, was es bedeutet, Bestellpostkarten zu schreiben, Waren per Nachnahme oder auf Rechnung zu erhalten, diese Rechnung zu bezahlen, indem man "Überweisungsscheine" in der Bank auszufüllen oder in Postscheckumschlägen zum Briefkasten zu tragen hatte. Alles das geht heute elektronisch und ziemlich reibungslos über die Bühne. Der Aufwand, ein Taschenbuch in meiner Buchhandlung zu holen, ist größer als der einer Amazon-Bestellung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier verstehe ich übrigens die Neubuchhandlungen nicht - es fällt ihnen, soweit ich das hier am Ort sehe, absolut nichts ein, um die Kunden durch "Erlebnisse" oder Zusatznutzen welcher Art auch immer an ihren Laden zu&amp;nbsp; b i n d e n, sie anzulocken. Die Ideenlosigkeit, die Tranigkeit der meisten Buchhandlungen führt sie direkt in den Untergang. Aber das ist ein anderes Kapitel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;B.&lt;br /&gt;Als zweite Zutat zur Bastelanleitung benötigen wir eine gute, schnell zu erhaltende, ausreichende bibliographische Information - natürlich im Internet. Sie wird ganz hervorragend geleistet bei Amazon und Abebooks - auch deshalb steht das ZVAB auf dem Aussterbeetat - und wer höhere Ansprüche stellt, kann über Google-Snippets und einen Rattenschwanz von Rezensionsdiensten, Perlentaucher wir grüßen dich, fast immer präzise bibliographische Einschätzungen gewinnen im Netz. Aber Amazon und Abebooks reichen sehr oft schon aus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne diese Internet-Bücherkunde würde man wieder in die Steinzeit zurückkehren. Wie liebe- und mühevoll hatten wir doch die Literaturteile von FAZ, Welt, Zeit und Süddeutscher Zeitung, vor allem aber von Tante NZZ gesammelt, ausgewertet, als bibliographischen Schatz gehortet! Die heute fast ausgestorbenen Hallen der "bibliographischen Handbibliothek" in der nahen UB sahen uns täglich bei der Durchsicht der neuesten Frankfurter und Leipziger bibliographischen&amp;nbsp; Hefte, Literaturdienste jeglicher Couleur waren unentbehrlich. Fast alles ist nun verweht und eigentlich überflüssig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;C.&lt;br /&gt;Drittes Werkzeug für unsere Bastelstunde ist die Preistransparenz in den Verkaufsdatenbanken der Neu- und vor allem der Altbücher. Erst jetzt, wo der Kunde Herr der Preisübersicht geworden ist, funktioniert der Fernabsatz wirklich. Daß er dort wiederum vielfältig manipuliert werden kann, spielt jetzt keine Rolle. Es reicht aus, daß der Kunde an seine "Durchsicht" im Preisgegfüge glaubt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einfaches Bezahl- und Liefersystem, bibliographische Information im Internet (vor allem auch wertende) und das Bewußtsein einer für den Käufer durchschaubaren Preisgestaltung im Gesamtmarkt, diese drei Merkmale müssen da sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dann können wir weitermachen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;D.&lt;br /&gt;Zunächst will ich den Ankaufsmarkt in die Hand bekommen. Gründe dafür habe ich drei, zum einen will ich Ware bekommen, zum anderen sollen der Konkurrenz, uns Antiquaren nämlich, Nachschub und Kundenkontakte weggenommen werden und zum dritten will ich das Publikum&amp;nbsp; s ü c h t i g machen, ich will es eingewöhnen dazu, daß das gelesene Buch zu einer wiederverwertbaren Ware wird, im Gefühl des Kunden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich nenne dieses Prinzip "&lt;span style="color: red;"&gt;das Buch als&amp;nbsp; P f a n d f l a s c h e&lt;/span&gt;". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man muß sich das nicht zu kurzzeitig im Umlauf denken, es gibt da mehrere Möglichkeiten zeitlicher Zyklen, im längsten Fall kommt das Buch erst nach dem Tod des Lesers zurück, im kürzest denkbaren schon Stunden nach dem Erwerb, wenn es nämlich ein Fehlkauf war und ich zu faul bin zum Umtausch im Laden (von gestohlenen Neubüchern lasset uns schweigen, obgleich - ein reizvolles Thema...).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genial daran ist die Umkehr des Prinzips des einfachen Versands, diesmal nicht vom Händler zum Kunden, sondern vom Kunden zum Händler. Wie schon beim Versand in der anderen Richtung will das gut durchkalkuliert sein, Transportrabatte sind bis auf Cents herab eisern auszuhandeln, ein sehr strenges Controlling muß jedes Ausufern der Versandkosten unterbinden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;E.&lt;br /&gt;Habe ich den Kunden erst einmal an dieses Kreislaufmodell gewöhnt, dann wird er schnell handzahm und treu wie ein Schäferhund. Es wäre das ideale Modell einer Käuferbindung, würde da nicht ein fast unüberwindliches Hindernis bestehen: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: #351c75;"&gt;Das neuere gebrauchte Buch hat, weit mehr noch als das ältere antiquarische , einen fatalen&amp;nbsp; S c h m u d d e l c h a r a k t e r. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich halte das imagemäßig für eine fast unüberwindliche Hürde. Amazon, bei näherem Hinsehen aber auch Abebooks, würden sich bei vollem Einsteigen in die Momox-Kreisläufe ein peinliches Schmuddelimage zulegen, das sich tödlich lähmend auswirken müßte auf jene so ersehnten Neuwaren-, Elektronik- und anderen Edelwarenverkäufe, die in der Auseinandersetzung mit&amp;nbsp; E b a y&amp;nbsp; jetzt zentral wichtig sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich halte dieses Dilemma für unübersteigbar und möchte vorhersagen, daß Amazon und auch Abebooks nur zögerlich und sozusagen aus einem "wir aber auch"- Prinzip heraus h a l b h e r z i g&amp;nbsp; mit Momox gleichziehen. Es ist sicher, daß Momox und Amazon-Abebooks zwar feindliche Brüder bleiben und sich quasi Konkurrenz machen, daß sie aber in Wahrheit auf Dauer separate Geschäftsfelder beackern werden. Momox wird den Schmuddelsektor, so gut es geht, besetzen, Amazon-Abebooks wird kulturell oder sonst etwas "edlere" Ware haben (wollen). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Momox gescheit vorgeht, dann lagert es den Vertrieb seiner Titel in solche Firmen und Kanäle aus, die nicht sofort erkennbar sind als Momox-Betriebsteile. Die qua Momox-Prinzip erworbenen Titel erhält der Käufer dann durch Einrichtungen des Momox-Firmennetzes, die im Grund nichts anderes sind als Versandantiquariate. Es würde mich auch nicht wundern, wenn es bald Momox-Verkaufs-Ladengeschäfte geben wird oder sie, heimlich still und leise, längst existieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Durch die Trennung von Erwerb und Betrieb, durch die Verhehlung der Vertriebsfirmen, wird &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*die psychologisch schmuddelige&amp;nbsp; Gebrauchtbuchware reingewaschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;F.&lt;br /&gt;Der anfangs eher bescheidene Werbeetat im Momox-Ankauf wird bald gigantische Ausmaße annehmen. Es ist dann für jeden Konkurrenten, insbesondere den einzelnen Antiquar, ganz unmöglich, ein Konkurrenzunternehmen aufzuziehen gegen Momox. Wohl aber gibt es noch, wenn auch in letzter Stunde, die Chance der Gegenwehr eines genossenschaftlich organisierten gemeinsamen "&lt;b&gt;Momox der Antiquare&lt;/b&gt;."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die psychologischen und wirtschaftlichen Mechanismen des Momox-Prinzips sind damit erst angedeutet. Für ein gutes "Momox-Basteln" muß das Verhältnis zu den Bücherdatenbanken ebenso geklärt werden wie die Technik, mit der die Verdrängung der Antiquare aus dem ihnen ja eigentlich zustehenden Markt camoufliert, weggelogen, vertuscht werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich verwette meinen Winterhut, daß das Mittel der Wahl bei Momox ein sorgsam bemänteltes F r a n c h i s e - System sein wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Antiquar demnach als abhängiger Lohnsklave, als brave nützliche Kuh im Stall? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;b&gt;Derzeit stehen die Antiquare von zwei Fronten her in Gefahr, ihre Freiheit zu verlieren: Amazon-Abebooks-ZVAB von links, Momox von rechts, das Antiquarskind in der Mitten...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Goethe, steig vom Denkmal herab und hilf uns!&lt;/b&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Die Bildrechte gehören dem Delfin-Verlag und Disney. Wir danken für die Ausleihe.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-5669054480364020841?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/5669054480364020841/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/wir-basteln-uns-ein-momox.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5669054480364020841'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5669054480364020841'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/wir-basteln-uns-ein-momox.html' title='Wir basteln uns ein Momox!'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-5348036103042911352</id><published>2011-09-08T04:03:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:23:54.974-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Osteuropa (Zusammenarbeit)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Momox'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Antiquariatszeitschrift'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Sammlermarkt'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><title type='text'>Momox - Totengräber des Deutschen Antiquariats?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://simplyscience.ch/Portaldata/1/Resources/Images_bis_10_2009/2_AHA/Dossiers/Duefte_und_Aromen/Arzt_Pest.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="300" src="http://simplyscience.ch/Portaldata/1/Resources/Images_bis_10_2009/2_AHA/Dossiers/Duefte_und_Aromen/Arzt_Pest.jpg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.boersenblatt.net/455044/template/bb_tpl_antiquariat/"&gt;http://www.boersenblatt.net/455044/template/bb_tpl_antiquariat/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie haben sich ja inzwischen daran gewöhnt, daß der plaudersüchtige alte Mulzer nicht gleich zum Thema kommt, sondern erst einmal allerlei Nebensächliches von sich zu geben pflegt, genuschelt zwischen verschiedenen Zahnlücken, halbverständlich, nach Greisenart spuckend, mit den Nudeln vom gestrigen Abendessen im Bart. Da die dann folgenden Überlegungen zum Hauptthema auch unverstehbar sind, ergibt sich jene schöne Einheit von Form und Inhalt, nach der wir doch alle streben, streben wir nicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich werde aus den Statistiken zu dem Blog, in dem Sie hier lesen, nicht klug. Google listet für die erste Septemberwoche neben 646 Seitenaufrufen aus der Republik noch 35 aus den USA, je 23 aus Frankreich und Rußland, je 10 aus Österreich und aus der Schweiz auf, unter den ferner Laufenden auch China... Kurios ist das alles. Bei den knapp zweistelligen Zugriffszahlen etwa aus China oder Brasilien dürfte es sich um irgendwelche Suchmaschinenspinnlein handeln, die ihr automatisches Wesen ohn' Ansehn der Person treiben, die USA dürften auf meine beständige Erwähnung von Tomfolio zurückzuführen sein, aber was machen die Franzosen bei mir, die ja notorisch kein Deutsch können, und, man staune, die Russen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor Monaten habe ich angeprangert (und tue es wieder), daß wir Antiquare die Kollegen der eroberten Ostvölker ganz im Stich lassen und ausgeführt, welche Möglichkeiten es da geben könnte, aktiv zu werden, schlicht und ergreifend erst einmal zu&amp;nbsp; h e l f e n. Aber das wurde mit allgemeinem Schütteln des Kopfes (nicht) zur Kenntnis genommen - woher also meine russischen Leser? Daß sich nur jeweils ein gelegentlicher Leser aus Österreich und der Schweiz hierher verirrt (nicht anderes bedeuten 10 Seitenaufrufe), bedauere ich aufrichtig, es zeigt, wieviel Vernetzungs- und Nachholbedarf in Sachen Zusammenarbeit da noch besteht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Portalfrage ist noch nicht ausgestanden, sie hängt erstens mit unserem geschätzten Kollegen Pardun zusammen, zweitens mit der Genossenschaft, drittens mit Björn Biester. Ich meine nicht "Beispiele", aus denen man hat lernen können, hier reicht die Ahnenreihe eines Antiquariatsportals von Leander Wattig (ein Phänomen in jeder Hinsicht, wenn auch aus meiner Sicht nicht durchwegs erfreulich) über den Kollegen Paulitz / Stormchen, dessen persönliches Schicksal im Zusammenhang mit seiner Antiquariatszeitung mich menschlich berührt, bis hin zu "Aus dem Antiquariat", der höchst seltsamen buchwissenschaftlichen Historikerzeitschrift von hohen Graden, die meint, eine "Antiquariatszeitschrift" zu sein. Sie ist einerseits viel mehr - andererseits leider auch viel weniger. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist klar, daß zunächst das unübersichtliche Feld zwischen Bibliotheks- und Archivwesen, Neubuchhandel, Internet und Google, Urheberrecht, Nachdruck, Scans, Netarchive, ILAB und Altbuchverkaufsportalen in&amp;nbsp; A b s t r a c t s&amp;nbsp; berichtet werden muß. Das ist einfach nur journalistische Klein- und Fleißarbeit, die Spaß macht, auch weil sich aus schnell nachgeführten und gut erschlossenen Mosaiken dieser Art "selbsttätig" neue, eigene Erkenntnisse ergeben, einfach durch das Zusammentragen. Aber, lieber Herr Wattig, eben nicht durch pfiffig-freches automatisches Akkumulieren - da will gedacht, persönlich recherchiert sein. "Händisch" nennen das die Österreicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Soweit, so einsichtig. Auch ist es klar, daß wir heute die allgemeine Informationslage, den Informationsbedarf, ebensowenig ausgrenzen oder abtrennen dürfen vom Antiquariat wie das Sammelwesen, das Liebhaber- und Vollständigkeitssammeln. Es kann dem Antiquariat blühen, nach quälenden Rückzugsgefechten am Ende nur noch Lieferant für Sammlerinteressen eher mechanischer Art zu sein, Nachfolger des Briefmarken- und Bierdeckelsammelns. Solche Entwicklungen, die keine Deklassierung bedeuten müssen, kündigen sich schon an, wie auch der Niedergang des "moderneren" Antiquariats zur Momox-Fabrik (davon werden wir gleich sprechen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einer Zeit des Umbruchs für ein ganzes Gewerbe ist es unumgänglich, über alle Randbereiche zu berichten. Hier liegt ein Grundfehler nicht nur der Antiquariatssparte des Börsenblatts, sondern des gesamten Frankfurter Netzdienstes vor. Denn auch der Neubuchhandel steht vor gigantischen Umbrüchen, die viel umfassender vorbereitet und diskutiert werden sollten. Das Börsenblatt ist von daher insgesamt ein altes, archaisch solide gebautes, für moderne Container aber völlig ungeeignetes Segelschiff. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Portal, jedenfalls wenn es mit meinem Namen verbunden sein soll, darf nicht über Leichen gehen. Ich hasse Menschen, die sich als Sozialisten bezeichnen, in der Praxis dann aber egozentrisch und egoistisch vorgehen und ihre Mitbewerber rücksichtslos niedertreten. Daher frage ich mich, wie ein Netzportal meiner geplanten Art sich auswirken wird, wer darunter leiden könnte. Denn dann ist es aus mit der jetzigen Blog-Idylle, schon weil dann die Kundenseite massiv ins Spiel kommt - und ihre Kunden sind auch den brutalsten Antiquaren nicht egal, da werden sie hellhörig. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Netzportal für Kunden und Händler im gesamten Antiquariat - wer mag mir Ratschläge geben? Mein Briefkasten ist immer offen, ich antworte meistens rasch: mulzerbooks@t-online.de. Mitarbeiter willkommen! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Verdienstvollerweise unterrichtet uns Björn Biester heute (siehe den Link ganz oben) über neue Entwicklungen beim besonderen Freund und Liebling aller Antiquare, bei&amp;nbsp; M o m o x.&amp;nbsp; Hier können wir uns eigentlich kurz fassen und feststellen, daß das Momox-Prinzip mitsamt seinen Klonen, etwa der neuen Abebooks-Amazon-Variante, nichts anderes bedeutet als das&amp;nbsp; E n d e&amp;nbsp; des Buchantiquariats in Deutschland, soweit es sich mit Titeln nach etwa 1960 beschäftigt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für jene Kollegen, die sich eher mit älterer Fachliteratur oder mit deutlich bibliophilen Titeln befassen, bedeutet das Momox-Prinzip immer noch eine schwere, oft auch für sie tödliche Bedrohung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hasse es, Recht zu behalten (das ist eine Lüge, ich liebe es...). Wer unter den Antiquaren ein gutes Gedächtnis hat, der weiß noch, wie ich mich beim Vorgänger des Momox-Prinzips, bei&amp;nbsp; W ö l k i&amp;nbsp; literarisch aufgehalten hatte in langen Ausarbeitungen in der Hess-Runde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wölki war äußerst unbeliebt, hatte das auch verdient, angefangen vom systematischen Ausbeuten staatlicher Unterstützungstöpfe bis hin zu windigen MA-Kettenläden, deren Scheitern dann die Angestellten auszubaden hatten. Alles recht unerfreulich!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und doch: Wölki hatte&amp;nbsp; g e n i a l&amp;nbsp; erfaßt, wie das Antiquariat der Zukunft aussehen mußte. Er rationalisierte, senkte die Kosten, steuerte - mit wenig Glück freilich - die Bücher-Verkaufsdatenbanken in seinem Sinn, er hatte als erster dutzende Hamburger, dann Dresdner Hausfrauen an der Titelaufnahme sitzen, baute riesenhafte, durchorganisierte Läger auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Beispiel Wölki lehrt uns eine ganze Menge, und ich sehe beim Blättern in den uralten Hess-Papieren, daß ich die Grundlinien damals schon herausgearbeitet hatte, zuhanden aller Kollegen, denn in ihrer Weise war die Hess-Runde das effektivste Medium, das die Antiquare je hatten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Halten wir fest: M o m o x&amp;nbsp; und sein Amazon-Abebooks-Klon&amp;nbsp; i s t&amp;nbsp; das Ende des Antiquariats im deutschen Sprachraum. Derzeit vernichtet Momox, gemessen am Umsatz und der Zahl der Mitarbeiter, bereits etwa 100 (einhundert) kleinere Kollegen, und das nach erstaunlich kurzer Anlaufzeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gibt es ein Gegenmittel, ein Rettungsmittel gegen Momox?&amp;nbsp; N e i n.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Exkurs: Auch die älteren Titel vor der ISBN-Zeit sind durch die großen Verkaufsdatenbanken schon weitgehend "transparent" geworden. Händler wie auch Kunden können Anzahl und Preisniveau des gesuchten Titels mit wenig Mühe ermitteln, dazu sind die - nach wie vor erstaunlich unbekannten - Metasuchmaschinen gar nicht mehr notwendig. ZVAB und/oder Abebooks reichen aus. Der Kunde erlebt, wertet, berechnet also auch alte Standardtitel vor der Benummerungszeit bereits schematisch, als Stücke mit bekanntem, mit anerkanntem Preis. Die Zustandsfrage, bei älterem Material etwas wichtiger als bei neueren Titeln, ist leicht in den Griff zu bekommen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind schon die älteren Titel wenigstens teilweise zum&amp;nbsp; S c h e m a&amp;nbsp; geworden, zu Artikeln mit mehr oder minder "bekanntem, anerkanntem" Preis, so gilt das noch weit mehr für neuere Bücher nach Beginn er ISBN-Benummerung.. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für beide Gebiete gilt übrigens, daß es in verstärktem Maß - ich sage das bewußt so hart - halbirre Antiquare gibt, einzuschätzen als Spinner oder Verbrecher an ihren Kollegen, die mitten in ein stabilisiertes Preisfeld eines Titels hineinknallen mit ein, zwei absurden "Kampfpreisen", die das Feld nach unten hin aufreißen, da wird die Hälfte, oft sogar nur ein Drittel angesetzt.&amp;nbsp; D i e s e s&amp;nbsp; Problem macht aber auch Momox zu schaffen, es betrifft alle, insoweit ist es für die unsere Diskussion hier neutral. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich eine teilstandardisierte Ware habe und als&amp;nbsp; G r o ß b e w e r b e r&amp;nbsp; in einen Markt gehe, dann verfüge ich bei geschickter Planung über&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- einen Kapitalhintergrund, der kleineren Händlern unerreichbar bleibt (die Banken geben mir die Kredite), dann kann ich&lt;br /&gt;- gnadenlos rationalisieren, erziele weitaus größeren Gewinn, ich kann auch&lt;br /&gt;- eine größere Auswahl bieten als der kleinere Mitbewerber, ich werde&lt;br /&gt;- ausgedehnter und besser werben (gerade auch im Netz)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und so beginnt die bekannte Spirale des fast zwangsläufigen, automatischen Machtzuwachses.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was ich persönlich geradezu pervers finde, ist das Faktum, daß sich alle Bemühungen, alles Herumzappeln meiner kleineren Mitbewerber auf Messen, mit Sympathiewerbung, mit Büchersammelportalen usw. für mich als den großen Gegenspieler auch noch fördernd auswirkt. Der kleine Antiquar, den ich zu erdrosseln mich anschicke, leitet mit seinen verzweifelten Überlebensbermühungen Wasser auf&amp;nbsp; m e i n e&amp;nbsp; Mühle. Das ist pervers.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Antiquare hätten eine einzige Möglichkeit, sich zu wehren, ihrem Ende zu entkommen - wenn sie sich zusammenschließen würden. Gegen Momox hilft nur ein noch größeres, genossenschaftlich organisiertes, von allen Antiquaren getragenes Anti-Momox.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sind hier an einem spannenden Kreuzungspunkt angekommen: Die Amazon-Abebooks-ZVAB-Frage, aus der nur genossenschaftliches Miteinander noch heraushelfen kann, da das Kartellamt die Antiquare&amp;nbsp; nach meiner persönlichen Einschätzung im Regen hat stehen lassen, trifft auf die Momox-Frage. Das Abwürgen durch Amazon wird naturgemäß langsam erfolgen, die Antiquare müssen sich - hübsche Aussichten - noch weitaus stärker als bisher an Amazon-Abebooks-ZVAB klammern, um gegenüber&amp;nbsp; Momox bestehen zu können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Momox-Mechanismus aber wird weitaus schneller wirksam. Wenn Momox jetzt keine Fehler macht, wenn es die Kartellbehörde in einem späteren Stadium ähnlich geschickt "behandelt" wie Amazon das tut, dann läutet nicht die Amazon-, sondern die Momoxfrage die Totenglocke am Sarg der Antiquare im deutschen Sprachgebiet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja, ich weiß schon, die oberen 50 Verbandsantiquare betrifft das nicht, die Genossenschaft sitzt alles träge aus, weshalb auch - was geschehen wird an Maßnahmen und Hilfsversuchen?&amp;nbsp; N i c h t s.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deutsches Antiquariat, ruhe in Frieden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Hier liegt ein Berufsstand, der blind, faul und dumm in den eigenen Untergang gelaufen ist "&lt;br /&gt;"Beachten Sie die Beileidskränze von Momox und Amazon-Abebooks-ZVAB"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;******&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nachschrift, Zitat aus einer Email:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"...hinter den Ankaufspreisen steckt ein&amp;nbsp; v a r i a b l e s&amp;nbsp; ausgebufftes System, bei Amazon hab  ichs ausprobiert, bei Momox wird es sowieso schon ähnlich existieren -  die Schnelligkeit und Häufigkeit des "Abverkaufs" der Titel wird in  Relation gebracht zum ehemaligen Ladenpreis. &lt;i&gt;&lt;span style="color: black;"&gt;Amazon/Abebooks kann solche  Operationen als als Herrin der Daten ihrer Antiquare ohnehin perfekt leisten&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;. - ."&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-5348036103042911352?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/5348036103042911352/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/momox-totengraber-des-deutschen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5348036103042911352'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/5348036103042911352'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/momox-totengraber-des-deutschen.html' title='Momox - Totengräber des Deutschen Antiquariats?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-6684697460465692606</id><published>2011-09-07T07:30:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:27:12.435-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Börsenblatt'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Björn Biester'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Antiquariat.de (Portal)'/><title type='text'>Von Bedeutungen, Namen und wie sie Frau Maier  begruben</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9a/Theodor_Storm_Der_Schimmelreiter.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="640" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/9a/Theodor_Storm_Der_Schimmelreiter.jpg" width="456" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.boersenblatt.net/454950/template/bb_tpl_antiquariat/"&gt;http://www.boersenblatt.net/454950/template/bb_tpl_antiquariat/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gibt es Zeichen, Hinweise aus den Randgebieten von Zufall, Esoterik, Bestimmung? Eben lese ich beim zweiten Frühstück, es findet bei mir nach 14 Uhr statt, eines der alten Rätsel aus der ZEIT-Beilage "Wer ist's ? " um 1980, dann schaue ich nach, ob Björn Biester über die Mittagszeit etwas eingefallen ist, und siehe da, er bringt uns die neue Rätselecke der genossenschaftlichen Bücherdatenbank zu Gesicht. Also soll ich wohl, angestoßen durch unsichtbare Kräfte, heute noch etwas schreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf meiner Bank des Nachdenkens hat mich die Muse vorhin übrigens im Stich gelassen. Wie das bei betagten Greise oft der Fall ist, habe ich präzise Angewohnheiten, man kann die Uhr nach mir stellen. Bin ich nicht auf Ankaufsreise, radle ich auf meinem Schrottgefährt über die blaue Brücke, nehme Punkt 13 Uhr den Kaffee auf der Kaiserstraße, mitten im Menschengewühl verteidigt eine Bäckerei dort drei Tischchen. Um mich herum wuseln die Touristen, ich betrachte sie und sie sehen mich an, wie im Zoo. Dann wandere ich zum Adelhauserplatz und denke unter alten Linden nach. Heute ist mir nichts eingefallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wohl aber habe ich was zu bemerken zum "Antiquare raten". Der Ton des Beitrags ist munter und viel lockerer, als ich das bisher von dieser unsäglich trocken, pseudojuristisch und in Korinthenkackergeist formulierten Datenbank gewohnt war. Hat da ein neuer Geist Einzug gehalten, humorvoll, geistreich, wagemutig? Ich würde es sehr wünschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allerdings, das lehrt mich der Vergleich mit dem erwähnten ZEIT-Artikel, tut es die Gesinnung nicht, es sollte auch gutes Deutsch sein. Deshalb bitte: Redigiert die Texte nicht nur auf Druck- oder Grammatikfehler hin, sondern auch zur Erzielung eines besseren Schreibstils. In dem Text, den uns Biester soeben vorgestellt hat, wechseln Oberlehrer- und Honoratiorenschwäbisch-Stil mit dem Gestammel einer Praktikantin in bunter Folge. Das muß nicht sein - als Gegenmittel empfehle ich, den Text durch mehrere Leute querlesen zu lassen und sie zu fragen, ob ihnen Stilbrüche auffallen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, das sind keine Quisquilien - unsere Kunden sind literarisch hochempfindlich. Mehrere Jahre Quälerei durch die unsäglichen "Kulturtexte" des ZVAB sind noch in schrecklicher Erinnerung. Also: Die Grundidee ist sehr gut, die inhaltliche Umsetzung gut, die sprachliche Form soweit korrekt - aber der Stil ist pennälerhaft uneinheitlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Vom eben geäußerten Lob muß ich wieder etwas wegnehmen und sagen, daß die neue Idee natürlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, nicht mehr - und daß solche kleinen kosmetischen Operationen nun nicht dazu führen dürfen, sich auf den noch sehr zierlichen Lorbeerblättchen auszuruhen. Eine Gefahr ist bei allem, was Björn Biester verantwortet, immer im Auge zu behalten - sein lobenswertes Bestreben, über alles gleichmäßig zu berichten, wie die brave Mutter allen Kindern gleichmäßig das Hirsebreitellerchen füllt, führt nämlich regelmäßig dazu, daß die&amp;nbsp; g r o ß e&amp;nbsp; L i n i e&amp;nbsp; ihm und seinen Lesern aus den Blick gerät. Es gibt doch Prioritäten, wichtige und eher marginale Themen, Dinge, die uns auf den Nägeln brennen und andere, die wir eher als Freizeitspaß goutieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Björn Biester besitzt nicht unbedingt einen wachen Sinn für Prioritäten. Daß die Antiquare sehr wohl wichtige Themen erkennen und sie diskutiert haben wollen, hat jeder Leser noch in Erinnerung aus den Kommentaren, die öfter in die 50er, gelegentlich sogar die Hunderterregionen hochgelaufen waren. Im Börsenblatt-Netzdienst von heute, noch mehr im Druckmedium "Aus dem Antiquariat" rangieren Wiegendrucke, Antiquariatschroniken und kleine Gadgets noch kleinerer Datenbanken in etwa gleichrangig mit Momox, Amazon oder der Genossenschaftsfrage. Natürlich verführt die - von mir stets kritisierte - neue graphisch-taktische Gestaltung des Börsenblatt-Netzdienstes dazu, Prioritäten ganz zu vernachlässigen. Seit aber das Korrektiv der Leserkommentare weggekürzt worden ist, nimmt die Unterbehandlung der Kernfragen teils doch groteske Züge an. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zur Datenbank. Natürlich ist eine Rätselserie ganz hübsch und, was mir wichtiger erscheint, ein Schritt in die richtige Richtung, aber es bleibt nur eine Marginalie. Kein Grund, sich zu beruhigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;Man merkt es dem kurzen Text Biesters an, daß auch er sich schwertut mit der unglücklichen Benennung der genossenschaftlichen Datenbank. "Antiquariat", das ist halt allemal kein Name eines Bücherverkaufs p o r t a l s. Hier wurde sehr vordergründig geplant und sprachfern gedacht. Es kommt&amp;nbsp; n u r&amp;nbsp; darauf an, was ein Name im Kopf der durchschnittlichen&amp;nbsp; K u n d e n&amp;nbsp; hervorruft, assoziiert, provoziert und ob er unserer Absicht gemäß mit Hilfe dieses Namens auch wieder schnell aus dem Gedächtnis des Kunden geholt und&amp;nbsp; m o b i l i s i e r t&amp;nbsp; werden kann. Hilft der Name der Datenbank dem Kunden, rasch und halb unterbewußt eine Klickbereitschaft herzustellen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist mit "Antiquariat" ganz gewiß nicht der Fall, noch weniger, wenn - juristisch freilich anzuraten - stets formuliert wird "Antiquariat.de". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Kopf des Nutzers, fatalerweise gerade erst recht im Hirn des antiquariatskundigen geschulten Kunden, entsteht als erste Assoziation ein&amp;nbsp; Z w e i f e l. Zweifel erzeugt Unbehagen. Es ist nicht ein mitunter erwünschter Zweifel, etwa wie bei den in Mode gekommenen doppelsinnigen Bezeichnungen, sondern ein höchst unzweckmäßiger, nämlich der Verdacht beim Kunden, entweder er könne sich geirrt haben oder es liege ein Sprachfehler, Begriffsfehler, Bedeutungsfehler seitens der Datenbank vor.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der letztere Verdacht ist natürlich ganz tödlich - und genau er entsteht! Der geschulte Kunde weiß, daß "Antiquariat" immer und nur ein einzelner Geschäftsbetrieb ist (nicht notwendigerweise ein Laden, die Bezeichnung "Versandantiquariat" hat sich gut eingeführt). Aber es ist immer&amp;nbsp; e i n&amp;nbsp; Antiquariat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehrere Antiquariate sind für ihn, zurecht, "Antiquariate". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz einfache Menschen pflegen unter "Antiquariat" auch "antiquarische Bücher" zu verstehen, etwa "ich habe auf meinem Speicher noch Antiquariat liegen, wollen Sie das kaufen?" Das sind dann aber immer Arbeiter, Bauern, kleine Angestellte, oft auch Schüler - - unsere Kunden sind das nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre falsche, irrtumerregende Bezeichnung hat der genossenschaftlichen Datenbank schon sehr geschadet. Wer immer auf die Idee gekommen ist (ich weiß, im Zusammenhang mit jenem Namensrechtsstreit), er hat ganz, ganz falsch gedacht und die Genossenschaft hat töricht gehandelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bezeichnung "Antiquariat" für die genossenschaftliche Verkaufsdatenbank&amp;nbsp; m u ß&amp;nbsp; geändert werden. Das tut weh, aber sehen Sie es wie die Entfernung einer Gebärmutter - ohne Totaloperation geht Frau Maier elendiglich zugrunde. Wollen wir das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor jeder anderen Reform muß ein neuer Name gefunden werden!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-6684697460465692606?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/6684697460465692606/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/von-bedeutungen-namen-und-wie-sie-frau.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6684697460465692606'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6684697460465692606'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/von-bedeutungen-namen-und-wie-sie-frau.html' title='Von Bedeutungen, Namen und wie sie Frau Maier  begruben'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-299436593332727378</id><published>2011-09-07T04:14:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:32:10.180-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Heim des Kunden (Datenbank)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Unser neues Portal'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Vernetzung/ Kommentare (Datenbank)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Dialog Händler-Kunde (Datenbank)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><title type='text'>Antiquariatsportale der neuen Generation - von der Datenbank zum  H e i m  des Kunden</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://img.fotocommunity.com/images/Industrie-Kultur/Historisches/Eigner-Herd-ist-goldes-wert-a24569532.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="428" src="http://img.fotocommunity.com/images/Industrie-Kultur/Historisches/Eigner-Herd-ist-goldes-wert-a24569532.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer Feldzüge plant, muß seinen Kopf freihalten für die großen Linien. Dies gilt auch für jenes Absurdistan, in dessen Namen ich hier schreibe - ein Reich eigenbrödlerischer mißtrauischer Waldkauze, gewöhnlich Antiquare genannt, mit einer Armee, die nur in meiner Vorstellung besteht, mit einem Konzerngegner, der in der dritten Zigarettenpause, süffisant grinsend, die neuesten Spinnereien des Mulzer zur Kenntnis nimmt und sich ab und zu vergewissert, daß die Überweisungen an seine Vertrauensmänner im Gewerbe herausgegangen sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Kopf freihalten bedeutet: Ich schaue nicht in jedem Einzelfall nach, welche meiner Ideen wo und wie schon punktuell verwirklicht worden ist. Es gibt Ansätze allenthalben. Wie auch immer, ich tue so, als müßte ich das Rad neu erfinden. So geht es am Einfachsten, das sagt auch Ihr Architekt, der in der Regel lieber abreißt und dann neu baut, als sich mit Umbauten herumzuplagen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sollte dem Gegner heute die dritte Zigarettenpause nicht so gut bekommen und ihm das Grinsen vergehen - es wäre in meinem Sinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die größte Stärke bei Amazon-Abebooks ist nach meiner Einschätzung die Kunden-Vernetzung im Bereich der Kommentare und der Assoziationen, der selbsttätigen Erforschung und Neukombination der bereits punktuell ermittelten Interessen des Käufers/ Anfragers /Besuchers. Für Theoretiker wie den Kollegen Pardun ist das selbstverständlich - nur tut kaum jemand außer Amazon den letzten Schritt und setzt die Theorie des Web2 in die Praxis der Bücher-Verkaufsdatenbanken um. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei verwirklicht Amazon-Abebooks die neuen Möglichkeiten nur in einem Mindestmaß. Dennoch gilt für mich schon jetzt, daß es für jedes Buchverkaufsportal, ob im Neu- oder im Altbuchsektor, ein Ding der Unmöglichkeit ist, hinter dem Amazon-Abebooks-Standard zurückzubleiben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Großteil unserer Bücherdatenbanken wirkt tot, unlebendig, öde, dröge und mit dem Kunden "nicht in Berührung", weil die elementaren Bestandteile - Ideensammlung, Assoziation und Kundenkommentar - nicht eingebunden, nicht verwirklicht worden sind. Separat, irgendwo anders - ja, als integrierter Teil der Datenbank aber nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sage nochmals und rufe unseren Hl. Pardun als Zeugen an: Das sind keine Amazon-Großtaten, sondern es ist die längst fällige, sich logisch ergebende Folge aus dem Web2. Also muß sich keiner schämen, wenn er die Amazon-Abebooksmethoden direkt übernimmt und in sein eigenes Portal einbaut, er kupfert nicht ab, er holt Selbstverständliches nach. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis hierhin ist der Gedankengang ziemlich trivial. Spannend wirds erst jetzt, denn wir wenden unsere Erkenntnis von vorgestern auf das Modell an: Die gewinnorientierte Datenbank kann und darf die&amp;nbsp; H ä n d l e r, also die Antiquare, nicht einbinden als selbständige Teilnehmer in das Gewebe der Meinungsäußerungen, Stellungnahmen, Buchbeurteilungen, bibliographischen Arbeiten usw., da sie sonst nicht Herrin über die provisionspflichtigen Güter bleibt und, horribile dictu, der direkte Weg Kunde-Händler eröffnet würde.&amp;nbsp; Dagegen kann die genossenschaftliche Datenbank das ohne weiteres tun, ist doch der teilnehmende Händler am Gesamterfolg interessiert, er zahlt für den Gesamterfolg. .&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier kann der Händler in ein viel ausgedehnteres Netz mit eingebunden werden, das mit der Titeldatenbank in engster Verbindung steht. Wir sehen die genossenschaftliche Datenbank als ein gewaltiges System von&amp;nbsp; F o r e n&amp;nbsp; jeglicher Art, in denen Kunden und Antiquare, immer in engster Verbindung mit den angebotenen Titeln, miteinander plaudern, raten, urteilen, Hinweise erfragen und geben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß Amazon-Abebooks die Hände gebunden sind im Bereich des Antiquariats, was die Händlerteilnahme angeht, ist für den Konzern lähmend, denn im Altbuchbereich ist der Händler ja immer auch&amp;nbsp; E x p e r t e&amp;nbsp; oder sollte es doch sein. Der N e u - Buchhändler ist meist nur Buchvermittler, oft ist er austauschbar, ohne weiteres ersetzbar - im Antiquariat gilt der Händler als begehrte Fach- und Auskunftsinstanz vor allem bei den Kunden. Vielleicht zu Unrecht, aber darauf kommt es nicht an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst durch die Vernetzung&amp;nbsp; A n t i q u a r -&amp;nbsp; K u n d e&amp;nbsp; wird das Web2-Modell im Datenbankbereich sinnvoll. Diese Vernetzung kann und darf Amazon-Abebooks-ZVAB von seiner Grundstruktur her nicht leisten - unser genossenschaftliches Portal darf es!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier nun weiterzudenken macht Spaß. Wir haben überlagert mit der Web2-Datenbankstruktur seit gestern Abend nun ja auch das Gitter der Kompenenzzentren, die bekanntlich nicht als starre Zentren, sondern als Informations-Sterne aller jeweils tangierten Kollegen geplant sind. Die Bücherdatenbank wird so zum gigantischen Informationsmedium, zum Ansprechpartner, zur ersten Ressource überhaupt für jeden, der alte Bücher sammelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Exkurs: Wer hat sich nicht schon über jene verlogene, roßtäuscherische Unsitte geärgert, mit der einige bedeutende Altbuchportale auf Google-Anfragen mitteilen, der und der Titel sei nicht lieferbar. N i c h t!&amp;nbsp; Und dann wird das seltene Altbuch in getürkter "Titelaufnahme" trotzdem dargestellt, dem Nutzer wird Zeit gestohlen. Vermutlich macht Google solche Tricks nicht mehr lang mit, aber noch grassiert das Ärgernis im Netz und zum Teil sogar in den Datenbanken selbst. Ich nenne hier aus juristischen Gründen keine Namen - probieren Sie es aus, die Übeltäter sind schnell entlarvt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Unsitte wird das genossenschaftliche Portal in dann positiv abgewandelter Form übernehmen müssen: Der kommentierte Titel "verschwindet" ja nach erfolgrem Verkauf, in den Diskussionen, Fragen, Beurteilungen usw. aber taucht er weiterhin auf bzw. steht noch dort. Also wird die Datenbank neuen Stils in deutlicher Unterscheidung, kleinerer Schrift, farblicher Abgrenzung solche Bücher, die zwar jetzt verkauft sind, die aber in der Diskussion waren, weiterhin aufführen müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist nur eine der vielen Detailfragen, die nicht übersehen werden dürfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit: Die genossenschaftliche Datenbank kann, anders als die gewinnorientierte, die&amp;nbsp; H ä n d l e r&amp;nbsp; in die Diskussion miteinbeziehen. Da Antiquare von den Kunden als&amp;nbsp; F a c h l e u t e&amp;nbsp; respektiert werden, empfinden sie die Diskussion mit ihnen als wertvoll. Die neue Datenbank wird, eng vernetzt und auf mehreren Ebenen korreliert, ein ganz dichtes Gewebe der Sekundärkommentare, Urteile, Meinungen, Fragen, Stellungnahmen enthalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie wird auf diese Weise zum&amp;nbsp; H e i m&amp;nbsp; des Kunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Das Foto ist urheberrechtlich geschützt (fotocommunity). Wir danken für die Ausleihe. &lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-299436593332727378?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/299436593332727378/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/das-antiquariatsportal-der-neuen.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/299436593332727378'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/299436593332727378'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/das-antiquariatsportal-der-neuen.html' title='Antiquariatsportale der neuen Generation - von der Datenbank zum  H e i m  des Kunden'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-4889830752787950773</id><published>2011-09-06T13:41:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:35:39.476-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Höfs-Runde'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schäfer-Runde'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Metadatenbank'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kompetenzzentrum'/><title type='text'>Die neuen Kompetenzzentren der Antiquare - wie fangen wirs an?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.m.shuttle.de/m/gsk3/AH_Schule1958.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="330" src="http://www.m.shuttle.de/m/gsk3/AH_Schule1958.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.boersenblatt.net/454811/template/bb_tpl_antiquariat/"&gt;http://www.boersenblatt.net/454811/template/bb_tpl_antiquariat/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Björn Biester, der verehrte Redakteur unseres Leitmediums im Antiquariat, nomine Börsenblatt des Deutschen Buchhandels, sollte hin und wieder etwas näher hinsehen. Wenn es Ärger gibt, der telepathisch übertragen und empfunden werden kann - wovon ich überzeugt bin -, dann muß Biester gestern Nachmittag meinen Zornausbruch gespürt haben. Ich spreche von "DieBuchSuche", jenem seltsamen Gebilde, dem er einen eigenen Kurzaufsatz gewidmet hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Frohgemut machte ich mich daraufhin an eine Neuauflage meiner beliebten Webseitenkritik. Ich habe übrigens festgestellt, daß die Kollegen mir da etwas Fachkompetenz zutrauen, die letzten Ergebnisse (nahezu eine 1 für Abebooks und fast eine 4 für das ZVAB) wurden diskutiert und zur Kenntnis genommen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesmal aber stellte ich meine Arbeit nach wenigen Minuten entsetzt ein. Unser aller Redakteur in Frankfurt, hast du das denn nicht gemerkt: Wir sehen hier eine linkisch dahingestoppelte, abgrundhäßliche, mit Anfängerfehlern noch und noch behaftete&amp;nbsp; - ganz unbrauchbare Metadatenbank. Dergleichen übergeht man, ich bitte darum, mit Schweigen. Es wird ja viel Unfug ins Netz gestellt, auch von mir, nimmt es aber ganz peinliche Ausmaße an, dann übergeht man solche Ausrutscher taktvoll und diskret.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier wurde uns aus Österreich, nach meiner persönlichen Einschätzung, eine peinliche Kalberei, ein Dummerjungenstreich präsentiert. Wenn man mir widersprechen sollte, dann nehme ich die Angelegenheit auseinander, aber ich denke, den Generalverriß kann man sich ersparen. Schwamm drüber. A l l e s&amp;nbsp; ist falsch gemacht worden. Diese Meta-Datenbank kann nur halbblinde Masochisten der strengen Observanz erfreuen - hach ja, bitte quäl mich, tu mir weh, jaaa...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schnell weiter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Brieftaube vom Dienst, genauer gesagt ein Täuberich, der vom Niederrhein, mit einem Abstecher nach Westfalen, nächtens zu mir fliegt und in seinem Schnabel allerlei Geheimzuhaltendes trägt, läßt mich nicht im Stich. Er bekommt von mir auch gutes Futter, wird übers Köpfchen gestreichelt und ich habe, was das Entscheidende sein dürfte, eine anmutige Täubin für ihn auf dem Dachboden verwahrt. Zum Weibe drängt, am Weibe hängt&amp;nbsp; ...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich will deshalb auf den Einwand antworten, es handle sich bei meinem Vorschlag von heute Mittag, Kompetenzzentren einzurichten und sie mit der genossenschaftlichen Datenbank zu verknüpfen, um sozialistische Gleichmacherei oder Schlimmeres.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eigentlich gibt es alles schon, wir müssen nur dies und das umbenennen und organisieren. Die Kunden wie auch wir Händler wußten schon immer, welcher Antiquar was für Fachgebiete hat, wen man in einfachen und komplizierten Dingen fragen konnte. Es gibt freilich Blumen, die im Verborgenen blühen, und solche, deren Bekanntheitsgrad unverdient zurückgegangen ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Beispiele, willkürlich herausgegriffen. Ich bin davon überzeugt, daß Kollege Feucht in Allmendingen nach wie vor auf allen Gebieten der weitverzweigten Sittengeschichte der ideale Ansprechpartner und der gegebene Leiter des entsprechenden Kompetenzzentrums ist. Aus mir rätselhaften Gründen aber ist er im Netz nicht recht präsent und langsam wird er auf sein Fachgebiet bezogen "internetmäßig" ins Halbdunkel gerückt. - Es gibt eine Handvoll jüngerer Antiquare, die sich teils in Grenzgebieten mit Sittengeschichte und Erotika befassen, ob von der Fotografie oder von der Literatur her, und es gibt Häuser z.B. in Wien, die lagermäßig über große ältere Erotica-Bestände verfügen. Es ist nun aber Kollege Feucht, der am besten die Verästelungen und Relationen aller anderen Mitbewerber in seinem Kernfach kennt, sie einzuschätzen und zu rubrizieren vermag. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also wird man Konsensus darin herstellen können, daß er der Leiter des Kompetenzzentrums "Sittengeschichte" wird. Er baut dann den weiteren Informationsstern auf, das geht immer auch ins&amp;nbsp; A r c h&amp;nbsp; v a l i s c h e&amp;nbsp; hinüber. Kollege Feucht kann Anfragende zur FKK-Bibliothek bei Kassel verweisen, er kennt die Zugangsbedingungen zur "Hölle" in der Pariser NB, ist informiert über das Schwule Archiv in Berlin und kann berichten, welche Flagellantica wo nachgedruckt worden sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin mir sicher, daß die Leiter des jeweiligen Kompetenzzentrums fair genug sind, alle Fachkollegen mit zu erwähnen, zu verzeichnen und Anfragen auch an sie zu delegieren. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zweites Beispiel: Die deutschsprachigen Alsatica sind dabei, bis auf lächerliche Reste zu verschwinden vom Neubuchmarkt und die Altbestände sind heillos zersplittert in dutzenden deutscher Antiquariate zu finden. Größere Bestände gibt es bei jeweils einem Kollegen in Mülhausen und Colmar und bei zweien in Straßburg.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den weitaus größten Bestand an deutschsprachigen Alsatica habe ich auf Lager, was kein Grund zum Angeben ist, denn sie sind inzwischen fast unverkäuflich und wertlos. Trotzdem sind diese 150 laufenden Meter mitsamt den zugehörigen bibliographischen Arbeitsmitteln gute Grundlage, ein "Kompetenzzentrum" für Alsatica bei mir anzusiedeln. Ich kenne die meisten erwähnten Kollegenbestände recht gut und würde sie natürlich als Mit-Kompetenzen anführen, wo ich sie nicht kenne (z.B. Saarbrücken und Baden-Baden), würde ich mit den betreffenden Kollegen in Kontakt treten. Nachfragende müssen über die - sehr gute - Recherchenlage bei den betreffenden Bibliotheken und Archiven aufgeklärt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schätze von mir her übrigens den Arbeitsaufwand für Auskunftserteilung auf täglich eine halbe Stunde. Das ist schon machbar, bringt ja auch neue Kontakte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es muß nun gewährleistet sein, daß das ganze System der Kompetenzzentren&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*transparent, demokratisch und gemeinsam kontrolliert&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;entwickelt wird. So wie Kollege Feucht "seinen" Fachkollegen nichts vormachen kann, würde auch ich mich unter beständiger Kontrolle der mit Alsatica handelnden Kollegen befinden (vor welcher Spezialisierung ich übrigens dringend abrate - sterbende Sprachgebiete zu beackern ist eine grausame Sache, die Papiermühle wartet schon...). Das ist eben das Gute an der Netzarbeit - alles ist transparent und nachprüfbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb erzürne ich mich ja so über die (noch) gebräuchliche Verhehlungs- und Dunkelmännerpolitik der Antiquare im Netz. Das ist nicht gut, begreift es doch endlich!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit: Es handelt sich bei meinem Projekt nicht um "Sozialismus", sondern um ein Transparentmachen, ein demokratisches Offenlegen und Festzurren von Sachverhalten, die bereits existieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;i&gt;Das aktuelle Foto von der letzten Generalversammlung der Kompetenzzentren-Leiter gehört&amp;nbsp; der Grundschule Heimstetten bei München. Dank für die Ausleihe!&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-4889830752787950773?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/4889830752787950773/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/die-neuen-kompetenzzentren-der.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/4889830752787950773'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/4889830752787950773'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/die-neuen-kompetenzzentren-der.html' title='Die neuen Kompetenzzentren der Antiquare - wie fangen wirs an?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-2110244589901323961</id><published>2011-09-06T06:46:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:39:25.571-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Ringtausch (Bestände)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Google'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Peter Mulzer'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Börsenblatt'/><title type='text'>Antiquare vernetzt - Kompetenzzentrum, Blocktausch, Verkaufsportal</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://img.fotocommunity.com/photos/16124504.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="426" src="http://img.fotocommunity.com/photos/16124504.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.boersenblatt.net/454686/template/bb_tpl_antiquariat/"&gt;http://www.boersenblatt.net/454686/template/bb_tpl_antiquariat/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Björn Biester informiert uns im Bösenblatt-Netzdienst über eine neue bibliographisch-technische Hilfestellung bei der Bücherdatenbank "booklooker". Dies führt uns direkt zum zweiten Teil des Feldzugsplans der Antiquare gegen den Amazon-Konzern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zuvor noch zwei eher äußerliche Randbemerkungen. Redakteur Biester beklagt aus seiner Sicht zurecht, daß nur wenige Kollegen den Text, mit dem sie seine Umfrage zu "antiquar intern" beantwortet hatten,&amp;nbsp; n a m e n t l i c h&amp;nbsp; unterzeichnen wollten. Ich darf ihn freundlich daran erinnern, daß er selbst es war, der formuliert hatte: "Link zur anonym durchgeführten Umfrage, deren Ergebnisse Anfang kommender Woche auf boersenblatt.net veröffentlicht werden sollen".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bin bekanntlich ein engagierter Gegner aller anonymen und sonstwie verheimlichten, sekretierten, abgeschotteten oder geheimen&amp;nbsp; Vorgehensweise im Internet. Ich wollte meinen Text ("Was die Antiquare in ihrer schwierigen Situation brauchen...") schon unterzeichnen, da erinnerte ich mich daran, daß Biester selbst um Anonymität gebeten hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum anderen ergibt sich bei Google eine immer kuriosere Situation. Ohne daß ich das will, honoriert die Suchmaschine meine streng themenzentrierten Blogbeiträge zu allen Fragen des Antiquariats von Tag zu Tag besser. Wer "Antiquariat" und eines der typischen Problemfelder unseres Gewerbes eingibt, landet in der Regel schnell bei mir. Kurios erscheint mir, daß das auch auf die Verwendung meiner Bilder zurückzuführen ist. Ruft man den Blog&amp;nbsp; über die Bildersuche auf, erhält man ein höchst merkwürdiges Kaleidoskop. Google scheint das zu mögen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun könnte der Eindruck entstehen, daß die Antiquare ähnlich emsig wie Google meinen Spuren folgen würden. Das ist aber nicht der Fall. Ich habe zwar, wenn ich die Blogstatistik richtig lese, seit gestern 4 (vier ) regelmäßige Leser, welcher vierte die Amazonzentrale sein dürfte. Aber darunter sind, wie ich vermuten muß, nur zwei Antiquare. Dies entspricht einer Leserschaft von 0,2 Prozent der Vertreter unseres Gewerbes. Beide Faktoren zusammen gesehen lassen den Schluß zu, daß kein Antiquar "googelt". Woraus sich wiederum die ungute und gefährliche Situation ergibt, daß&amp;nbsp; a u ß e r h a l b&amp;nbsp; unseres Gewerbes meine Ansichten emsig zur Kenntnis genommen werden, ich in die Rolle eines Fachmanns des Antiquariats hineinwachse - - für Nicht-Antiquare. Die Antiquare selber aber wissen gar nicht, daß es hier was Fachbezogenes für sie zu lesen gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein "Schweigekartell" dieser Art ist mir von keinem anderen Berufsstand her bekannt. Die Akteure heißen Hiernichtzunennen, Höfs, Weinbrenner-Nachfahren und Björn Biester; würde er seinen Dienst weiterführen, wäre auch Pardun zu nennen. Ich habe das, weil "nicht konziliant", durchaus verdient. Nur eben ergibt das eine ganz kuriose Situation, da die Außenwelt denkt, daß ich für die Antiquare spräche. Wie will man aus der Bredouille herauskommen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um das gleich zu sagen: Mich nervt die "Autovervollständigung" nicht immer. Beim ZVAB bin ich darüber nicht erfreut gewesen, bei Booklooker mag ichs noch weniger. In beiden Fällen kann ich aber zu keinem klaren Urteil kommen. Ich selbst bin jeden Tag mehrere Stunden im Internet zugange, fast nur in den USA, in Rußland und in Frankreich, und die Google-Autovervollständigung möchte ich keinesfalls missen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deren Grundlage aber ist erstens ein gigantisches Register meiner früheren Suchanfragen, über das Google verfügt und das es sekundenschnell einsetzt. Sowas kann wirklich hilfreich sein, die darin liegende Indiskretion nehme ich gern in Kauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anders ist das schon bei Amazon. Bekanntlich merkt man sich dort nicht nur irgendwann abgefragte oder gekaufte Titel, sonern serviert mir auch die "...hat auch gekauft" -Vorschläge, versucht also&amp;nbsp; F e l d e r&amp;nbsp; zu ermitteln, für die ich micht interessiere. Auch das ist nützlich, streift aber die Grenze zur Peinlichkeit, weil ich bei Amazon als Käufer auftrete und, anders als bei Google, ein Abhängigkeitsverhältnis von mir zu Amazon besteht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Autovervollständigung bei booklooker, auf die uns Biester heute aufmerksam macht, ist eher technischer Art. Das vermutlich "häufigste" Wort, das hinter meinen ersten beiden Buchstaben stecken könnte, wird vorgegeben. Dies hat mich schon beim Open Office zur Weißglut getrieben, bis ich endlich die Registerkarte fand, mit der solche "Hilfen" abzustellen waren. Ich halte das für wenig sinnvoll, möchte es aber nicht weiter diskutieren, weil die Geschmäcker verschieden sind und man diese "Hilfe" ja auch mögen kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessant aber ist das dahinterstehende Problem - es geht um die Frage, wie der Kunde der Bücherdatenbank von seiner Einzeltitelsuche aus hingeführt werden kann zu einer Sachgebietssuche. Sie finden in diesem Blog mehrere Arbeiten zur Frage der bibliographischen Erschließung und Darbietung unserer Buchbestände in den Verkaufsdatenbanken. Das Fazit hieraus ziehe ich selber: Es bringt alles nichts. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich könnten und sollten wir zu einer Einheitsgliederung im Gewerbe kommen, ein Regelheft im Volksbibliothekaren-Standard täte uns allen sehr gut. Aber dazu bleibt in den kommenden Monaten des Vernichtungskriegs um unsere&amp;nbsp; F r e i h e i t&amp;nbsp; gegenüber dem Amazon-Konzern keine Zeit, keine Muße, keine Ruhe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir ziehen nun von dem Problemkreis &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Autovervollständigung/ "...hat auch gekauft" / Einheitsbibliographie im Antiquariat&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;eine direkte Linie zum dritten Teil unseres Generalangriffskonzepts. Von ihm soll nun die Rede sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sahen gestern, daß es eine Achillesferse der gewinnorientierten Bücher-Verkaufsdatenbanken gibt - die Bewerbung/ Promotion der teilnehmenden Antiquare darf es dem Kunden nicht ermöglichen, direkten Kontakt zum Antiquar in einer Weise zu erhalten, die Beziehungen und Verkäufe unter Umgehung, unter Außerachtlassung der Verkaufsdatenbank ermöglichen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein gewinnorientiertes Verkaufsportal, das solche&amp;nbsp; f r e i e n&amp;nbsp; Kontakte des Kaufinteressenten zum einzelnen Antiquariat und seiner Webseite auch noch fördern würde, würde sich sein Grab selber schaufeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sagten bereits, daß es die Stärke des genossenschaftlich orientierten Portals sei, daß es solche Kontakte und Beziehungen ohne Angst, ganz freimütig herstellen und unterhalten kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun bitte ich Sie, den Blick zurückzurichten auf das Ausgangsproblem: Der Kunde kommt zum Verkaufsportal, gibt den gesuchten Titel ein, erhält zunächst die technische Hilfestellung "Autovervollständigung", von der Biester heute sprach, dann die Beziehungsfelder "hat auch gekauft" und schließlich den Link zur Fachliste des Antiquars, zu der der gefundene Titel gehört (und die n u r&amp;nbsp; provisionspflichtige Bücher&amp;nbsp; i n n e r h a l b&amp;nbsp; des Portals, also aus seinem gelisteten Gesambestand, enthalten darf). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kunde, der sehr oft "eigentlich" nicht ein einzelnes Buch, sondern ein bestimmtes Themenfeld sucht, wird mit Stückwerk abgespeist. Die gewinnorientierte Datenbank kann aber nicht anders vorgehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt schlägt die Stunde unserer genossenschaftlichen Datenbank! Sie kann mehr. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie richtet ein Netz von&amp;nbsp; K o m p e t e n z z e n t r e n&amp;nbsp; ein. Man muß ein solches Unwort nicht lieben, aber es hat sich leider eingebürgert und wir wollen dieses sprachliche Joch in Geduld tragen. Was ist in unserem Fall ein Kompetenzzentrum?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einer der Königswege zum Überleben des Antiquariats ist die Spezialisierung. Schon heute haben viele der Kollegen im Edel- und Mittelbereich des Gewerbes eines oder mehrere Sachgebiete, in denen sie sich gut auskennen und das sie vom Bestand her pflegen. Diese Entwicklung sollte massiv gefördert werden auch nach unten hin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Voraussetzung dazu ist eine breite, liberal geführte und gut organisierte T a u s c h - Wirtschaft unter den Antiquaren. Wir brauchen neben Verkaufsmessen in Zukunft auch Tauschmessen. Dort werden ganze Blöcke ohne genaue Berechnung hin- und hergeschoben. Eine gute, in diesem Fall aber wirklich "nichtöffentlich" zu führende berufsinterne Datenbank listet soche Bestandsblöcke auf. Die Suchenden und die Anbietenden treten in Verbindung, Fotos dürften dabei wichtig sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon jetzt kann aus dem Stand eine exzellente Liste von Kompetenzzentren aufgestellt werden. Hier findet der Kunde einen Antiquar als Ansprechpartner, den er zum Sachgebiet um Rat fragen kann und soll. Man wird sich hier berufsintern um gewissen Grundregeln bemühen müssen. Hinter jedem Kompetenzzentrum sollte eine entsprechende Webseite stehen. Mehrere thematisch parallele Kompetenzzentren sind gut möglich. Den Kollegen kostet das Zeit und Nerven.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich brauche die Folgen nicht näher ausführen: Wir schaffen damit ein weiteres &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*Vertrauensinstrument&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;zwischen Kunde und Antiquar, wobei die genossenschaftliche Datenbank den Vermittler abgibt, einen zusätzlichen Bindungswert Käufer-Genossenschaft-Einzelantiquar herstellt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der gewinnorientierten Datenbank ist all dies verweht; sie könnte es durch Krücken ersetzen, die der Kunde aber sehr schnell als solche durchschauen würde. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf gehts, diskutieren wir unser neues System der Kompetenzzentren!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-2110244589901323961?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/2110244589901323961/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/antiquare-vernetzt-kompetenzzentrum.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/2110244589901323961'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/2110244589901323961'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/antiquare-vernetzt-kompetenzzentrum.html' title='Antiquare vernetzt - Kompetenzzentrum, Blocktausch, Verkaufsportal'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-6446553328263234099</id><published>2011-09-05T06:25:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:41:55.919-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Monopol im Netzabsatz'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='GIAQ'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Artikelbindung (Datenbank)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><title type='text'>Die geheimen Pläne der Antiquare</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/70/Seeschlacht_bei_Abukir.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="454" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/70/Seeschlacht_bei_Abukir.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.abebooks.de/Unternehmen/Jobs.shtml#5"&gt;http://www.abebooks.de/Unternehmen/Jobs.shtml#5&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;Die geheimen Pläne der Antiquare &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: red;"&gt;zum Generalfeldzug gegen das ZVAB-Abebooks-Amazon-Monopol&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.&lt;br /&gt;Björn Biester war so freundlich, uns im Börsenblatt-Netzdienst zu informieren über &lt;a href="http://www.abebooks.de/Unternehmen/Jobs.shtml#5"&gt;eine Stellenausschreibung&lt;/a&gt;, in der wohl der führende Kopf der Zukunft gesucht wird, der die Antiquare im deutschen Sprachgebiet in die Abhängigkeit führen soll.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn, vom Sonderfall Ebay abgesehen, gut 90 % des gesamten Internetabsatzes aller Antiquare in der Hand&amp;nbsp; e i n e s&amp;nbsp; Konzerns liegt, wenn das Kartellamt sich dafür nicht interessiert und die Amazon-Zentrale vergnügt weiterarbeiten darf, wenn die Antiquare dies nicht zu bemerken beschlossen haben, wenn sie hoffen, daß die Gesetze des Marktes ausgerechnet in ihrem Fall nicht eintreten und wirken werden - dann darf ich von einer drohenden Abhängigkeit sprechen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wohl noch nie sind die Grundwerte der deutschen Monopolbestimmungen so schmählich in den Dreck getreten worden wie im laufenden Konzentrationsfall Amazon-Abebooks-ZVAB. Und kein Hahn kräht danach.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Kartellamt wie auch der Amazon-Konzern scheint davon auszugehen, daß die unter sich heillos zerstrittenen, weltfremden und partiell unzurechnungsfähigen Antiquare froh zu sein haben, wenn sie von einer vernünftigen starken Hand geleitet und geführt werden - in den Amazon-Stall, wo sie als geduldige Milchkühe stehen dürfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Eine Randmerkung noch zur Stellenausschreibung. Es ist vollkommen&amp;nbsp; w e l t f r e m d, wenn man eine eierlegende Wollmilchsau sucht dergestalt, daß sowohl marketing- als auch datenbanktechnische Fähigkeiten erwartet werden in Kombination mit dem Verfassen literarischer oder sonst buch- und kulturbegleitender Texte. Das ging schon zu ZVAB-Zeiten völlig schief und führt auch bei der Genossenschafts-Datenbank zur Zeit in die literarische Katastrophe: Wer Marketing und Datenbank "kann", der beherrscht nie und nimmer literarische Künste. Auf der Strecke bleibt natürlich das Textverfassen, und die kulturellen Begleitdienste der Datenbank werden so blöd bleiben, wie sie das beim ZVAB waren und bei den Genossenschaftlern jetzt wieder sind. Leutz, das müßt Ihr trennen, beides geht nicht zusammen. Wer Kultur und Literatur, Buchkunde und Wissenschaft machen soll, der muß immer ein Fachmann sein - und der für Marketing und Datenbank ein anderer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.&lt;br /&gt;Ich habe mir vorgenommen, dem Herrn oder der Dame, die Abebooks/ ZVAB sucht, die Versklavung der Antiquare etwas zu erschweren. Wenn die zuständige Monopolbehörde untätig bleibt, wenn die Antiquare in dumpfer Blödheit in corpore schweigen, dann ist es P f l i c h t, dagegen anzutreten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie ich gestern schrieb, haben wir hier derzeit 7 (sieben) Leser. Ich bitte daher&amp;nbsp; die 2 oder 3 Antiquare, die darunter sein mögen, die folgenden Gedanken weiterzutragen und unter den Antiquaren bekanntzumachen. Es handelt sich um nicht weniger als den ersten Teil eines&amp;nbsp; F e l d z u g s p l a n s&amp;nbsp; gegen die Amazon-Abebooks-ZVAB-Krake. "Krake" dürfen nur wir Antiquare Amazon nennen, denn das ist vertretbar als Abwehr seitens eines Berufsstands, der von den Behören und den Medien im Stich gelassen worden ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gilt, auch in der Wirtschaft, das Recht der Selbstverteidigung immer dann, wenn es keine anderen Mittel gegen Unrecht gibt mehr gibt. Und die Kontrolle der Internet-Absatzwege (vom Sonderfall Ebay abgesehen) durch&amp;nbsp; e i n e n&amp;nbsp; Konzern zu etwa 90 % im deutschen Sprachraum ist wirtschaftlich-soziales Unrecht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4.&lt;br /&gt;Der Feldzugsplan, Teil 1&lt;br /&gt;Grundregeln:&lt;br /&gt;&lt;span style="color: #351c75;"&gt;* Die gewinnorientierte Datenbank hängt mit Gedeih und Verderb an der Abschöpfung des einzelnen Buchs (Artikelbindung)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: #351c75;"&gt;* Der einzelne Antiquar ist Herr seiner Preisgestaltung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die gewinnorientierte Verkaufsdatenbank zappelt wie ein Käfer auf dem Rücken, wenn ihr die Möglichkeit genommen wird, das einzelne Buch nachzuweisen bzw. zu identifizieren. Sie lebt von ihrer Vermittlungsmarge, muß diese daher stets "beweisen". Diese Notwendigkeit der Identifizierung jedes Artikels ist eine tödliche Achillesferse, die ausgenutzt werden kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bekenne, daß ich das bisher auch nicht sauber durchdacht hatte, eher dumpf geahnt, indem ich immer wieder das (von ihm schmählich im Stich gelassene) "Webseitenbündnis" des Kollegen RFMeyer&amp;nbsp; in Berlin ins Feld geführt hatte, über das nachzudenken sei. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Richtig bedacht heißt das doch Folgendes: Die gewinnorientierte Datenbank kann höchstens insoweit ihre Nutzer zum einzelnen Antiquar hinführen/ verlinken /promoten, als sie die Kontrolle über die dann dort vermittelten Titel behält. In der Praxis führt das zu jenen "Kollegenkatalogen", die&amp;nbsp; n u r&amp;nbsp; solche Titel enthalten dürfen(!), die identifizierbar sind und bei deren Verkauf die Datenbank ihren Gewinn einstreichen kann. Das kling kompliziert, ist aber aus der Sicht des Antiquars ganz einsichtig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die genossenschaftliche Datenbank ist nicht gewinnorientiert. Sie deckt ihre Unkosten, schüttet Gewinne aus an die Mitglieder und/ oder bildet Rücklagen. Indem das so ist, hat sie eine ganz andere Macht und Fähigkeit, das zu tun, was der gewinnorientierten Datenbank streng verboten ist - sie kann auch ohne Vermittlungsabschöpfung handeln, und zwar immer dann, wenn sie das für sinnvoll hält und ihre Genossen das billigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie wird ihre Genossen im Rahmen eines breit und offensiv angelegten Webseitenverbunds o h n e&amp;nbsp; Margenabschöpfung bewerben (promoten) und jedem Kollegen die Möglichkeit geben / ihm dabei auch helfen, seinen Betrieb vorzustellen im Sinn einer "Rundwanderung", bei der Google Maps und andere virtuelle Hilfsmittel wichtig sein werden. Diese Rundwanderung kann auch fachbezogen sein und das Ins-Netz-Stellen ganzer Fachkataloge ohne Warenkorbfunktion ist denkbar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;b&gt;Die genossenschaftliche Datenbank kann ein&amp;nbsp; U n i v e r s u m&amp;nbsp; des deutschsprachigen Antiquariats ins Netz stellen. Der gewinnorientierten Datenbank ist das strikt verboten, sie würde damit ihren eigenen Untergang einleiten.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor diesem Hintergrund wird nun auch klar, warum möglichst "alle" Antiquare teilnehmen sollten und weshalb die Vorstufe des "Vereins" so wichtig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;*&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der einzelne Antiquar darf seine Preise selbst bestimmen. Diese überraschende Feststellung ist bisher in der Diskussion ganz untergegangen, sie wurde meines Wissens nicht einmal im Zusammenhang mit der Amazon-Preisunterbietungsklausel überdacht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn einzelne oder mehrere Antiquare beschließen, ihre Bücher in der genossenschaftlichen Datenbank preiswerter anzubieten, dann dürfen sie das. Dabei kann es durchaus sein, daß diese Datenbank von sich aus die Kollegen nicht dazu auffordern darf, dies zu tun, noch viel weniger wird sie eine solche Preisminderung zur "Bedingung" machen. Es wird auch ausreichen, darauf hinzuweisen, daß "manche Antiquare hier ihre Titel billiger anbieten".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der dann mit Sicherheit folgenden Auseinandersetzung vor den Wirtschaftsgerichten fängt sich die gewinnorientierte Datenbank in ihren eigenen Fallstricken, denn dann endlich werden wir Antiquare die Monopolkarte nicht nur ausspielen können, sondern sie zur Waffe gegen den Amazon-Abebooks-ZVAB-Verbund im deutschen Sprachraum wenden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-6446553328263234099?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/6446553328263234099/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/die-geheimen-plane-der-antiquare.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6446553328263234099'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6446553328263234099'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/die-geheimen-plane-der-antiquare.html' title='Die geheimen Pläne der Antiquare'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-490675737442974995</id><published>2011-09-02T16:58:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:45:15.727-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Tomfolio'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Verein der Antiquare (Vorstufe)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='GIAQ'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Franchisesystem'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Börsenblatt'/><title type='text'>Was erwarten die Antiquare von ihrer Genossenschaft?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://img.geocaching.com/cache/ffdd2aef-05d7-4571-8f63-d11d3d33a7ff.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="340" src="http://img.geocaching.com/cache/ffdd2aef-05d7-4571-8f63-d11d3d33a7ff.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.boersenblatt.net/454306/template/bb_tpl_antiquariat/"&gt;http://www.boersenblatt.net/454306/template/bb_tpl_antiquariat/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.&lt;br /&gt;Vorbemerkung in eigener Sache: Meine jahrelange Kritik an der Genossenschaft war die eines enttäuschten Liebhabers, und der sieht bekanntlich besonders scharf hin. Die Anerkennung dessen, was dort gegen alle Widerstände geleistet worden ist, kam dagegen in meinen Texten zu kurz. Ich bin gnadenlos umgesprungen mit der GIAQ auch dort, wo eher unglückliche juristische Zwänge Ursache für taktische Fehler waren, während die jeweiligen Leitungsorgane kaum anders hatten handeln können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Deshalb gleich in medias res. Ich habe das Genossenschaftsmodell in der Hess-Runde einst eingeführt (Plurabelle sei mein Zeuge) und ohne meine Idee einer Übernahme in den deutschen Sprachbereich wäre Tomfolio für die deutschen Antiquare vermutlich eine exotische Randerscheinung geblieben. Wenn nun gerade ich heute dieses Modell in Teilbereichen relativieren möchte, dann kann man schon hinhören. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir müssen lernen, daß die juristische Unbeweglichkeit der deutschen Genossenschaft unterfüttert, ergänzt, abgefedert werden sollte durch eine beweglichere, schneller reagierende und, notabene, die Kollegen weniger verpflichtende Organisationsform - den&amp;nbsp; V e r e i n. Viele Antiquare, denen ein Genossenschaftsanteil zu bindend erscheint, könnten sich ohne weiteres zur weniger festen Bindung in einem Verein durchringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie Verein und Genossenschaft juristisch zu verschränken seien, wie sie aufeinander einwirken, welche Übergänge und Gemeinsamkeiten da sinnvoll und möglich sind, das lasse man getrost die Fachjuristen entscheiden (die sich übrigens, wenn man sie professionell anspricht, in solchen Fällen preiswert und mit Hingabe engagieren, bis zur Universitätsebene hinauf).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Verein wird dort&amp;nbsp; s c h n e l l&amp;nbsp; beraten und entscheiden, wo die Genossenschaft, gebunden durch die Fesseln ihres Rechtes, nur mit quälender&amp;nbsp; L a n g s a m k e i t&amp;nbsp; reagieren kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;3.&lt;br /&gt;Mit der zusätzlichen Vereinsebene wird auch die Einbeziehung derjenigen Schicht unseres Gewerbes angesprochen, die der Genossenschaft bisher fernsteht. Ich meine die knappe Hälfte der vollberuflichen Antiquare, die sich in den Amazon- und Ebayforen tummeln, die wir als reisende Kollegen auf guten Flohmärkten finden, als stupide Preisunterbieter und Titelei-Schmierer im ZVAB, in zweifelhaften Ladenantiquariaten oder als rührend-beschränkte Fachantiquare der skurrilen Sorte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier sitze ich lustigerweise mit dem Verband und der Genossenschaft im gleichen Boot - wir werden von diesen unteren Kollegen buchstäblich gehaßt und verachtet, verunglimpft, gescheut. Daß dahinter Minderwertigkeitsgefühle stecken, ist gut möglich. Beide Seiten leiden unter solcher Fremdelei - wir sehen seufzend ihren Datenmüll in den Datenbanken, wir haben ihre Preisunterbietung auszuhalten, während sie sich betrogen und übers Ohr gehauen fühlen durch uns, angeblich oder tatsächlich arrogant wirken auf sie. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Unterschicht des Antiquariats ist übrigens akut bedroht von drei Seiten her (weiß das aber nicht) : Sie sind die ersten Opfer der Billig-Schleuderladenketten nach Schweizer Modell, sie werden ausgetrocknet durch Momox und seinen Amazon/Abebooks-Klon, und sie sind auch die willigsten und hilflosesten Opfer der großen Maschinen von Ebay bis ZVAB. In ihren Foren meckern sie rüde - pflegen aber brav wie das Hündlein zu folgen, weil sie ohne die großen Verkaufskanäle zum Sozialamt gehen müßten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der&amp;nbsp; V e r e i n&amp;nbsp; umfaßt also einmal die&amp;nbsp; Zaudernden, die Unsicheren und Vorsichtigen unter den Antiquaren und ist für sie das Sammelbecken, zugleich aber, das ist der Kern meiner Idee, sind automatisch auch alle Genossenschaftsmitglieder Mitglieder im Verein. Es gibt zwei Zirkel, den Verein und die Genossenschaft. J e d e s&amp;nbsp; Genossenschaftsmitglied ist auch Mitglied im Verein, aber keineswegs ist jedes Vereinsmitglied in der Genossenschaft organisiert. Die Vorteile, juristisch und psychologisch, sind vielfältig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;4.&lt;br /&gt;Natürlich geht es zur Zeit im Kern um den Betrieb einer monopolunabhängigen Datenbank. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hoffe immer noch auf eine Anzeige von Amazon /Abebooks /ZVAB wegen Rufschädigung oder Beleidigung gegen mich, damit die Gefahr, in der alle Antiquare im deutschen Sprachraum schweben, endlich öffentlich gemacht werden kann. Dieser Prozeß muß kommen, und er soll die Öffentlichkeit, vor allem die der kulturellen Medien, aufrütteln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe das ja in meinem Blog, der laut Google-Statistik jetzt wieder 7 (sieben) regelmäßige Leser hat, ausführlich dargestellt und in diesem Punkt bin ich mir sicher: Kein Antiquar, der sich auf dem Laufenden gehalten hat, wird meinen Ausführungen in diesem Punkt wiedersprechen: Wenn wir den Sonderfall Ebay ausklammern, dann sitzt der Amazon-Verbund zur Zeit auf rund 90 % des Internetabsatzes der deutschen Antiquare.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Perspektive bedeutet das die akute Gefahr eines&amp;nbsp; F r a n c h i s e - Systems für die Antiquare, einer teilweisen Entmündigung, einer verkappten Gebührenschraube, auch durch Bankbindung, bis zu gut 30 % vom Verkaufspreis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Von der Seite her droht dann noch Momox, das weit über 50 mittlere Antiquare bereits verdrängt hat, geht man nach den Angestelltenzahlen, vereint mit dem Amazon-Klon; von unten her kündigen sich Schleuderpreisketten an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unglücklicherweise fällt das zusammen mit einer allgemeinen Krise im Altbuchabsatz, weite Bereiche wie etwa die schöne Literatur beginnen wegzubrechen, und durch Google- und Europa-Scans weicht langsam die bisher sichere Bastion unserer Titel vor 1880 auf. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gilt also zu handeln.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;5.&lt;br /&gt;Leider ist es dem &lt;i&gt;Börsenblatt des deutschen Buchhandels&lt;/i&gt; offenbar nicht möglich, jene vermittelnde und aufklärende Position wieder einzunehmen, die es einst im Antiquariat recht gut ausgefüllt hatte. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, dürfte merken, daß ich vom zuständigen Redakteur Biester eigentlich viel halte und daß hinter meiner beständigen Kritik an seinem Wirken die lebendige, nie erlahmende Hoffnung steckt, daß wir in der Antiquariatssparte des Börsenvereinsnetzdienstes wieder ein Leitmedium für unseren Beruf erhalten könnten. Biester an die Front!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solang das aber nicht möglich ist, sollte die Genossenschaft - und der ihr verbundene Verein - das Leitmedium unseres Berufs verwirklichen. Weil das&amp;nbsp; notwendig ist, bin ich ein Kritiker der Schäferschen Geheimhaltungstaktik. Wie sollen wir denn die unteren Schichten des Antiquariats aufklären, aufrütteln und zu gemeinsamem Handeln veranlassen, wenn wir ihnen kein allgemein zugängliches Berufsmedium bieten? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Übrigens habe ich noch keinen Antiquar angetroffen, der den &lt;i&gt;Verband&lt;/i&gt; nicht als mühsam vor sich hintrudelnde Gemeinschaft fauler Kompromisse und undeutlicher Halbheiten eingeschätzt hätte. Es wäre verfehlt, schon von seiner Zusammensetzung her, diesen Verband als Mitwirkenden an irgendwelchen Taten oder Entscheidungen zu sehen. Was mich anbetrifft, so nehme ich den Verband über Gebühr auf die Schippe, das sei zugestanden, aber daß mit ihm wirklich etwas zu bewirken sei, das wird auch sonst niemand glauben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über die &lt;i&gt;Höfs-Runde&lt;/i&gt;, Dr.Biesters &lt;i&gt;AG&lt;/i&gt; und andere Zusammenschlüsse des Gewerbes breiten wir lieber den Mantel des Schweigens. Da beißt keine Maus einen Faden ab: Die&amp;nbsp; G e n o s s e n s c h a f t&amp;nbsp; und der neue, mit ihr verbundene Verein allein sind zur Tat aufgerufen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;6.&lt;br /&gt;Wie es, ob es noch gelingen kann, eine wirksame Gegendatenbank zu gründen, dazu habe ich, wie man weiß, alte und neue Ideen auf der Pfanne. Es liegt jedenfalls nicht an jenen unglücklichen Zusätzen zur GIAQ-Datenbank, vulgo "Antiquariatskunde", die Kollege Pardun zurecht karikiert hat; die graphische Darstellung bei "Antiquariat"&amp;nbsp; ist deutlich besser geworden, das törichte Gestammel in den Begleit- und Erklärungsseiten zeigt sich nach Jahren endlich korrigiert. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ja bitte - worum geht es denn dann? Es geht um&amp;nbsp; S t r a t e g i e. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vorbedingung hierzu ist eine Art parlamentarischer Vertretung der Antiquare. Hier kann und muß vom Gründungsforum Tomfolios gelernt werden: Wir benötigen ein genau geregeltes System von Anträgen, Zulassung zur Diskussion, Abschluß der Diskussion, Abstimmung - alles elektronisch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dieser Grundlage erst können wir zu strategischen Maßnahmen kommen. Brauchen wir eine Geheimhaltung vor dem Gegner, dem Amazonmonopol? Ganz gewiß nicht, denn dort zittern sie vom ersten Tag unserer neuen Genossenschaft mit angeschlossenem Verein. Noch aufmerksamere Leser wird das Forum nicht haben...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Dank für das Bild an geocaching.com. Die Rechte gehören uns nicht.&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-490675737442974995?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/490675737442974995/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/was-erwarten-die-antiquare-von-ihrer.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/490675737442974995'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/490675737442974995'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/09/was-erwarten-die-antiquare-von-ihrer.html' title='Was erwarten die Antiquare von ihrer Genossenschaft?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-1797378041862839868</id><published>2011-08-31T07:53:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:46:52.913-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schäfer-Runde'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Unser neues Portal'/><title type='text'>Antiquar intern - das Licht leuchte uns vom Niederrhein</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/-W2NlVgknHO8/Tl5KfZymRNI/AAAAAAAAVuU/y9hcVNdLC3E/s1600/19955_Inquisition_f.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="400" src="http://4.bp.blogspot.com/-W2NlVgknHO8/Tl5KfZymRNI/AAAAAAAAVuU/y9hcVNdLC3E/s400/19955_Inquisition_f.jpg" width="313" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.boersenblatt.net/453832/template/bb_tpl_antiquariat/"&gt;http://www.boersenblatt.net/453832/template/bb_tpl_antiquariat/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man darf gespannt sein auf "antiquar intern". Die näheren Umstände, die zur Gründung dieses xyten Versuchs eines Informationsdienstes für Antiquare geführt haben, kennen wir nicht. Ein Blick auf die Urheber, allen voran ein hier nicht zu nennender Düsseldorfer Kollege, belehrt uns, daß wir die näheren Umstände auch nicht kennen&amp;nbsp; s o l l e n. Jene unselige Geheimniskrämerei, die zur Marginalisierung der Genossenschaft geführt hat und ihr mehr geschadet hat als alle anderen Fehlplanungen, sie wird auf geradezu brutale Weise fortgeführt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur unser Düsseldorfer Obergeheimnisträger kann auf die Idee kommen, schon in die Eingangsseite des neuen Dienstes eine so charmante Kennwortmaske hineinzuknallen, daß normale Gemüter jede, aber auch jede Lust verlieren, sich diesem westfälischen Geheim-Thing unter der Femelinde anzuschließen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kunst, verehrter Heinrich-Heine-Kollege, besteht darin, einen kleinen vertraulichen Bereich zu schützen, alles andere aber transparent darzustellen. Wie schon in der Xing-Gruppe gehen durch Ihre Natozaun-Abgrenzungen alle&amp;nbsp; G o o g l e - Vorteile verloren. Zugleich verbauen sich die Antiquare damit&amp;nbsp; ein weiteres Mal die Chance, eine verständnisvolle Öffentlichkeit zu mobilisieren (das reicht von der FAZ bis zum Bibliotheksverband, vom Kartellamt bis zu den Bibliophilen-Vereinen), schlimmer noch zementieren Sie so die Ausgrenzung von gut 800 Antiquaren, die Xing, dem Verband und der Rumpf- und Restgenossenschaft eher fernstehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß sich der alte Freund des Edelantiquariats, Björn Biester, in letzter Zeit ohehin fast sprachlos geworden, mit Sympathie dem neuen Gebilde zuneigt, darf uns nicht verwundern. Es ist ja in seinem Sinn geplant - wer selber den Antiquaren verbietet, seine Texte mit noch so bescheidenen Kommentaren zu versehen, für den ist der Schritt zum Geheimforum auch nicht mehr weit. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsächlich könnten die Antiquare am Niederrhein und in Berlin mit einem&amp;nbsp; o f f e n e n&amp;nbsp; Informationsdienst die Bedürfnisse der Antiquare und ihrer Kunden perfekt abdecken. Das Börsenblatt des deutschen Buchhandels, Fachsparte Antiquariat, mißbraucht seinen Netzdienst seit Monaten dazu, kleine Informationshäppchen zu alledem zu bringen, was kein Antiquar wissen will. Die brennenden aktuellen Fragen aber werden dort liebevoll verhehlt. Haben wir aus Frankfurt je wieder etwas gehört von der Amazon-Abebooks-ZVAB-Monopolkrake, mochte man uns informieren über den Stand der Ladenbündnisidee im Internet, kam je auch nur der Hauch einer&amp;nbsp; I d e e, eines Planungsansatzes über den Main zu uns? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich begrüße den neuen Informationsdienst - er kann gerade wegen der unbegreiflichen Trägheit des Börsenblatts viel Gutes bewirken. Vorausgesetzt, die Zugangssperre bleibt, so sehr auch unsere Obergeheimniskrämer von der Bergstraße über das Bergische Land bis zu diversen Berliner Hügeln aufkreischen mögen, auf wichtige Interna beschränkt. Leute, gebt&amp;nbsp; G o o g l e&amp;nbsp; und en&amp;nbsp; M e d i e n&amp;nbsp; freien Zutritt, auch zu den Diskussionen! Nehmt euch nicht Biesters Inquisitionsmaulkorb zum Vorbild, der den ohnehin durch die Kürze seiner Texte schon gequälten Leser noch mit&amp;nbsp; R e d e v e r b o t&amp;nbsp; zudeckelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun fangt an - f r e i,&amp;nbsp; o f f e n,&amp;nbsp; e h r l i c h,&amp;nbsp; f u r c h t l o s.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine größte Sorge ist übrigens der betrübliche Fakt, daß aus eurer bekannten Vertuschungsriege keine Seele schreiblustig ist. Es wird nichts draus, wenn Ihr euch nicht das Weinbrennersche Debakel vor Augen haltet - schöne Pläne machen, aber kaum eine Zeile schreiben... Mobilisiert daher Kollegen wie Stormchen, Pardun, Plocher und Kretzer. Ö f f n e t&amp;nbsp; euren Geist - und euer neues Medium.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Das Bild zeigt die Wahrheit in den Händen der Geheimen Inquisition, oder so ähnlich.&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&amp;nbsp;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-1797378041862839868?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/1797378041862839868/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/antiquar-intern-das-licht-leuchte-uns.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/1797378041862839868'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/1797378041862839868'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/antiquar-intern-das-licht-leuchte-uns.html' title='Antiquar intern - das Licht leuchte uns vom Niederrhein'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/-W2NlVgknHO8/Tl5KfZymRNI/AAAAAAAAVuU/y9hcVNdLC3E/s72-c/19955_Inquisition_f.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-7465384782998056751</id><published>2011-08-26T14:53:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:48:27.293-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Börsenblatt'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Björn Biester'/><title type='text'>Carl Schmitt, Björn Biester, Piet Tommissen, der Börsenverein und die Neue Rechte</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://einestages.spiegel.de/hund-images/2010/01/19/27/c52f0b833df82581a1e24a10975e466f_image_document_large_featured_borderless.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="448" src="http://einestages.spiegel.de/hund-images/2010/01/19/27/c52f0b833df82581a1e24a10975e466f_image_document_large_featured_borderless.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Auch die internationale Diffamierungsindustrie, die dazu verdammt ist, Schmitts Ruhm rastlos zu mehren, wäre ohne To m m i s s e n&amp;nbsp;&amp;nbsp; von einer noch traurigeren Gestalt." Junge Freiheit 17.3.2000&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Carl Schmitt ist aus dem Kernbereich der Staatslehre, der Rechts- und Staatsphilosophie nicht wegzudenken. Er hat wichtige Impulse gesetzt und zählt zu den Größten seines Fachs. - Dennoch hat er selbst sein Leben und seine Lehre in widerlicher Weise beschmutzt und&amp;nbsp; v e r g i f t e t.&amp;nbsp; (Meinung des Verfassers)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1)&lt;br /&gt;Lassen Sie mich mit einer persönlichen Erinnerung beginnen. Vor nun schon gut 25 Jahren erwarb ich den Altbestand des Juristischen Seminars der Reichsuniversität Straßburg, aufgebaut 1941-1944. In mehreren tausend Bänden rekonstruierte ich das Institut in meiner Wohnung, katalogisierte die Bestände und bot sie in umfangreichen Listen den Fachbibliotheken im In- und Ausland an. Während ich bei Durchsicht der juristischen Berufs- und Fachpresse v o r&amp;nbsp; 1933 mehr und mehr den Hut zog vor dem hohen Stand der deutschen Rechtspflege, erfüllte mich die fachjuristische Literatur n a c h jenem schicksalhaften Januar 1933 in zunehmendem Maß mit&amp;nbsp; E k e l. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch als Nebenfachjurist und Sozialist konnte ich aus den Fachtexten erkennen, welche Katastrophe damals über die deutsche Rechts- und Staatswissenschaft hereingebrochen war. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man machte viele Aufsätze, etwa die häufig anzutreffenden von Freisler, schon an ihrem&amp;nbsp; S t i l&amp;nbsp; fest, der jene typische scheußliche Mischung aus einer Blut- und Boden-Neusprache bot.&amp;nbsp; E i n&amp;nbsp; Fachgelehrter aber schrieb, ob in er von ihm verantworteten DJZ oder in den Veröffentlichungen der Akademie und des Rechtswahrerbunds, ein ausgezeichnetes, in der Form perfektes Deutsch, vor dessen Hintergrund die darin vertretenen unsäglichen NS-"Rechts" - und "Staats"-Ideen um so&amp;nbsp; p e r f i d e r&amp;nbsp; wirkten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser&amp;nbsp; p e r f i d e&amp;nbsp; juristische Schöngeist war Carl Schmitt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hatte damals, aber ich las mich monatelang ein in seine Texte aus diesen Jahren der großen Verfinsterung, ich lernte ihn zu hassen, zu fürchten, zu verachten. Wenn es einen brandgefährlichen Steigbügelhalter, Helfershelfer, Wegbereiter und Lakaien Adolf Hitlers im Bereich des allgemeinen und des Staatsrechts gab - dann Carl Schmitt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwann waren die tausende von Zeitschriftenbänden verkauft, andere Tagespflichten beanspruchten meine Aufmerksamkeit, der Haß gegen dieses ebenso kluge wie schöngeistige, b ö s e&amp;nbsp; Prinzip Carl Schmitt verblaßte. Bis ich - ähnlich wie Kollege Wimbauer gelegentlich auf Ausflügen in die rechte Szene verirrt gewesen&amp;nbsp; - eine lange Diskussion mit einem Journalisten, dessen Namen peinlicherweise an eine düstere Figur des Reichssicherheitshauptamts erinnert, über Carl Schmitt vom Zaun brach. Ich stellte fest, daß mein Alptraum, jene fürchterlichen Aufsätze in den Jahren des Schreckens - heute offenbar verleugnet, umgelogen, verfälscht und ver-heuchelt wurden, daß diesem scheußlichen Verführer, diesem Totengräber der Demokratie, masochistischem Stiefellecker einer verbrecherischen politischen Hochstaplergruppe - mit treuherzigem Blick nun wieder geistige Fackelzüge gebracht werden, daß er mit dem ähnlich zwielichtigen Jünger Hand in Hand aufs Denkmal gestellt und einer staunenden "neuen" Jugend zur Nacheiferung empfohlen wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich erinnere mich, das noble Lokal, in dem wir diskutierten, durch einige Brüll- und Urlaute des Ärgers und des Abscheus sehr erschreckt zu haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seither bin ich aufmerksam bei allem, was mit Carl Schmitt unternommen wird. Bei näherem Hinsehen sind das fast immer jene unangenehmen Herren der schicken neuen Rechten, die Du natürlich nicht greifen, nicht festmachen kannst. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mir persönlich erscheinen die antisemitischen Äußerungen Schmitts am widerlichsten, weil hier ein ungebremster&amp;nbsp; b ö s e r&amp;nbsp; Vernichtungswille, eine Bereitschaft zur Hilfestellung zu&amp;nbsp; H e n k e r s d i e n s t e n&amp;nbsp; durchbricht, etwa auf der im Oktober 1936 unter seiner Leitung durchgeführte Tagung "Das Judentum in der Rechtswissenschaft". Es reicht nicht aus, irgendwelche Zusammenfassungen oder Lexikonartikel dazu zu lesen: Ziehen Sie die Originaltexte Schmitts, vor allem im Zeitschriftenbereich, hinzu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Daß er sich mit dem Amt Rosenberg und der SS auseinanderzusetzen hatte, darf ich - hier durchaus passend - so werten: Pack schlägt sich - Pack verträgt sich. Und bar jeder Würde biederte sich Schmitt auch nach seiner parteiinternen Kaltstellung seinem Führer an, bis zum letzten Kriegsjahr. "Aktion Ritterbusch" - sapienti sat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wiki sagt den Rest, der zu sagen bleibt, so prägnant, daß ich ihn hier unverändert an den Schluß des Kapitels setze: "Da Schmitt sich nie von seinem Wirken im Dritten Reich distanzierte, blieb ihm eine moralische Rehabilitation, wie sie vielen anderen NS-Rechtstheoretikern zuteil wurde (zum Beispiel Theodor Maunz oder Otto Koellreutter), versagt".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Nun hat ein vermutlich ehrenwerter Mensch, Piet Tommissen, seines Zeichens Volkswirtschaftler in Belgien, anstatt Briefmarken zu sammeln - - Carl Schmitt gesammelt. Jedes Brieflein, jede Postkarte, einfach alles. Wir kennen solche Naturen, als Antiquar sind wir alle in Gefahr, die Grenzen des Sinnvollen zu überschreiten und dort zu bewahren, wo wir lieber anderes, Wichtigeres hätten behüten und sammeln sollen. Google hat in Auszügen einen der Tommissen-Bände zugänglich gemacht - ich Unglückswurm stoße natürlich gleich auf einen offenen N a c h kriegs-Postkartentext, indem er von Angriffen gegen ihn "mit dem Schächtmesser" spricht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lieber Herr Tommissen! Wenn ich im Laufe meines Sammelns auf eine solche Karte stoße, dann besuche ich den Verfasser, spucke ihm vor die Füße, verachte ihn als Mensch und rede von Stund an kein Wort mehr mit ihm. Sie haben weiter gesammelt... Wie wollen wir das nennen - masochistische wissenschaftliche Heldenverehrung, partielle Betriebsblindheit, törichte Förderung böser Geister?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum wir das alles schreiben, und was es mit dem Antiquariat zu tun hat?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Björn Biester, Redakteur beim Börsenblatt des Buchhandels, Netzdienst Antiquariat, ist in das Carl-Schmitt-Fettnäpfchen getreten. Wie wir ihn zu kennen glauben, wird er eher nächtens über den Main schwimmen als ein Jota seines Textes zurückzunehmen (&lt;a href="http://www.boersenblatt.net/453456/template/bb_tpl_antiquariat/"&gt;Link zum Börsenblatt des Buchhandels&lt;/a&gt;). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Bibliograf (sic) des wegen seiner Betätigung während des "Dritten Reiches" umstrittenen Staatsrechtlers Carl Schmitt". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hochverehrter Dr. Biester! Erstens ist Carl Schmitt in Sachen Drittes Reich nicht etwa umstritten, sondern in dieser Hinsicht ist er zurecht&amp;nbsp; verfemt und verachtet. Er ist geistig und zum Teil sogar taktisch-organisatorisch mitschuldig an der Ermordung vieler Millionen Menschen, er war Wegbereiter und Unterstützer des Teufels in Person. Und wie halb Europa unseren Führer und sein Regime verflucht hat, so ist auch Carl Schmitt seither mit einem Makel behaftet, den keine wissenschaftliche Leistung von ihm nehmen kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie wissen auch, daß Carl Schmitt heute von der Neuen Rechten als Flagschiff mißbraucht wird. Angesichts dieser Situation ist es nicht gut, nur in einem Nebensatz anzudeuten, er sei "wegen seiner Betätigung während des "Dritten Reiches" umstritten ". Viel tiefer geht seine Schuld, er hat sich nicht nur "betätigt", er hat geistige Brunnenvergiftung der verhängnisvollsten Art betrieben, er hat den H e n k e r n&amp;nbsp; das ideologische Rüstzeug geliefert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun können Sie im Börsenblatt schreiben, was Sie wollen, der bekannt erzkonservative Börsenverein des Deutschen Buchhandels segnet es schon ab. Ich nehme ihnen nur persönlich übel, daß Sie eine fürchterliche Zeit in mir wieder heraufbeschworen haben - jenes Durchsehen der juristischen Fachpresse auf die Texte Carl Schmitts. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An Ihre Adresse der Rat: Das Böse, das Scheußliche muß man in der Publizistik beim Namen nennen. Sie verbieten ja noch, wie zum Hohn, qua ausgeschalteter Kommentarfunktion jede demokratische Kritik an Ihren Ausführungen. Die Buchhändler, die Verleger dürfen kommentieren - wir Antiquare aber erhalten vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Segnungen Carl Schmitts angepriesen mit der Schweigebirne der Inquisition im Mund.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ständischen Antiquare hören schicksalhaft und völkisch dem Raunen Björn Biesters zu und müssen schweigen. Fahne voran. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das alles hätte Carl Schmitt sehr gefallen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: #45818e; font-size: x-small;"&gt;&lt;i&gt;Dank für das Foto an das "Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz", das die Rechte daran besitzt&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-7465384782998056751?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/7465384782998056751/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/carl-schmitt-bjorn-biester-piet.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/7465384782998056751'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/7465384782998056751'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/carl-schmitt-bjorn-biester-piet.html' title='Carl Schmitt, Björn Biester, Piet Tommissen, der Börsenverein und die Neue Rechte'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-6935328837168610477</id><published>2011-08-10T02:37:00.000-07:00</published><updated>2011-08-10T02:59:42.499-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Antiquariatszeitschrift'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Börsenblatt'/><title type='text'>Wo bleibt die Berufspresse für das Antiquariat?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://images.zeno.org/Literatur/I/500-298/bwe4011a.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="379" src="http://images.zeno.org/Literatur/I/500-298/bwe4011a.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Antiquare, gleichgültig in welcher Schicht des Gewerbes sie arbeiten, erwarten von ihrer Berufspresse keine Hofberichterstattung. Sie sind, trotz bekannter Klatschsucht, nicht sehr interessiert an "Veränderungen im Gewerbe", vor allem dann nicht, wenn solche Gewerbeberichte nicht zum Anlaß zu Problemanalysen genommen werden, sondern dümmlich-naiv abschildern, was wo wie eröffnet oder geschlossen worden ist, welche Messe wie stattfindet, welche Datenbank von wem gekauft wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was die Antiquare brauchen und wollen, sind Problemanalysen, möglichst solche, die für sie im Beruf unmittelbar umsetzbar sind. Mit theoretischem oder polemischem, womöglich noch langhin ausgebreiteten Gedankenspielen langweilt und ärgert man sie nur. Noch tödlicher wirken auf sie Fremdwortkaskaden und Übernahmen aus für sie ganz fremden Fachgebieten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So gesehen sind weder Biesters Leistungen (erster Absatz) zur Zeit besonders hilfreich, noch können Mulzer und Pardun (zweiter Absatz) die Antiquare erfreuen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor zwei Holzwegen sei gewarnt: Interviews in jeder Form liest man zunächst mit Interesse, nicht nur in der leider wieder verschwundenen Video-Form, sondern auch als längeres Tiefeninterview. Aber ein Ersatz für das, was die Berufspresse wirklich leisten sollte, sind sie nicht. Ein Kollegeninterview ist in der Regel nicht viel mehr als die Plauderei am Messestand, in der&amp;nbsp; e i n&amp;nbsp; Standpunkt herübergebracht wird, aber keine Probleme gelöst werden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zum anderen, das geht nun an Parduns und meine Adresse, hat die Unlust der Antiquare, Theorie zu betreiben, nichts zu tun mit Dummheit oder mangelnder Bildung. Wenn ich mitunter mangelnde "Geistigkeit" bei den Kollegen beklage, dann ist das in der Regel reine Zweckpolemik, um jene fürchterliche Zeitvernutzung anzuprangern, in die die Antiquare so lang eingebunden sind - bis sie modernere, bessere Titelaufnahme- und Absatzstrategien ersinnen und einführen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil sich Antiquare aller Schichten im sozialen Feld bemerkenswert unklug und fast immer äußerst ungeschickt bewegen, sind sie noch lang nicht zu unterschätzen. Es handelt sich, das gilt für alle Schichten des Gewerbes, eben oft um Außenseiter, um Sonderlinge, um Randfiguren der Gesellschaft. Bei näherem Hinsehen sind fast alle abgebrochene Existenzen. Die es nicht sind, die mit Stolz auf geradlinige kaufmännische Ausbildungsgänge zu verweisen pflegen - das sind nach meinem vielleicht etwas schiefen Eindruck die einzigen wirklich unerfreulichen Gestalten in unserem Gewerbe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir erinnern uns mit Rührung, wie Stormchen mit seinem Antiquariatsanzeiger brav und treu "Berichterstattung" durchexerziert hatte, auch haben wir noch das reihenweise "Schütteln der Köpfe" vor Augen, als uns Pardun in den ersten Schritten mit (jedenfalls mir) völlig unbegreiflichen Oberseminarsitzungen zu quälen gedachte im Soloantiquar. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit tiefem Bedauern verfolgen wir heute im Archiv des Börsenblatts den Niedergang der Biesterschen Diskussionskultur, der seinen Netzdienst innerhalb von zwei Jahren von einer hochinteressanten, offenen Problemdiskussionszentrale zu einem unsäglich öden und zahmen Berichtsblättchen niederführen mußte, wohl auf höhere Anweisung, denn freiwillig kann niemand solche Grausamkeiten begehen wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir kommen nun zur Nutzanwendung und stellen fest, daß Pardun trotz all seiner Ungeschicklichkeiten, von der Titelwahl über die graphische Darstellung bis zur unsäglichen Terminologie dem rechten Weg am nächsten ist:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Antiquare wollen - in allen ihren Schichten - eine Berufspresse, die ihre&amp;nbsp; P r o b l e m e&amp;nbsp; schlicht und ergreifend gesagt&amp;nbsp; l ö s t.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist natürlich nur in Häppchen zu machen, man muß stellvertretend für die Kollegen die Sachverhalte mit sich selber durchdiskutieren und mehrere Wege bedenken, ausprobieren, in Rechnung stellen. Im Kopf des Redakteurs muß die Diskussion stattfinden und er soll, kein leichtes Unterfangen, seine unfertigen Gedankengänge auch jeweils ehrlich darstellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich stimme inzwischen, leidgeprüft, Biesters Ansicht bei, daß es wenig Sinn macht, ein neues Forum aufzumachen, das der Diskussion der Antiquare dienlich sein würde. Wenn Antiquare diskutieren, kommt zunächst zwischen ausführlicher Selbstdarstellung und rauhbauziger Flegelei wenig heraus. Als mich Weinbrenner noch nicht aus seinem Forum expediert hatte, erinnere ich mich an Auseinandersetzungen auf hohem Niveau (etwa die Beiträge von Kretzer), die sich ebenso totgelaufen hatten wie die stellenweisen Erkenntnisschübe kluger Kolleginnen in den Amazon- und anderen Kistenschieberforen. Beides verlief im Sande, war vergeudet, weil die Strukturierung, die Führung, die Leitung fehlt in solchen Foren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das hat, alles in seinem Kopf, der Redakteur der Berufspresse zu leisten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Interessant ist eine Beobachtung, die im Zusammenhang mit der Amazon-Abebooks-ZVAB-Monopolfrage wieder aktuell werden könnte: In dem Jahr vor der Gründung der Genossenschaft hatten wir eine gute, fruchtbare, konstruktive Auseinandersetzung im Hess-Forum, die wohl kein Kollege seither vergessen hat. Daraus ergibt sich für mich, daß w e n n&amp;nbsp; einmal eine aktuelle Frage einen bestimmten Ausgestaltungsgrad, eine gewisse Dringlichkeit erreicht hat,&amp;nbsp; d a n n&amp;nbsp; auch die seltsamen Existenzen im Antiquariat gut, fruchtbar, interessiert miteinander diskutieren können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn also eine Berufspresse die Sachdiskussion der&amp;nbsp; P r o b l e m e&amp;nbsp; des Berufs bis zu einem bestimmten Punkt redaktionell hat gut führen können - das Börsenblatt war vor zwei, drei Jahren unter Biester soweit gekommen - , dann ist auch ein Diskussionsmedium für Antiquare nützlich und möglich. Vorher aber nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit: Die Berufspresse für die Antiquare muß jetzt und hier eine Problemerörterungs- und Problemlösungspresse sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-6935328837168610477?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/6935328837168610477/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/wo-bleibt-die-berufspresse-fur-das.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6935328837168610477'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6935328837168610477'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/wo-bleibt-die-berufspresse-fur-das.html' title='Wo bleibt die Berufspresse für das Antiquariat?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-6463102603091984769</id><published>2011-08-08T14:33:00.000-07:00</published><updated>2011-08-08T14:48:34.420-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Monopol im Netzabsatz'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><title type='text'>Schöne Aussichten &gt; Antiquare in der Zucht von Abebooks</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.ambergerschule-nuernberg.de/pro/Ambergerfest/Bilder%20Schulmuseum/Tatzen.JPG" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="480" src="http://www.ambergerschule-nuernberg.de/pro/Ambergerfest/Bilder%20Schulmuseum/Tatzen.JPG" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: #0c343d;"&gt;&lt;br /&gt;Unser Bild zeigt Jungantiquar Schäflein-Cottbus beim Einüben des Merkverses: "Du bist nichts, Abebooks ist alles". Es tatzt Amazon-CEO Francesco Gierig&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;a href="https://tomfolio.pbworks.com/w/page/22340463/About-Abebooks"&gt;https://tomfolio.pbworks.com/w/page/22340463/About-Abebooks&lt;/a&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Das Internet ist randvoll mit Kritiken und Enthüllungen über die Geschäftspolitik von Abebooks. Ich halte es nicht für sinnvoll, diese Materialien hier zusammenzuführen, der Sachverhalt ist allzu offenkundig.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Stellvertretend für viele ähnliche Äußerungen bringe ich Auszüge aus dem drei Jahre alten Posting einer Kollegin (Hervorhebungen durch mich):&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp;&amp;nbsp; &lt;br /&gt;&lt;b&gt;About Abebooks&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;by novelshoppe88&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(...) Abebooks (i.e., ABE or Advanced Book Exchange), one of the first online used book selling databases for independent booksellers and now a world-wide company, has once again reached into our pockets. Give ‘em an inch and they’ll take a mile, they say. And Abe is asking for another inch. But this time they’re asking for a mile and it has many booksellers worldwide outraged and threatening to boycott Abebooks.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I was an Abe bookseller when I began selling used books on the internet back in 1996. I paid them $25 a month and they added my books – under my name – to their growing database. They did the advertising and provided a platform from which I could make a profit. All was well...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(...) But then someone bought Abebooks and the rules started changing. They asked their booksellers (actually their customers) for an inch and we gave it to them. They wanted us to sign an agreement that, in essence, said they had no responsibility and no liability but would hold us booksellers to a code of ethics that THEY dictated.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Now, let me say here that I have never known a dishonest bookseller (although there have been a few criminals who pretended to be booksellers dealing in extremely rare books but they were always caught, and there very few of them). Booksellers by and large are people who love books, love people and are as independent and dedicated to their craft as any other professional – and as such, live by an unwritten code of ethics of basic honesty and integrity. And knowing that “we” are ultimately responsible and liable for our sales – and the code of ethics was simply a statement we were already living by, we agreed to Abebooks terms. There were grumbles, of course, as we independent-minded booksellers felt offended that someone else was attempting to dictate what our code of ethics should be. But in the end, they knew intellectually, it was just an agreement – putting in writing what we all knew and agreed to anyway. Abebooks asked for their first inch and got their first mile. (...)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;The next inch was a small increase in monthly fees. Followed by another increase. &lt;span style="color: red;"&gt;Followed by their removing our names from the database so we became somewhat invisible, making the customer with questions have to find some way to ask the question through Abe&lt;/span&gt;. It was awkward, inefficient and left a bad taste in the mouths of &lt;b&gt;booksellers who suddenly felt like Abebooks was “stealing” our customers&lt;/b&gt;. &lt;u&gt;&lt;b style="color: red;"&gt;They were calling our customers their customers.&lt;/b&gt;&lt;/u&gt; We were being pushed into the category of being a wholesaler – a warehouse, if you will, of &lt;span style="color: #38761d;"&gt;books to be shipped to Abebooks’ customers&lt;/span&gt;. And in order to do that, they would have to require the customers who wished to pay via credit card, pay Abe rather than the bookseller. This had been an option already for the booksellers who didn’t accept credit cards, but for those booksellers who did accept credit cards, being told they can no longer process their own sales was a devastating blow. Merchant fees would remain the same and our discounts would go up due to less dollar sales being run through our merchant accounts. And it would cost the bookseller 5.5% of the selling price of the book, payable to Abebooks. Most merchant accounts were a lot less than that, so this was a big hit in the pocket. And again, booksellers gave Abe a mile. But this mile was longer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;By now Abe was absolutely a mammoth, and &lt;span style="color: #0b5394;"&gt;allowing hobbyists and fly-by-night sellers to call themselves booksellers in order to sell their garage sale books for very little money&lt;/span&gt;, packing them poorly, shipping late and in general giving professional booksellers a bad name. Their database had become overloaded with thousands of fiction novels for virtually pennies, diluting the market so much, soon there weren’t enough sales to cover the monthly fees.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(...) &lt;u style="color: red;"&gt;&lt;b&gt;The responsibility, the liability, the ethics, the integrity, the customer service, THE BOOKS THEMSELVES, are all mine – not Abe’s.&lt;/b&gt;&lt;/u&gt; And the sad thing is that they know that. &lt;b&gt;&lt;u&gt;Without us, they are nothing. And they want us to think we are nothing without them&lt;/u&gt;.&lt;/b&gt; So they keep inching and inching and inching.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&amp;nbsp;Die Bildrechte gehören der Georg-Paul-Amberger-Schule, der wir für die Ausleihe danken.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-6463102603091984769?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/6463102603091984769/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/schone-aussichten-antiquare-in-der.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6463102603091984769'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/6463102603091984769'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/schone-aussichten-antiquare-in-der.html' title='Schöne Aussichten &gt; Antiquare in der Zucht von Abebooks'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-2030101413669602960</id><published>2011-08-08T03:08:00.000-07:00</published><updated>2011-09-08T15:49:51.224-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='ZVAB'/><title type='text'>Montagsplauderei zum Amazon-Abebooks-ZVAB-Skandal</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.estelzer.de/DreamS/Ph10/Vakuumdiode/sklavenschiff_1.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="640" src="http://www.estelzer.de/DreamS/Ph10/Vakuumdiode/sklavenschiff_1.jpg" width="384" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;"Im Sklavenschiff"&amp;nbsp; (Alter Holzstich)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer sich klar werden will über die Hintergründe der Frage einer Marktbeherrschung im Internet-Absatz im deutschen Altbuchhandel, der muß die Sachverhalte, die ich in den drei voranstehenden Beiträgen hier dargestellt habe, nacheinander abarbeiten. Kürzer geht es nicht, auch nicht "einfacher". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Kern steht für mich das Schichtenmodell im Antiquariat. Solang die Monopolkrake Amazon-Abebooks-ZVAB zwar munter Millionengewinne macht mit den unteren und mittleren Schichten des Altbuchhandels, sich aber bei Erörterung der Kartellfragen auf statements aus der wenig betroffenen Oberschicht beruft, solang dieses falsche Spiel mit bereitwilliger Assistenz unserer "Edelantiquare" munter weiterlaufen darf, tappt das Kartellamt natürlich im Dunkeln umher, wird die große Öffentlichkeit getäuscht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fachmedien, ohnehin nicht sehr begierig, sich der Nöte des unteren und mittleren Antiquariats anzunehmen, sind in einer schwierigen Lage. Natürlich würden etwa "Buchreport" oder "Börsenblatt" die ganze Sache mühelos aufdröseln und korrekt darstellen können - wären da nicht drei Anzeigenkunden involviert, nichtwahr? Und für die Feuilletons der großen Presseorgane wie FAZ und Süddeutsche ist nun einmal das Antiquariat jenes Spitzengeschäft der teuren Bücher, der Messen und Auktionen - daß sich dahinter auch ein sehr großer, aber kulturell wenig aufregender Bezirk fleißiger Altbuchlieferanten verbirgt, viel umsatzstärker als die "edlen" Kollegen - darüber mag niemand berichten in den Feuilletons.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu den für mich nach Beobachtungen aus anderthalb Jahrzehnten rätselvollsten dramatis personae gehört Heinisch, der Gründer des ZVAB, jetzt zieht er mit dem Tutzinger Büro gerade um zur Düsseldorfer Abebooks-Mama. Er hat in allen Lagen, besonders aber in der üblen Affaire um v. Rheinbaben, auch bei der Frage der Genossenschaftserwerbung, eine nach meiner persönlichen Einschätzung undurchsichtige, nicht immer ehrliche, ganz verzweifelt unverbindliche Rolle gespielt nach außen hin. Die erfahrenen Antiquare haben ihm vertraut - das haben sie nun davon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ZVAB hat nach dem Scheitern des Genossenschaftskaufs und während der ersten Kartellauseinandersetzung&amp;nbsp; die Antiquare mit schönen einlullenden Schalmeientönen zugedeckt. Die Antiquare haben dem ZVAB und v.Rheinbaben geglaubt, nur der alte Mulzer hat das Berner Hess-Forum und später das Börsenblatt zugemüllt mit seinen Warnungen - vertraut weder dem ZVAB noch Rheinbaben, die werden gegen Bares ihre Seele verkaufen, so sehr sie Euch jetzt auch "Unabhängigkeit" zusichern... Und natürlich ist es haargenauso eingetreten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum wehren sich die unteren und mittleren Schichten nicht selber? Ich lese in ihren Foren und Gruppen, ob bei Ebay, Amazon oder im "Geizhalsforum", seit Jahren mit und bin entsetzt über das Ausmaß an schafsmäßiger, devoter, das Wesentliche nicht erkennender Verhältnisblödsinnigkeit. Über Kleinigkeiten, etwa geringfügige Verschlechterungen irgendwelcher Konditionen, wird dort seitenlang engagiert diskutiert - die große Linie aber ist den Kollegen dort nicht begreifbar zu machen. Das Denken in wirtschaftlichen größeren Zusammenhängen ist für diese schlichten Gemüter nicht möglich. Gerade deshalb muß das Kartellamt sie schützen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich werde morgen versuchen, in die Geschichte des internationalen Portalmarkts im Antiquariat einzusteigen. Das ist ja auch die eigentliche Welt von Abebooks und Amazon. Wir können nämlich, wenn wir etliche Jahre zurückgehen und international recherchieren, eine ganz fürchterliche (inzwischen halbvergessene) Periode ausmachen, in der mehrere Portale versucht hatten, den Antiquaren die Daumenschrauben anzulegen!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist alles nicht neu. Die internationalen Antiquare, weniger treudoof und weitaus aufmüpfiger als ihre deutschen Kollegen, hatten sich diese frühen Versuche einer Disziplinierung durch marktdominante Verkaufsportale nicht gefallen lassen. Aus den Versuchen aber, sie zu versklaven, können wir absehen, wohin die Entwicklung jetzt im deutschen Markt gehen wird, wenn das Kartellamt schläft. Denn es sind ja zum Teil dieselben Personen, die gleichen Marktstrukturen - und noch treudoofere Antiquare, die in Deutschland schon Schlange stehen, damit ihnen die Krake Fesseln anlegen möge.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-2030101413669602960?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/2030101413669602960/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/montagsplauderei-zum-amazon-abebooks.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/2030101413669602960'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/2030101413669602960'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/montagsplauderei-zum-amazon-abebooks.html' title='Montagsplauderei zum Amazon-Abebooks-ZVAB-Skandal'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-2775926491845886106</id><published>2011-08-07T05:32:00.000-07:00</published><updated>2011-08-07T06:55:15.281-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Titelerfassung (Reform)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Monopol im Netzabsatz'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Inhaltserschließung'/><title type='text'>Sachkatalogisierung im Antiquariat - und der Amazon-Abebooks-ZVAB-Verbund</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://www.brazadv.de/brasilien-geschichte/sklaverei.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="465" src="http://www.brazadv.de/brasilien-geschichte/sklaverei.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;i style="color: blue;"&gt;"Sklavenerziehung am Amazonas" (authentisches koloriertes Litho)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die mit Abstand klarste, übersichtlichste Darstellung der Erschließungstechniken von Buchinhalten - brauchbar vor allem auch für die Erfassung älterer Bücher - verbirgt sich im Netz als lokales PDF:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gantert, Paul&lt;br /&gt;Verbale Sacherschließung&lt;br /&gt;2. Fachstudienabschnitt&lt;br /&gt;(Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern, Fachbereich Archiv- und Bibliothekswesen)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier findet sich auf gerade einmal 58 Seiten ein Kompromiß zwischen den unendlich komplizierten Facharbeiten zu diesem Thema und den allzu knappen, lexikonartigen Wiki- und Handbuchübersichten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Zugang zur Arbeit kann auch netzdidaktisch zweitverwertet werden:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geben Sie in Google ein "retrospektive sacherschließung bücher". An dritter Stelle erscheint der Link zu unserem Text. Öffnen Sie ihn zunächst mit ADOBE - und schon ärgern Sie sich mit diesem überfrachteten Quälinstrument herum. Dann aber gehen Sie zum Link zurück und öffnen ihn mit dem darunter angebotenen "Quick View". Nun erhalten Sie über GOOGLE DOCS eine weitaus pfiffigere, blitzschnelle PDF-Ansicht. - Ende des Exkurses&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben es im Antiquariat in der Regel mit älteren Titeln zu tun. Zwar variieren die Erscheinungsjahre der Bücher je nach Betriebsform - ein umtriebiges Ladengeschäft in der Universitätsstadt weist andere Buch-Altersstrukturen auf als ein Versand-Fachantiquariat für Wald und Forst, aber wenn wir die im Lauf der Jahre dazu (spärlich) veröffentlichten Angaben kumulieren, dann dürften die Bestände aller Antiquariate mit Druckdatum vor 1945 pauschal etwa 30-60 Prozent ausmachen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also tun wir gut daran, bei den Erschließungsformen auch unter älteren, "veralteten" Methoden Umschau zu halten. Mir ist seit Schülerzeiten vertraut eine Erschließungsmethode von Buchinhalten, die Sie im oben erwähnten Aufsatz ab S. 10 als "Eppelsheimer-Methode" bzw. "Mainzer Methode" erwähnt finden. Sie stellt einen Kompromiß dar zwischen älteren, freieren und moderneren, gebundeneren Erschließungsweisen, der in der praktischen Anwendung uns Antiquaren in der Tagesarbeit gerade noch zuzumuten wäre. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während die Übersicht über die Vielfalt der Erschließungsmöglichkeiten im Gantert-Aufsatz nicht einfach aufzufinden ist im Netz, können Sie sich über Eppelsheimers Weg zur Sacherschließung via Google in jeder gewünschten Ausführlichkeit kundig machen. Es geht uns heute nicht um eine Diskussion, ob und wie "Eppelsheimer" den Bedürfnissen der Antiquare angepaßt werden kann und soll. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe vor Jahrzehnten praktisch miterlebt, wie schnell und gut Hilfsbibliothekare in größeren Volksbüchereien mit Eppelsheimer ihre Bücher sachkatalogisiert hatten, das geht tatsächlich wies Bretzelbacken. Was angelernte Volksbibliothekare können, das ist auch den Antiquaren zuzumuten: Bei jeder Titelaufnahme liegt in Zukunft, eines Tages, "unser" Eppelsheimer neben der Tastatur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir wissen nicht, ob das Kartellamt der drohenden Versklavung der deutschen Antiquare durch den Amazon-Verbund noch Einhalt gebieten kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Einschätzung, daß Kollegen gekauft worden sind, beruht auf Hörensagen, ich kann und will das nicht belegen. Sollten solche Antiquare sich als "Auskunftspersonen" dem Kartellamt andienen, dann entstünde ein mehr als nur schiefes Bild. - Björn Biester wird fair genug sein, die Rücksichtnahme auf potentielle Anzeigenkunden für einmal beiseite zu lassen und dem Kartellamt alle seine Daten, auch die informellen,&amp;nbsp; zur Verfügung zu stellen. - Die große Unbekannte ist wiesler w+h und der dortige Verbund, nicht mehr und nicht weniger&amp;nbsp; die&amp;nbsp; S c h a l t z e n t r a l e&amp;nbsp; zwischen 300-500 Antiquaren und den Bücherdatenbanken. Dort liegen alle Daten und Umsatzzahlen vor. - Daß ich den Verband für allzu wurstig und nur auf die Interessen der Führungsriege im Antiquariat bezogen halte, ist ja kein Geheimnis. - Womöglich noch selektiver sind die Auskünfte, die die AG geben könnte, ähnlich selektiv übrigens wie die der GIAQ. Wenn wir also&amp;nbsp; a l l e i n&amp;nbsp; Wiesler und Co. als Auskunftsperson fürs Kartellamt haben, der mit den ganzen Zahlen aufwarten&amp;nbsp; k ö n n t e, dann steht die Kartellsache auf tönernen Füßen. Wenig Aussichten - vermutlich bleibt Amazon-Abebooks-ZVAB strahlender Sieger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist also an der Zeit, sich jetzt schon Gegenmaßnahmen gegen einen Konzern zu überlegen, dessen Marktbeherrschung im Internet-Buchabsatz, Sparte Antiquariat, in Deutschland zwischen 80 und 90 % beträgt ist, vom in fast jeder Hinsicht anders gearteten Ebay einmal abgesehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was können die Antiquare tun, wozu der Amazon/ ZVAB /Abebooks-Verband nicht in der Lage ist? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer kein Geld und keine Macht hat, um sich im Netz durchzusetzen, der braucht eine Idee. Im Antiquariat ist das die gute, wirkungsvolle, praktisch brauchbare und wissenschaftlich (halbwegs) gesicherte S a c h e r s c h l i e ß u n g&amp;nbsp; der Titel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe das Abebooks-Modell der aufeinander bezüglichen Buch v e r n e t z u n g, das in etwa auch dem Amazon-Procedere entspricht, gelobt und der Abebooks-Datenbank nicht zuletzt deshalb die mit Abstand beste Spitzennote gegeben. Dieses Modell fußt nicht nur, aber vor allem auf&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;- "wer dieses Buch gekauft hat, interessierte sich auch für ..."&lt;br /&gt;- den Zusammenhänge bei den freiwilligen Kundenrezensionen,&lt;br /&gt;- der Auswertung der Suchbegriffe der Kunden, soweit sie erfaßbar waren,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;und auf weiteren Größen, die darzustellen hier zu langwierig wäre, natürlich auch das traditionelle Auswerten von Stich-/ Schlagwörtern in Titeln und Titelbeschreibungen sowie den zusätzlichen Stichwortangaben der Antiquare.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alle diese Vorgehensweisen, so nützlich sie auch sein mögen (sie sind bei Amazon und Abebooks schon&amp;nbsp; s e h r&amp;nbsp; nützlich), ersetzen in gar keiner Weise die&amp;nbsp; d e n k e n d e&amp;nbsp; Vergabe von Sachgebietszuordnungen durch den Antiquar, der das Buch in&amp;nbsp; A u t o p s i e&amp;nbsp; durchblättern kann, sich das Inhaltsverzeichnis ansieht und, wofern er ein guter Antiquar ist, auch ein "Gefühl" dafür entwickelt und als Sachgruppenzuordnung niederschreibt, welche Sammler durch gerade dieses Buch angesprochen werden könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Klammern: Zu dem Zukunftsszenarium, das ich den Antiquaren ausmale, wenn sie, warte nur balde, unter dem Amazon-Joch seufzen und Amazon die Garrotte anzieht, gehört auch ein Z w a n g&amp;nbsp; der Antiquare, zu ihrem älteren Büchern neben der üblichen Titelbeschreibung eine solche "autopsierte" eigene Inhaltszuordnung zu liefern. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Sonst können wir, im Interesse der Antiquare und ihrer Kunden, in Zukunft keine Titelaufnahmen mehr entgegennehmen". Solche an sich sehr heilsamen Zwangsmethoden wird Amazon den Antiquaren auferlegen - - wenn und weil sie sich nicht vorher freiwillig, dazu durchringen konnten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es versteht sich, daß die Antiquare, solang sie noch in Freiheit sind, selber darüber entscheiden können, welcher Datenbank sie ihre selbsterstellten Sachgebietserschließungen zuweisen - und welchen nicht. Wieder spielt hier übrigens Wiesler w+h eine Schlüsselrolle, ich sagte ja, diese schweigsame Firma wird uns in nächster Zeit noch öfter begegnen...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einen Schritt weiter gedacht ist eine Sachgruppenzuordnung nach gemeinsam verabschiedetem Standard auch die Voraussetzung dafür, den&amp;nbsp; W e b s e i t e n v e r b u n d&amp;nbsp; voranzutreiben. Daß Kollege RFMeyer sein Kind verhungern läßt, heißt ja nicht, daß sich nicht großherzigere Nachbarn der Waise annehmen und sie ernähren werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: blue;"&gt;&lt;i&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: #741b47;"&gt;Sonntagsspaziergang quer durch Google:&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="normal"&gt;&amp;nbsp;Mitteilung der Mediantis AG vom 7.2.03: &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="color: blue;"&gt;&lt;span class="normal"&gt;Mit dem Wegfall der zwei bestehenden  Premium-Gebührenmodelle, und der damit verbundenen Exklusivitätsvergabe  für den europäischen Raum, wird den Bedenken des Bundeskartellamtes  gegen die bisherige Preisgestaltung Rechnung getragen, welches mit  Einführung der neuen Gebührenmodelle zum 01.04.2003 das Verfahren gegen  das ZVAB ohne Auflagen einstellen wird. Dadurch wird für die mediantis  AG i.L., die auf der kommenden HV am 28.02.2003 die Fortführung der  Gesellschaft beschließen soll, weitere Rechtssicherheit gegeben sein.  Einer Expansion, auch international, der ZVAB-Plattform steht dann  nichts mehr im Wege.&amp;nbsp;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="color: blue;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="color: purple;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;span class="normal"&gt;Wenn Heinisch fürs Ausland schreibt:&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="color: purple;"&gt;&lt;span class="normal"&gt;(Press Release Abebooks 2.3.2011) &lt;/span&gt;&lt;/div&gt;“With its great selection of rare and antiquarian books,  ZVAB.com is  an excellent complement to AbeBooks’ German used and antiquarian  books  offering,” said Hannes Blum, CEO of AbeBooks. “We are looking forward  to  working with ZVAB.com to make sure our customers can find and buy  any book  provided by ZVAB.com and AbeBooks sellers fast and  conveniently.”&lt;br /&gt;“The combination of ZVAB and Abebooks creates  broader&amp;nbsp;opportunity  and faster functionality enhancements for our  company,” said Bernd  Heinisch, founder and a senior member of the management  team at  ZVAB.com. “Our goals remain the same: more orders, more functionality   and outstanding customer service.”&lt;br /&gt;&lt;div style="color: purple;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div style="color: purple;"&gt;Vom Ausland aus gesehen zeigt der Tiger Abebooks schon seine Krällchen:&lt;/div&gt;&lt;a href="http://www.theartofbooks.com/forum/YaBB.pl?num=1306962201"&gt;http://www.theartofbooks.com/forum/YaBB.pl?num=1306962201&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Selbst Soloantiquar Pardun geht der Taktik , &lt;i&gt;&lt;u&gt;in der laufenden ZVAB-Diskussion&lt;/u&gt;&lt;/i&gt; zu v e r h e h l e n, daß Abebooks seinerseits AMAZON gehört, voll auf den Leim:&lt;br /&gt;&lt;a href="http://der-solo-antiquar.de/markt-medien-marketing/89-markt-marketing-marken/435-zvab-fusion-folgen-und-chancen-13"&gt;http://der-solo-antiquar.de/markt-medien-marketing/89-markt-marketing-marken/435-zvab-fusion-folgen-und-chancen-13&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: #38761d;"&gt;Im Ausland verfangen solche plumpen Roßtäuschereien nicht:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: #38761d;"&gt;Guy Weller in "The world book market":&lt;/div&gt;What we are seeing here is something I first started writing about on this Forum some 5 years ago.&lt;br /&gt;Guy Weller in "The world book market"&lt;br /&gt;It is a consolidation of the LARGER players in our marketplace.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Although  ZVAB/Choose is not exactly of mega-proportions, it has the twin virtues  of longevity and a reasonably firmly-rusted-on customer set  (particularly in Germany via ZVAB, less so with Choosebooks).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I  was under the impression that ABE has long held a minority shareholding  in ZVAB in any event, but could be mistaken there. And of course, that  no longer is of significance.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;This is an Amazon-based purchase,  incidentally, not an "ABE" one. &lt;span style="color: red;"&gt;Azon is on a bit of a buying spree at  present, and is seeking to complete as much market hegemony as it can  simply purchase, before the "real" battle unfolds in a three-way fight  for available market share between Amazon, eBay and Google&lt;/span&gt;. (Hervorhebung durch mich)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: purple;"&gt;Claire schreibt ebendort u.a.:&lt;/div&gt;It's crucial, I suspect, to keep pounding home the fact that Abe is just Amazon now.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: purple;"&gt;Gretchenstreats läßt das alles ziemlich kalt. Sie frägt in&amp;nbsp; &lt;/div&gt;&lt;a href="http://www.amazonsellercommunity.com/"&gt;www.amazonsellercommunity.com&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;(Juni 2011)&lt;br /&gt;ganz ungerührt: Really, you need to start yet another thread regard Amazon's continuing efforts to monopolize the media markets on the internet?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: purple;"&gt;RazorOlli im Medienhändlerforum hat Sinn für Humor (mag aber nicht weiter über den Sachverhalt nachdenken):&lt;/div&gt;ZVAB kauft eurobuch, abebooks kauft zvab, amazon kauft abebooks....   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das erinnert ja schon bald an diese Geschichten aus der Bibel, von wegen "Abraham zeugte Isaak, Isaak zeugte...." u.s.w.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Ende gehört eh alles der Tyrell Corporation...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="color: purple;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;span style="color: purple;"&gt;Die zum Teil himmelschreiend naiven Stellungnahmen im "Buchreport" muß man sich auf der Zunge zergehen lassen - (den Matadoren der Branche wie Köstler, Schäfer und Mewes fällt weißgott auch nichts Neues ein):&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://www.buchreport.de/nachrichten/nachrichten_detail/datum/2011/03/03/mehr-zulauf-fuer-die-nischen.htm?no_cache=1&amp;amp;cHash=609ea9c3b8"&gt;http://www.buchreport.de/nachrichten/nachrichten_detail/datum/2011/03/03/mehr-zulauf-fuer-die-nischen.htm?no_cache=1&amp;amp;cHash=609ea9c3b8&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich breche die - ins Uferlose zu erweiternde - Medienschau hier ab. Fazit: Viele Einzelstandpunkte (von denen manche sehr naiv erscheinen) - aber&amp;nbsp; k e i n&amp;nbsp; P l a n.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-2775926491845886106?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/2775926491845886106/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/sachkatalogisierung-im-antiquariat-und.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/2775926491845886106'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/2775926491845886106'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/sachkatalogisierung-im-antiquariat-und.html' title='Sachkatalogisierung im Antiquariat - und der Amazon-Abebooks-ZVAB-Verbund'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-7807140017034617745</id><published>2011-08-06T06:56:00.000-07:00</published><updated>2011-08-06T07:15:47.069-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Monopol im Netzabsatz'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='ZVAB'/><title type='text'>Zum Angriff auf die Amazon-Abebooks-ZVAB-Marktbeherrschung - wer gibt Auskunft?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://imgl.krone.at/Bilder/2010/07/28/2_Meter_lange_Wuergeschlange_hing_auf_Verkehrsschild-Mysterioeser_Fund-Story-250557_476x250px_3_2AstHTL_ahdYY.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="210" src="http://imgl.krone.at/Bilder/2010/07/28/2_Meter_lange_Wuergeschlange_hing_auf_Verkehrsschild-Mysterioeser_Fund-Story-250557_476x250px_3_2AstHTL_ahdYY.jpg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Bundeskartellamt ist kein Amtsgericht, bei dem man klagen kann, es ist wohl nicht einmal möglich, Anträge zu stellen. Kein Mensch kann also wissen, was die Kartellbehörde mit meinem gestrigen Aufsatz anfangen wird, den ich ihr heute auch in Schriftform zugeleitet habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als Nebenfachjurist mit Schwerpunkt Kriminologie versuche ich methodisch zu denken. Vermutlich liegt die Schwierigkeit im Beweisbaren, Nachzuweisenden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Bonner Amt kann nicht gut nur auf Biesters Adressenlisten (*Börsenverein) zurückgreifen, denn dort fehlt zum Teil jener Unterbau des Antiquariats, die Unterschicht, die einer Manipulation seitens der Portale fast hilflos ausgesetzt ist und die auf Alternativen, von Ebay abgesehen, schon gar nicht ausweichen kann. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auskünfte des *Verbands wären unter seiner jetzigen Leitung eine Katastrophe - das Branchenbild der Verbandsgremien ist allzu einseitig, fürchterlich selbstbezogen auf Oberschicht und obere Mittelschicht, eine wahre Plutokratie unseres Gewerbes, 100 Kollegen sprechen für 900 andere mit. "Alles ist gut, was wollt Ihr denn - wer tüchtig arbeitet, kommt noch immer zu seinem Mercedes". Im Ernst, der Verband hat keine Ahnung von den Zuständen "unten" in unserem Gewerbe. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Björn Biesters *AG, von der Idee her richtig geplant und mit immens großem Potential, wird nie mehr als ein klägliche Häuflein saturierter Edelkollegen umfassen, solang dort die ganz absurd hohe Beitragsforderung besteht. Nachdem ich seit vielen Jahren gegen die Behinderung der AG durch diese Beitragshürde angeschrieben habe, darf ich es offen aussprechen: Der Börsenverein hält die AG qua Beitragswucher mit&amp;nbsp; A b s i c h t&amp;nbsp; klein. Er, der Börsenverein, will in seinen Reihen nur ordentliche, wohlhabende, geschäftsfrohe und folgsame Antiquare sehen - ihm graust vor den unordentlichen Rebellen, die es im Gros der Antiquare - zu Unrecht - vermutet. Kollege Hohmann, seien Sie mein Zeuge!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das *Börsenblatt verfügt über ausreichende, realitätsnahe Auskunftsquellen und der zuständige Abteilungschef Björn Biester könnte, wenn er wollte, dem Kartellamt erschöpfende Auskünfte vermitteln.&lt;br /&gt;Meistens will er aber nicht. Ich weiß bis heute nicht, wes Geistes Kind Biester wirklich ist. Er scheint eine Art Liebe zum&amp;nbsp; E d e l antiquariat zu haben, die eher psychoanalytisch zu ergründen wäre. Es ist die Zuneigung zu einem Bezirk, den man aus der Ferne&amp;nbsp; i d e a l i s i e r t. Würde Biester einen Monat lang Titelaufnahmen für mittlere Gebrauchsliteratur leisten müssen, er wäre geheilt. Er realisiert vor allem das große Geheimnis unseres Berufsstands nicht, jenes grauenhafte, würgende, alles Geistige abdrosselnde&amp;nbsp; L e s e v e r b o t. Lieber Biester, möchte ich ihm zurufen, wann merken Sie endlich, daß der Antiquar seine Titel nicht lesen, nicht mit ihnen arbeiten darf, daß er der Vermittler seiner Ware ist, und nicht mehr. Nur aus der theoretischen Distanz kann man so liebäugeln mit unserem Gewerbe, mythische Dimensionen hineingeheimnissen, Geist dort vermuten...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die meisten Antiquare sind von einer bodenlosen, grauenhaften Ungeistigkeit. Sie brauchen hohe Intelligenz und lexikalisches Oberflächenwissen, wohl auch ein Hobby, um sich abends zu erholen, sie sind alles andere als dumm. Aber ungeistig in einem tieferen Sinn, weil sie den Geist immer nur weiterreichen, ihn äußerlich verwalten dürfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir Antiquare sind wie Kutscher, die Goethe und Jean Paul fahren dürfen, beim Ein- und Aussteigen auch ein wenig an ihnen riechen, einen Händedruck von ihnen erhalten... aber oben in der Wirtsstube, wenn Pfarrer, Lehrer, andere Schriftsteller, Künstler mit den Geisteshelden sprechen und diskutieren dürfen, dann sitzen wir unten im Kutscherstübchen und paffen trübselig aus unserer langen Pfeife. D a s&amp;nbsp; ist "Antiquariat", lieber Herr Biester.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor etlichen Jahren, Biester und ich kennen sich&amp;nbsp; (nur) literarisch seit langer Zeit, ärgerte ich mich über die ewigen Weihrauchfässchen, die er den bekannten, nun meist schon toten Edelantiquaren entgegenzuschwingen pflegt, dergestalt, daß ich aus eigener Beobachtung vor bald 50 Jahren das&amp;nbsp; w a h r e&amp;nbsp; Bild bekannter Antiquare zu zeichnen begann. Ich hatte sie ja auf wochenlangen Rundreisen damals besucht. Ein Bild nicht nur der Poesie, sondern über weite Strecken auch des Grauens... &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schauerliche Arbeitbedingungen, Sekretärinnen saßen wie Sklaven an alten Schreibmaschinen und klapperten tagaus, tagein öde Karteikarten und Druckvorlagen herunter, die Chefs übten ein Terrorregiment in Gelddingen aus, froh darüber, nicht den Zwängen und Kontrollen zu unterliegen, die den Neubuchhandel kennzeichneten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es wurde geheuchelt bis dorthinaus, unter dem Tisch aber gestohlen, geschmuggelt, betrogen, daß es Gott erbarm - gerade in großen ehrpusseligen Häusern. Die Angestellten wußten das alle, oft auch die Kunden. Der Name eines der bestunterrichteten Kunden jener Zeit, dem ich viel Insiderwissen verdankte, Bender, tauchte unlängst wieder als Verfasser eines (gar nicht so dummen) Antiquariatshandbuchs auf. Von seinem wahren Wissen aber schreibt er darin wohlweislich nichts. Was ich in den Bücherkellern, Ferienhäusern und in den Privatzirkeln der großen Kollegen in Berlin, Wien und in Frankreich erlebte, werde ich nie zu Papier bringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Würde Biester auch nur einen Teil der&amp;nbsp; w a h r e n&amp;nbsp; Chronik der angeblich so edlen Antiquariate kennen, seine Sehnsucht danach würde merklich abgekühlt. Trotzdem glaube ich, daß diese Herren des Chaos und des Sittenverfalls vor 50 Jahren im Antiquariat weitaus glücklicher waren als die Antiquare der Gegenwart... Aber das ist ein anderes Kapitel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe mir aus der langen Zeit als freier Journalist einen Instinkt bewahrt, wo Auskünfte wirklich zu bekommen sind, wo überhaupt der gordische Knoten eines Problems geschürzt wird: Mit Sicherheit hat w+h Wiesler mit seinem Software-Netzverteildienst jenes exakte Zahlenwissen, das uns informieren kann über die prozentualen Daten. W+h weiß, daß und in welchem Ausmaß und warum Amazon (mit Abebooks und ZVAB) derzeit zwischen 80 und 90 % des gesamten Netzabsatzes aller Antiquare kontrolliert, statistisch gesehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit würde das Kartellamt, soweit ich die komplizierte Sachlage überblicke, zum Handeln gewungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Anlage kopiere ich noch einige Zitate ein aus der jüngsten, noch nicht gedruckt vorliegenden Leitschrift des Kartellamts:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen wird vermutet, dass ein Unternehmen marktbeherrschend ist, wenn es einen Marktanteil von mindestens einem Drittel hat. Eine Gesamtheit von Unternehmen gilt als marktbeherrschend, wenn sie aus höchstens drei Unternehmen, die zusammen einen Marktanteil von 50 Prozent erreichen, oder aus höchstens fünf Unternehmen besteht, die zusammen einen Marktanteil von zwei Dritteln erreichen, es sei denn, die Unternehmen weisen nach, dass die Wettbewerbsbedingungen zwischen ihnen wesentlichen Wettbewerb erwarten lassen oder die Gesamtheit der Unternehmen im Verhältnis zu den übrigen Wettbewerbern keine überragende Marktstellung hat.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Die Rechtswissenschaft hat zur Bestimmung der Abhängigkeit Fallgruppen gebildet, zu nennen sind insbesondere die sortimentsbezogene Abhängigkeit und die unternehmensbezogene Abhängigkeit. Die sortimentsbedingte Abhängigkeit umfasst beispielsweise Sachverhalte, bei denen das kleine oder mittlere Unternehmen ein bestimmtes Produkt führen muss um im Wettbewerb bestehen zu können. Die unternehmensbezogene Abhängigkeit ist zu bejahen, wenn der Geschäftsbetrieb des kleinen oder mittleren Unternehmens auf ein bestimmtes Produkt eingestellt ist (Ausstattung, Schulung der Mitarbeiter, etc.) und ein Wechsel mit hohen Risiken verbunden, also in wirtschaftlicher Hinsicht nicht tragbar, wäre.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Als Kriterium für die Untersagung eines Zusammenschlusses ist in der deutschen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Fusionskontrolle die Begründung oder Verstärkung einer marktbeherrschenden&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Stellung festgelegt (§ 36 Abs. 1 GWB). Der Begriff der Marktbeherrschung ist dabei&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;im Gesetz wie folgt definiert: Ein Unternehmen ist marktbeherrschend, wenn es als&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Anbieter oder Nachfrager auf dem sachlich und räumlich relevanten Markt ohne&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Wettbewerber ist oder keinem wesentlichen Wettbewerb ausgesetzt ist, oder wenn&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;das Unternehmen eine im Verhältnis zu seinen Wettbewerbern überragende Marktstellung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;hat &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Der Begriff der Marktbeherrschung lässt sich mit dem in der ökonomischen Theorie&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;verwendeten Konzept der Marktmacht in Verbindung bringen. Ein marktmächtiges&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Unternehmen verfügt über besondere Verhaltensspielräume, da es einer vergleichsweise&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;geringen wettbewerblichen Kontrolle unterliegt. Marktbeherrschung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;liegt dann vor, wenn das betreffende Unternehmen über ein Ausmaß an Marktmacht&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;verfügt, das eine kritische Schwelle übersteigt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Die Eingriffsschwelle der Marktbeherrschung liegt daher deutlich unterhalb des&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Monopols&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Ein Eingreifen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;des Bundeskartellamtes setzt nicht voraus, dass im konkreten Einzelfall eine&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Beeinträchtigung der Gesamt- oder Konsumentenwohlfahrt, die in der Regel mit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Marktbeherrschung einhergeht, nachgewiesen werden muss oder kann. Vielmehr ist&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;das Bestehen einer konkreten Gefährdungslage hinsichtlich der Funktionsfähigkeit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;des Wettbewerbs ausreichend, um ein Einschreiten gegen einen Zusammenschluss&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;zu rechtfertigen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Der aus einem Zusammenschluss resultierende Zuwachs an Marktmacht wird umso&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;kritischer beurteilt, je höher deren Ausmaß bereits vor dem geplanten Zusammenschluss&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;ist. Denn je stärker der Wettbewerb bereits geschädigt ist, um so schützenswerter&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;ist der verbleibende Restwettbewerb. Bei einer sehr niedrigen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Wettbewerbsintensität und entsprechend stark ausgeprägter Marktbeherrschung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;kann auch ein sehr geringer prognostizierter Zuwachs an Marktmacht bereits als&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Verstärkungswirkung zu bewerten sein.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Eine weitere Begründung liegt in der Gefahr, dass Unternehmen, die&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;bereits über ein hohes Maß an Marktmacht verfügen, schrittweise aufeinander folgende&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Akquisitionen vornehmen, die jede für sich genommen nur eine vergleichsweise&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;geringfügige, bei einer Gesamtbetrachtung der Akquisitionsstrategie aber&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;nachhaltig negative Marktwirkung haben. Der ohnehin bereits geschwächte Restwettbewerb&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;kann durch eine solche Strategie nachhaltig geschädigt und das Potential&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;des Marktes, wettbewerbliche Strukturen wiederzuerlangen, weiter verringert&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;werden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Bei horizontalen Zusammenschlüssen werden durch die Verbindung zweier bislang&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;eigenständiger Wettbewerber auf Absatzmärkten die Ausweichmöglichkeiten der Nachfrager - auf Beschaffungsmärkten die Ausweichmöglichkeiten der Anbieter -&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;verringert. Der Verhaltensspielraum des fusionierten Unternehmens erhöht sich&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;und die wettbewerbliche Wirkung tritt unmittelbar ein. Im Rahmen der Fusionskontrolle&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;wird untersucht, welche Faktoren den Grad der Marktmacht auf dem relevanten&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Markt bestimmen und wie sich die Marktmacht der beteiligten Unternehmen mit&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;dem Zusammenschluss verändert.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Der Begriff Einzelmarktbeherrschung bezeichnet eine Situation, in der ein einzelnes&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Unternehmen über so viel Marktmacht verfügt, dass seine Verhaltensspielräume&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;vom Wettbewerb nicht hinreichend kontrolliert werden. Das Unternehmen kann dadurch&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;in der Lage sein, gewinnbringend seine Preise zu erhöhen, die produzierte&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Menge oder Auswahl zu verringern, die Qualität seiner Produkte zu verschlechtern&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;oder seine Innovations-Anstrengungen einzuschränken. Dass solche oder ähnliche&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Strategien profitabel sind, setzt voraus, dass keine Reaktionen der Wettbewerber&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;oder der Marktgegenseite in einer Art und einem Ausmaß zu erwarten sind, die den&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;wirtschaftlichen Vorteil der genannten Verhaltensweisen zunichtemachen würden.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Daneben wird auch die Entwicklung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;der Marktanteile im Zeitablauf betrachtet. Die Bewertung des aus dem Zusammenschluss&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;resultierenden Marktanteilszuwachses beim fusionierten Unternehmen wird&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;vor dem Hintergrund dieser Ausgangssituation bewertet. Bei bereits bestehender&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Marktbeherrschung können dabei schon relativ geringe Marktanteilszuwächse eine&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;zusätzliche wettbewerbsschädliche Verstärkung der Marktposition mit sich bringen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Demgegenüber ist die Indizwirkung hoher Marktanteile umso stärker, wenn die&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Marktanteile über mehrere Jahre konstant geblieben sind und einen großen Abstand&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;zum nächstfolgenden Wettbewerber aufweisen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Gleiches kann gelten, wenn eine Kapazitätsausweitung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;nur mit längerem zeitlichen Vorlauf oder nicht in nennenswertem Umfang möglich&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Durch den Zusammenschluss gelingt es den Unternehmen gegebenenfalls,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;die beste Ausweichalternative zu internalisieren und damit einen relativ hohen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Wettbewerbsdruck zu beseitigen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Kundenpräferenzen spielen unter anderem auf Märkten eine Rolle, die durch die&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Präsenz und eine große Bedeutung etablierter Marken gekennzeichnet sind&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Bei jungen, noch in der Experimentierphase befindlichen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Märkten, kommt eine marktbeherrschende Stellung regelmäßig insbesondere dann&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;in Betracht, wenn der Markt durch den Zusammenschluss bereits in der Entstehungsphase&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;dauerhaft vermachtet wird &lt;i&gt;(Anmerkung Mulzer: Für das Tuwort "vermachtet" könnte ich das Kartellamt knutschen...)&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Die Zusammenschlussbeteiligten haben daher alle zur Widerlegung&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;geeigneten Tatsachen vorzutragen, soweit sie ihnen zugänglich sind. Wegen der&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;beschränkten Ermittlungsmöglichkeiten der Zusammenschlussbeteiligten greift der&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Amtsermittlungsgrundsatz aber bei erheblichen Umständen, von denen die Unternehmen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;keine genaue Kenntnis haben können, wieder ein. Das Bundeskartellamt&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;muss weitere Ermittlungen anstellen, wenn sich diese aufgrund seiner besonderen&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="color: blue;"&gt;Kenntnisse vom Sachverhalt aufdrängen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-size: x-small;"&gt;Für das Foto einer Würgeschlange am AMAZONAS danken wir der "Krone" (www.krone.at), der die Rechte daran gehören &lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-7807140017034617745?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/7807140017034617745/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/zum-angriff-auf-das-amazon-abebooks.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/7807140017034617745'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/7807140017034617745'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/zum-angriff-auf-das-amazon-abebooks.html' title='Zum Angriff auf die Amazon-Abebooks-ZVAB-Marktbeherrschung - wer gibt Auskunft?'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-2740802222369622946</id><published>2011-08-05T11:56:00.000-07:00</published><updated>2011-08-06T02:49:21.239-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Monopol im Netzabsatz'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abebooks/ Amazon'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='ZVAB'/><title type='text'>Antrag an die deutsche Kartellbehörde, den Markt der Absatzmedien im deutschen Antiquariatsverkauf zu untersuchen</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://static.wiwo.de/media/1/bundeskartellamt.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="300" src="http://static.wiwo.de/media/1/bundeskartellamt.jpg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Antrag an die deutsche Kartellbehörde, den Markt der Absatzmedien im deutschen Antiquariatsverkauf zu untersuchen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Begründung:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der deutsche Antiquariatsmarkt umfaßt - bei sehr umstrittenen Definitionskriterien in Bezug auf Qualifikation, Hauptberuflichkeit usw. - mindestens 500, vermutlich rd. 800, nach anderen Schätzungen bis 1000 Antiquare. In der Regel handelt es sich um Firmen mit 1-2 Arbeitskräften.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weitere Merkmale sind chronische Unterkapitalisierung, sehr geringe Kreditwürdigkeit und nicht selten Armut im Sinn von Hartz 4. Es gibt starke schichten- bzw. pyramidenartige Abstufungen in der Art der Ware und ihrer Vermarktung. Eine mit 50-100 Kollegen zu beziffernde Führungsschicht - im Gewerbejargon "Edelantiquare" genannt - verfügt über gute bis sehr gute Fachkenntnisse, oft auch spezialisiert auf ein Fachgebiet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Mittelschicht der Antiquare, geschätzte 200-300 Firmen,&amp;nbsp; hat teilweise (Tendenz stark abnehmend) ein Ladengeschäft, betreibt aber fast immer auch Internetabsatz. Heute ist es die Regel, daß sich der mittlere Antiquar ganz oder weitgehend auf den Vertrieb im Internet verläßt. - Fließend ist dann der Übergang zum "kleinen Antiquar", der neben Internetabsatz öfter auch Flohmärkte beliefert und modernes Antiquariat anbietet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allen drei Schichten ist recht konstant gemeinsam, daß der Internetabsatz in aller Regel das Rückgrat ihres Geschäfts&amp;nbsp; bildet. Das war noch vor 10 Jahren anders, als Ladengeschäft und Katalogverkauf dominierten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwar stimmt dies dann nicht mit der Selbstdarstellung der Antiquare überein, aber es ist festzustellen, daß ihre eigenen Webseiten in aller Regel kümmerlich und wenig brauchbar sind, entsprechend ist der Verkauf über eigene Seiten erstaunlich gering, es werden Durchschnittszahlen von 1-5 Prozent genannt. Da alle Versuche der Antiquare, ihre eigenen Firmenwebseiten durch Linklisten und andere Zusammenschlüsse bekannter zu machen, im Ansatz gescheitert sind, ist auch mittelfristig ein Ausweichen der bedrängten Kollegen auf Absatz über ihre eigene Webseite völlig illusorisch bzw. würde lange Anlaufzeiten erfordern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gesicherte Zahlen über Absatzwege und Größenverhältnisse liegen nicht vor, weil die einzige Firma, die solches leisten könnte (w+h Wiesler), sie versorgt rd. 300-500 Antiquare mit Software, selbst verstrickt war oder ist mit ZVAB und anderen großen Datenbanken. Von ihr und einigen anderen Stellen sind aber immer wieder Schätzungen bzw. konkrete Teilzahlen durchgesickert bzw. veröffentlicht worden, sodaß mit aller Vorsicht eingegrenzt werden kann:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anteil des Umsatzes&lt;br /&gt;- durch Katalogverkauf (meist Fachkataloge) 0 - 40 %, im Schnitt aller Antiquare aber nur rd. 5-10 %&lt;br /&gt;- durch Ladenverkauf (eigener Laden, aber auch Verkaufsmärkte) 0 - 50 %, im Schnitt aller Antiquare rd. 15 %&lt;br /&gt;- über Ebay (wird im oberen und mittleren Bereich nur ausnahmsweise genutzt) 0 - 50 %, im Schnitt aller Antiquare 5-10 %&lt;br /&gt;- über die großen Bücherdatenbanken insgesamt rd. 5-100 %, im Schnitt aller Antiquare 70-80 %&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bei den großen Bücherdatenbanken liegen die Zahlen etwas *exakter* vor, wenn es um deren einzelne Anteile am Markt geht:&lt;br /&gt;- Abebooks wie auch ZVAB jeweils rd. 30-40 %,&lt;br /&gt;- Amazon rd. 5-10 %,&lt;br /&gt;- a l l e&amp;nbsp; anderen Datenbanken zusammen rd. 5-10 %&lt;br /&gt;(die Metadatenbanken werden hier den ursprünglichen Datenbanken, auf die sie ja stets zurückverweisen, zugerechnet).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während das ZVAB, seit vielen Jahren Marktführerin, inzwischen technisch und strategisch altbacken wirkt, ist Abebooks in jeder Hinsicht auf höchstem Weltstandard und wird in nächster Zeit das ZVAB überrunden, falls das nicht schon gesehen ist. Amazon dagegen nimmt als Datenbank zunächst für verlagsneue Bücher eine merkwürdige Zwitterstellung am Markt ein, spielt aber vor allem für die Unterschicht des Antiquariats eine zunehmend große Rolle. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter den kleinen Altbuchportalen mit sehr geringem Umsatz nimmt Antiquariat.de (vormals Prolibri) eine Sonderstellung ein, da sie genossenschaftlich organisiert ist. Suboptimal verwaltet leidet sie aber seit vielen Jahren an weitgehender Erfolglosigkeit. Die anderen Datenbanken sind völlig marginalisiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei technische Hinweise: Fast alle Titelaufnahmen erfolgen mit der Software des Hauses w+h, das auch die Verteilung an die verschiedenen Datenbanken übernimmt. Nur wenige Antiquare können oder wollen Titel ohne die w+h-Software aufnehmen und einstellen. W+h gilt strategisch als undurchsichtig und muß bei jeder Marktbeobachtung mitberücksichtigt werden. Es war lange locker finanziell mit ZVAB verbunden. - Ebay wäre eine vernünftige Alternative zum Verkauf alter Bücher im Netz. Es gilt jedoch - zurecht - bei Antiquaren als unzumutbar und zeitlich unrentabel, dort Bücher einzustellen. Einem Zeitaufwand mit w+h-Software von 1-2 Minuten steht bei Ebay je Titel eine Arbeitszeit von 6-10 Minuten gegenüber. Ebay kann auch auf mittlere Sicht wegen teils deutlich zu niedriger Preise in keiner Weise eine Alternative sein für die Antiquare, das ist nicht denkbar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielen Außenseitern des Gewerbes nicht klar ist die erstaunlich rigorose Abschottung des deutschsprachigen Altbuchmarktes. Abgesehen von hochpreisiger, international gefragter bibliophiler Ware über etwa 200 Euro sind die Außenverkäufe ins fremdsprachige Ausland seit Jahren gedeckelt bei 2-5 %, mit rücklaufender Tendenz, da Deutsch keine Lesesprache mehr ist im Ausland. Es ist deshalb nicht möglich, wie im englischsprachigen Bereich auf Datenbanken des Weltmarkts auszuweichen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Bedingungen für Wettbewerber wären technisch gesehen auf den ersten Blick recht günstig. Über w+h kann grundsätzlich jede auch kleine Datenbank mit dem gleichen Titelmaterial versorgt werden, das auch die 3 großen Portale erhalten. Ferner sind auch die "Meta-Datenbanken" Träger von allen Portalen. Leider liegt aber die praktische Nutzung der Meta-Portale seit langem im niedrigen einstelligen Bereich, sodaß sich dadurch keine Milderung der Situation ergeben kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Wettbewerbshindernis besteht darin, daß sich Abebooks im Besitz von Amazon befindet, das ZVAB seinerseits befindet sich seit Frühjahr 2011 im Besitz von Abebooks. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Demnach besitzt Amazon ZVAB und Abebooks. Punkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Zahlen ausgedrückt besitzt somit Amazon 60 - 90 % der Internet-Absatzmedien für rd. 60-80 % der deutschen Buchantiquare. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Marktmacht ist erschreckend, erstaunlicher ist nur noch, daß sich die deutschen Kartellbehörden dafür bisher nicht interessiert haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht anzunehmen, daß der Weltkonzern Amazon ein besonderes Interesse per se daran hat, die Absatzwege der deutschen Antiquare zu monopolisieren um des daraus zu erlösenden direkten Gewinns halber. Vielmehr dürfte es ihm um die weitaus lohnendere Eroberung des deutschen N e u buchmarkts gehen.&amp;nbsp; Auf dem Weg zur N e u bucheroberung ist die Beherrschung des Antiquariatsabsatzes im deutschen Sprachraum eine Wegemarke. Es geht um die psychologischen Rückwirkungen auf den anspruchsvolleren Neubuchkäufer. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sind die Antiquare also für Amazon in Deutschland vermutlich auch nur ein Bauernopfer, so tröstet sie das nicht darüber hinweg, daß sie mit Haut und Haaren an den Konzern verkauft worden sind und von einem freien Markt im deutschen Antiquariats-Internetabsatz zur Zeit wenig, in nächster Zukunft aber - ohne Gegensteuern - fast gar nicht mehr gesprochen werden kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich bitte die Kartellbehörde, diesen Sachverhalt zu untersuchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Das Bundeskartellamt unter blauem Himmel hat die Wirtschaftswoche fotografiert, der die Bildrechte gehören. Wir danken für die Ausleihe&lt;/i&gt;.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-2740802222369622946?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/2740802222369622946/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/antrag-die-deutsche-kartellbehorde-den.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/2740802222369622946'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/2740802222369622946'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/antrag-die-deutsche-kartellbehorde-den.html' title='Antrag an die deutsche Kartellbehörde, den Markt der Absatzmedien im deutschen Antiquariatsverkauf zu untersuchen'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-1730625740119506279</id><published>2011-08-05T08:06:00.000-07:00</published><updated>2011-08-05T08:06:53.468-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Webseitenkritik'/><title type='text'>Webseitentest :  Cassel &amp; Lampe / Paulitz</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/-uviD9vQLPuQ/TjwGrVa20SI/AAAAAAAAVNM/9D94UH2NIF4/s640/Metropolis-antiquariat.de%252520screen%252520capture%2525202011-7-3-12-8-35.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="392" src="http://3.bp.blogspot.com/-uviD9vQLPuQ/TjwGrVa20SI/AAAAAAAAVNM/9D94UH2NIF4/s640/Metropolis-antiquariat.de%252520screen%252520capture%2525202011-7-3-12-8-35.jpg" width="640" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Webseitentest deutscher Antiquariate :&lt;br /&gt;&amp;nbsp;Cassel &amp;amp; Lampe / Paulitz&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute lade ich Sie zu einem Sonntagsspaziergang durch die deutschen Antiquariate ein. Eine Stunde Zeit - mal sehen, wie weit wir kommen.&lt;br /&gt;Jede Webseite, die sich an Kunden im Netz wendet, muß sich öffentlicher Kritik stellen. Als Webseitenbauer beanspruche, ja benutze ich die Geduld, die Zeit, die Aufmerksamkeit meiner Leser. Der Verfasser sieht sich in diesem Sinn mit seinen - in der Regel äußerst unbeliebten - Webseitentests gegenüber den Antiquariaten als Anwalt einer größeren Öffentlichkeit. Seine Urteile sind stets subjektiver Natur, werden aber nach bestem Wissen abgegeben. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1.&lt;br /&gt;Das Antiquariat Cassel &amp;amp; Lampe in Berlin erfreut uns mit einer Eingangsseite &lt;br /&gt;wie sie sich schöner und stimmungsvoller kaum denken läßt. Ich habe sie mir sofort ausgedruckt und als lobenswertes Beispiel an die Pinnwand geheftet. Hier erwartet uns nun, da war ich mir sicher, ein gutes Beispiel eines "betretbaren Ladens" im Internet, dessen Besuch uns fesseln und zum Wiederkommen ermuntern würde - ideal zum Vernetzen geeignet .&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Enttäuschung beim schüchternen Hineinwandern in die Webseite ist herb. Ohne jeden Kommentar sehen wir eine Suchmaske von äußerst nüchternem Zuschnitt - das ist nicht anders als in einem Cafe, das uns von außen mit hübschen Vorhängen und Kuchenattrappen einlädt, innen aber knallt man uns eine Automatenwand mit Münzeinwurf vor die Nase.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Kollegen haben - unglücklicherweise - die optisch und taktisch höchst mittelmäßigen Titeldarstellungen der Genossenschaft für ihre Webseite ausgewählt, sodaß man sich&amp;nbsp; mit den fehlenden Querlesequalitäten bei Antiquariat.de herumschlagen muß. Wieviel schöner und lesbarer das mit einer Abebooks-Maske zu machen gewesen wäre, sehen wir beim direkten Vergleich der Cassel &amp;amp; Lampe-Titel dort, denn sie listen sowohl bei Abebooks.de als auch bei Antiquariat.de.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun bestünde noch die Chance, das kommentarlose Einsetzen des Antiquariat.de-Katalogausschnitts auszugleichen mit einer zauberhaft schönen oder doch wenigstens einfallsreichen, nett formulierten restlichen Seite. Wie sieht es da aus?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht einmal die - erkennbar automatisch generierte - Liste der Sachgebiete, die zu Erläuterungen und Selbstvorstellungen - vulgo zur Individualisierung - nun wirklich einlädt, wird auch nur mit einem Wörtchen ergänzt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die werten Kollegen scheinen ihr Antiquariat für ein Trappistenkloster zu halten und ihre Kunden für taub und lesefeindlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dazu paßt dann auch "Wir über uns". Es ist&amp;nbsp; u n f r e u n d l i c h, wenn ich auch unter dieser Rubrik erst einmal in extenso die administrativen Pflichtangaben bringe und mir dann , am Fuß der Seite fast verborgen, einige persönliche Sätze abquäle. Es ist den Verfassern, das am Rande, gelungen, in drei Sätzen einen Grammatik- und zwei Zeichenfehler unterzubringen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit: Das&amp;nbsp; e i n z i g e&amp;nbsp; Persönliche in dieser ganzen Webseite ist die wirklich hübsche Formulierung: "Öffnungszeiten: Mo.-Fr.: 13-18:30 Uhr, nach telefonischer Vereinbarung und wenn wir da sind. "&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber das ist ihnen wohl eher aus Versehen unterlaufen - etwas Persönliches, igitt, wie konnten wir nur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit meiner persönlichen Einschätzung: Diese Webseite ist eiskalt, unsympathisch, wirkt auf den Besucher wie eine Ohrfeige. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und das nach diesem schönen Eingangsfoto...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;2.&lt;br /&gt;Theodor-Storm-Antiquariat Paulitz&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;A.&lt;br /&gt;Die Eingangsseite ist überraschend in einer Art Blogform gehalten - gar nicht ungeschickt, im Gegenteil, das lädt zum Verweilen und Lesen ein, macht neugierig. Dem Quelltext entnehmen wir, daß es sich um ein Wordpress-Derivat handelt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon auf den ersten Blick werden einige Geschmacksfehler deutlich, über die man aber streiten kann. Jene unselige, ganz verwerfliche Unsitte, aus Jux und Dollerei lange Textpassagen in blassblauer oder blassgrauer Schrift abzuschwächen, sie quasi optisch zu verhehlen, ärgert mich als schnellen Querleser sehr. Aber vielleicht lieben ja jüngere Augen diese heillose typographische Afferei... Sei's drum.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inhaltlich stört es mich, wenn nach meinem Gefühl eher "zufällig" ausgewählte Kulturereignisse, hier mit dem Begriff "Kulturnachrichten" gespitzmarkt, im rechten Begleitfeld gebracht werden. Das sieht verzweifelt nach "Content"-Füllerei auf Teufel komm raus aus, eine Sünde, die uns Wattig und leider mitunter auch Pardun immer wieder vormachen. Kollege Paulitz mag sich ja durchaus etwas gedacht haben bei der Auswahl seiner "Kulturnachrichten", aber ich sehe weder eine rote Linie darin noch irgendeinen Zusammenhang mit dem Antiquariat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gretchenfrage: Wie halten wir es mit dem Portrait gleich zu Anfang der Antiquariatsseite? Wenn es so sympathisch-zurückhaltend, ernst und in Schwarzweiß gebracht wird wie hier, geht es durchaus an. Kommt es aber so, wie es zu Zeiten auch im Börsenblatt die Mode war, nänmlich "erfolgreich" den Betrachter in aufgehübschten Knallfarben direkt angrinsend oder mit Feldherrnblick "erfolgreich" strahlend, dann ist es ein Greuel und psychologische Vergewaltigung. Nochmals - so wie hier ist das angängig. Aber anders bitte im Zweifelsfall eher nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Einführungstext (und das ist nun keine Geschmackssache mehr) muß mit "Thema verfehlt" benotet werden. Er ist kein Eingangstext für eine Antiquariatsseite. Urteilen Sie selbst: &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Herzlich willkommen im Theodor-Storm-Antiquariat. Hier bei uns im Herzen Schleswig-Holsteins, in der schönen Gemeinde Hanerau-Hademarschen, verbrachte Theodor Storm seinen Lebensabend: von 1880 bis zu seinem Tode am 4. Juli 1888&lt;br /&gt;lebte er in unserer Gemeinde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier entsprang der “Schimmelreiter” seiner Feder, und auch die “zwei Königskinder” erblickten&lt;br /&gt;hier das Licht der Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Sie in einer hellen Mittsommernacht oder an einem herbstlichen Nebelmorgen&lt;br /&gt;über die hiesigen Felder und Weiden schauen, so glauben Sie, Hauke Haien,&lt;br /&gt;hinter dem sich wahrscheinlich Hans Momsen aus dem unweiten Fahretoft verbirgt,&lt;br /&gt;am Horizont dahineilen zu sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch natürlich halten wir nicht nur die Werke Theodor Storms für Sie bereit. Unsere Kataloge umfassen eine Vielzahl von Sachgebieten und werden ständig erweitert."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lieber Kollege Paulitz, das ist Fremdenverkehrsschmus und Ihres guten Antiquariats unwürdig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Registerkarten im Band oben wollen mir nicht gefallen. Das wichtigste, die Startseite, ist zu eng gehalten und mit dem netten Häuschen nicht eindeutig markiert, die anderen Karten verunsichern den klickwilligen Leser mit ihren unmotivierten Pfeilen nach rechts - was soll das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die "Neueingänge" derart lieblos, in ganz fürchterlich schlechter, grotesk unklar gesetzter Typographie ungeordnet auf die Startseite zu setzen, "das ist nicht gut" (Biester). &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Irgendwie müssen Sie es fertigbringen, das stupide "keine Kommentare" aus Ihrer Wordpress-Seite herauszubekommen. Wenigstens nach den jeweiligen Titeleinträgen der "Neuzugänge".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mit Verlaub, werter Kollege, Ihre Startseite ist nicht gut und ein Neubau ist dringend erforderlich. Nicht Herumbessern - Neukonstruktion!.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;B.&lt;br /&gt;Klicken wir neugierig auf "Online-Antiquariat", gelangen wir auf eine Zwischenseite. Weiterverweise mit der Formulierung "Lust auf gute Bücher ? –&amp;gt; Hier lang bitte" sind fast so nervtötend wie die berühmte "Baustelle". &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klicken wir uns durch, sind wir auf einmal in einer ganz anderen Webseitenlandschaft&lt;br /&gt;Leider begrüßt uns dort der gleiche, eben schon kritisch beäugte Schmuse-Text des örtlichen Touristikbüros. Aber dann beginnt Dada in Reinkultur. Denn wir sollen gleich weiterklicken, hier bitte: "Um das Zielland für Ihre Bestellung auszuwählen klicken Sie bitte hier!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hoppla, kommen wir zur Geographie? Bitte sehr, wir klicken weiter, schon mit etwas müdem Finger.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ach so, jetzt wissen wir, was gemeint war: "Ihr derzeitiges Auslieferungsland ist [DE] Deutschland um Ihr Auslieferungsland zu ändern wählen Sie es aus der Liste aus und klicken Sie auf "Weiter"."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier sind zwei Zeichen- ein Grammatik- und ein Sinnfehler in einem Satz versammelt. Auch eine Leistung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zur vorherigen Seite. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Registerkarte "Ankauf" : Paulitz hat hier um die Ecke gedacht. Er setzt auf Übersendung von Büchern, getrennt nach größeren und kleineren Angeboten. Das ist brav und offenbar eine (leider ganz und gar mißglückte) Abart des Momox-Verfahrens. Lieber Kollege, ich fürchte, das geht so in der Praxis nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Registerkarte "Autoren": In jeder, aber auch jeder Hinsicht völlig abstrus, was soll das? Wir sind im Wiki-Zeitalter; Ihre Kunden lachen -zurecht- schallend über solche Sekundaner-Ideen. Daß der Leser hier denkt, er dürfe unter dieser Karte gesuchte Autoren Ihres Bestands eingeben, steht noch auf einem anderen Blatt. Nicht den Besucher ärgern, nein, tun Sie es nicht...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unter "Links" kommen nur drei Kollegen, unkommentiert. Nanu?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die juristischen Texte zur Verlinkung sind rechtlich ebenso unwirksam wie unnötig. Was Sie zum Urheberrecht sagen, ist eine Luftnummer - es gilt das geltende Recht, und sonst gar nix. Löschen&amp;nbsp; Sie am besten die ganze Registerkarte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die "Neueingänge" sind so unleserlich wie auf der Startseite. Zu groß gesetzt, ohne Abstände, Semi-Schreibmaschinentype, keine Bilder - Unfug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Hier klicken: Produkte und Sachgebiete" - um Gotteswillen, was für "Produkte" bieten Sie denn sonst noch an? Dz, dz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gehen wir von dieser Sachgebietsliste aus,&amp;nbsp; d a n n&amp;nbsp; erst kommen wir in die besondere Listenform von "Biblioman". Die ist sehr originell und mit dem Farben- und Linienstrukturen gar nicht dumm. Darüber müßte man gelegentlich diskutieren. Aber das hat nit Ihrer Webseite im engeren Sinn nichts zu tun. Trotzdem, ich bin positiv überrascht - so schlecht ist "Biblioman" gar nicht!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zur ersten Wordpress-Startseite, es gibt übrigens keinen direkten Weg zurück aus dem zweiten Seitengewirr ins erste, da haben wir den sympathischen Traktor-Fachmann und finden diesmal nun auch eine gescheite Ankaufs-Anmutung zuhanden verkaufswilliger Kunden; ganz am Ende auch die "Zeitsplitter".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir ahnen schon - da geht der Kollege wieder unter die schreibende Zunft. So ist es dann auch. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Hatten verschiedene Kollegen zunächst auf ein Durchstarten von antiquariat.de ( ehemals prolibri.de ) gehofft, scheint dies an der Sprödheit der dortigen Protagonisten ein weiteres mal zu scheitern." -&amp;nbsp; S p r ö d i g k e i t ? So nett hat das noch niemand gesagt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"...erreicht uns heute die Nachricht, dass das ZVAB von Abebooks übernommen wird". - Das ist die halbe Wahrheit. Der springende Punkt ist doch, daß Abebooks seinerseits AMAZON gehört. Wann, o sage mir wann lernen die Antiquare, strategisch zu denken?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fazit: Hier haben wir keine Antiquariats-Webseite, sondern die gutgemeinte Ruinenlandschaft einer solchen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da uns Kollege Paulitz in der Vergangenheit bewiesen hat ("Antiquariatsanzeiger"), daß er Projekte durchaus&amp;nbsp; m u t i g&amp;nbsp; planen und durchziehen kann, möchte ich ihm zu einem Abriß mit schönem, gut geplantem Neubau seiner Webseite raten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Die Rechte an der dargestellten Webseite oben gehören dem Antiquariat Cassel &amp;amp; Lampe in Berlin&lt;/i&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3797717600567593890-1730625740119506279?l=alteskrokodil.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/feeds/1730625740119506279/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/webseitentest-cassel-lampe-paulitz.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/1730625740119506279'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3797717600567593890/posts/default/1730625740119506279'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://alteskrokodil.blogspot.com/2011/08/webseitentest-cassel-lampe-paulitz.html' title='Webseitentest :  Cassel &amp; Lampe / Paulitz'/><author><name>Peter Mulzer</name><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/-uviD9vQLPuQ/TjwGrVa20SI/AAAAAAAAVNM/9D94UH2NIF4/s72-c/Metropolis-antiquariat.de%252520screen%252520capture%2525202011-7-3-12-8-35.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3797717600567593890.post-1078177766397288842</id><published>2011-08-05T07:59:00.000-07:00</published><updated>2011-08-05T07:59:35.841-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Scans'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Titelerfassung (Reform)'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Google'/><title type='text'>Google-Scan - Grabstein oder Hoffnung für das Antiquariat ?</title><content type='html'>&lt;div class="separator" style="clear: both; text-align: center;"&gt;&lt;a href="http://michaelibach.files.wordpress.com/2010/06/schaf.jpg" imageanchor="1" style="margin-left: 1em; margin-right: 1em;"&gt;&lt;img border="0" height="300" src="http://michaelibach.files.wordpress.com/2010/06/schaf.jpg" width="400" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;Google-Scan - Grabstein oder Hoffnung für das Antiquariat ?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der brave Antiquar - nur ein hilfloses Opfer von Fremdentscheidungen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;B u c h s c a n n e n...&amp;nbsp; Das Terrain ist vermint, Fußangeln und Selbstschüsse allerorten, hinter Schießscharten und in Laufgräben ducken sich die verschiedensten Interessengruppen, dort drüben auf dem Hügel steht die Gilde um Dr. Graf, reißt sich das Hemd über der Heldenbrust auf und fordert absolute Freiheit, am träge dahinfließenden Main verschanzen sich die Verleger, hinter sich riesige Rollen Natodraht, mit denen sie das Gelände zum Ausmelken der Kunden abteilen wollen, die Bibliotheken öffnen ihre Tore und Hintertürchen jeder Interessengruppe, über den Wolken schwebt Allmutter Google und Gespenster wie das Webarchiv huschen über die Szene. Die grünen Giftgasschwaden rechts im Bild haben die Juristen in das Terrain geschickt, verloren sitzt ein Richter aus New York auf seinem Stühlchen und schwingt den Hammer, von links fliegen die Mollis der Hacker und Netzaktivisten. Auf der Kanzel im Berliner Dom predigt Kollege RFMeyer vom Bleibenden und Unersetzbaren des körperlichen Buches, in Freiburg hinterm schwarzen Wald fertigt Mulzer die ersten Lastzüge mit Büchern nach Polen ab, während 500 Kilometer rheinabwärts Kollege Heuberger Container damit befüllt zuhanden der Müllverbrennungsanlage. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wovon sprechen wir? Von der retrospektiven Bücher-Digitalisierung, vom Urheberrecht und den damit verbundenen Fragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist hier nicht der Ort, um ins Detail zu gehen. Das Risiko sollten wir schon aushalten, daß jeder von uns sein bruchstückhaftes Wissen in die Materie einbringt und sich erst kundig machen müßte, um mitdiskutieren zu können. Ich denke aber, daß wir uns trotzdem auf einige Grundthesen einigen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;A.&lt;br /&gt;Die universelle Verbreitung der Lesegeräte und, in gleitendem Übergang, der Taschen-, Klein- und Mittel-Computer, ist nicht mehr aufzuhalten, sie wird den klassischen stationären EDV-Apparat bald zu drei Vierteln oder noch weiter ablösen. Der Bedienungskomfort wird steigen, Ausdrucksmöglichkeit und Netzverbindung werden auch im Kleincomputerbereich selbstverständlich werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hätte diese rasante Entwicklung nicht erwartet, mir sind bis zur Stunde Lesegeräte unsympathisch, Kleincomputer halte ich für unpraktisch und ich möchte meinen schweren, universell ausbaubaren EDV-Kasten nicht missen. Aber die Entwicklung hat mich überrollt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;B.&lt;br /&gt;Ich habe das Ausmaß und die Schnelligkeit des Einscannens der alten Bücherbestände verschlafen. Gerade hechele ich noch durch die&amp;nbsp; extrem unübersichtliche Landschaft der Informationen über eingescannte Bücher, um etwa herauszufinden, was Google nun in München gescannt hat, was der Europarat oder die Grande Nation in der Nationalbibliothek einliest und - wichtiger - was beide wie, wo und wann zur Verfügung stellen, wie es sich verhält mit den (weghören, Unwort:) Digitalisaten, die das Alexa-Webarchiv verwaltet und welches die - bewährten - Tricks sind, mit denen der gegängelte Europäer die törichten, gehässigen Juristensperren umgeht, die ihm die Nutzung aller Titel nach 1900 verunmöglichen sollen, Amerika, Du hast es besser - da stelle ich fest, daß mein Informationsstand längst von gestern und alles schon viel schneller und umfassender im Fluß ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;C.&lt;br /&gt;Wir haben die Idylle unserer Sammler alten Stils. Die Freunde schöner Einbände, exquisiter Typographie, historischer Exlibris, die Liebhaber alter Kupferstichbücher und Atlanten, die Kinderbuch- und Karl-May-Kenner, die Inkunabelsammler, sie alle scharen sich um Dr.Biester und den Verband wie die Küchlein um die Henne und bevölkern Antiquariatsmessen und Büchertage, so sie denn noch stattfinden. Um diese Kundschaft muß sich das Antiquariat keine Sorgen machen. Muß es nicht? Ich bin mir da nicht so sicher, aber davon wollen wir heute nicht sprechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ganze restliche Bevölkerung im Antiquariat steht mitten im oben geschilderten Kampfgetümmel, ob sie es nun weiß oder nicht. Besonders gefährlich wird es immer dann, wenn Leute eine komplizierte Situation überhaupt nicht abschätzen können und statt eigenen Entscheidungen dem großen Trend der Lemminge folgen. Das dürfte angesichts der komplexen Lage, die wir Antiquare selber nur mit Mühe überblicken, der Regelfall sein. Und das ist nicht gut...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;D.&lt;br /&gt;Ob die Möglichkeit, die ich nun schildere, heute schon oder erst nächstes Jahr besteht, ob sie als Arbeitstechnik jetzt noch Exotencharakter hat oder ob Gebildete sie durchaus schon beherrschen, ob Suchmedien wie KvK oder WorldCat gescannte Titel heute noch selektiv erfassen und erst morgen umfassend bereitstellen, ob das universelle Ausdruckprogramm für Google-Scans diesen Herbst kommt oder erst nächsten Sommer - aufzuhalten ist das alles nicht, es kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tatsache ist oder wird sein, daß ich - mit oder ohne Tricks - jedes Buch der Welt vor etwa 1930 in Sekundenschnelle auf dem Bildschirm lesen und es mir, teilautomatisiert, in klarem Laserdruck mit höchster Pixelqualität sekundenschnell in Loseblattweise ausdrucken kann, wenn ich mag. Will ich das nicht tun, lese ich den Scan im Computer - trotz aller Anfangsmängel - heute oft schon *weitaus* besser und klarer als das Original auf dem Tisch, wenn ich es i
